Zen

Rei Ho Christoph Hatlapa Roshi
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Neueste Episode

259 Episoden

  • Zen

    Z00258 Sei hellwach und lass dich nicht in die Irre führen! (Rohatsu 01.12.2025)

    16.05.2026 | 39 Min.
    In Koan 12 des Mumonkan sowie in Fall 11 des Kattōshō ruft Zuigan Gen Osho sich täglich selbst: »Meister!« – und antwortet: »Ja, Herr!« Durch dieses Rufen und Antworten schult Zuigan seine Präsenz und vervollkommnet seine Meisterschaft. »Übung ist Erleuchtung, Erleuchtung ist Übung«, beschreibt es Dōgen. In jedem von uns steckt von Anfang an ein Meister, zu dem wir uns bemühen, den Kontakt aufzunehmen. Oft halten wir ihn jedoch für eine abgehobene Instanz und verwechseln ihn mit dem inneren Erzieher oder den zahllosen anderen Aspekten unseres Ichs. Wir sind so sehr mit ihnen beschäftigt, dass die Ebene des inneren Meisters im Schatten bleibt. Erst wenn wir mutig vor unsere inneren Wächter hintreten und mit ihnen verhandeln, erfahren wir, was sie brauchen, damit sie uns vorbeilassen. Dieser Prozess ebnet nach und nach den Weg zum inneren Meister, sodass wir uns diese wunderbare Instanz in uns ergründen können.

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    Z00257 Zeichenlosigkeit erkennen und organische Liebe praktizieren. (Herbstmond-Sesshin 09.11.2025)

    02.05.2026 | 49 Min.
    In Abschnitt 5 des Diamant-Sūtras geht es darum, dass die wahre Natur des Tathāgata nicht durch äußere Zeichen oder Merkmale erfasst werden kann. Sie sind nur Oberfläche, die eigentliche Wirklichkeit liegt in der Zeichenlosigkeit. Ähnlich wie bei einer Rose, die nur im Kontext aller Nicht-Rose-Elemente wirklich verstanden werden kann, ist auch der Mensch nur vollständig zu sehen, wenn man seine Hintergründe, Geschichte und Beziehungen berücksichtigt. Das Festhalten an Zeichen führt zur Täuschung, während Einsicht und Verständnis für den Kontext die Wahrnehmung vertiefen. So erklärt der Buddha in Kapitel 25 des Diamant-Sūtras, dass es niemanden zu erlösen gibt, da keine getrennten Wesen existieren, die zu retten wären. Jeder Mensch ist sowohl gewöhnlich als auch Buddha, da alles aus den gleichen Elementen besteht und miteinander verbunden ist – als Teil des großen Gewebes. Diese organische Liebe im Alltag zu verwirklichen, bedeutet, im anderen sich selbst zu erkennen und die Dualität aufzulösen. Probleme, Leid und Fehler werden dann nicht mehr isoliert betrachtet, sondern als Teil eines größeren Zusammenhangs, der sowohl Schatten als auch Licht umfasst. Die Praxis im Alltag besteht also darin, Einsicht, Verbundenheit und Mitgefühl zu kultivieren, um die Illusion von Trennung und Selbst zu überwinden.

    Dieses Teisho wurde im Kô Getsu An (https://zen-bonn.de) gehalten.

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    Z00256 Sesshin als Feld der liebenden Güte und inneren Metamorphose. (Herbstmond-Sesshin 08.11.2025)

    18.04.2026 | 37 Min.
    In diesem Teisho lädt Christoph Rei Ho Hatlapa uns dazu ein, die Teilnahme an einem Sesshin als einen Akt der Selbstliebe zu verstehen. Frühes Aufstehen, langes Sitzen und Schweigen wirken auf den ersten Blick zwar abschreckend. Doch genau in dieser Strenge liegt die Fürsorge, die es uns ermöglicht, uns nicht länger selbst aus dem Weg zu gehen, sondern zu erforschen, wer oder was wir jenseits unserer Geschichten wirklich sind. Dabei geht es nicht um Selbstbespiegelung, sondern um die Bereitschaft, sich im Zusammenhang der fünf Skandhas zu betrachten und zu erkennen, wie sehr das vermeintlich fixe Ich ein Prozess ist, der vom gesamten Kontext des Lebens bedingt ist. Shin’ichi Hisamatsu, der philosophische Lehrer von Ōi Saidan Roshi, vergleicht das wahre Selbst mit einer Raupe, die sich verpuppt und schließlich als Schmetterling ihre Schale durchbricht. Dabei vereinigt sich die Raupe nicht mit dem Schmetterling, indem sie sich selbst aufgibt, sondern die Puppe verneint sich selbst, erlangt Freiheit von sich selbst und wird so zum Schmetterling. Ein Sesshin ist vergleichbar mit dem Kokon, in dem wir uns der Krise, der Enge und dem Nicht-Wissen nicht mehr entziehen können. Wenn wir das alte Ich nicht aus Selbsthass verneinen, sondern aus Durchschauen, kann etwas Weites, Leichtes, Unverfügbares auftauchen: unsere Buddha-Natur.​ Ein Mensch, der auf diese Weise weich geworden ist, erlebt sich nicht länger als getrennt von der Welt und den Wesen um sich herum. Es entsteht ein Raum, in dem wir uns selbst freundlicher betrachten können. Unser Herz öffnet sich für die vier Qualitäten der Liebe – liebende Güte, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut. Diese bleiben keine abstrakten Ideale, sondern scheinen im ganz Konkreten auf: in der Partnerschaft, bei der Erziehung von Kindern, in der Sangha, in unserem Umgang mit Konflikten und mit der verletzten Erde. Die Art und Weise, wie wir unsere eigene innere Landschaft kultivieren, prägt unmittelbar unseren Blick auf das gesamte Mit-Leben.​

    Dieses Teisho wurde im Kô Getsu An (https://zen-bonn.de) gehalten.
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    Z00255 Der Geist ist ein Künstler. (Herbst-Sesshin 25.10.2025)

    04.04.2026 | 33 Min.
    Christoph Rei Ho Halapa beschäftigt sich in diesem Teisho mit der Beziehung von Bewusstsein und Materie im Kontext der Herausforderungen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Insbesondere angesichts der Sorge, Maschinen könnten das menschliche Bewusstsein überflügeln oder gar übernehmen. In Fall 102 des Shūmon Kattōshū heißt es: »Der Geist ist wie ein Künstler, der unaufhörlich die fünf Skandhas hervorbringt. Es gibt nichts auf der ganzen Welt, das nicht vom Geist hervorgebracht wird.« Demnach geht alles Sein aus dem Bewusstsein hervor, als zwei untrennbare Aspekte der Wirklichkeit. Auch die Quantenphysik bestätigt diesen inneren Zusammenhang: Materie existiert nicht unabhängig vom Bewusstsein des Beobachters. Bewusstsein ist allerdings kein materielles Nebenprodukt, sondern ein eigenständiges, nicht reproduzierbares Phänomen auf Quantenebene. Daher können Maschinen niemals echtes Bewusstsein entwickeln, da ihnen eine »Innenseite« fehlt, also die Möglichkeit, Erleben oder Empfindung zu erfahren. Somit verweist die KI das Menschliche nicht auf Abwege, sondern zurück zu seiner eigentlichen Stärke: Mitgefühl, Einfühlung und geistige Tiefe.

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    Z00254 Was ist Zen? (Herbst-Sesshin 24.10.2025)

    21.03.2026
    In Fall 211 des Shūmon Kattōshū fragte ein Mönch: »Was ist Zen?« Touzi Datong antwortete: »Zen.« Der Mönch fragte weiter: »Was ist, wenn der Mond noch nicht voll ist?« Touzi sagte: »Ich schlucke drei oder vier Zehntel.«

    Gerade am Anfang erhofft man sich von seinem Zen-Lehrer Antworten auf die vielen Fragen, die man hat. Doch meist fallen diese eher einsilbig aus. Auch die Koan erscheinen uns je nach Lebenslage tiefgründig oder unverständlich, hilfreich oder abwegig. Beide zielen darauf ab, uns zu ermutigen, uns selbst zu erforschen, statt Antworten zu erwarten. Mit zunehmender Praxis wandelt sich das Verhältnis: Nicht mehr »wir üben Zen«, sondern »Zen übt mit uns« und wird zu einer lebendigen, lebenslangen Begleitung. Zen lehrt, dem Natürlichen zu folgen: weder zu erzwingen noch zu vermeiden, sondern das Leben in all seinen Formen anzunehmen – auch Beziehungen, Begehren und alltägliche Schwierigkeiten. Leben und Zen sind eins.

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