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- In dieser Folge von Insider Research im Gespräch spricht Thomas Joos mit Christian Marek, Sr. Director Product bei Vanta, über KI-Governance, also die Regeln, mit denen ein Unternehmen den Einsatz künstlicher Intelligenz steuert und belegt. Nach Mareks Erfahrung kennt kaum eine IT-Leitung die Zahl der KI-Anwendungen im eigenen Unternehmen. Mitarbeiter führen Werkzeuge für Texte oder Präsentationen selbst ein und holen über Einladungen innerhalb weniger Tage Hunderte Kollegen dazu. Ein Vanta-Kunde fand nach Herstellerangabe vom Juli 2026 mehr als 900 Copilot-Agenten ohne Eintrag im Inventar.
Eine schriftliche KI-Richtlinie hält Marek für einen sinnvollen Anfang. Für den AI Act zählt nach seiner Darstellung der Nachweis, dass Mitarbeiter und Systeme sich daran halten. Aus seiner Zeit in der Prüfung kennt er Teams, die vier Wochen lang Belege für ein Audit sammeln. Nach dem nächsten neuen System sind diese Belege schon veraltet. Im State of Trust Report 2025 von Vanta geben 61 Prozent der rund 3.500 befragten Führungskräfte aus fünf Ländern an, mehr Zeit mit dem Nachweis von Sicherheit zu verbringen als mit ihrer Verbesserung.
Marek setzt deshalb auf eine laufende Überwachung. Vanta bindet nach Herstellerangabe mehr als 400 Werkzeuge an, darunter Identitätsdienste wie Okta, und prüft ihre Einstellungen fortlaufend gegen den AI Act und ISO 42001, die Norm für KI-Managementsysteme. Im Juli 2026 hat Vanta AI Governance als Early Access geöffnet. Die Software erfasst KI-Anwendungen, Modelle und Agenten, bewertet ihr Risiko nach den Daten, auf die sie zugreifen, und erzeugt die Nachweise für Prüfer.
Mehr Zeit verschafft der Digital Omnibus, auf den sich die EU im Mai 2026 geeinigt hat. Die Pflichten für eigenständige Hochrisiko-KI greifen danach ab Dezember 2027 und für KI in Produkten wie Aufzügen ab August 2028. Seit August 2026 gilt dagegen die Transparenzpflicht aus Artikel 50, nach der ein Support-Chat erkennen lassen muss, dass ein KI-Assistent antwortet. Als ersten Schritt rät Marek zu einer Inventur. Sie klärt, welche KI-Systeme laufen, auf welche Daten sie zugreifen und welche Person für sie verantwortlich ist. Vanta liefert dafür nach Herstellerangabe vorgefertigte KI-Richtlinien und Kontrollen für den AI Act.
Christian Marek auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christianmarek/
Vanta-Webseite: https://www.vanta.com/
Vanta AI Governance: https://www.vanta.com/products/ai-governance
Vanta ISO 42001: https://www.vanta.com/products/iso-42001
Vorstellung von AI Governance, Juli 2026: https://www.vanta.com/resources/introducing-ai-governance-from-vanta
Vanta State of Trust Report: https://www.vanta.com/state-of-trust/global
Pressemitteilung State of Trust 2025: https://www.businesswire.com/news/home/20251029144534/en/Vanta-State-of-Trust-2025-AI-Threats-Outpace-Security-Expertise
EU-Kommission zum Digital Omnibus: https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/eu-agrees-simplify-ai-rules-boost-innovation-and-ban-nudification-apps-protect-citizens
EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (AI Act): https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1689/oj/eng - Unternehmen prüfen die Zugriffe ihrer KI-Agenten an der Identität
In dieser Folge von Insider Research im Gespräch spricht Thomas Joos mit Dr. Shahriar Daneshjoo, VP Sales Central & Eastern Europe bei Silverfort, über die Identität als Kontrollpunkt für KI-Agenten und über die Rechte, die solche Programme in Unternehmensnetzen erhalten. Viele davon laufen ohne Freigabe, oft mit mehr Rechten, als ihre Aufgabe verlangt. Daneshjoo schildert einen CISO aus dem größeren Mittelstand, der den KI-Einsatz mit 50 Anwendern in einem Pilotprojekt vorbereitete. Die erste Bestandsaufnahme mit der Silverfort-Plattform fand im Unternehmen stattdessen 500 bereits installierte KI-Agenten.
Das Risiko kommt nach seiner Erfahrung von außen und von innen. Übernimmt ein Angreifer einen KI-Client, den ein Administrator mit eigenen Rechten testet, nutzt er diese Rechte im ganzen Netz. Hinzu kommt Schatten-KI, also Werkzeuge, die Mitarbeiter ohne Freigabe der IT einsetzen. Nach einem Kurzbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) vom September 2026 nutzen 29,1 Prozent der Beschäftigten mit KI-Einsatz solche Werkzeuge. Ungenutzte Programme behalten ihre Berechtigungen wie früher ausrangierte Dienstkonten.
Daneshjoo überträgt deshalb die Regeln für Eintritt, Wechsel und Austritt (Joiner, Mover, Leaver) auf die Agenten. Silverfort prüft jede Zugriffsanfrage zur Laufzeit, also in dem Moment, in dem die Software handelt. Nach Herstellerangabe entscheidet die Plattform innerhalb von Millisekunden, ob sie den Zugriff freigibt, eine Mehr-Faktor-Authentifizierung (MFA) verlangt oder ihn sperrt. Im Juni 2026 hat Silverfort eine Integration für Microsoft Copilot Studio vorgestellt, die Umgebung, in der Fachabteilungen eigene Assistenten bauen.
Den Zeitdruck zeigt der Angriff auf das npm-Paket axios im März 2026, einer verbreiteten Programmbibliothek für JavaScript-Entwickler, bei dem Huntress die erste Infektion 89 Sekunden nach der Veröffentlichung der manipulierten Version registrierte. Als ersten Schritt empfiehlt Daneshjoo eine Inventur aller im Unternehmen laufenden KI-Anwendungen. Danach folgen Zugriffsregeln für die sensibelsten Daten. Weitere Punkte sind ein benannter Verantwortlicher je Anwendung, Sicherheit im Entwicklungszyklus und eine finanzielle Bewertung der Risiken. Silverfort bietet mit autorisierten Partnern ein kostenloses Assessment an, das in einer begrenzten Umgebung vorhandene Agenten und ihre Zugriffe sichtbar macht.
Dr. Shahriar Daneshjoo auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-shahriar-daneshjoo-06075313/
Silverfort-Webseite: https://www.silverfort.com/
Silverfort AI Agent Security: https://www.silverfort.com/platform/ai-agent-security/
Silverfort und Microsoft Copilot Studio: https://www.silverfort.com/press-news/silverfort-integrates-ai-agent-identity-control-for-microsoft-copilot-studio/
Silverfort Non-Human Identity Security: https://www.silverfort.com/platform/non-human-identity-security/
IW-Kurzbericht Schatten-KI: https://www.iwkoeln.de/studien/barbara-engels-andrea-hammermann-schatten-ki-beschaeftigte-sind-schneller-als-ihre-betriebe.html
Huntress zum Angriff auf axios: https://www.huntress.com/blog/supply-chain-compromise-axios-npm-package
Silverfort auf der it-sa 2026, Halle 7, Stand 7-604: https://www.silverfort.com/events
Kostenfreies Active Directory Security Readiness Assessment: https://www.silverfort.com/active-directory-assessment/
Folge 270 im Insider-Research-Podcast: https://podcast.insider-research.de/episode/identitat-als-kontrollpunkt-fur-ki-agenten
Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/identit%C3%A4t-als-kontrollpunkt-f%C3%BCr-ki-agenten/id1515141144?i=1000795924776
Spotify: https://open.spotify.com/episode/07bbm1zOPC8MQ1mUJ9mJQs
Deezer: https://www.deezer.com/de/show/1383282
TuneIn: https://tunein.com/podcasts/Technology-Podcasts/Insider-Research-p3496844/
YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=4Lvu50z8G6E Agentic Security Operations - mit Christoph Schuhwerk, CISO in Residence Zscaler
10.10.2026 | 44 Min.KI-Agenten im SOC übernehmen Vorprüfung und erste Abwehrschritte
In dieser Folge von Insider Research im Gespräch spricht Thomas Joos mit Christoph Schuhwerk, CISO in Residence bei Zscaler, über KI-Agenten im Security Operations Center (SOC). Ein SOC-Team arbeitet nach seiner Erfahrung täglich eine große Zahl von Alarmen ab, darunter zahlreiche Fehlalarme. Jeden Verdacht prüft das Team von Hand in mehreren Werkzeugen. KI-Agenten sortieren diese Meldungen vor, gleichen sie mit Angriffsmustern aus anderen Unternehmen ab und liefern dem Team die Fakten zum Vorfall gleich mit.
Die zweite Frage der Folge betrifft die Befugnisse der KI. Kontosperren bei eindeutigen Mustern überlässt Schuhwerk schon heute der Maschine. Ein solches Muster sind Abfragen auf einem Honeypot, ein anderes sind Anmeldungen desselben Nutzers binnen zehn Minuten aus Deutschland und aus China. Die Trennung einer Produktionsanlage vom Internet bleibt für ihn eine Entscheidung für Menschen. Die Zeit für diese Entscheidung wird knapper. Erpressungsangriffe kommen nach seinen Angaben im Schnitt in weniger als einer Stunde zum Ziel.
Außerdem geht es um Agenten mit zu weit gefassten Rechten im eigenen Netz, um geplante Wiederherstellung nach Fehlentscheidungen und um den Datenschutz bei den Logs. Als ersten Schritt empfiehlt der CISO in Residence, alle Datenquellen an das Security Information and Event Management (SIEM) anzubinden und Lücken in der Überwachung zu schließen. Die Belegschaft im SOC bleibt aus seiner Sicht gleich groß und bearbeitet mit KI-Unterstützung mehr Fälle in kürzerer Zeit.
Christoph Schuhwerk auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christophschuhwerk1978/
Zscaler-Webseite: https://www.zscaler.com/de
Zscaler Agentic SOC: https://www.zscaler.com/de/press/zscaler-launches-agentic-soc-contain-ai-driven-threats
Zscaler ThreatLabz 2026 Ransomware Report: https://www.zscaler.com/campaign/threatlabz-ransomware-report
Zscaler Deception: https://zscaler.com/products/deception-technology
Zscaler und Schwarz Digits auf STACKIT: https://www.zscaler.com/de/press/zscaler-and-schwarz-digits-partner-deliver-sovereign-cloud-security-platform-europe
Zscaler auf der it-sa 2026: https://info.zscaler.com/it-sa-2026KI-Souveränität ist möglich – mit Thomas Taroni, PHOENIQS, und Donald Badoux, NorthC Datacenters
17.09.2026 | 43 Min.Damit Unternehmen die Kontrolle über ihre sensiblen Daten und ihr Fachwissen nicht an außereuropäische Hyperscaler wie AWS, Microsoft oder Google abgeben müssen, werden PHOENIQS und NorthC künftig noch enger zusammenarbeiten. NorthC liefert mit seinen 11 deutschen Rechenzentren die physische Basisinfrastruktur, PHOENIQS bringt seine souveräne Cloud-/KI-Software-Plattform ein. Gemeinsam ermöglichen sie den Markteintritt von PHOENIQS in Deutschland ab September 2026.
PHOENIQS-Webseite: https://phoeniqs.com/de
NorthC-Webseite: https://www.northcdatacenters.com/de/Digital X 2026: Netzwerke nie wieder ohne Security - mit Dr. Niklas Horstmann, COO Telekom
16.09.2026 | 46 Min.Gut vier von fünf Erkennungen kamen 2025 ohne Schadsoftware aus, Tendenz stark steigend. Vom ersten Zugriff bis zum Sprung auf das zweite System vergehen im Mittel 29 Minuten. Dr. Niklas Horstmann von der Deutschen Telekom erklärt im Podcast, was ein Unternehmensnetz in dieser Zeit leisten sollte und welche Schritte jetzt anstehen.
Digital X Magazin: https://www.digital-x.com/de/magazin/niklas-horstmann-wenn-bewegung-fortschritt-wird
Secure Networking: https://geschaeftskunden.telekom.de/business/loesungen/digitalisierung/sichere-vernetzung
LinkedIn Dr. Niklas Horstmann: https://www.linkedin.com/in/niklas-horstmann/
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