Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 05. Dezember 2025, Rohatsu-Sesshin, Wilhelmsaue
„Es ist sehr gut denkbar, dass die Herrlichkeit des Lebens um jeden und immer in ihrer ganzen Fülle bereitliegt, aber verhängt, in der Tiefe unsichtbar, sehr weit. Aber sie liegt dort, nicht feindselig, nicht widerwillig, nicht taub. Ruft man sie mit dem richtigen Wort, beim rechten Namen, dann kommt sie.“
Diese Zeilen Franz Kafkas stellt Bernd seinem Vortrag voran, und nähert sich so den Themen der vergangenen zwei Tage des Sesshins erneut. Sujata lehrte Siddharta im entscheidenden Moment liebevolle Zuwendung. Er widerrief die vergangenen sechs Jahre des Praktizierens, in denen er versuchte, die leidvolle Existenz zu überschreiten. In den sieben Tagen nach der Begegnung mit Sujata begann er eine neue Praxis zu erfinden, in der er nichts mehr zu ändern suchte, sondern sich in Offenheit übte für das, was ist. Nachdem Mara seine Macht verlor, zeigte sich die Welt von selbst in ihrer Herrlichkeit. Die Einsicht in wechselseitiges Entstehen stellte sich ein, und immer subtilere Schichten des Karma lösten sich. Bernd geht in diesem Vortrag besonders auf das Ruhen im Feld des Geistes als die Praxis ein, die der Buddha in sieben Tagen erfand.
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