Im Sommer 1950 ereignete sich in einer einfachen, ungeheizten Fischer-Scheune in Springs auf Long Island eine der radikalsten Transformationen der modernen Kunstgeschichte. Jackson Pollock legte eine gigantische, über fünf Meter breite Leinwand flach auf den rohen Holzboden und vollzog damit einen endgültigen Bruch mit einer fünfhundertjährigen Tradition. Er verließ den klassischen Standpunkt vor der Staffelei, um sich stattdessen mitten auf dem Bild zu bewegen und die handelsübliche Lackfarbe frei aus der Luft auf den Stoff tropfen, fließen und spritzen zu lassen. „One: Number 31, 1950“ steht wie kein anderes Werk für die Geburtsstunde des „Action Painting“ – eine Methode, die nicht mehr die sichtbare Welt abbilden wollte, sondern die psychologische Wucht und die unmittelbare, menschliche Reaktion als eingefrorenes Ereignis dokumentierte.
Diese Folge blickt tief hinter die Kulissen dieses monumentalen Meisterwerks und beleuchtet den komplexen Weg des Künstlers: von seinen prägenden Jugendjahren als Gelegenheitsarbeiter auf amerikanischen Güterzügen über die experimentellen Entdeckungen mit flüssigen Farben im New Yorker Atelier des mexikanischen Muralisten David Alfaro Siqueiros bis hin zur unschätzbaren Unterstützung seiner Ehefrau Lee Krasner, die sein Talent frühzeitig erkannte und ihn mit wichtigen Kritikern und Weggefährten vernetzte.
Weiterführende Links
• Das Werk in hoher Auflösung: Eintrag im Museum of Modern Art
• Jackson Pollock: Biografie des Künstlers (Wikipedia)
• One: Number 31, 1950: Details zum Meisterwerk (Wikipedia / EN)
• Das Pollock-Krasner House: Informationen zum Atelier in Springs
• Der Kurzfilm von Hans Namuth: Auf YouTube ansehen
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