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Allein aus Gnade - Bibeltreue Predigten der Evangelisch-Baptistischen Christusgemeinde

EBC Waiblingen - Bibeltreue evangelische Baptisten Gemeinde für Jesus Christus
Allein aus Gnade - Bibeltreue Predigten der Evangelisch-Baptistischen Christusgemeinde
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265 Episoden

  • Allein aus Gnade - Bibeltreue Predigten der Evangelisch-Baptistischen Christusgemeinde

    Der ewige Rettungsplan Gottes (Epheser 1,3-4) - Richard Friesen

    09.08.2026 | 57 Min.
    #### Summary

    Paulus preist Gott den Vater, der uns in Christus mit allen geistlichen Segnungen in den himmlischen Örtern beschenkt und vor Grundlegung der Welt zur Heiligkeit erwählt hat.

    #### Details

    **Einordnung des Textes**

    Die Predigt setzt die Auslegung des Epheserbriefs fort und behandelt Epheser 1,3–4. Anders als die meisten Paulusbriefe beginnt der Epheserbrief nicht mit einer Danksagung, sondern mit einem Lobpreis, der von Vers 3 bis 14 reicht und als Höhepunkt aller paulinischen Lobpreisungen gilt. Sein Zeithorizont umspannt die ewige Vergangenheit bis zur ewigen Zukunft. Gegliedert ist er trinitarisch: Verse 3–6 preisen den Vater für die ewige Erwählung, Verse 7–12 den Sohn für die vollbrachte Erlösung, Verse 13–14 den Heiligen Geist als Siegel und Unterpfand.

    **Gott hat uns gesegnet in Christus (Vers 3)**

    Das Wort „gepriesen" trägt den Gedanken, gut von jemandem zu reden, ihn zu loben und zu segnen. Paulus greift damit einen jüdischen Brauch auf, der erstmals in 1. Mose 9,26 bei Noah begegnet und sich etwa bei David in 1. Könige 1,48 fortsetzt. Der entscheidende Unterschied: Paulus preist nicht mehr Jahwe als Bundesgott Israels allein, sondern den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, durch den das Heil zu allen Nationen gekommen ist. Damit klingt bereits das große Thema des Briefes an – das neue Volk Gottes aus Juden und Heiden, jenes Geheimnis, das nach Epheser 3,6 den Aposteln offenbart wurde.

    Die Bezeichnung Gottes als „Gott unseres Herrn Jesus Christus" schwächt die Gottheit Christi keineswegs ab, sondern bezieht sich auf seine menschliche Natur: Als Mensch wurde Jesus im Mutterleib geformt, war abhängig von Gott, glaubte, gehorchte und diente ihm. Genau in dieser Menschwerdung liegt die Grundlage dafür, dass Gott sich ein Volk erkaufen konnte.

    Drei Aspekte bestimmen den Segen näher:

    - **Die Art**: „geistlich" meint vom Geist gewirkt. Durch den Glauben empfangen wir den Heiligen Geist – und mit ihm Gott selbst, die Garantie für Erlösung, ewiges Leben, Bewahrung, Heiligung und Verherrlichung.
    - **Der Ort**: Die „himmlischen Örter" begegnen fünfmal im Epheserbrief. Nach Kapitel 1,20 thront dort Christus zur Rechten Gottes; nach 3,10 wohnen dort mächtige Engelwesen, denen die Gemeinde Gottes Weisheit zeigt; nach 6,12 existieren dort auch geistliche Mächte der Bosheit. Diese Sphäre der Herrlichkeit Gottes beschenkt uns schon jetzt – wir haben bereits Zutritt zu Gottes Gegenwart.
    - **Der Mittler**: Christus. Nach Epheser 2,6 hat Gott uns mit ihm auferweckt und in den himmlischen Örtern mitsitzen lassen. Der Christ hat gleichzeitig zwei Aufenthaltsorte: seinen irdischen Wohnort und den Himmel.

    Daraus folgt keine Handlungsanweisung, sondern Anbetung. Verdient hätten wir den Zorn Gottes; stattdessen empfangen wir unaussprechliche Segnungen. Murren und Unzufriedenheit verraten, dass dieser Reichtum nicht verstanden wurde – der Christ bleibt der reichste Mensch, selbst wenn er nichts besitzt.

    **Gott hat uns erwählt in Christus (Vers 4)**

    Erwählung ist der erste und grundlegende dieser geistlichen Segnungen. Das griechische Wort beschreibt, wie jemand aus einer Menge einzelne Personen aussucht – vergleichbar der Mannschaftswahl im Sportunterricht. Der Prediger betont, weder für noch gegen eine theologische Partei sprechen zu wollen, sondern Gottes Wort selbst zu Wort kommen zu lassen. Für Paulus ist die Erwählung keine Diskussionsfrage, sondern eine schlichte Feststellung – bereits das Alte Testament (5. Mose 7,7–8) und Jesus selbst (Lukas 6,13; Johannes 15,16) bezeugen sie.

    Dabei ist Gott stets der Aktive, der Erwählte der Passive. Wie Gott einst das kleine Israel erwählte, so beruft er heute Schwache, Törichte und Verachtete (1. Korinther 1), damit niemand sich rühme. Den Ephesern gilt: Sie, die Magie trieben, Artemis anbeteten und tot waren in ihren Sünden, hat Gott erwählt. Der Einwand der Ungerechtigkeit greift nicht – gerecht wäre die Verdammnis aller; dass Gott überhaupt rettet, ist reine Gnade.

    Drei Aspekte der Erwählung:

    - **Der Zeitpunkt**: vor Grundlegung der Welt, als nichts existierte außer dem dreieinigen Gott. Die Wahl hing also nicht von menschlichem Tun ab – nach Römer 9,11 geschah sie, als sie „weder Gutes noch Böses getan hatten".
    - **Das Ziel**: heilig und untadelig vor ihm in Liebe. Heilig meint abgesondert wie auch rein und sündlos; untadelig bedeutet frei von Schuld und Befleckung. Martyn Lloyd-Jones unterscheidet Heiligkeit als inneren Zustand der Reinheit von Untadeligkeit als nach außen sichtbarer Reinheit. Da Gott reinstes Licht ist (1. Johannes 1,5; 1. Timotheus 6,16), könnten befleckte Menschen unmöglich vor ihm bestehen – Gott aber versetzt sie in einen Stand, der die Folgen des Sündenfalls vollständig aufhebt.
    - **Die Grundlage**: Jesus Christus. Bereits vor Grundlegung der Welt war das Lamm ohne Fehl zuvor erkannt (1. Petrus 1,19–20). Weil Gott seinen Sohn zum Opfer bestimmte, konnte er sein Volk „in ihm" erwählen und namentlich zur Heiligkeit berufen.

    **Vier Anwendungen**

    1. **Vertraue auf Christus** – wer noch unversöhnt ist, soll nicht grübeln, ob er erwählt sei, sondern glauben. Nach 2. Petrus 1,10 macht man Berufung und Erwählung fest durch Vertrauen auf Christus, nicht durch Werke, Frömmigkeit, Abstammung, Kirchenzugehörigkeit oder Taufe.
    2. **Strebe nach heiligem Leben** – der Einwand, Erwählung erlaube Zügellosigkeit, verkennt ihr Ziel. Was wir in Christus bereits sind, soll sichtbar werden: Sünde töten, den neuen Menschen anziehen (Kolosser 3,12).
    3. **Verwirf jeden Ruhm** – die Erwählung vernichtet Stolz und wirkt tiefe Demut, Dankbarkeit und Anbetung, denn niemand hat etwas dazu beigetragen.
    4. **Evangelisiere die Verlorenen** – gerade weil Gott ein Volk erwählt hat, wird das Evangelium verkündigt. Paulus, der größte Evangelist, erduldete alles „um der Auserwählten willen" (2. Timotheus 2,10). Diese Lehre befreit vom Überredungsdruck: Verkündigen ist unsere Aufgabe, Retten Gottes Werk.

    Die Predigt schließt mit Gebet – Dank für den ewigen Rettungsplan und Bitte, dass Gott auch heute Menschen zu sich ruft.
  • Allein aus Gnade - Bibeltreue Predigten der Evangelisch-Baptistischen Christusgemeinde

    Eine Einführung in den Epheserbrief (Epheser 1,1-2) - Richard Friesen

    02.08.2026 | 56 Min.
    ## Zusammenfassung

    Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel, schreibt an die Heiligen und Gläubigen in Ephesus und wünscht ihnen Gnade und Frieden, die allein durch Jesus Christus gegründet sind.

    ## Einzelheiten

    **Einführung in den Epheserbrief**
    Nach Abschluss des Predigerbuchs beginnt die Gemeinde das Studium des Epheserbriefs, der neben dem Römerbrief als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Briefe der Christenheit gilt. Die Kapitel 1–3 vermitteln tiefe theologische Wahrheiten (Indikative: was Gott in Christus getan hat und wer wir sind), die Kapitel 4–6 ziehen daraus praktische Lehren für Ehe, Kinder, Arbeit und Gesellschaft. Theologie ist somit Grundlage für ein heiliges Leben. Die Predigt behandelt einführend die ersten beiden Verse anhand dreier Punkte: Verfasser, Empfänger und Segen.

    **Der Verfasser: Paulus**
    Paulus verfasste rund die Hälfte der neutestamentlichen Briefe, unternahm drei Missionsreisen und starb schließlich als Märtyrer unter Nero. Trotz seiner überragenden Bedeutung bezeichnete er sich als geringsten aller Heiligen, geringsten Apostel und größten Sünder – gegründet in seiner Vergangenheit als Verfolger der Gemeinde, den Christus auf dem Weg nach Damaskus bekehrte. Dies gibt Hoffnung, dass Gott selbst die größten Sünder retten kann.

    **Das Apostelamt**
    Als „Apostel Christi Jesu durch Gottes Willen" betont Paulus seine gottgegebene Autorität. Ein Apostel ist ein Abgesandter Christi, der dessen Botschaft mit göttlicher Vollmacht verkündet. Christus selbst berief Paulus (er sah den Auferstandenen), der Vater wollte es, der Geist befähigte ihn. Deshalb ist das Wort göttlich autoritativ und bindend – es soll wie Gottes Wort aufgenommen werden, nicht als Menschenwort.

    **Die Empfänger: die Heiligen und Gläubigen**
    „Heilige" bedeutet nicht besondere Frömmigkeit, sondern durch Gottes Gnade gereinigte und für ihn abgesonderte Menschen. Wer sich Christ nennt, aber keinen Unterschied zur Welt lebt, ist kein Heiliger. Ephesus war eine Hochburg von Götzendienst (Artemis-Tempel), Zauberei und Unmoral – doch durch die schlichte Verkündigung des Evangeliums bewirkte Gott dort eine Erweckung (verbrannte Zauberbücher, Apostelgeschichte 19). Das gibt Hoffnung für jede dunkle Stadt heute. „Gläubig in Christus Jesus" meint das Vertrauen auf Person und Werk Jesu sowie die reale geistliche Verbindung mit ihm, durch die alle Privilegien Christi dem Gläubigen zugeschrieben werden.

    **Der Segen: Gnade und Friede**
    „Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus" fasst Anfang und Ende des Evangeliums zusammen. Gnade ist unverdiente Freundlichkeit Gottes, obwohl wir das Gegenteil verdient hätten; Friede bedeutet Wiedervereinigung nach Trennung. Beides ist allein durch Christus möglich, der am Kreuz den Zorn Gottes trug und so die Trennwand entfernte. Paulus' Wunsch: geöffnete Augen des Herzens, um zu erkennen, wer wir in Christus sind – Grundlage für ein Leben in Freude und Heiligkeit zur Ehre Gottes.
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    Schrecken und große Finsternis - Der Bund, den Gott allein garantiert (1. Mose 15,12-21) - Sebastian Thiesen

    29.07.2026 | 31 Min.
    #### Summary
    Gott legt Abraham in Schlaf, kündigt 400 Jahre Knechtschaft an und geht als Feuer allein durch die zerteilten Tiere – der Bund ruht ganz auf Gottes Treue, nicht auf Abrahams Tun.

    #### Details

    **Gott legt Abraham schlafen (V. 12)**
    Nach einem Tag voller eigener Aktivität – Tiere holen, zerteilen, Raubvögel verscheuchen – fällt bei Sonnenuntergang ein tiefer, von Gott gewirkter Schlaf auf Abraham. Dasselbe Wort beschreibt Adams Schlaf bei der Erschaffung Evas: Während der Mensch schläft, handelt Gott allein. Abraham soll beim wichtigsten Moment seines Lebens Empfangender sein, kein Mitwirkender – niemand soll je sagen, er habe zum Bund beigetragen. Schrecken und dichte Finsternis überfallen ihn, eine heilige Furcht, wie sie Menschen bei Gottes Nähe stets ergreift.

    **Gott redet in die Finsternis (V. 13–16)**
    In die Dunkelheit hinein spricht Gott ein schweres, aber ehrliches Wort: Abrahams Nachkommen werden 400 Jahre Fremdlinge und Unterdrückte sein. Doch die Knechtschaft ist eingerahmt von Gewissheit ("ganz gewiss sollst du wissen") und Gericht ("die Nation werde ich richten … sie ziehen aus mit großer Habe"). Der Weg zur Verheißung führt durch das Leid hindurch, nicht daran vorbei. Der Grund für das Warten: "Die Schuld der Amoriter ist noch nicht voll" – Gott zählt geduldig, aber nicht endlos. Sein Schweigen ist nicht Billigung, sondern offene Tür zur Umkehr. Zugleich gilt Abraham ein zärtliches Wort: Er wird in Frieden sterben, ohne die Erfüllung zu sehen.

    **Gott geht allein hindurch (V. 17)**
    In tiefster Finsternis erscheint ein rauchender Ofen und eine Feuerfackel, die zwischen den Stücken hindurchfahren. Jeremia 34 deutet diesen Ritus: Wer durch die zerteilten Tiere ging, sprach einen Selbstfluch über sich – "möge mir geschehen wie diesen Tieren, wenn ich den Bund breche". Doch hier geht nur einer hindurch: Gott selbst als Rauch und Feuer. Abraham schläft. Gott übernimmt allein die ganze Last, Verantwortung und den Fluch. Darum durfte Abraham schlafen – ein von ihm mitgarantierter Bund wäre nur so fest wie seine schwankende Treue; dieser Bund ist so sicher wie Gott selbst.

    **Gott bindet sich ans Land (V. 18–21)**
    Das hebräische "Karat Berit" heißt wörtlich "einen Bund schneiden" – besiegelt durch Tod und Zerschneiden, mit Blut und Messer. Gott verheißt dem besitzlosen Abraham das ganze Land vom Strom Ägyptens bis zum Euphrat. Die Liste der zehn Völker sind reale, mächtige Gegner – doch Gott nennt jeden beim Namen und hat sie alle im Voraus bedacht.

    **Fünf Erinnerungen**
    1. Deine Gewissheit steht auf Gottes Tun, nicht auf deinem Wachen.
    2. Der Weg der Verheißung führt oft durch die Finsternis.
    3. Verwechsle Gottes Geduld nicht mit Gleichgültigkeit.
    4. Deine "zehn Völker" sind bei Gott längst gezählt.
    5. Du darfst in Frieden gehen, auch ohne die Erfüllung zu sehen.

    **Der Blick auf Golgatha**
    Der gebrochene Bund – gebrochen von uns, den Bundesbrechern – fand seine Antwort am Kreuz. Wie über Abraham kam Finsternis über das Land, und in ihr wurde Gott selbst in seinem Sohn zerrissen. Christus trug den Bundesfluch, damit der Segen Abrahams zu uns kommt. Darum ruht die Gewissheit nicht auf Ofen und Fackel im Dunkeln, sondern auf dem leeren Grab am Morgen. Der, der allein durch die Stücke ging, ruft zur Umkehr, solange die Tür offen steht.
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    Fürchte Gott und halte seine Gebote (Prediger 12,13-14) - Richard Friesen

    26.07.2026 | 52 Min.
    ## Zusammenfassung

    Salomo fasst im Prediger sein ganzes Buch zusammen: Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn jeder Mensch wird eines Tages im gerechten, endgültigen Gericht Gottes Rechenschaft ablegen.

    ## Details

    **Der Kontext der Schlussverse (Prediger 12,13-14)**
    Wie eine Doktorarbeit oder eine gute Predigt endet Salomo sein Buch mit einer Zusammenfassung. Er zieht Bilanz über alle behandelten Lebensbereiche – Reichtum, Zeit, Weisheit, Jugend, Alter und Sterben – und bringt die „Hauptsumme aller Lehre" in einem einzigen Satz auf den Punkt: Ohne Gott findet der Mensch in allem nur Sinnlosigkeit, mit Blick auf Gott und Ewigkeit gewinnt das Leben Sinn.

    **Erstens – Wie du Gott fürchten sollst**
    Der Name „Elohim" (rund 2600 Mal im AT) drückt Macht, Größe, Herrlichkeit und Schrecken aus; Gott wird sogar „der Furchtbare" genannt (die Furcht Isaaks, Ps 111,9). Das hebräische Wort „fürchte" meint Schrecken, Entsetzen und Zittern. Diese Furcht zeigt sich dreifach: als Erschaudern vor Gottes Gericht (Adam nach dem Sündenfall), als ehrfürchtige Anbetung seiner Herrlichkeit (Jakob in Bethel) und als dankbare Hingabe wegen seiner Gnade (David, Ps 130,4). Definiert: die Wahrnehmung der Heiligkeit, Größe und Güte Gottes, ausgedrückt in Ehrfurcht, Staunen, Anbetung und Freude.

    **Zweitens – Wie sich die Furcht Gottes zeigen soll**
    Gottesfurcht und das Halten der Gebote sind zwei Seiten einer Medaille (Sprüche 14,2). Je größer die Furcht, desto heiliger das Leben. John Bunyan vergleicht es mit einem Kind, das seine liebevollen Eltern nicht kränken will. Josef floh vor Potiphars Frau, weil er nicht gegen Gott sündigen wollte. Auch das Neue Testament betont dies: „Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern" (Philipper), heilig leben „in der Furcht Gottes" (2. Korinther).

    **Drittens – Wer Gott fürchten soll**
    „Das ist der ganze Mensch" – das Gebot gilt jedem Menschen, der je gelebt hat, unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Alter. Doch der natürliche, gottlose Mensch fürchtet Gott nicht (Römer 3). Deshalb muss Gott selbst diese Furcht ins Herz pflanzen (Jeremia 32,40). Der Prediger ruft auf, zu Gott zu schreien und um diese Furcht zu bitten. Vier Wege, darin zu wachsen: täglich Gottes Wort lesen, regelmäßig beten (Ps 86,11), sich täglich um die Furcht bemühen (Sprüche 23,17) und Gemeinschaft mit Gottesfürchtigen pflegen (Ps 119,63).

    **Viertens – Wieso du Gott fürchten sollst**
    Weil jeder Mensch eines Tages vor Gott stehen und Rechenschaft ablegen wird (Hebräer 9,27). Das Gericht ist gewiss – Tag, Ort, Geladene und Richter (Jesus Christus) stehen fest. Es ist umfassend: alle Werke, Worte, Gedanken und verborgenen Motive werden offengelegt (Lukas 8,17). Es ist gerecht, weil Gott allwissend ist, und endgültig – das Urteil kann nie widerrufen werden. Diese Gewissheit soll uns motivieren, Gott zu fürchten und in seinen Wegen zu wandeln, denn nur so findet man in einer gefallenen Welt wahre Glückseligkeit.
  • Allein aus Gnade - Bibeltreue Predigten der Evangelisch-Baptistischen Christusgemeinde

    Lehrreiches aus der Geschichte Israels Teil 4 - Psalm 78,65-72 - Richard Friesen

    22.07.2026 | 33 Min.
    ## Zusammenfassung

    Gott wendet sich seinem widerspenstigen Volk aus freier Gnade wieder zu: Er richtet seine Feinde, erwählt Juda, baut sein Heiligtum und beruft David als Hirten – ein Bild auf Christus.

    ## Details

    **Kontext des Psalms.** Diese vierte Predigt zu Psalm 78 (Verse 65–72) schließt das Lehrgedicht Asaphs ab. Zuvor wurde gezeigt, wie widerspenstig, heuchlerisch und undankbar Israel gegenüber seinem rettenden und versorgenden Gott war, sodass Gott es zeitweise dem Schwert und Gericht preisgab. Die betrachteten Verse beschreiben nun die überraschende Wende: Gott selbst greift ein, um sein zerschlagenes Volk erneut zu retten.

    **Gott als der Handelnde.** Betont wird durchgehend, dass Gott allein agiert – die Personalpronomen zeigen es: Er schlug die Feinde, verwarf Josef, erwählte Juda, baute das Heiligtum, berief David. Nichts Gutes in Israel veranlasste diese Zuwendung; sie entsprang einzig Gottes souveränem, freiem Willen. Israel steht dabei als Bild für alle Gläubigen, die ebenfalls feindlich gesinnt und unfähig zur Selbstrettung waren.

    **Erstens: Gott richtet seine Feinde (V. 65–66).** In poetischer Sprache erwacht der Herr „wie ein Schlafender“ – ein Bild dafür, dass er sein Volk zeitweise dahingab. Nun schlägt er die fliehenden Feinde von hinten. Im Gegensatz zu Ephraim, das am Kampftag furchtsam umkehrte (V. 9), triumphiert Gott. In Christus wurden Tod, Satan und alle Mächte besiegt und öffentlich zur Schau gestellt (Kolosser 2,15).

    **Zweitens: Gott erwählt einen Stamm (V. 67–68).** Josef und Ephraim wurden trotz großer Ehre – Josua, Gideon, die Stiftshütte in Silo – verworfen, weil sie in Ungehorsam verharrten. Stattdessen erwählte Gott Juda und den Berg Zion, obwohl Juda nicht besser war. Schon Jakobs Segen (1. Mose 49,10) kündigte an, dass aus Juda der Friedefürst kommt. Verwerfung geschieht wegen Sünde, Errettung allein aus Gottes freier Gnadenwahl (Römer 9,15.18).

    **Drittens: Gott baut sich ein Heiligtum (V. 69).** Zwar errichtete Salomo den Tempel auf Zion, doch Gott selbst veranlasste und vollendete den Bau, majestätisch und unverrückbar wie die Erde. Der Tempel ist ein Sinnbild für das geistliche Heiligtum: die Gemeinde. Diese ist Gottes Haus, gegründet auf Christus als Eckstein (Epheser 2,21–22; 1. Timotheus 3,15), erbaut durch Sohn und Geist aus lebendigen Steinen – und unauflöslich für immer.

    **Viertens: Gott erwählt einen Hirten (V. 70–72).** Nicht David erhob sich selbst; Gott berief den unscheinbaren Hirtenjungen (1. Samuel 16,12), nachdem er ihn bei der Herde für seine Aufgabe geschult hatte. David führte Israel militärisch und geistlich auf seiner Höhe, „nach der Lauterkeit seines Herzens“, weil er ein Mann nach Gottes Herzen war – das Gegenteil des herzensfernen Volkes. Er ist ein Typus auf Jesus Christus, den wahren Hirten, der vor Grundlegung der Welt erwählt wurde (1. Petrus 1,20), sein Leben für die Schafe ließ, sie sammelt und keinen verliert.

    **Abschluss.** Der düstere Psalm endet hoffnungsvoll: Läge die Rettung an uns, gäbe es keine Chance – doch sie liegt an Gott. Weil er die Feinde besiegt, ein Volk erwählt, ein Haus gebaut und einen Hirten berufen hat, haben Gläubige Sicherheit und Gewissheit. Die Antwort darauf ist Anbetung, Dankbarkeit, das Ablegen der widerspenstigen Natur und das Wandeln auf Gottes Wegen.
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Die Evangelisch-Baptistische Christusgemeinde ist eine junge Gemeinde, um den Menschen im Remstal bei Stuttgart den Anschluss an eine bibeltreue Gemeinde zu ermöglichen und Gottes Wort zu verkündigen. Unser höchstes Ziel als Gemeinschaft ist es, für Gott zu leben, und Ihm durch unser Leben und durch unsere Gottesdienste die höchste Ehre zu bringen. Besuchen Sie gerne unseren Gottesdienst! Weitere Infos auf unserer Homepage: ebc-waiblingen.de
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