1855, Bangkok: König Mongkut empfängt einen britischen Gesandten. Draußen im Hafen liegt eine Flotte. Die Verhandlungen sind keine echten Verhandlungen – es ist ein Ultimatum. Mongkut muss entscheiden: Kämpfen und das Schicksal Burmas teilen? Oder kapitulieren und hoffen, dass Siam überlebt?
Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert des europäischen Kolonialismus in Südostasien. Burma fällt an Großbritannien – in drei Kriegen, über 60 Jahre hinweg. Vietnam, Kambodscha und Laos werden französisch. Nur Siam, mittendrin, bleibt unabhängig.
Aber nicht durch militärische Stärke. Sondern durch visionäre Führung, schmerzhafte Kompromisse und eine brillante Strategie: Siam positioniert sich als Pufferstaat zwischen zwei Rivalen, die keine gemeinsame Grenze wollen.
König Mongkut – 27 Jahre lang buddhistischer Mönch, bevor er den Thron besteigt – öffnet Siam kontrolliert. Sein Sohn Chulalongkorn modernisiert das Land radikal: Sklaverei abgeschafft, Verwaltung reformiert, Eisenbahnen gebaut. Und als 1893 französische Kanonenboote vor dem Königspalast ankern, trifft er die unmögliche Entscheidung: Laos aufgeben, um Bangkok zu retten.
Ein Drittel des Territoriums geht verloren. Aber Siam überlebt. Als einziges Land in Südostasien. Bis heute ist "nie kolonisiert" der Kern thailändischer Identität – ein Stolz, der das Land von allen seinen Nachbarn unterscheidet.
Eine Geschichte über Pragmatismus, Opfer und die Frage: Wann kämpft man – und wann gibt man nach, um zu überleben?
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