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Zwischen Hamburg und Haiti

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  • Zwischen Hamburg und Haiti

    Ein Ort, zwei Länder: Grenzerfahrungen in Baarle

    24.04.2026 | 35 Min.
    Fünf Kilometer nördlich der belgisch-niederländischen Hauptgrenze liegt ein auf den ersten Blick unscheinbares Städtchen, das aus roten Backsteinhäusern besteht: Baarle. Es ist einzigartig, den Ort gibt es doppelt: Baarle-Hertog und Baarle-Nassau, auf dem Ortsschild stehen beide Namen.

    Ersteres gehört zu Belgien, letzteres zu den Niederlanden. Der Ort ist geteilt, aber die Grenze läuft nicht nur in der Mitte hindurch, der Grenzverlauf mutet eher wie ein Flickenteppich aus Landschnipseln an.

    Es gibt 22 belgische Enklaven im niederländischen Staatsgebiet, durchnummeriert von H1 bis H22 – das H steht für Hertog. In zwei davon befinden sich sieben niederländische Konter-Enklaven, nummeriert von N1 bis N7 – das N steht für Nassau. Das ist also je ein Stück Niederlande, das sich in Belgien verbirgt, das sich wiederum in den Niederlanden befindet. Dann gibt es eine niederländische Enklave im belgischen Staatsgebiet, N8.

    Das alles macht diese Grenzziehung zu einer der, wenn nicht zu der kompliziertesten und kleinteiligsten der Welt. Weltweit gibt es noch 63 Enklaven, fast die Hälfte davon finden sich in der 10.000-Einwohner-Stadt. Seinen Ursprung hat das Grenz-Wirrwarr von Baarle in der Übereinkunft zweier Adeliger im 12. Jahrhundert, die damals vornehmlich landwirtschaftlich genutzte Parzellen unterschiedlichen Lehensherren zusprachen.

    Bis heute hat sich das gehalten – mit kuriosen Folgen, die Willem van Gool bei einer Ortsbesichtigung zeigt: Im Rathaus lässt sich die Grenzlinie „einschalten“, ein Leuchtstreifen, der den Ratssaal teilt, leuchtet gelb auf. Im Getränkemarkt, der auf der Grenze liegt, gelten die günstigeren belgischen Alkoholpreise, da die Eingangstür auf belgischem Gebiet liegt. Entscheidend dafür ist die „Vordertür-Regel“ – von der es aber auch Ausnahmen gibt, etwa ein Haus mit einer belgischen und einer niederländischen Hausnummer, da die Grenze genau durch die Mitte der Haustür führt.

    Das Haus von Julien Leemans liegt verwaltungstechnisch in Belgien, da dort die Vordertür platziert ist. Aber 90 Prozent des Hauses sind niederländisch. Bis auf zwei Räume: „Wenn meine Frau näht, dann tut sie das in Belgien. Ansonsten gibt es nur noch einen anderen belgischen Raum: Das ist die Toilette.“ Er koche in den Niederlanden, meint Leemans, aber führe ab in Belgien.

    Von ihm erfährt Reporter Daniel Sprenger beim Rundgang mit ständigen Grenzüberschreitungen, dass das Leben im zersplitterten Baarle vor allem früher nicht nur lustige Seiten hatte, und warum die Kleinstadt als Modell für die Europäische Union gilt. Denn trotz oder vielleicht auch gerade wegen - der allgegenwärtigen Teilung überwiegt sehr viel Gemeinsames in Baarle.

    ARD Mediathek: Niederlande ungefiltert: Wer seid ihr wirklich?
    https://www.ardmediathek.de/video/niederlande-ungefiltert-wer-seid-ihr-wirklich/niederlande-ungefiltert-wer-seid-ihr-wirklich/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtMzEwYjA5MDktOTA0ZS00ZDk2LWI1NDAtMWEyZGFjODZjYzNk
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    Sanary-sur-Mer - Hauptstadt der Exil-Literatur

    17.04.2026 | 41 Min.
    Sanary-sur-mer – ein kleines Örtchen an der Côte d’Azur, 50 Kilometer östlich von Marseille.

    1933 hatte Sanary etwa 3000 Einwohner (heute sind es 16.000), ab 1933 wurde Sanary zur Hauptstadt der deutschsprachigen Literatur: Thomas Mann und Familie, Brecht, Lion Feuchtwanger, Joseph Roth, Franz Werfel und seine Frau Alma-Mahler Werfel, Stefan Zweig.

    All die und einige mehr (Juden, Kommunisten, Gefährdete) waren vor den Nationalsozialisten nach Sanary geflüchtet und lebten dort Tage, Wochen, Monate, Jahre.

    Was wie Verheißung von Sommer und Leichtigkeit klingt, wurde für sie zum Fluchtort, ihrer literarischen Arbeit und ihrer Sprache beraubt.

    Seit einigen Jahren erinnert eine Gedenktafel in Sanary mit 68 Namen an jene Exilanten, einen Rundgang zu den ehemaligen Wohnsitzen der exilierten Künstler gibt es auch.

    Knut Benzner war in Sanary-sur-mer und hat mit Menschen, denen Erinnerungskultur nicht nur ein Wort ist, gesprochen.

    Videotipp aus der ARD Mediathek: Marseille - Meer und Mistral

    https://www.ardmediathek.de/video/erlebnisreisen/marseille-meer-und-mistral/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtZWEyYTFkZGQtNjgyZC00YTU5LThjM2YtMTlkMWNhYjk4NDQz
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    Ägyptens Oasen - die Lebensader der Westlichen Wüste

    10.04.2026 | 36 Min.
    Seit Jahrtausenden magnetischer Anziehungspunkt für Mensch, Handel und Magie, machen Oasen Überleben möglich. Entlang fruchtbarer Senken konnten sich im ägyptischen Teil der libyschen Wüste, auch „Westliche Wüste“ genannt, so die ersten Menschen vor mehreren Tausend Jahren ansiedeln. In Senken, die durch Erosionsprozesse gebildet wurden und zum Teil bis unter Meeresniveau abfallen.

    Knapp 400 Kilometer vom pulsierenden Kairo entfernt, entschleunigt und wie an einer Perlenschnur aufgereiht, liegen die ägyptischen Oasen Bahariyya, Farafra, Dakhla und Kharga. Das Leben hier, fernab vom Nil, nur möglich durch einen gigantischen unterirdischen Wasserspeicher aus fossilem Grundwasser. Dem Nubischen Sandstein-Aquifer – dem größtem fossilen Aquifer-System der Welt.

    In der Bahariyya-Oase, in der die Menschen fast ausschließlich vom Dattelanbau leben, versuchen Bauern und Wissenschaftler das Bewässerungssystem zu revolutionieren, um die Oasen überlebensfähig zu halten. Denn so gigantisch der unterirdische Wasserspeicher ist, so endlich ist er. Jährlich sinkt der Wasserspiegel um mehrere Meter. Das Land leidet bereits jetzt unter Wasserknappheit.
    100 Kilometer weiter südlich, in der Farafra-Oase, erstreckt sich auf knapp 4.000 Quadratmetern der Nationalpark Weiße Wüste. Eine fantastisch-bizarre Gesteinslandschaft, die seit 2002 unter Schutz und seit jeher in den Top Drei ägyptischer Naturdenkmäler steht.
    In der Dakhla-Oase untersucht ein internationales Archäologen-Team erstmals den Kontakt zwischen unterschiedlichen ägyptischen Bevölkerungsgruppen im dritten Jahrtausend vor Christus. Zwischen dem Nomadenvolk der Sheikh-Muftah Gruppe und der urbanen pharaonischen Bevölkerung, die vom Niltal aus in die Wüste zog.

    Damals wie heute gilt in den Oasen: Bei aller Unterschiedlichkeit, greift die Stärke der Gemeinschaft. Man muss einander helfen, um zu überleben. Nicht nur in der Westlichen Wüste Ägyptens.

    Für Zwischen Hamburg und Haiti hat Max-Marian Unger sechs Monate in Ägypten recherchiert.
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    Spanien abseits der Küsten

    29.03.2026 | 26 Min.
    Spanien – die meisten Urlauber reisen an die Küsten, auf die Inseln oder auch nach Sevilla, Granada oder Cordoba. Dabei gibt es auch im Landesinneren viel zu sehen. NDR-Reporterin Katja Bülow hat sich von Madrid aus auf den Weg gemacht in weniger bekannte Regionen.
    Sie war unterwegs in der Provinz Jaén, da, wo König Karl der Dritte von Spanien Ende des 18. Jahrhunderts tausende deutsche Einwanderer angesiedelt hat, um die bis dahin öde, gefährliche Region urbar zu machen. Sie war in der Renaissance-Stadt Ùbeda – ein Weltkulturerbe und trotzdem nicht von Touristen überflutet.
    Und, ein ebenfalls kaum bekanntes Weltkulturerbe: Die von wilden Schluchten umgebene Stadt Cuenca in der Region Kastilien-La Mancha, in der normalerweise rund 55 000 Einwohner leben. Nur in der Osterzeit verdoppelt sich diese Zahl, denn die ohnehin in Spanien sehr speziellen Prozessionen während der Karwoche sind dort etwas ganz Besonderes. Täglich ziehen die Bruderschaften mit Heiligenfiguren durch die Straßen – und am Karfreitag zelebrieren sie eine einzigartige Tradition, deren Wurzeln bis ins Jahr 1616 zurückreichen: die „Jesusbeschimpfung“.
    Reportagen von Katja Bülow

    Mediathekstipp:
    50 Gründe, Andalusien zu lieben
    https://www.ardmediathek.de/video/rbb-fernsehen/50-gruende-andalusien-zu-lieben/rbb/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvMzBmYXZvcml0ZW4vMjAyMi0wMS0yMVQyMDoxNTowMF83NjU3YjJmNi0zODM4LTQ5MmMtYTY5Ny01YjgwYTIxODY5YzYvNTAtZ3J1ZW5kZS1hbmRhbHVzaWVuLXp1LWxpZWJlbg
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    Travel like a local - Polen

    27.03.2026 | 32 Min.
    Vom Charme der Ostsee bis zu mitreißender Live-Musik in urigen Bergdörfern - Kate Menzyk zeigt uns auf ihrem Roadtrip durch Polen besondere Orte, echte Begegnungen, kulinarische Highlights und ganz persönliche Geschichten abseits vom klassischen Reiseführer. Ihre Eltern wurden hier geboren, ein Teil ihrer Familie wohnt noch in Polen, Kate selbst hat in Warschau studiert und weiß genau, warum man das Land ihrer Wurzeln unbedingt bereisen sollte.

    Die Reise führt uns hinein in das energiegeladene Herz Warschaus, über die Berge und lebendige Kultur Zakopanes und endet in Zalipie. Kate spricht über das Leben mit einer älteren Dame, die in ihrem wohnzimmerähnlichen Bistro typisch Polnisch kocht und zeigt uns das wahrscheinlich märchenhafteste kleine Dorf Polens.

    Eine Reise mit polnischer Seele, unvergesslichen Geschichten und Landschaften voller atemberaubender Schönheit.

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Über Zwischen Hamburg und Haiti

Mit dem Mikrofon rund um die Welt. Das ist die spannende Aufgabe, die sich unseren Autor*innen stellt. Um dann in unserem Podcast "Zwischen Hamburg und Haiti" zu erzählen, wie nahe und ferne Länder klingen, was die Menschen dort berichten, wie sie leben, was sie wünschen. Wir fragen unsere Reporter*innen aber auch, wie sie selber sich gefühlt haben beim Reisen, wie es ist, fremd in fernen Welten zu sein. Lassen Sie sich von unserem Podcast "Zwischen Hamburg und Haiti" einladen, mitzureisen und vielleicht auch eigene Reisepläne zu schmieden!
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