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Die Geldfrage

Dezernat Zukunft
Die Geldfrage
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  • Die Geldfrage

    Können die USA es sich leisten, Europa bei KI auszusperren?

    23.06.2026 | 53 Min.
    Die USA haben Europa den Zugang zu Claude Mythos, dem leistungsstärksten Modell von Anthropic, gesperrt. Philippa Sigl-Glöckner spricht mit Paul Görlich vom Dezernat Zukunft darüber, ob ein vollständiger KI-Abschnitt Europas realistisch ist und was das Szenario "Europe 2031", ein vielbeachtetes Zukunftsbild einer Gruppe von KI-Experten, richtig und falsch einschätzt.
    Das Wichtigste:
    Die US-Hyperscaler planen bis 2031 ungefähr 5,2 Billionen Dollar Investitionsausgaben in KI-Infrastruktur. Allein 2026 werden rund 700 Milliarden Dollar ausgegeben, ungefähr dreimal so viel wie das gesamte Apollo-Programm. Wer Europa ausschließt, kann diesen Ausbau nicht refinanzieren.
    Ein vollständiger Abschnitt Europas wäre für die US-Labs ein doppeltes Eigentor: Er würde den Markt kampflos an chinesische Open-Source-Modelle übergeben, die bereits heute nur ungefähr vier bis sechs Monate hinter den amerikanischen Frontier-Modellen liegen.
    Europa hat kein eigenes Frontier-Modell und keinen Chip-Hersteller auf NVIDIA-Niveau. Dafür hält es einen entscheidenden Hebel weiter oben in der Wertschöpfungskette: ASML und sein Exzellenzcluster aus deutschen Zulieferern wie Trumpf und Zeiss produzieren die einzigen Maschinen der Welt, mit denen Chips der neuesten Generation hergestellt werden können.
    Die EU plant 20 Milliarden Euro für große Datenzentren, die europäische Grundlagenmodelle trainieren sollen. Das Geld wäre besser in Infrastruktur investiert, die KI-Modelle laufen lässt statt sie zu trainieren, und in die Breitenadoption von KI im Mittelstand.
    Zum Nachlesen/Anschauen:
    Programm der EMPN Conference (Link zum Stream auf LinkedIn, auf X vormittags (9:30–13:30 CEST) und auf X nachmittags (14:00–18:00 CEST))
    Europe 2031 Projekt
    KI-Modellpreise
    Adoption Index und Ausgaben für die USA
    China & KI im High Capacity Podcast
  • Die Geldfrage

    Fantastisches Energiekapital und wo es zu finden ist

    04.06.2026 | 48 Min.
    Ein Drittel der Stromkosten entsteht im Verteilnetz. Und das steht unter Druck: Solarstrom fließt dezentral ein, E-Autos laden, Wärmepumpen ersetzen Gas. Die rund 900 deutschen Energieversorgungsunternehmen müssen bis 2045 rund 647 Milliarden Euro in Strom- und Wärmenetze investieren. Doch vielen kommunalen Stadtwerken fehlt dafür das Eigenkapital. Die Lücke, die sich nicht aus eigener Kraft schließen lässt, beträgt 13 Milliarden Euro bis 2035.
    Philippa Sigl-Glöckner spricht mit Mediha Inan vom Dezernat Zukunft und Johanna Bronisch von Neon Neue Energieökonomik. Sie erklären, warum die Lösung in einer Art Zahlenmagie liegt: Hybridkapital, das beim Stadtwerk wie Eigenkapital wirkt, kommunale Haushalte aber wie ein Kredit belastet. Hannover zeigt, wie das in der Praxis geht. Die Stadt hat der enercity AG 700 Millionen Euro als Konzernkredit bereitgestellt und damit Investitionen von 3,5 Milliarden Euro ermöglicht. Was fehlt, ist ein bundesweiter Rahmen aus Kommunalkrediten, Landesbürgschaften und einer Bundesrückbürgschaft über den Deutschlandfonds.
    Das Wichtigste:
    Rund 900 EVU brauchen bis 2045 rund 647 Mrd. Euro für den Netzausbau. 13 Mrd. Euro Eigenkapital lassen sich nicht aus eigener Kraft aufbringen, vor allem bei kommunalen Stadtwerken.
    Das Verteilnetz hat über 800 Betreiber. Die Struktur ist historisch gewachsen, kaum koordiniert und digitalisiert.
    Hybridkapital ist der Ausweg: Nachrangige Konzernkredite stärken die Kreditwürdigkeit der Stadtwerke, ohne kommunale Haushalte direkt zu belasten.
    Gebraucht wird ein „Deutschland-Standard": Kommunen als Kreditgeber, Länder als Bürgen, der Bund als Rückversicherer über den Deutschlandfonds.
    Zum Nachlesen/Nachhören:
    Die gemeinsame Studie von Agora Energiewende, Stiftung Klimaneutralität und Dezernat Zukunft „Eigenkapitalfür die Energiewende“
    Das Webinar von Agora Energiewende, Stiftung Klimaneutralität und Dezernat Zukunft. Es wird die Studie vorgestellt und mit Expert:innen aus der Praxis darüber diskutiert.
    Das Projekt Grids & Benefits zeigt, dass dynamische Netzentgelte ein wirksames Instrument sind.
    Hier wird die Situation der bayerischen Bauern erklärt.
    Die Geschichte der Stromnetze
  • Die Geldfrage

    Die neuen Eckwerte: Zwei Haushalte in einem

    29.04.2026 | 30 Min.
    Heute hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil die Eckwerte des Bundeshaushalts 2027 vorgestellt. Die Ausgaben sind 36 Milliarden Euro höher als zuletzt geplant, und trotzdem soll irgendwie gespart werden. Wie passt das zusammen?
    Philippa Sigl-Glöckner und  Dr. Florian Schuster-Johnson analysieren, was die Zahlen bedeuten, wo getrickst wird und welche Risiken bleiben.

    Das Wichtigste:
    Trotz einer Haushaltslücke von 36 Milliarden Euro steigen die geplanten Ausgaben auf rund 540 Milliarden. Ein Teil der Lücke wird durch pauschale Einsparungen von einem Prozent pro Ministerium und technische Kniffe bei der Schuldenbremse gestopft.
    Im Haushalt gibt es gerade zwei Welten: eine, in der plötzlich alles finanziert wird: Verteidigung bekommt weitere Milliarden, in das das THW wird investiert, Stromsubventionen steigen; und eine andere, in der das Geld so knapp ist, dass der Bund die Kosten für Weiterbildung kurzerhand in den Haushalt der Bundesagentur für Arbeit verschiebt.
    Die Finanzplanung setzt stark auf Optimismus: 3 Milliarden Euro an Effizienzgewinnen im Digitalministerium und globale Mehreinnahmen sind bisher vage Versprechen ohne konkrete Maßnahmen.
    Langfristig drohen größere Lücken. Es braucht eine bessere Priorisierung statt Rasenmäher-Kürzungen.

    Zum Nachlesen:
    Die Eckwerte zum Bundeshaushalt 2027
    Der Military Procurement Tracker des Kiel Instituts
    Der Bericht der Bundesagentur für Arbeit zu Herausforderungen für junge Menschen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
  • Die Geldfrage

    Chinas massiver Vorsprung: Roboter-Revolution in den Fabriken

    17.04.2026 | 1 Std. 1 Min.
    Mehr Roboter, weniger Menschen und Automatisierung in Rekordzeit: Ein Blick nach China zeigt, wie sich die industrielle Produktion gerade verändert.
    Gemeinsam mit Tech-Investor Andreas Fischer spricht Philippa Sigl-Glöckner über dessen Reise durch chinesische Fabriken und die Frage, was die dortigen Entwicklungen für den Technologiestandort Deutschland bedeuten.
    Das Wichtigste:
    In chinesischen Fabriken wird die Automatisierung massiv vorangetrieben. Mittelfristig könnte 30 bis 50 Prozent der Fertigungsarbeit durch Roboter ersetzt werden.
    Dabei setzt China vor allem auf Cobots, also kollaborative Roboter. Diese können direkt mit Menschen zusammenarbeiten und rentieren sich häufig schon nach wenigen Monaten.
    Die rasante Entwicklung stellt nicht nur China vor gesellschaftliche Herausforderungen. Eine entscheidende Frage: Nehmen die Roboter uns Arbeit ab oder weg?
    Für Deutschland gilt: Um im Wettbewerb mitzuhalten, müssen technologische Innovationen schneller skaliert und besser kommerzialisiert werden.
    Zum Nachlesen:
    John Maynard Keynes: Economic Possibilities for our Grandchildren
    Die Studie von Frey und Osborne: The Future of Employment
    Leseempfehlung von Andreas Fischer: Works in Progress
    America’s Seed Fund
    Studie über den Einsatz von Cobots
  • Die Geldfrage

    Waffenruhe im Iran? Unsicherheit und Inflationsdruck bleiben

    08.04.2026 | 40 Min.
    Die USA und Iran haben sich auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt. Was ist davon zu halten und wie entwickeln sich jetzt die Preise? Philippa Sigl-Glöckner und Janek Steitz analysieren, wie stabil die Lage ist, warum die Märkte optimistisch sind und welche Risiken für Europa bestehen.
    Das Wichtigste:
    Der Waffenstillstand ist fragil: Beide Seiten halten an ihren Maximalpositionen fest. Ein Ende des Konflikts ist nicht absehbar.
    Auch wenn die Energiepreise jetzt fallen – das Preisniveau bleibt hoch und könnte die Inflation weiter antreiben.
    Selbst im besten Fall droht zusätzliche Inflation, die Wachstum und Wohlstand gefährden kann.
    Europa ist verwundbar: Wir sind abhängig von Öl- und Gasimporten und spüren höhere Energiepreise sofort.
    Aber: Durch konsequente Elektrifizierung, den Ausbau der Erneuerbaren und mehr Speicherkapazitäten kann man sich von fossilen Energien unabhängig machen und Inflation mittelfristig abfedern.
    Zum Nachlesen:
    Geldbrief des Dezernat Zukunft zum Irankrieg von Anfang März
    Geldbrief des Dezernat Zukunft über Preisbildung
Weitere Nachrichten Podcasts
Über Die Geldfrage
Die Geldfrage – Der Podcast des Dezernat Zukunft „Die Geldfrage“ beginnt dort, wo Polit-Talkshows meist enden – bei den entscheidenden Fragen rund ums Geld. Wir erklären, kommentieren und ordnen ein: Wie finanziert sich der Staat? Wofür gibt er wie viel aus? Klar, verständlich und auf den Punkt. Für alle, die Finanzpolitik wollen. Ein Podcast vom Dezernat Zukunft. Für Fragen oder Feedback schreibt an info@dezernatzukunft.org
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