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Zen

Rei Ho Christoph Hatlapa Roshi
Zen
Neueste Episode

267 Episoden

  • Zen

    Z00266 Dies ist Myōhō. (Sesshin 22.05.2026)

    05.09.2026 | 32 Min.
    Was geschieht, wenn wir vom Gipfel spiritueller Erfahrung wieder ins gewöhnliche Leben zurückkehren? Anhand von Koan 23 aus dem Hekiganroku geht Christoph Rei Ho Hatlapa der Frage nach, wie sich die Erfahrung des Absoluten im Alltag verwirklichen kann.

    Ausgangspunkt ist die Geschichte von Hofuku und Chōkei, die über den heiligen Berg Myōhō sprechen, der für das absolute Samadhi steht – die Erfahrung von Grenzenlosigkeit und Einheit. Die eigentliche Erkenntnis geschieht jedoch nicht auf dem Gipfel selbst, sondern erst nach dem Abstieg zurück in die Welt des Handelns und der Beziehungen. Zen bedeutet demnach nicht, sich im Absoluten zu verlieren, sondern die Erfahrung der Einheit in das alltägliche Leben hineinzutragen. Was uns daran hindert, die Wirklichkeit unmittelbar zu erleben, sind unsere Gedanken, Urteile und Erwartungen, in denen wir gefangen sind. Diese geistigen Muster erzeugen Leiden. Wir wünschen uns, dass Menschen anders wären, dass die Welt anders wäre oder dass wir selbst anders sein müssten. Dadurch verlieren wir den Kontakt zum So-Sein der Wirklichkeit – zu dem, was einfach ist.

    Zen-Praxis bedeutet deshalb auch, diese alten Muster zu erkennen und allmählich loszulassen, um freier, spielerischer und unmittelbarer leben zu können. Wenn es uns gelingt, unsere gedanklichen Blasen allmählich zu verlassen, erkennen wir, dass wir von Wundern umgeben sind. Bis wir Myōhō schließlich nicht mehr als einen fernen mystischen Ort erleben, sondern als die allgegenwärtige Wirklichkeit selbst.

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  • Zen

    Z00265 Seijos Seele ist von ihrem Sein getrennt. (Zentag Niederrhein 21.03.2026)

    22.08.2026 | 36 Min.
    Ausgehend vom Koan 35 des Mumonkan beschäftigt sich Christoph Rei Ho Hatlapa mit der oft schmerzhaften Spaltung zwischen unserem angepassten Selbst und unserer lebendigen inneren Wahrheit. Wer sind wir wirklich – jenseits der Rollen, Erwartungen und Geschichten, die wir über uns selbst erzählen? Wie erwachen wir aus dem Wachkoma des Funktionierens?

    Anhand der rätselhaften Geschichte von Seijo wird deutlich, dass innere Heilung dort geschieht, wo verdrängte Erfahrungen gesehen, angenommen und mit Mitgefühl gehalten werden. Einfühlsames Zuhören kann dabei zu tiefgreifenden Wandlungen führen und abgespaltene Anteile wieder integrieren.

    Heilung geschieht jedoch nicht durch die Identifikation mit einer Seite, sondern durch die Fähigkeit, Gegensätze zu umfassen: Stärke und Verletzlichkeit, Persönlichkeit und Unpersönlichkeit, Anpassung und Freiheit. Wer die Welt annimmt, wie sie ist, kehrt zu seinem ursprünglichen Wesen zurück.

    Dieses Teisho wurde während eines Zen-Tages des Zenkreises Niederrhein (https://zenkreis-niederrhein.de) gehalten.

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  • Zen

    Z00264 Baso und die hundert Verneinungen. (Sesshin 08.03.2026)

    08.08.2026 | 25 Min.
    Im 73. Fall des Hekiganroku bittet ein Mönch Zenmeister Baso um die endgültige Erklärung zur Bedeutung von Bodhidharmas Kommen aus dem Westen, die über die vier Lehrsätze und die hundert Verneinungen der buddhistischen Philosophie hinausgeht. Doch statt einer Antwort begegnen ihm Müdigkeit, Kopfschmerz und schließlich ein schlichtes Eingeständnis des Nichtwissens. Am Ende bleibt nur ein einfacher Satz: »Shisos Kopf ist weiß, Kais Kopf ist schwarz.«

    In diesem Teisho führt Christoph Rei Ho Hatlapa durch die philosophischen Hintergründe des buddhistischen Tetralemmas und der Lehre Nagarjunas vom Mittleren Weg und verbindet sie mit Einsichten aus dem Daoismus. Dabei wird deutlich, dass Zen die Wahrheit nicht in immer feineren philosophischen Unterscheidungen sucht. Vielmehr führt der Weg zurück zur unmittelbaren Wirklichkeit des Lebens selbst. Die Gedanken über Sein und Nichtsein, über Recht und Unrecht, über Ja und Nein verlieren ihre zwingende Macht, wenn wir den Drehpunkt des Dao entdecken. Jenen Ort, an dem sich die Gegensätze auflösen und wir die Welt wieder direkt sehen, so wie sie ist: vielfältig, verbunden und von stiller Güte durchzogen.

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  • Zen

    Z00263 Was, wenn alles Leid aus verwirrten Gedanken resultiert? (Sesshin 07.03.2026)

    25.07.2026
    Im 58. Beispiel des Hekiganroku wird Meister Joshu gefragt, warum er den Satz: »Der wahre Weg ist nicht schwer; er verabscheut nur Wahl und Festhalten«, so oft zitiere. Joshu entgegnet, dass er dafür keine Rechtfertigung habe.

    Was Wahl bedeutet und wie wir dem Anhaften entgehen können, ist ein wiederkehrendes Thema. Joshus Botschaft bleibt dabei stets dieselbe: Der wahre Weg (Dao) ist einfach, nur unser Denken macht ihn kompliziert. Steven Mitchell schreibt dazu in seinem Buch »The Second Book of the Dao«: »Wir glauben die menschliche Natur zu kennen. Doch was, wenn unsere liebsten Annahmen falsch sind? Was, wenn alles Leid aus verwirrten Gedanken resultiert?«

    In diesem Teisho stellt Christoph Rei Ho Hatlapa dem analytischen Verstand die Wahrnehmung mit dem Herzen zur Seite. Aus ihr erwachsen Mitgefühl und die Einsicht, dass wir nicht von den Wesen um uns herum getrennt sind. Die praktische Aufgabe besteht darin, immer wieder zu unserer eigenen Mitte zurückzukehren, auch wenn in uns viele unterschiedliche Stimmen sprechen: die des inneren Kindes, der Eltern oder unserer Erwartungen. Durch die Zen-Praxis können wir lernen, diese Stimmen wahrzunehmen und den inneren Frieden zwischen ihnen wiederherzustellen. Indem wir unsere mentalen Konstruktionen loslassen und die Wirklichkeit unmittelbarer erkennen, kann Klarheit entstehen. In dieser Klarheit ist der Weg nichts Fernes oder Geheimnisvolles, sondern etwas, das bereits im gegenwärtigen Moment vorhanden ist.

    Literatur:
    Stephen Mitchell: The Second Book of the Tao, 1. Auflage, Penguin Publishing Group, 2010, ISBN: 0143116703, 9780143116707

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  • Zen

    Z00262 Wenn du erkennst, woher du kommst, wirst du von Natur aus tolerant. (Sesshin 17.01.2026)

    11.07.2026 | 33 Min.
    Ausgehend von Koan 6 des Hekiganroku entfaltet Christoph Rei Ho Hatlapa in diesem Teisho das Leben und Wirken des Zenmeisters Ummon, der für seine knappen Antworten bekannt war. Mit seinen wenigen Worten zielte er nicht darauf ab, etwas zu erklären. Vielmehr wollte er bei den Zuhörenden einen Durchbruch bewirken. So führt uns auch seine Koan-Aussage: »Jeder Tag ein guter Tag« mitten hinein in die Welt der Nicht-Dualität. Denn nur, wenn wir die gemeinsame Quelle aller Dinge erkennen und daraus Gelassenheit, Mitgefühl und innere Weite entstehen lassen, können wir dem Leben mit all seinen hellen und dunklen Seiten wirklich begegnen. Dabei hilft die Zazen-Übung. Sie befreit den Geist von unnützen Gedanken und schenkt dem Herzen Frieden. Ein ruhiger Geist beobachtet zunehmend das Treiben der Wesen und betrachtet ihre Rückkehr zur Quelle. Denn wer erkennt, woher er kommt, kann gelassen mit allem umgehen, was das Leben bringt – und verkörpert, wenn der Tod kommt, Ummons goldene Brise.

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Generated: 9/6/2026 - 1:58:06 PM