Über Rechts – Der Podcast
Sebastian Friedrich & Nils Schniederjann

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Was Orbáns Scheitern über die Strategie der AfD verrät | Márton Békés: Nationaler Block (Kaderschmiede)
02.08.2026 | 7 Min.This is a free preview of a paid episode. To hear more, visit www.ueberrechts.de
Lange galt Viktor Orbán der deutschen Rechten als großes Vorbild. Mithilfe staatlicher Macht baute er gemeinsam mit seiner Fidesz-Partei Medien, Kultur und politische Institutionen um. Der ungarische Intellektuelle Márton Békés erklärte 2023 in seinem Buch „Nationaler Block“, warum dieses Projekt aus seiner Sicht eine dauerhafte rechte Hegemonie geschaffen habe. Der Jung-Europa-Verlag empfahl das Buch der AfD ausdrücklich als strategische Lektüre.
Békés beschreibt Orbáns Machtübernahme nicht als gewöhnlichen Regierungswechsel, sondern als Aufbau eines neuen „nationalen Blocks“ – angelehnt an Antonio Gramscis Begriff des historischen Blocks. Dabei betreibt Békés keinen typischen Gramscianismus von rechts. Vielmehr dreht er Gramsci gewissermaßen um: Er beschreibt nicht, wie jahrelange kulturelle Vorarbeit zur politischen Macht führt, sondern zeigt, wie erst der Wahlsieg und der Zugriff auf den Staat es ermöglichten, eine gesellschaftliche Hegemonie zu organisieren.
Heute liest sich „Nationaler Block“ wie eine Siegesschrift aus der Vergangenheit, denn Orbán ist abgewählt. Wir lesen das Buch deshalb gegen den Strich und fragen, was die damalige Erfolgserzählung bereits über die Gründe des späteren Scheiterns verrät.
Wir diskutieren die politischen Implikationen ebenso wie die Leerstellen dieses Ansatzes. Ist mit Orbán auch der Orbanismus gescheitert? Oder könnte sich die rechte Hegemonie gerade darin zeigen, dass selbst seine Nachfolger auf einem deutlich nach rechts verschobenen politischen Feld agieren?
Was bleibt von dem vermeintlichen politischen Lehrbuch für die AfD? Und was ist zu befürchten, wenn etwa die AfD in Sachsen-Anhalt dem Aufruf des Verlags gefolgt ist und Békés’ Buch als eine Art Handreichung für eine mögliche Regierungsübernahme liest?
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Abonniere Über Rechts, um in Zukunft keinen Beitrag von uns zu verpassen: www.ueberrechts.de- An den vergangenen beiden Wochenenden wollte die AfD in NRW eigentlich bloß ihre Liste für die Landtagswahl aufstellen. Doch der Parteitag eskalierte und sorgte dafür, dass der Landesverband sich nun im offenen Konflikt mit dem Bundesvorstand der Partei befindet. Wir haben in den vergangenen Tagen mit Akteuren aus allen beteiligten Lagern gesprochen und so versucht, zu verstehen, worum es bei diesem Kampf um den Landesverband wirklich geht.
Deshalb rekonstruieren wir in dieser Folge, was sich beim Parteitag abgespielt hat, bleiben aber nicht dabei stehen. Stattdessen beleuchten wir auch die Hintergründe des Konflikts: Welche ideologischen, welche strategischen Differenzen spalten die Partei? Und was bedeutet der Machtkampf für die Zukunft?
Dies ist eine von mehreren Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es mindestens eine Folge, die sich – wie diese hier – mit einem aktuellen Thema beschäftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen:
This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe - Wann beginnt der Faschismus? Mark Terkessidis beantwortet die Frage nicht mit den erwartbaren Verdächtigen. Wer Gewalt am Denken aufschlägt in der Erwartung, dort Namen wie Musk, Trump oder die AfD zu finden, wird überrascht. Terkessidis findet Vertreter eines faschistischen Denkstils nämlich auch im eigenen, linksliberalen Milieu.
Terkessidis kommt aus dem Rassismus- und Migrationsdiskurs, sein erstes Buch widmete er schon 1995 der Neuen Rechten, zuletzt schrieb er über koloniale Vergangenheit und Erinnerungspolitik. Mit Gewalt am Denken richtet er den Blick nun auf die eigene politische Herkunft, auf Identitätspolitik, Debatten um die Sprecherposition und Critical Whiteness. Er beschreibt darin dieselben Mechanismen der Angst und Ausgrenzung, die man sonst häufig der radikalen Rechten zuschreibt. Im Gespräch hört man ihm einen Frust an, der über akademische Enttäuschung hinausgeht: An mehreren Stellen des Gesprächs berichtet er offen, dass er zwischenzeitlich überlegt hat, überhaupt noch etwas zu schreiben, so erschöpfend fand er das mediale Klima der vergangenen Jahre.
Das Gespräch ist ein Mitschnitt der Veranstaltung, die Nils mit Terkessidis im Literaturforum im Brecht-Haus Berlin geführt hat. Es war die zweite Ausgabe der Reihe Zeitanalysen, einer Kooperation zwischen Über Rechts und dem Brechthaus.
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This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe - Einst waren AfD-Parteitage Orte der Wut, der Tränen und der offenen Machtkämpfe. Inzwischen hat sich die Partei so weit professionalisiert, dass es nicht nur deutlich gesitteter zugeht, sondern vieles, was auf Parteitagen beschlossen wird, bereits vorher ausgehandelt ist. Auch der Bundesparteitag in Erfurt wirkt deshalb weniger wie ein offener Richtungsstreit als wie das Ergebnis von Netzwerken, die im Hintergrund um Macht, Posten und das Personaltableau gerungen haben.
Gemeinhin gelten Alice Weidel und Björn Höcke als die großen Gewinner dieses Parteitags. Wir schauen genauer hin und fragen: Wer hat in der AfD tatsächlich das Sagen? Unsere Analyse zeigt: Weidel und Höcke haben nur auf den ersten Blick gewonnen. Der eigentliche Gewinner ist das Netzwerk um den Bundestagsabgeordneten Sebastian Münzenmaier, in dem sich Akteure aus dem Umfeld Weidels ebenso wiederfinden wie Teile des Höcke-Lagers. Wer gehört zu diesem Netzwerk? Wie funktioniert es? Und wohin will es die Partei führen?
Dabei zeigt sich: Die alten Kategorien, mit denen die AfD lange beschrieben wurde, tragen immer weniger. Aus dem Kampf zwischen Radikalen und vermeintlich Gemäßigten ist längst ein Kampf um Macht, Mandate und Einfluss geworden. Geprägt wird der neue Bundesvorstand von einem neuen Typus: dem jungen Berufspolitiker. Charmant, professionell, pragmatisch – und nicht minder radikal.
Dies ist eine von mehreren Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es mindestens eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de
This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe Hat die Links-Rechts-Unterscheidung ausgedient? | Philip Manow: „Spaltungslinien“ (Kaderschmiede)
27.06.2026 | 25 Min.This is a free preview of a paid episode. To hear more, visit www.ueberrechts.de
Seit Jahrzehnten wird behauptet, die alten politischen Lager hätten ihre Erklärungskraft verloren. Die Konflikte der Gegenwart verliefen längst entlang anderer Spaltungs- und Konfliktlinien. Der Politikwissenschaftler Philip Manow, von der FAZ kürzlich zum „Denker der Stunde“ geadelt, setzt genau hier an. In seinem neuen Buch Spaltungslinien. Europas Parteiensysteme und die Dekonsolidierung des Nationalstaats behauptet er, dass Europäisierung und Globalisierung eine neue politische Konfliktachse hervorgebracht haben – und dass sich mit ihr auch der Aufstieg rechtspopulistischer Parteien besser verstehen lässt.
In dieser Kaderschmiede lesen wir Manows Buch, das im Mai bei C.H. Beck erschienen ist. Zunächst diskutieren wir seine zentrale These: Löst sich die alte Links-Rechts-Achse tatsächlich auf? Oder überzieht Manow, wenn er die politischen Konflikte der Gegenwart vor allem als Gegensatz von Öffnung und Schließung beschreibt?
Relativ einig sind wir uns bei der Kritik an einer wichtigen Ausgangsannahme: Manows Behauptung, rechtspopulistische Parteien hätten sich in Fragen der Umverteilung nach links bewegt, überzeugt uns nicht. Gerade mit Blick auf AfD, Rassemblement National und die wirtschafts- und sozialpolitischen Programme der radikalen Rechten zeigen sich erhebliche Schwächen in seiner Argumentation.
Danach gehen unsere Einschätzungen stärker auseinander. Nils hält Manows Gedankengang in vielem für produktiv, weil er dazu zwingt, die politischen Folgen von Globalisierung, Europäisierung und Nationalstaatskrise ernster zu nehmen. Sebastian bleibt skeptischer: Ist die neue Konfliktachse wirklich so tragfähig? Oder verschiebt sie nur alte Widersprüche in ein neues Schema?
Am Ende steht keine endgültige Antwort, aber eine Frage: Was wäre eigentlich eine linke Antwort auf die Form von Globalisierung, die sich in den vergangenen Jahrzehnten durchgesetzt hat?
Mehrmals im Monat erscheinen neue Folgen unseres Podcasts. Dies ist unsere fünfte Kaderschmiede. Bisher haben wir uns darin vor allem mit dezidiert rechten Denkern und Büchern auseinandergesetzt. Mit Manow öffnen wir das Format erstmals für ein Buch, das selbst nicht rechts ist, aber helfen kann, rechte Erfolge und die Krise des politischen Systems besser zu verstehen. Da wir Podcast und Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir auf eure Unterstützung angewiesen. Bereits ab 5 Euro im Monat könnt ihr uns unterstützen und erhaltet Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de
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