42 Episoden
- Mose, der das Meer teilt und das Volk Israel, das dem Sonnenaufgang entgegen in die Freiheit zieht – diese altbekannte Erzählung ist ein Sinnbild für Befreiung geworden. Beinahe wäre es sogar auf dem US-amerikanischen Siegel gelandet. 1776 schlug Benjamin Franklin dieses Motiv mit dem Satz „Rebellion to Tyrants is Obedience to God“ vor – am Ende entschied man sich jedoch für eine Pyramide als Symbol der Beständigkeit.
So bekannt die Erzählung in Exodus 14 auch ist, so überraschend sind doch auch die Leerstellen in ihr:
Der eigentliche Durchzug durch das Schilfmeer wird nicht erzählt. Israel zieht „in das Meer“.
Warum ist es Gott wichtig, dass „die Ägypter erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich am Pharao, an seinen Streitwagen und Reitern meine Herrlichkeit erweise“? Geht es in dieser Geschichte vielleicht gar nicht um Israel?
Schon in der jüdischen Tradition wurde gesehen, dass die Befreiung Israels auf Kosten ägyptischen Lebens geht. Im Talmud wird erzählt, dass die Engel im Himmel nach der Rettung Israels am Schilfmeer ein Loblied anstimmen wollten, worauf ihnen Gott dies verboten haben soll: "Mein Händewerk [die Ägypter] ertrinkt im Meer, und ihr wollt mir ein Loblied anstimmen!?" Die Rabbiner erklären, dass Gott zwar die Ägypter getötet hat, sich aber deshalb über die Rettung der Israeliten nicht freut, da er selbst einen hohen Preis dafür gezahlt hat. Tja, die Erzählung in Exodus 14 ist eben auch „Siegerliteratur“ – aus ägyptischer Perspektive würde man, wenn die Rettung am Schilfmeer denn wirklich geschehen ist, sie wohl ganz anders erzählen.
Werner Kleine und Till Magnus Steiner entdecken erneut wieder zahlreiche Leerstellen und Fragen. Sie lesen zwischen den Zeilen und erzählen diese altbekannte Geschichte der Bibel neu und anders.
Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen:
„Ägyptische Loblieder“, von Till Magnus Steiner
„Israel tanzt!“, von Werner Kleine
Diese Folge haben wir live vor Publikum am 23.10.2026 im Eiscafé Giannone in Wuppertal aufgenommen. Herzlichen Dank allen, die gekommen sind, um die Geschichte des Durchzugs durch das Schilfmeer neuerzählt zu hören. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle nochmals an das Eiscafé Giannone in Wuppertal für die Gastfreundschaft und auch an Sofia Zulfikar für die musikalische Begleitung sowie an Christoph Schönbach der die Veranstaltung aufgezeichnet hat.
Wenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.de
In der nächsten Folge geht es dann um die Heilung eines Gelähmten durch Jesus (Mk 2,1-12).
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Weiterführende Links:
Werner erwähnt in seine Erzählung die Stele des Merenptah. Sie enthält den bisher bekannten ältesten Hinweis auf die Existenz Israels. Weitere Informationen enthält der Wikipedia-Artikel „Merenptah-Stele“.
Unser Buch mit ausgewählten Neu- und Anders-Erzählungen ist vor Kurzem erschienen: Till Magnus Steiner / Werner Kleine, „Die Schrifterzähler. Biblische Geschichten neu und anders erzählt“, Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2026, 304 Seiten, 22 €. Ihr könnt es direkt beim Katholischen Bibelwerk bestellen oder im Buchhandel Eures Vertrauen kaufen.
Wenn Ihr selbst Lust am Neuerzählen biblischer Geschichten habt, freuen wir uns sehr, wenn Ihr uns Eure Geschichten an info@die-schrifterzaehler.de schickt. Auf unserer Homepage findet Ihr unter der Rubrik „Hörergeschichten“ auch schon einige Neuerzählungen, die uns zugeschickt wurden. - Am Anfang der Apostelgeschichte wird ein idealtypisches Bild der Urgemeinde gezeichnet. Alle hatten alles gemeinsam - fast zu schön, um wahr zu sein. Tatsächlich bekommt dieses Bild bald Risse. Das Ehepaar Hananias und Saphira veräußert ein Grundstück und gibt einen Teil des Erlöses an die Gemeinde weiter. Was auf den ersten Blick nicht außergewöhnlich erscheint, wird ihnen aber zum Verhängnis. Offenkundig haben sie den Schein erweckt, dass sie den gesamten Erlös aus dem Grundstücksverkauf der Gemeinde zur Verfügung gestellt hätten. Es geht also nicht um Unterschlagung, sondern um den falschen Anschein, der für die beiden eine schicksalhafte Wendung bewirkt. So wird die Erzählung zu einer Mahnung, nicht auf den Schein zu setzen, sondern das Sein zu wahren. Und sie irritiert auch die naive Vorstellung eines lieben Gottes im Neuen Testament, den man von einem vermeintlich harten, strafenden Gott des Alten Testamentes abgrenzen könnte. Ganz im Gegenteil wird deutlich, dass der Gott des Alten auch der des Neuen Bundes ist.
Werner Kleine und Till Magnus Steiner entdecken erneut wieder zahlreiche Leerstellen und Fragen. Sie lesen zwischen den Zeilen und erzählen diese altbekannte Geschichte der Bibel neu und anders.
Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen:
„Satans Fragen“, von Werner Kleine
„Drei Stunden“, von Till Magnus Steiner
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In der nächsten Folge geht es dann um den Durchzug des Volkes Israel durch das Schilfmeer (Ex 14,1-31).
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Unser Buch mit ausgewählten Neu- und Anders-Erzählungen ist vor Kurzem erschienen: Till Magnus Steiner / Werner Kleine, „Die Schrifterzähler. Biblische Geschichten neu und anders erzählt“, Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2026, 304 Seiten, 22 €. Ihr könnt es direkt beim Katholischen Bibelwerk bestellen oder im Buchhandel Eures Vertrauen kaufen.
Wenn Ihr selbst Lust am Neuerzählen biblischer Geschichten habt, freuen wir uns sehr, wenn Ihr uns Eure Geschichten an info@die-schrifterzaehler.de schickt. Auf unserer Homepage findet Ihr unter der Rubrik „Hörergeschichten“ auch schon einige Neuerzählungen, die uns zugeschickt wurden. - Die Städte Sodom und Gomorra stehen bis heute auch in der deutschen Sprache für die Verrohung der Sitten: „Hier geht es ja zu wie in Sodom und Gomorra“ – und auch in der biblischen Erzählung in Genesis 19 sind die Sodomiter wahrlich nicht positiv dargestellt. Gibt es denn gar keinen Gerechten dort? Oder ist vielleicht zumidest Abrahams Neffe Lot, der dort wohnt, ein Gerechter? Oder vielleicht seine Frau, die am Ende aber zur Salzsäule erstarrt? Und warum erstarrt sie überhaupt zu einer Salzsäule?
Werner Kleine und Till Magnus Steiner entdecken auch in dieser Folge wieder zahlreiche Leerstellen und Fragen. Sie lesen zwischen den Zeilen und erzählen diese altbekannte Geschichte der Bibel neu und anders.
Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen:
„Die Tränen der Gerechtigkeit“, von Till Magnus Steiner
„Eine Prise Salz“, von Werner Kleine
Wenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.de
In der nächsten Folge geht es dann um den Betrug des Hananias und der Sapphira (Apg 5,1-11).
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Die Schrifterzähler Live: Am Freitag, den 23. Oktober 2026 um 17:30 Uhr nehmen wir live vor Publikum und mit musikalischer Begleitung im Eiscafé Giannone (Kaiserstraße 122, 42329 Wuppertal) eine neue Folge auf. Wir werden Euch das Schilfmeerwunder (Ex 14) neu und anders erzählen – und Ihr könnt live dabei sein. Wir freuen uns auf Euch!
Unser Buch mit ausgewählten Neu- und Anders-Erzählungen ist vor Kurzem erschienen: Till Magnus Steiner / Werner Kleine, „Die Schrifterzähler. Biblische Geschichten neu und anders erzählt“, Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2026, 304 Seiten, 22 €. Ihr könnt es direkt beim Katholischen Bibelwerk bestellen oder im Buchhandel Eures Vertrauen kaufen.
Wenn Ihr selbst Lust am Neuerzählen biblischer Geschichten habt, freuen wir uns sehr, wenn Ihr uns Eure Geschichten an info@die-schrifterzaehler.de schickt. Auf unserer Homepage findet Ihr unter der Rubrik „Hörergeschichten“ auch schon einige Neuerzählungen, die uns zugeschickt wurden. - Die fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung bezeichnet. In der siebten Folge der fünften Staffel steht die Auferstehung Jesu vom Kreuzestod im Mittelpunkt. Die Frauen, allen voran Maria Magdala, kommen zum Grab und finden es geöffnet. Das leere Grab aber weckt noch nicht den Glauben an die Auferstehung. Erst die Begegnung mit dem Auferstandenen wird alles in einem neuen Licht erscheinen lassen. Ein Neubeginn steht bevor.
Werner Kleine und Till Magnus Steiner entdecken auch in dieser Folge wieder zahlreiche Leerstellen und Fragen: War das Grab wirklich leer? Wo offenbart sich der Auferstandene - in Jerusalem oder in Galiläa? Und wie kann das Paradox gelöst werden, dass der, der gottverlassen gestorben ist, offenkundig durch göttliche Hilfe aus dem Tod errettet wird? Auch in dieser Folge lesen sie zwischen den Zeilen und bringen nicht nur neue Perspektiven zur Geltung, sondern werfen auch einen Blick auf die historischen Umstände.
Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen:
„Ho Mikrós ermittelt - Die große Frage“, von Werner Kleine
„Die linke Hand Gottes“, von Till Magnus Steiner
Wenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.de
Mit dieser Folge endet die fünfte Staffel. Die sechste kommt bestimmt! Wir freuen uns darauf!
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Unser Buch „Die Schrifterzähler“ erscheint am 14. September und Ihr könnt es jetzt schon beim Katholischen Bibelwerk vorbestellen.
Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe „Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des Propheten - eine Einführung in die Matthäuspassion (Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei Youtube.
Werner hat sich nicht nur in der Reihe Glaubensinformation, sondern auch im biblischen Weblog „Dei Verbum“ mit der Frage des leeren Grabes befasst. Die Glaubensinformation zum Thema „Wie leer war das Grab? - Alte und neue Fragen zur Auferstehung Jesu“ gibt es bei Youtube. Den Essay „Voll leer. Ein Essay über das notwendig Paradoxe im Glauben“ bei „Dei Verbum“ findet ihr hier.
Gemeinsam mit Till hat Werner in der Reihe „Dei Verbum direkt“ über die Frage diskutiert, ob es ein leeres Grab braucht. Das Video der Diskussion findet ihr unter hier.
Die Frage, ob Maria Magdala oder Petrus die erste Begegnung mit dem Auferstandenen zuteil wurde, thematisiert Werner in der Folge „Maria von Magdala vs. Petrus - Die Auferstehungsüberlieferung im NT und den Apokryphen“ aus der Reihe „Glaubensinformation“. Ihr findet sie bei Youtube.
Eine satirische Aufarbeitung der Kontroverse um die Frage „Maria Magdala oder Petrus“ hat die Katholische Citykirche in der Reihe „Verlorene Botschaften“ unter dem Titel „Maria Magdalena“ veröffentlicht.
Galiläa oder Jerusalem? Ebenfalls in der Reihe „Glaubensinformation“ geht Werner der Ambivalenz der biblischen Auferstehungstraditionen nach. Auch dieses Video findet ihr bei Youtube.
Und das Gedicht am Ende der Folge stammt von Ingeborg Drewitz und trägt den Titel „Ostern“. Ihr findet es in: Ingeborg Drewitz, Die Samtvorhänge, Gütersloher Verlagshaus 1978, S. 124. - Die fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung bezeichnet. In der sechsten Folge der fünften Staffel wird das von Pilatus gefällte Urteil zum Tod am Kreuz vollstreckt. Die Kreuzigung war eine grausame Strafe. Der Tod konnte sich über Tage hinziehen. Die Verurteilten wurden ihrer Würde beraubt, gedemütigt und dem Sadismus der Henker ausgeliefert. Für Juden ist klar: Ein Messias kann auf keinen Fall auf diese Weise sterben.
Die Strafe war so grausam, dass sie römischen Bürgern erspart bleiben sollte. Alle damals Lebenden wussten, was dieser Tod bedeutet. Deshalb können die Evangelisten - auch Matthäus - in ihrer Erzählweise diskret bleiben. Andeutungen genügen ihnen, um das Grauen dieses Todes, der als Fluchtod oder Tod der Gottverlassenheit galt, vor Augen zu stellen.
Jesus stirbt mit diesem Schrei am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ Hat er da etwa den Psalm 22 gebetet? Oder stirbt er mit diesen Worten in dem Bewusstsein tiefster Einsamkeit und Verlassenheit? Was steckt hinter der einbrechenden Finsternis? Und was bedeutet das Zerreißen des Vorhangs im Tempel?
Werner Kleine und Till Magnus Steiner gehen dieser und anderen Fragen nach und erzählen die Ereignisse um den Kreuzestod Jesu, auf den alle Evangelien zulaufen, neu. Dabei lesen sie zwischen den Zeilen und bringen nicht nur neue Perspektiven zur Geltung, sondern werfen auch einen Blick auf die historischen Umstände.
Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen:
„Ho Mikrós ermittelt - Der zerrissene Vorhang“, von Werner Kleine
„Ausgebliebene Wunder“, von Till Magnus Steiner
Wenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.de
In der siebten Folge der fünften Staffel folgen wir der matthäischen Passionserzählung der Passion Jesu weiter und erzählen Euch dann die Geschehnisse um die Entdeckung des leeren Grabes und die Begegnung mit dem Auferstandenen neu – seid gespannt!
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Weiterführende Links:
Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe „Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des Propheten - eine Einführung in die Matthäuspassion (Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei YouTube.
Werner hat sich in der Reihe Glaubensinformation bereits ausführlich mit dem letzten Tag im Leben Jesu befasst. Ihr findet das Video bei YouTube.
Zur Ambivalenz des Kreuzes, das Christen erst spät als Zeichen für ihren Glauben entdeckten, hat Werner bereits 2026 einen Beitrag im Blog „Die Verbum“, den er mit Till betreibt, veröffentlicht. Den Essay findet ihr hier: „Da standen sie und konnten auch anders. Oder: Wer sich mit dem Kreuze schmückt, ist noch lange kein Bekenner“.
Immer noch ein Standardwerk eines Neutestamentlers zum letzten Tag Jesu ist das Buch „Der letzte Tag Jesu. Die Ereignisse der Passion“ von Gerhard Lohfink (Freiburg i.Br. 1989)
Der archäologische Fund einer durchnagelten Ferse bestätigt die Praxis der Kreuzigung. Näheres dazu findet sich in einem Beitrag bei spektrum.de.
Und das Gedicht am Ende der Folge stammt von Christina Busta und trägt den Titel „Späte Aufzeichnungen über Simon von Cyrene“. Ihr findet es in: Christina Busta, Wenn Du das Wappen der Liebe malst, Otto Verlag 31995.
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Über Die Schrifterzähler
Die Leidenschaft zu erzählen
Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde, und alles war gut – und ein Kapitel später im Buch Genesis wird die Schaffung der Welt nochmal neu erzählt und es ist nicht mehr alles gut. Bereits in den ersten Versen der Bibel wird deutlich, dass die biblischen Erzähler Freude an Widersprüchen, Leerstellen und am Neuerzählen haben. So verwundert es auch nicht, dass im Neuen Testament nicht nur eine Jesu-Erzählung vorliegt, sondern das Evangelium Jesu von vier Autoren aus ihren verschiedenen Perspektiven erzählt wird. In der Geschichte des Christentums gab es viele Versuche aus dieser Verweigerung der Synthese eine einzige ‚harmonische‘ Erzählung werden zu lassen.
Doch die Vielfalt hat sich gegen die Eindimensionalität durchgesetzt. Stattdessen setzten im frühen Christentum Theologen immer wieder neu an, um die Geschichte Jesu zu erzählen und noch viele apokryphe Evangelien entstanden. Die apokryphen Evangelien sind Zeugen einer lebendigen Dynamik des Weitererzählens der Jesusüberlieferungen und nehmen, wie die biblischen Texte, Fragen und Diskussionen ihrer Zeit auf. Doch in der Geschichte des Christentums verschob sich zunehmend der Fokus vom Erzählen der biblischen Geschichten hin zu ihrer Kommentierung, Auslegung und Predigt.
Inmitten unserer heutigen Welt, die von Erzählungen geprägt ist – von Netflix bis zu Fake News – wollen wir mit unserem Projekt „Die Schrifterzähler“ die biblische Tradition des dynamischen Erzählens wiederbeleben; und d.h. unsere Fragen an die biblischen Texte heranzutragen – nicht, um Antworten in Stein zu meißeln, sondern um zu erzählen und dadurch neue Fragen, die zurück zu den biblischen Texten führen, aufzuwerfen. Wir wollen Leerstellen ernstnehmen, neue Perspektiven einbringen, Ideen aufnehmen und uns die radikale Frage stellen: „Wie würde ich selbst diese oder jene biblische Geschichte erzählen?“.
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