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Micz & Flo
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Neueste Episode

115 Episoden

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    EGL114 Tuxer Sagen II – Der Tuxer Riese und Die Frauenwand

    22.10.2026 | 40 Min.
    Wir setzen unsere Tuxer Sagenfolge direkt vor Ort an der Weidener Hütte fort. Zuerst geht es um den Tuxer Riesen: Aus Südtirol vertrieben, stapft er in die Tuxer Alpen und errichtet dort eine Gewaltherrschaft, um sich ein Schloss bauen zu lassen. Bis sich ihm die wilden Fräulein beherzt entgegenstellen und die Almer von seinem Joch befreien. Wir steigen in die psychologische Deutung der Sage ein: die Kratzer in der Eiswand, der frustrierte Riese, der eine Beziehung sucht, aber nur gewaltvoll kommunizieren kann. Flo lockt Micz in seiner Rolle als Psychotherapeut aus der Reserve und bekommt ein bisschen Lacan als Interpretationswerkzeug zu hören. Und das klappt sogar. Dann steigen wir auf zur nächsten und längsten unserer drei Sagen aus den Tuxer Alpen: der Frauenwand. Hier geht es um eine Heldinnengeschichte, die vom Teilen in der Not und von der Navigation bei schlechtem Wetter handelt. Das sind zwei Grundthemen, die auch heute noch in den Bergen das Überleben sichern können. Die Frauen von der Frauenwand geben denen, die es verdienen, ein Vielfaches zurück. Wer ihnen dagegen nicht gut begegnet, dem widerfährt entsprechend Übles. Begeistert stellen wir fest, dass hier die Frauen als Heldinnen aus der Geschichte hervorgehen und nicht, wie sonst so oft in Märchen, die Männerfiguren dominieren. Wir kommen zu dem Schluss, dass die Bergwelt aufgrund der rauen Bedingungen eine viel verletzlichere Gemeinschaft beherbergt, die entsprechend widerstandsfähiger und gleichberechtigter aufgebaut sein muss. Und wir werden gerade noch rechtzeitig fertig, um zum Abendessen in der Weidener Hütte am Inntaler Höhenweg einzukehren...
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    EGL113 Expanse Protomolekül als KI-Metapher: Wie Menschen göttliche Technologie begehren

    08.10.2026 | 58 Min.
    Wir wandern im "Uncanny Valley" der Tuxer Alpen: durch einen alpinen Truppenübungsplatz zur Lizumer Hütte. Wo wenn nicht hier und wer wenn nicht wir packt in diesem martialischen Idyll die heißen Eisen "The Expanse" und "Künstliche Intelligenz" an? Das Protomolekül in "The Expanse" ist ein McGuffin, dass uns vorführt, wie Menschen mit etwas umgehen, das sie nicht verstehen. Sie wollen damit spielen. Sie wollen es nicht teilen. Sie wollen davon profitieren. Sie haben Angst davor und noch mehr, dass andere zuerst damit spielen, es nicht teilen und davon als erste profitieren. In dieser Episode versuchen wir die fiktive Geschichte des Protomoleküls mit der aktuellen Debatte und Entwicklung der Künstlichen Intelligenz zu alignen. "Uncanny" wie gut das zusammenpasst. Flo bleibt skeptisch. Micz (ich) finde beim zweiten Mal hören die Parallelen wirklich greifbar. Technolgie und Begehren.
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    EGL112 Tuxer Sagen I – Die Gefrorene Wand

    24.09.2026 | 30 Min.
    Auf unserer Hüttentour durch die Tuxer Alpen hat Flo etwas ganz Ortsverbundenes mitgebracht: die Sagen dieser Gegend, präsentiert Flo vor genau der Landschaft, aus der sie stammen. Anders als das Märchen trägt die Sage stets einen Wahrheitskern in sich: konkrete Orte, reale Figuren, geschichtliche Bezüge. Sie kennt kein tröstliches "Wenn sie nicht gestorben sind …". Hier geht auch schlecht aus, was schlecht ausgeht. Während unser Blick über die raue Bergwelt schweift, malen wir uns aus, wie aus einem Massiv ein schlafender Riese wird. Denn im Zentrum der Tuxer Sagen kommt es immer wieder zum selben Dreiklang: Landschaft, Naturgewalt und Schicksalsgemeinschaft. Die Natur erscheint dabei ambivalent, sie kann strafen und ebenso helfen. Und sie ist, ganz ähnlich wie im asiatischen Animismus, beseelt: bevölkert von Berggeistern, rätselhaften Frauen und Felswänden, die noch die Kratzspuren alter Geschichten tragen. Der Mensch ist in dieser übermächtigen Umgebung nur ein winziges Körnchen und sollte sich in Demut üben. In dieser Folge widmen wir uns der Sage von der gefrorenen Wand: der Geschichte einer reichen Alm, deren Bewohner übermütig werden, die Kirche verhöhnen und schließlich Butterkugeln ins Tal schleudern. Hochmut und die Verschwendung kostbarer Lebensmittel werden hart bestraft. Zwei weitere Sagen heben wir uns für die nächste Folge auf.
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    EGL111 Beim Laufen reden und laufend reden: Quanten, Bücher, Kartenspiele und zwei Wanderwege

    27.08.2026 | 47 Min.
    Diese Sommerepisode ist vollgepackt mit Büchern, Spielen, einem Film und zwei Wanderungen. Flo und Micz treffen sich, um Episode 111 (Schnapszahl) aufzunehmen und erwandern sich ganz entspannt die Stimmung, die den Claim „Beim Laufen reden und laufend reden“ begründete: beim Wandern ohne Hintergedanken mal alles raushauen, was einen gerade so beschäftigt. Micz beginnt mit seinem gefährlichen Halbwissen über Quantenphysik und Quantenfeldtheorie um sich zu werfen und Flo hammert die Bälle mit vollem Elan auf die Tribüne. So ist allen geholfen und das Niveau der Sommerfolge abgesteckt. Verlinkt in den Shownotes sind neben den Quantenschmökern „In Search of Schrödinger's Cat“ von John und Mary Gribbin aus dem Jahr 1984 und Adam Beckers „Was ist real? Das ungelöste Problem der Quantenphysik“ von 2018 auch Elizabeth Grosz und „Jacques Lacan. A Feminist Introduction“ aus dem Jahr 1990. Außerdem landet mit Georg Hermanns „Kubinke“ ein älterer Roman auf der Leseliste, diesmal nicht nur als gedrucktes Buch, sondern auch als Hörfassung: Peter Schiff liest „Kubinke“ für ARD Sounds. Micz kramt immer noch einen Dan Simmons aus. Diesmal „The Guiding Nose of Ulfant Banderoz“ aus dem Jahr 2012. Brett- und Kartenspiele sind „Quarto!“ für zwei Personen, Zank-Patience, „Cabo“, dessen Regeln im verlinkten Erklärvideo anzuschauen sind. Und schließlich „Durak“, ein traditionelles russisches Kartenspiel, auf Deutsch „Dummkopf“. Der Film: „Evil Does Not Exist“ von Ryusuke Hamaguchi aus dem Jahr 2023. Und weil diese Folge nicht nur geredet, sondern auch erlaufen wurde: die Hochrieshütte auf 1569 Metern und der Meraner Höhenweg verlinkt. Let the sun shine on me (and you and you and you).
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    EGL110 Scherbenland – Xbergs Identity Property

    13.08.2026
    In dieser Sommerfolge machen wir es uns vermeintlich leicht: keine große Vorbereitung, einfach zusammen ins Kino und danach beim Laufen reden. Wir sehen im Kino Zukunft den Dokumentarfilm „Scherbenland“ an und stolpern prompt in einen Metaclash, als wir merken, dass ein Interview des Films direkt vor der Tür dieses Kinos aufgenommen wurde. Anschließend spazieren wir Flos alte Laufroute nach entlang der Rummelsburger Bucht und Alt-Stralau. Dabei versuchen herauszufinden, was dieser Film eigentlich mit uns gemacht hat. „Scherbenland“ ist weniger die erhoffte historische Ton-Steine-Scherben-Doku als vielmehr eine Liebeserklärung an Kreuzberg – ein Heimatfilm, dessen Schauplatz auf ein bis zwei Quadratkilometer schrumpft. Drei Musik-Perspektiven werden verwoben: das Rap-Trio RAPK mit ihrer Kiez-Attitüde und ihrem Lebensgefühl „Land Kreuzberg“, die Liedermacherin Maike Rosa Vogel mit ihrer klaren, ergreifenden Stimme und ihren Songs um soziale und ökolgische Ungerechtigkeiten, sowie der starken Stimme von Rio Reiser mit Ton Stein und Scherben. Micz ist skeptisch, ja fast empört: ihm fehlt die Einordnungen, das Thema, der rote Faden. Er hat das Gefühl, in die Irre geführt zu werden. Besonders bei der Frage, ob verschnittenes Wasserwerfer-Material und ein Rio-Reiser-Konzert zeitlich und örtlich (DDR? West-Berlin? Mainzer Straße 1990?) überhaupt zusammenpassen. Flo hält dagegen: Der Film schaffe ein Gefühl, ein Lebensgefühl, auch wenn die Collage nicht ganz zusammenklebt. Den meisten Raum im Film nimmt RAPK ein. Das Rap-Trio wird ausführlich porträtiert, mit vielen Songs, Konzertmitschnitten aus der Columbiahalle und intimen Momenten in Hinterhöfen, Kinderzimmern und auf Kreuzberger Dächern. In diesen Passagen bekommen wir das Gefühl einem Promotionvideo der Band zu folgen. Dennoch vermittelt sich ein Bezug; RAPK sind keine Zugezogenen mit einem ungelösten Konflikt oder auf Suche nach einer neuen Heimat, sondern die Einheimischen, die einfach geblieben sind, hineingewachsen in den Kiez wie Fische ins Meer. Ihr Widerstand ist weniger Parole als Lebensgefühl. Wir tauchen auch in die Stadtgeschichte und linke Tradition von Kreuzberg ein: das von der Mauer umschlossene Insel-Kreuzberg mit seinen toten Ecken, billigem Wohnraum, hohem Migrationsanteil, „Fahnenflüchtigen“ und der queeren Szene. Wir sprechen über die Hausbesetzerbewegung, den Schwenk zum „Das Private ist das Politische“ und die Autonomen-Szene. Es geht auch um die Räumungen von der Mainzer bis zur Liebigstraße und um den ritualisierten, fast sportlichen revolutionären 1. Mai. Am Ende bleibt Ambivalenz: ein Film, der vor allem ein Gefühl transportiert, dem aber der rote Faden und die politische Dringlichkeit fehlen. Muss man sehen? Möchte man gesehen haben, wenn man Kreuzberg liebt!
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Über Eigentlich Podcast
Reden beim Laufen und laufend Reden - über Film, Technik und Psychotherapie
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