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Die Geldfrage

Dezernat Zukunft
Die Geldfrage
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32 Episoden

  • Die Geldfrage

    Klingbeils Reformrede und warum schnelles Sparen nicht funktioniert

    27.03.2026 | 28 Min.
    Lars Klingbeil hat bei der Bertelsmann Stiftung eine vielbeachtete Rede gehalten, über Reformen, den schwächelnden Arbeitsmarkt und den Bundeshaushalt. Philippa Sigl-Glöckner und Dr. Florian Schuster-Johnson rechnen die Reformvorschläge einmal durch.
    Beim Arbeitsmarkt macht Klingbeil konkrete Vorschläge:Ehegattensplitting abschaffen, Transferentzugsraten reformieren, mehr Anreize für Erwerbstätigkeit. Aber ab 2028 fehlen jährlich 60 bis 70 Milliarden Euro, und von den 76 Milliarden, über die der Bund noch frei verfügen kann, geht schon die Hälfte für Unternehmenssubventionen drauf. Was bleibt für Bildung, Kitas, Infrastruktur?
    Ob Mehrwertsteuer, Schuldenbremse oder neues Wirtschaftsmodell: Diese Folge zeigt, warum kurzfristige Lösungen das Problem oft vergrößern und was wirklich helfen würde.
    Das Wichtigste:
    Klingbeils Rede enthält echte Arbeitsmarktansätze –Ehegattensplitting abschaffen, Transferentzugsraten reformieren –, aber die Frage, in welche Jobs die Menschen gehen sollen, bleibt offen.
    Ab 2028 fehlen jährlich 60–70 Milliarden Euro im Bundeshaushalt – eine historisch einmalige Lücke, die sich weder durch Rasenmäherkürzen noch durch eine Mehrwertsteuererhöhung nachhaltig schließenlässt.
    Von den 76 Milliarden Euro disponiblem Spielraum fließt bereits über die Hälfte in Unternehmenssubventionen, vor allem Strompreishilfen – für Bildung, Kitas und Integrationskurse bleibt kaum Raum.
    Echter Haushaltsausgleich braucht mindestens fünf bis zehn Jahre: Subventionen strukturell abbauen, gleichzeitig in Menschen investieren, auch wenn das kurzfristig erst Geld kostet.
    Österreich zeigt, wie eine Reform der Schuldenbremse hin zu einem mittelfristigen Finanzpfad nach EU-Vorbild funktionieren kann – und Deutschland könnte davon lernen.
    Zum Nachlesen/Nachhören:
    Der erwähnte Geldbrief des Dezernat Zukunft zur Mehrwertsteuer „Droht jetzt die Mehrwertsteuererhöhung?“
    Die Rede von Lars Klingbeil bei der Bertelsmann Stiftung
    Der Bundeshaushaltsmonitor ist ab 31.03. auf https://dezernatzukunft.org zu finden.
  • Die Geldfrage

    Inflationsschock durch Iran-Krieg?

    06.03.2026 | 30 Min.
    Droht der Welt die nächste Energiekrise? Nach dem US-Angriff auf den Iran ist die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl und Flüssiggas – faktisch geschlossen. Tanker fahren kaum noch durch die Meerenge, weil Versicherer den Schutz für Schiffe ausgesetzt haben. Gleichzeitig hat der Iran eine zentrale LNG-Anlage in Katar getroffen.
    Philippa Sigl-Glöckner spricht mit Janek Steitz darüber, was diese Eskalation für die globalen Energiemärkte bedeutet – und wann auch in Deutschland die Preise steigen.
    Das Wichtigste:
    Da die globalen LNG-Märkte kaum Überkapazitäten haben, ist der Gaspreis deutlich empfindlicher: Er stieg in der letzten Woche um etwa 50 Prozent, während der Ölpreis um etwa 20 Prozent zulegte.
    Besonders betroffen ist Asien, das den Großteil des LNG aus der Golfregion importiert. Jetzt entsteht ein globales Wettbieten um alternative Gaslieferungen.
    Deutschlands Gasspeicher sind aktuell nur zu 20 Prozent gefüllt. Dass das Gas kurzfristig knapp wird, ist dennoch unwahrscheinlich – nicht zuletzt aufgrund des milden Wetters.
    Infolge der Energiekrise könnte vieles teurer werden: Je nach Dauer des Krieges droht dem Euro-Raum ein Inflationsschock von bis zu 2 Prozentpunkten.
    Zum Nachlesen:
    Studie des Dezernat Zukunft „Europe’s Trump Cards“
    Geldbrief des Dezernat Zukunft „US-Iran-Krieg– Inflationsschock in der EU von 2 Prozentpunkten möglich“
    Faktenblatt zur Straße von Hormus der IEA
    Guardian-Artikel über die Schiffsversicherer
    Artikel von History Today „The First Tanker War with Iran”
    Übersicht Gasspeicher
    Die in der Folge erwähnte Schriftliche Anfrage an die Bundesregierung
  • Die Geldfrage

    Europas Trümpfe gegen Trump

    20.02.2026 | 54 Min.
    In der 30. Folge von „Die Geldfrage“ diskutiert Philippa Sigl-Glöckner mit ihren Kollegen Janek Steitz und Dr. Maximilian Paleschke über die Machtposition Europas. Während die USA unter Trump 2.0 oft als übermächtig wahrgenommen werden, zeigt unsere Analyse: Europa hat handfeste Hebel – von der Energieversorgung bis hin zu kritischen Industriekomponenten.
    Das Wichtigste:
    Kein zweites Russland-Szenario: Die Abhängigkeit von US-Flüssiggas (LNG) ist nicht mit der früheren Abhängigkeit von russischem Pipeline-Gas vergleichbar. Der globale Markt wird liquider und flexibler, was Europa ermöglicht, im Notfall leichter auf Alternativen auszuweichen.
    Industrielle Abhängigkeiten: Europa hält technologische Schlüsselpositionen. Ein Beispiel sind Gasturbinen von Siemens Energy, die für den Ausbau amerikanischer KI-Rechenzentren unverzichtbar sind. Exportbeschränkungen könnten dort massiven wirtschaftlichen Schaden anrichten, der die Kosten für Europa bei weitem übersteigt.
    Die Macht der Märkte: US-Tech-Giganten hängen stark von den Gewinnen ab, die sie in Europa machen. Da diese Unternehmen einen massiven Anteil an den Rentensparplänen (401k) der US-Bevölkerung ausmachen, würde eine restriktive europäische Position direkt die Altersvorsorge amerikanischer Wähler:innen treffen.
    Strategische Vorbereitung: Um diese Trümpfe gegen Trump auszuspielen, muss Europa das „Anti-Coercion Instrument“ (ACI) schärfen. Die Mitgliedstaaten müssen jetzt klären, wie sie entstehende Lasten teilen, damit nationales Klein-Klein die europäische Handlungsfähigkeit im Ernstfall nicht blockiert.
    Zum Nachlesen:
    Studie des Dezernat Zukunft: Europe’s Trump Cards
    Geldbrief: Europas Trümpfe gegen Trump
  • Die Geldfrage

    Kanonen, Butter und Schulden: Wer bezahlt die Aufrüstung?

    06.02.2026 | 38 Min.
    Fast jeder dritte Euro im Bundeshaushalt könnte bald in die Verteidigung fließen. Wer zahlt das und was bedeutet das für Schulden, Steuern und Sozialausgaben? Philippa Sigl-Glöckner spricht mit Prof. Dr. Christoph Trebesch vom IfW Kiel darüber, wie Aufrüstung und Kriege seit 1870 finanziert wurden.
    Das Wichtigste:
    Historisch werden Aufrüstungsphasen selten durch Kürzungen bei Sozialausgaben finanziert – sondern kurzfristig über Schulden.
    Mittel- und langfristig führt dies zu erheblichen Steuererhöhungen, wobei vor allem Einkommen- und Konsumsteuern steigen – gezielte „Reichensteuern“ spielen nur eine kleine Rolle.
    Anders als im Krieg hat Aufrüstung in Friedenszeiten nur einen geringen Effekt auf Konsum und Inflation.
    Entscheidend für die Tragfähigkeit hoher Verteidigungsausgaben bleibt langfristig das Wirtschaftswachstum – und damit Investitionen in Bildung, Forschung und Innovation.
    Zum Nachlesen:
    Studie von Johannes Marzian & Prof. Dr. Christoph Trebesch „Guns and Butter: The Fiscal Consequences of Rearmament and War”
  • Die Geldfrage

    5-Milliarden-Euro-Chance für den Sozialstaat

    28.01.2026 | 31 Min.
    Die Vorschläge zur Sozialstaatsreform liegen auf dem Tisch. Sie können bis zu 5 Milliarden Euro Spielraum im Haushalt bringen. Philippa Sigl-Glöckner und Saskia Gottschalk schauen genau hin: Wo könnte der Vorschlag Arbeitsanreize setzen, wo entstehen Probleme und wie steht der öffentliche Haushalt unterm Strich da?
    Das Wichtigste:
    Die Sozialstaatskommission schlägt vor, mehrere Leistungen zu einer einheitlichen Grundsicherung zusammenzuführen und die Anrechnungsregeln zu vereinfachen, sodass sich Mehrarbeit bei höheren Einkommen spürbar lohnt.
    Das aktuelle Zusammenspiel aus Bürgergeld, Wohngeld und Kinderzuschlag führt zu Fehlanreizen, bei denen Menschen trotz höherem Einkommen am Ende weniger Geld haben können, was die Reform gezielt beenden soll.
    Die Reform könnte 100.000 bis 150.000 zusätzliche Vollzeitäquivalente schaffen und jährliche Mehreinnahmen von rund vier bis fünf Milliarden Euro bringen.
    Studien zeigen, dass Investitionen in Qualifizierung, Kinderbetreuung und individuelle Unterstützung entscheidend sind, um mehr Menschen dauerhaft in Arbeit zu bringen.
    Zum Nachlesen:
    Studie des Dezernat Zukunft zu den Vorschlägen der Sozialstaatskommission „5 Milliarden Spielraum im Sozialstaat gewinnen“

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Über Die Geldfrage

Die Geldfrage – Der Podcast des Dezernat Zukunft „Die Geldfrage“ beginnt dort, wo Polit-Talkshows meist enden – bei den entscheidenden Fragen rund ums Geld. Wir erklären, kommentieren und ordnen ein: Wie finanziert sich der Staat? Wofür gibt er wie viel aus? Klar, verständlich und auf den Punkt. Für alle, die Finanzpolitik wollen. Ein Podcast vom Dezernat Zukunft. Für Fragen oder Feedback schreibt an [email protected]
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Generated: 3/30/2026 - 11:39:36 AM