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Zen

Rei Ho Christoph Hatlapa Roshi
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Neueste Episode

264 Episoden

  • Zen

    Z00263 Was, wenn alles Leid aus verwirrten Gedanken resultiert? (Sesshin 07.03.2026)

    25.07.2026
    Im 58. Beispiel des Hekiganroku wird Meister Joshu gefragt, warum er den Satz: »Der wahre Weg ist nicht schwer; er verabscheut nur Wahl und Festhalten«, so oft zitiere. Joshu entgegnet, dass er dafür keine Rechtfertigung habe.

    Was Wahl bedeutet und wie wir dem Anhaften entgehen können, ist ein wiederkehrendes Thema. Joshus Botschaft bleibt dabei stets dieselbe: Der wahre Weg (Dao) ist einfach, nur unser Denken macht ihn kompliziert. Steven Mitchell schreibt dazu in seinem Buch »The Second Book of the Dao«: »Wir glauben die menschliche Natur zu kennen. Doch was, wenn unsere liebsten Annahmen falsch sind? Was, wenn alles Leid aus verwirrten Gedanken resultiert?«

    In diesem Teisho stellt Christoph Rei Ho Hatlapa dem analytischen Verstand die Wahrnehmung mit dem Herzen zur Seite. Aus ihr erwachsen Mitgefühl und die Einsicht, dass wir nicht von den Wesen um uns herum getrennt sind. Die praktische Aufgabe besteht darin, immer wieder zu unserer eigenen Mitte zurückzukehren, auch wenn in uns viele unterschiedliche Stimmen sprechen: die des inneren Kindes, der Eltern oder unserer Erwartungen. Durch die Zen-Praxis können wir lernen, diese Stimmen wahrzunehmen und den inneren Frieden zwischen ihnen wiederherzustellen. Indem wir unsere mentalen Konstruktionen loslassen und die Wirklichkeit unmittelbarer erkennen, kann Klarheit entstehen. In dieser Klarheit ist der Weg nichts Fernes oder Geheimnisvolles, sondern etwas, das bereits im gegenwärtigen Moment vorhanden ist.

    Literatur:
    Stephen Mitchell: The Second Book of the Tao, 1. Auflage, Penguin Publishing Group, 2010, ISBN: 0143116703, 9780143116707

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  • Zen

    Z00262 Wenn du erkennst, woher du kommst, wirst du von Natur aus tolerant. (Sesshin 17.01.2026)

    11.07.2026 | 33 Min.
    Ausgehend von Koan 6 des Hekiganroku entfaltet Christoph Rei Ho Hatlapa in diesem Teisho das Leben und Wirken des Zenmeisters Ummon, der für seine knappen Antworten bekannt war. Mit seinen wenigen Worten zielte er nicht darauf ab, etwas zu erklären. Vielmehr wollte er bei den Zuhörenden einen Durchbruch bewirken. So führt uns auch seine Koan-Aussage: »Jeder Tag ein guter Tag« mitten hinein in die Welt der Nicht-Dualität. Denn nur, wenn wir die gemeinsame Quelle aller Dinge erkennen und daraus Gelassenheit, Mitgefühl und innere Weite entstehen lassen, können wir dem Leben mit all seinen hellen und dunklen Seiten wirklich begegnen. Dabei hilft die Zazen-Übung. Sie befreit den Geist von unnützen Gedanken und schenkt dem Herzen Frieden. Ein ruhiger Geist beobachtet zunehmend das Treiben der Wesen und betrachtet ihre Rückkehr zur Quelle. Denn wer erkennt, woher er kommt, kann gelassen mit allem umgehen, was das Leben bringt – und verkörpert, wenn der Tod kommt, Ummons goldene Brise.

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  • Zen

    Z00261 Wie gelangt ihr dorthin, wo es keinen Grashalm in 10000 Meilen gibt? (Rohatsu 05.12.2025)

    27.06.2026
    In dem geschützten Raum eines Sesshin ist es leicht zu erkennen, dass die mitunter täuschend echten Bilder, die wir sehen, unserem Geist entspringen und Trugbilder sind. Zurück im Alltag aber erscheint Tōzan Ryōkais Appell aus Koan 161 des Shūmon Kattōshū jedoch wie ein frommer Wunsch: Geht dorthin, wo es weit und breit keine Illusionen gibt! Daher erwidert Sekisō: »Warum sagtest du nicht: ›In dem Augenblick, in dem du das Tor hinter dir lässt, gibt es Gras?‹« Sobald wir den Tempel verlassen, sind wir von Verblendungen umzingelt. Andererseits sind gerade diese Umstände aber die Voraussetzung dafür, dass wir unseren irrtümlichen Vorstellungen auf die Spur kommen. C. G Jung nannte diese Trugbilder Projektionen. Sie verdunkeln die objektive Sicht andere Menschen und verhindern echte menschliche Beziehungen. Ob diese Schatten allerdings zu Freunden oder Feinden werden, hängt jedoch von uns selbst ab. Als Menschen kommen wir in der Geborgenheit eines ungeteilten Universums an. Doch nach kurzer Zeit beginnt ein Sozialisationsprozess, in dem wir erfolgreiche Anteile in einem äußeren Bereich unserer Persönlichkeit ablegen. Jung nannte diesen Bereich die Persona. Wir lernen schnell, mit welchen Äußerungen und Eigenschaften wir uns im sozialen Kontext erfolgreich bewegen können. Viele Ausdrucksformen unserer Lebendigkeit wurden jedoch in den Schattenbereich gedrängt. Die dabei entstandenen Narben entsprechen den berühmten Knöpfen, die unsere Liebsten unversehens drücken. Wenn wir Glück haben, können wir uns dabei unsere Schatten gemeinsam anschauen. Es ist eine Wohltat, wenn es uns gelingt, unsere Schatten als zu uns gehörig zu akzeptieren. Denn so integrieren wir unsere verlorenen Anteile und können nach und nach unser volles Potenzial entfalten. Zu dieser inneren Arbeit lädt uns Christoph Rei Ho Hatlapa ein. Die Frucht der Übung ist Klarsicht, nicht weil Illusionen verschwinden, sondern weil wir sie als unsere eigenen erkennen. Das Ende der Übungszeit bedeutet nicht das Ende der Arbeit, sondern den Beginn einer bewussteren, liebevolleren Beziehung zu unseren Schatten – innerlich wie äußerlich.

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  • Zen

    Z00260 Ein Gipfel ist nicht weiß (Rohatsu 04.12.2025)

    13.06.2026 | 39 Min.
    Im 15. Fall des Kattōshū fragt ein Mönch Tsao-shan Pen-chi: »Schnee bedeckt die tausend Berge, warum ist ein Gipfel nicht weiß?« Tsao-shan antwortet: »Du solltest den Unterschied innerhalb des Unterschieds erkennen.« Er fügt hinzu: »Er lässt sich nicht dazu herab, die Farbe der anderen Berge anzunehmen.« Christoph Rei Ho Hatlapa vergleicht die Berge mit meditierenden Mönchen und die weißen Gipfel mit ihren kahlen Köpfen. Doch warum ist ein Gipfel nicht weiß? Als der spätere Zen-Patriarch Hui Neng ins Kloster eintrat, unterschied er sich von den Mönchen nicht nur dadurch, dass er kleinwüchsig und Analphabet war, sondern auch dadurch, dass er die Zeichenlosigkeit der Zeichen im Sinne des Diamant-Sūtra unmittelbar erkannte und den Buddha in allen Dingen sah. Zeichen sind die Objekte unserer Wahrnehmung, die uns leicht täuschen können. Die Klarheit unserer Wahrnehmung hängt nicht davon ab, dass wir wie eine Kamera in die Welt blicken, sondern dass wir tiefer schauen. Weisheit im buddhistischen Sinn bedeutet Einsicht in das abhängige Entstehen der Dinge, also das Erkennen, dass jedes Element aus anderen Elementen hervorgeht und alles mit allem verwandt ist im Kontinuum der Zeichenlosigkeit. Erst wenn wir diesen Zusammenhang wirklich durchdringen, haben wir Zugang zur wahren Wirklichkeit, in der auch der Tathāgata aus Nicht-Buddha-Elementen besteht. Alles, was ihn ausmacht, macht auch uns aus. Das Reine umfasst das Unreine. Im Buddhismus gilt die Non-Dualität als das wesentlichste Merkmal der Liebe. Mit den Augen dieser organischen Liebe betrachtet, existiert nichts, was wir nicht respektieren könnten – und mit ihr ließen sich sämtliche Probleme der Welt lösen. Der wahre Unterschied kennt keine Dualität. Das bedeutet, den Unterschied im Unterschied zu erkennen. Er ist zeichenlos, grenzenlos und allumfassend.

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    Z00259 Du bist Buddhas Knochen! (Rohatsu 02.12.2025)

    30.05.2026 | 42 Min.
    Der Buddhismus hat eine lange Reise hinter sich von den Universitäten Indiens über die Klöster Chinas bis hin zur heutigen Praxis. In diesem Teisho zeichnet Christoph Rei Ho Hatlapa diesen Weg nach und zeigt, wie aus einer monastischen Lehrtradition ein lebendiger, alltagsnaher Zen-Weg für Mönche, Laien und Frauen entstand. Dabei stellt er die Frage: Was heißt es, heute »Buddhas Knochen« zu sein – das Erwachen also nicht zu verehren, sondern zu verkörpern? Denn nur wenn der Geist des Buddha in uns lebendig bleibt, behält der Buddhismus seine Bedeutung. Anhand des Shinjinmei und Joshus Lehre wird deutlich, wie wählerische Wahl und Anhaften unseren Geist binden können. Dabei ist nicht das Wählen selbst das Problem, sondern das Festhalten, das Rechthabenwollen, das subtile Anhaften. Der beste Zustand ist jedoch kein asketisch abgehobener, sondern einer, in dem man nichts Besonderes mehr sucht und ununterscheidbar normal wird, eins mit Leiden und Freude, Alltag und Erwachen.

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