Vor über 30 Jahren erkämpften die Zapatistas ihre Unabhängigkeit vom mexikanischen Staat. Im August 2025 organisierten sie das „Treffen der Widerstände und Rebellionen – Einige Teile des Ganzen“ in Chiapas (Mexico), zu dem sie internationale Aktivist*innen eingeladen hatten. Wir als Interventionistische Linke durften auch dabei sein und berichten von den Widerstandserfahrungen, der Organisierung und Umstrukturierung der Zapatistas.
Nach 30 Jahren Praxis ihrer Autonomie haben die Zapatistas viel Erfahrungen gesammelt, was gut läuft und was auch nicht so gut läuft. Dank stetiger Selbstreflexion und internationalem Austausch wird die zapatistische Organisierung immer wieder überprüft und angepasst. In sehr ehrlichen Darstellungen seitens der Zapatistas sahen wir, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert waren und wie dem nun begegnet wird.
Zur Einordnung starten wir mit einem verkürzten (und damit natürlich unvollständigen) Überblick zur aktuellen sicherheitspolitischen Lage in Mexiko und aus welchen Richtungen Druck auf die zapatistische Selbsthauptung ausgeübt wird. Wir stellen die alte zivile Struktur der Organisierung vor und das, was sich nun verändert hat.
Wir sind mit dem Auftrag der Zapatistas zurück gekommen, euch von diesen Veränderungen zu erzählen. Damit wir voneinander lernen und uns stets dahingehend überprüfen, ob das was wir tun auch wirklich zu unseren Zielen und Vorstellungen passt. Lasst uns schauen, was wir von den zapatistischen Erfahrungen auf unsere Kontexte anwenden können und was vielleicht auch nicht zu unseren lokalen Gegebenheiten passt.
Wir sprechen über thematische Schwerpunkte, die für die Zapatistas in der aktuellen Phase wichtig sind: die Pyramide und Hierarchien innerhalb unserer Strukturen, sowie das Gemeinschaftliche (el común). Auch schneiden wir grundlegende Pfeiler der zapatistischen Philosophie an: Jugend, Kultur, Gesundheit, Bildung und die Rolle von FLINTA*s. Anschließend möchten wir euch mitnehmen, wie das Treffen gewesen ist, wer noch zu Gast war und was wir besonders mitgenommen haben.
Da dies unsere ganz subjektiven Erfahrungen sind, erheben wir natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es waren viele unterschiedliche Gruppen da und je nach persönlichem Kontext und Organisierungsart ziehen wir alle ganz unterschiedliche Schlüsse und uns fallen unterschiedliche Dinge auf. Wir freuen uns immer über Feedback, Fragen, Anmerkungen und Kritik.
Und wenn ihr diesen Vortrag in eurer Stadt nochmal live hören wollt, fragt uns gerne an!
In diesem Sinne: viva la autonomía!
Interventionistische Linke
Disclaimer: Wenn ihr noch nicht so viel über die Zapatistas wisst, empfehlen wir euch, vor der Veranstaltung (oder zum Vertiefen danach) die drei Folgen des Ende-Gelände-Podcasts anzuhören. Link dazu: https://www.ende-gelaende.org/podcast/ und ihr findet die entsprechenden Folgen unter #47 bis #49: “30 Jahre Zapatistischer Aufstand” Teil 1 bis 3. (Da wir viel zu erzählen, aber nicht so viel Zeit haben, können wir keine grundlegende Einführung in die Geschichte der zapatistischen Bewegung geben.)