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Die Geldfrage

Dezernat Zukunft
Die Geldfrage
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36 Episoden

  • Die Geldfrage

    Die neuen Eckwerte: Zwei Haushalte in einem

    29.04.2026 | 30 Min.
    Heute hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil die Eckwerte des Bundeshaushalts 2027 vorgestellt. Die Ausgaben sind 36 Milliarden Euro höher als zuletzt geplant, und trotzdem soll irgendwie gespart werden. Wie passt das zusammen?
    Philippa Sigl-Glöckner und  Dr. Florian Schuster-Johnson analysieren, was die Zahlen bedeuten, wo getrickst wird und welche Risiken bleiben.

    Das Wichtigste:
    Trotz einer Haushaltslücke von 36 Milliarden Euro steigen die geplanten Ausgaben auf rund 540 Milliarden. Ein Teil der Lücke wird durch pauschale Einsparungen von einem Prozent pro Ministerium und technische Kniffe bei der Schuldenbremse gestopft.
    Im Haushalt gibt es gerade zwei Welten: eine, in der plötzlich alles finanziert wird: Verteidigung bekommt weitere Milliarden, in das das THW wird investiert, Stromsubventionen steigen; und eine andere, in der das Geld so knapp ist, dass der Bund die Kosten für Weiterbildung kurzerhand in den Haushalt der Bundesagentur für Arbeit verschiebt.
    Die Finanzplanung setzt stark auf Optimismus: 3 Milliarden Euro an Effizienzgewinnen im Digitalministerium und globale Mehreinnahmen sind bisher vage Versprechen ohne konkrete Maßnahmen.
    Langfristig drohen größere Lücken. Es braucht eine bessere Priorisierung statt Rasenmäher-Kürzungen.

    Zum Nachlesen:
    Die Eckwerte zum Bundeshaushalt 2027
    Der Military Procurement Tracker des Kiel Instituts
    Der Bericht der Bundesagentur für Arbeit zu Herausforderungen für junge Menschen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
  • Die Geldfrage

    Chinas massiver Vorsprung: Roboter-Revolution in den Fabriken

    17.04.2026 | 1 Std. 1 Min.
    Mehr Roboter, weniger Menschen und Automatisierung in Rekordzeit: Ein Blick nach China zeigt, wie sich die industrielle Produktion gerade verändert.
    Gemeinsam mit Tech-Investor Andreas Fischer spricht Philippa Sigl-Glöckner über dessen Reise durch chinesische Fabriken und die Frage, was die dortigen Entwicklungen für den Technologiestandort Deutschland bedeuten.
    Das Wichtigste:
    In chinesischen Fabriken wird die Automatisierung massiv vorangetrieben. Mittelfristig könnte 30 bis 50 Prozent der Fertigungsarbeit durch Roboter ersetzt werden.
    Dabei setzt China vor allem auf Cobots, also kollaborative Roboter. Diese können direkt mit Menschen zusammenarbeiten und rentieren sich häufig schon nach wenigen Monaten.
    Die rasante Entwicklung stellt nicht nur China vor gesellschaftliche Herausforderungen. Eine entscheidende Frage: Nehmen die Roboter uns Arbeit ab oder weg?
    Für Deutschland gilt: Um im Wettbewerb mitzuhalten, müssen technologische Innovationen schneller skaliert und besser kommerzialisiert werden.
    Zum Nachlesen:
    John Maynard Keynes: Economic Possibilities for our Grandchildren
    Die Studie von Frey und Osborne: The Future of Employment
    Leseempfehlung von Andreas Fischer: Works in Progress
    America’s Seed Fund
    Studie über den Einsatz von Cobots
  • Die Geldfrage

    Waffenruhe im Iran? Unsicherheit und Inflationsdruck bleiben

    08.04.2026 | 40 Min.
    Die USA und Iran haben sich auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt. Was ist davon zu halten und wie entwickeln sich jetzt die Preise? Philippa Sigl-Glöckner und Janek Steitz analysieren, wie stabil die Lage ist, warum die Märkte optimistisch sind und welche Risiken für Europa bestehen.
    Das Wichtigste:
    Der Waffenstillstand ist fragil: Beide Seiten halten an ihren Maximalpositionen fest. Ein Ende des Konflikts ist nicht absehbar.
    Auch wenn die Energiepreise jetzt fallen – das Preisniveau bleibt hoch und könnte die Inflation weiter antreiben.
    Selbst im besten Fall droht zusätzliche Inflation, die Wachstum und Wohlstand gefährden kann.
    Europa ist verwundbar: Wir sind abhängig von Öl- und Gasimporten und spüren höhere Energiepreise sofort.
    Aber: Durch konsequente Elektrifizierung, den Ausbau der Erneuerbaren und mehr Speicherkapazitäten kann man sich von fossilen Energien unabhängig machen und Inflation mittelfristig abfedern.
    Zum Nachlesen:
    Geldbrief des Dezernat Zukunft zum Irankrieg von Anfang März
    Geldbrief des Dezernat Zukunft über Preisbildung
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    Clusterfuck Wohnungspolitik

    31.03.2026 | 22 Min.
    Jedes Jahr gibt der Staat rund 30 Milliarden Euro für Wohnen aus und trotzdem wird es immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Wie passt das zusammen?
    Darüber spricht Philippa Sigl-Glöckner mit Sara Schulte. Gemeinsam klären sie, wie die deutsche Wohnungspolitik heute funktioniert, warum ein Großteil der Mittel gar nicht in neuen Wohnraum fließt und wie politische Entscheidungen der 2000er Jahre die aktuelle Lage geprägt haben.
    Das Wichtigste:
    Rund 80 Prozent der staatlichen Ausgaben fließen in die Subjektförderung – also in Wohngeld und die Übernahme von Mieten. Nur 20 Prozent bleiben für die Objektförderung, welche Bau, Erwerb und Modernisierung von Wohnraum unterstützt.
    Bis Anfang der 2000er Jahre war das Verhältnis von Subjekt- und Objektförderung noch umgekehrt. Seitdem wurde der soziale Wohnungsbau stark zurückgefahren, während die Hartz-Reformen mit den Kosten der Unterkunft ein neues Instrument der Subjektförderung schufen.
    Wenn der Staat Wohnkosten übernimmt, treibt das die Mieten weiter nach oben – besonders in ohnehin angespannten Wohnungsmärkten. So fördert man sich in eine wohnpolitische Zwickmühle.
    Eine Reduktion der Subjektförderung ist nicht ohne Weiteres möglich. Echte Entlastung lässt sich nur langfristig erreichen: Es braucht höhere Investitionen in den Wohnungsbau, auch wenn das kurzfristig zusätzliche Mittel erfordert.
    Zum Nachlesen:
    Hier der erwähnte Artikel der Zeit über die Studie
    Studie des Dezernat Zukunft „Eine kurze Fiskalgeschichte der deutschen Wohnungspolitik“
    Der Bundeshaushaltsmonitor des Dezernat Zukunft
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    Klingbeils Reformrede und warum schnelles Sparen nicht funktioniert

    27.03.2026 | 28 Min.
    Lars Klingbeil hat bei der Bertelsmann Stiftung eine vielbeachtete Rede gehalten, über Reformen, den schwächelnden Arbeitsmarkt und den Bundeshaushalt. Philippa Sigl-Glöckner und Dr. Florian Schuster-Johnson rechnen die Reformvorschläge einmal durch.
    Beim Arbeitsmarkt macht Klingbeil konkrete Vorschläge:Ehegattensplitting abschaffen, Transferentzugsraten reformieren, mehr Anreize für Erwerbstätigkeit. Aber ab 2028 fehlen jährlich 60 bis 70 Milliarden Euro, und von den 76 Milliarden, über die der Bund noch frei verfügen kann, geht schon die Hälfte für Unternehmenssubventionen drauf. Was bleibt für Bildung, Kitas, Infrastruktur?
    Ob Mehrwertsteuer, Schuldenbremse oder neues Wirtschaftsmodell: Diese Folge zeigt, warum kurzfristige Lösungen das Problem oft vergrößern und was wirklich helfen würde.
    Das Wichtigste:
    Klingbeils Rede enthält echte Arbeitsmarktansätze –Ehegattensplitting abschaffen, Transferentzugsraten reformieren –, aber die Frage, in welche Jobs die Menschen gehen sollen, bleibt offen.
    Ab 2028 fehlen jährlich 60–70 Milliarden Euro im Bundeshaushalt – eine historisch einmalige Lücke, die sich weder durch Rasenmäherkürzen noch durch eine Mehrwertsteuererhöhung nachhaltig schließenlässt.
    Von den 76 Milliarden Euro disponiblem Spielraum fließt bereits über die Hälfte in Unternehmenssubventionen, vor allem Strompreishilfen – für Bildung, Kitas und Integrationskurse bleibt kaum Raum.
    Echter Haushaltsausgleich braucht mindestens fünf bis zehn Jahre: Subventionen strukturell abbauen, gleichzeitig in Menschen investieren, auch wenn das kurzfristig erst Geld kostet.
    Österreich zeigt, wie eine Reform der Schuldenbremse hin zu einem mittelfristigen Finanzpfad nach EU-Vorbild funktionieren kann – und Deutschland könnte davon lernen.
    Zum Nachlesen/Nachhören:
    Der erwähnte Geldbrief des Dezernat Zukunft zur Mehrwertsteuer „Droht jetzt die Mehrwertsteuererhöhung?“
    Die Rede von Lars Klingbeil bei der Bertelsmann Stiftung
    Der Bundeshaushaltsmonitor ist ab 31.03. auf https://dezernatzukunft.org zu finden.

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Über Die Geldfrage

Die Geldfrage – Der Podcast des Dezernat Zukunft „Die Geldfrage“ beginnt dort, wo Polit-Talkshows meist enden – bei den entscheidenden Fragen rund ums Geld. Wir erklären, kommentieren und ordnen ein: Wie finanziert sich der Staat? Wofür gibt er wie viel aus? Klar, verständlich und auf den Punkt. Für alle, die Finanzpolitik wollen. Ein Podcast vom Dezernat Zukunft. Für Fragen oder Feedback schreibt an [email protected]
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