Vor 250 Jahren haben sie sich losgesagt von einem König, den sie als Tyrannen empfanden. Sie haben ihre Unabhängigkeit erklärt, um politisch selbst zu bestimmen - über ihr Leben, ihre Freiheit und ihr Streben nach Glück. 13 englische Kolonien, aus denen dann die Vereinigten Staaten von Amerika hervorgingen. In den zweieinhalb Jahrhunderten danach haben die USA viel Wertvolles geschaffen bei sich und in anderen Teilen der Welt: Ein demokratisches System, viel wirtschaftlichen Reichtum und einen unverwechselbaren „way of life“. Nicht alle in und außerhalb der USA sind damit glücklich und frei geworden. Die indigene Bevölkerung, deren Geschichte viel weiter zurückreicht als schlappe 250 Jahre, wurde vertrieben und unterdrückt. Die Ahnen der heutigen afroamerikanischen Bevölkerung wurden versklavt und auch viele ihrer Nachfahren wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Fortschritte und Rückschläge haben die USA politisch und gesellschaftlich auf Gipfel und an Abgründe geführt. Unter ihrem jetzigen Präsidenten sollen sie nun „wieder groß“ und an erster Stelle stehen. Bei den einen ruft das so viel Jubel hervor wie vor 250 Jahren die Erklärung der Unabhängigkeit. Aber die anderen sehen ihre Freiheit und ihre Demokratie von einem „Tyrannen“ bedroht, und sie wehren sich dagegen - wie vor 250 Jahren bei der Erklärung der Unabhängigkeit. Was ist das für eine Nation, die nun mit Ecken und Kanten ihren runden Geburtstag feiert? Und was bräuchte sie auf ihrem Gabentisch, damit endlich mal alle mitfeiern können?
Moderator Oliver Glaap spricht darüber mit der US-amerikanischen Journalistin und Podcasterin Jiffer Bourguignon, der deutsch-US-amerikanischen Politologin Cathryn Clüver Ashbrook (Bertelsmann-Stiftung), der Wirtschaftswissenschaftlerin Ulrike Malmendier (University of California) und dem Ethnologen Markus Lindner (Uni Frankfurt).
Podcast-Tipp: Amerika, wir müssen reden!
Ingo Zamperoni ist mit der US-Amerikanerin Jiffer Bourguignon verheiratet. Der Moderator der tagesthemen und die US-Journalistin haben Familie und viele Freunde in den Staaten, die sich ideologisch immer mehr voneinander entfernen. Das Rekord-Tempo und die weitreichenden Umbrüche, mit denen US-Präsident Donald Trump gerade die amerikanische Demokratie auf den Kopf stellt, betreffen die beiden daher persönlich. Ingo und Jiffer beobachten und analysieren die aktuellen Entwicklungen in der US-Politik und welche Auswirkungen sie auch auf uns in Deutschland und Europa haben. Der Podcast erscheint jede Woche neu.
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