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Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
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72 Episoden

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    Giacomo Carissimi: Jonas. Oratorium

    15.06.2026 | 1 Std. 59 Min.
    Giacomo Carissimi gehört zu den wichtigsten italienischen Komponisten des frühen Barocks und gilt als einer der Wegbereiter des Oratoriums. Von Rom aus prägte er die Entwicklung dieser noch jungen Gattung und beeinflusste zahlreiche Komponisten in ganz Europa, darunter auch Marc-Antoine Charpentier.

    Carissimis Oratorium Jonas ist vermutlich in den 1640er-Jahren entstand. In kaum mehr als zwanzig Minuten erzählt Carissimi hier die alttestamentliche Geschichte des Propheten Jonas: seine Flucht vor Gottes Auftrag, den Sturm auf See, den Aufenthalt im Bauch des Walfisches und schliesslich die Umkehr der Stadt Ninive.

    Mit einfachen Mitteln erzielt Carissimi eine grosse dramatische Wirkung. Eindrucksvolle Chorszenen schildern den tobenden Sturm, während die Solisten die Handlung vorantreiben und die inneren Konflikte der Figuren sichtbar machen. Besonders bemerkenswert ist die enge Verbindung von Text und Musik, die bereits auf spätere Meister des Oratoriums wie Schütz und Bach vorausweist.

    In der Diskothek vergleicht Eva Oertle gemeinsam mit dem Cembalisten Thomas Leininger und dem Chordirigenten Raphael Immos fünf unterschiedliche Aufnahmen von Carissimis Jonas.
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    Joseph Haydn: Streichquartett G-Dur op. 33 Nr. 5

    08.06.2026 | 1 Std. 59 Min.
    «auf-hören» – so lautete das Motto der diesjährigen, 30. Ittinger Pfingstkonzerte. Die «Diskothek» war bei dieser Jubiläumsausgabe zu Gast, und beim Blindvergleich verschiedener Aufnahmen vor Publikum konnten auch die Zuhörenden vor Ort ihre Stimme abgeben.

    Passend zum Motto hört das besprochene Stück denn auch auf, bevor es überhaupt beginnt, so paradox das klingen mag: Zwei Akkorde, Dominante-Tonika; eine Schlusskadenz setzt Joseph Haydn, der «Vater» der Gattung Streichquartett, an den Anfang seines op. 33 Nr. 5, ein musikalischer Trugschluss quasi als Einstieg, der vom ersten Takt weg Aufmerksamkeit weckt.

    Überhaupt ist das gesamte Werk gespickt mit geistvollen Ideen, die Zuhörende und Interpreten und Interpretinnen herausfordern. Im langsamen Satz zeigt uns der Wiener Meister seine düstere Seite, und im abschliessenden Finale variiert er ein Siciliano-Thema dergestalt, dass sich alle vier Quartettmitglieder nacheinander an ihren Instrumenten profilieren können.

    Moritz Weber hört und analysiert mit dem Liedbegleiter und Komponisten Daniel Fueter und die Geigerin Agata Lazarczyk vom Carmina Quartett das Streichquartett in G-Dur von Haydn in den Gemäuern des altehrwürdigen Klosters.
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    Clara Schumann: Klavierkonzert a-Moll op.7

    06.06.2026 | 1 Std. 59 Min.
    Das pianistische Wunderkind Clara Wieck wurde von ihrem Vater streng erzogen – und auch zum Komponieren animiert. Claras späterer Ehemann Robert Schumann staunte nicht schlecht über das Klavierkonzert der damals 15-jährigen.

    Auch die junge Pianistin Manoush Toth aus Basel schätzt Clara Schumanns Klavierkonzert sehr. Die 19-jährige vertritt SRF am 6. Juni beim Eurovision Young Musicians-Finale in Eriwan (Armenien) und spielt den 3. Satz aus Clara Schumanns Klavierkonzert. SRF 1 überträgt diesen Wettbewerb für junge Musiker:innen live zeitversetzt ab 22:10 Uhr. Und zur Einstimmung wiederholen wir diese Diskothek zu Clara Schumanns Klavierkonzert aus dem Jahr 2019. Der 3. Satz, den Manoush Toth spielt, wird in dieser Sendung gleich am Anfang thematisiert – denn Clara Schumann hatte ihn zuerst komponiert.

    Gäste von Jenny Berg sind die Dirigentin Graziella Contratto und der Pianist Oliver Schnyder.

    Erstausstrahlung: 02.12.2019
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    Gérard Grisey: Partiels für 18 Instrumente

    30.05.2026 | 1 Std. 59 Min.
    Der Komponist Gérard Grisey ist der Begründer der sogenannten Spektralmusik, die in den siebziger Jahren versuchte, der strengen «seriellen Technik» eine neue Art von Klangsinnlichkeit gegenüberzusetzen.

    Die Methode arbeitet mit den Obertönen eines einzelnen Tons, also dem prinzipiell unendlichen Spektrum an Teiltönen, die sich über dem Grundton aufschichten. Eins von Griseys wichtigsten Spektralwerken ist der Zyklus «Les espaces acoustiques», und im Zentrum dieses Zyklus wiederum steht «Partiels»: hier untersucht und bearbeitet Grisey das Obertonspektrum des Tons E. Wenn Einzeltöne nicht mehr tonal-harmonisch «passen», weil sie der Naturtonreihe folgen und nicht der uns liebgewordenen wohltemperierten Stimmung, muss sich unser Hören von Vertrautem verabschieden – und entdeckt neue Welten.

    Der Posaunist Mikael Rudolfsson und der Hornist Félix Dervaux vergleichen einige Aufnahmen von «Partiels».
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    Diabelli-Variationen von Beethoven, Schubert u.a.m.

    18.05.2026 | 1 Std. 59 Min.
    Anton Diabelli war Komponist und einer der bedeutendsten Musikverleger Wiens. Gerade als Verleger prägte er die Musikgeschichte nachhaltig – und das dank einer ebenso einfachen wie genialen Idee:

    Im Jahr 1819 verschickte Diabelli einen von ihm komponierten Walzer an zahlreiche Komponisten des österreichischen Kaiserreichs mit der Bitte, jeweils eine einzige Variation darüber zu schreiben. Geplant war eine Sammelpublikation für das klavierspielende Publikum – ein musikalisches Gemeinschaftsprojekt voller kurzer, leicht spielbarer Charakterstücke.

    Die Resonanz war überwältigend. Rund fünfzig Komponisten beteiligten sich an dem Vorhaben, darunter Franz Schubert, Franz Liszt, Johann Nepomuk Hummel, Carl Czerny und Franz Xaver Mozart. Auch Ludwig van Beethoven wurde angefragt. Doch anstatt nur eine einzelne Variation beizusteuern, entwickelte er aus Diabellis schlichtem Walzer einen monumentalen Klavierzyklus: die 33 Diabelli-Variationen – ein Werk von schier unerschöpflichem Ideenreichtum und heute ein Höhepunkt der Klavierliteratur.

    Diabellis Einfall wirkte weit über seine Zeit hinaus. Bis heute inspiriert der unscheinbare Walzer Komponistinnen und Komponisten zu immer neuen Variationen und musikalischen Deutungen. Genau diesem faszinierenden Kosmos widmet sich die aktuelle «Diskothek». Im Zentrum stehen verschiedene Interpretationen von Beethovens Diabelli-Variationen, aber auch den Variationen von Franz Schubert, Franz Liszt und Johann Nepomuk Hummel, die aus demselben Thema ganz eigene Klangwelten erschaffen haben. Zudem schlagen wir den Bogen bis in die Gegenwart mit einer zeitgenössischen Variation von Jörg Widmann.

    Was macht eigentlich eine gelungene Variation aus? Wie verwandelt man ein einfaches musikalisches Thema in ein eigenständiges Kunstwerk? Gäste bei Eva Oertle sind der Pianist Oliver Schnyder sowie der Organist, Dirigent und Komponist Rudolf Lutz. Für die Diskothek hat Rudolf Lutz eigens zwei neue Variationen komponiert, die er gemeinsam mit Oliver Schnyder live in der Sendung aufführen wird.
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Über Diskothek
In der «Diskothek» reden wir über Musik und ihre Interpretationen. Zwei versierte Gäste mit guten Ohren vergleichen im Blindtest verschiedene Aufnahmen eines Werks und exponieren sich mit ihren Urteilen. In mehreren Hörrunden wird die Auswahl immer kleiner, bis die «beste» Aufnahme übrigbleibt – Spiel und Hörschulung zugleich. Die Werke stammen aus allen Epochen der klassischen Musik, vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
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