In den 60er Jahren etabliert sich in der BRD langsam der Popmusikjournalismus. Irgendwo zwischen amerikanischen Vorbildern, eigener Sprache und einer starken Jugendkultur schraubt sich ein neuer Sprachduktus, eine neue Branche an die Oberfläche und bricht die Hegemonie der sogenannten "Hochkultur" langsam auf. Mitten drin: Eine junge Allgäuerin, die sich ihren Platz in dieser Branche von München aus erarbeitet. Ingeborg Schober war die erste (Pop-)Musikjournalistin der Bundesrepublik, sie schrieb für "Hit", "Sounds", die "Bravo", den "Musikexpress", die "SZ", arbeitete später auch in der Musikredaktion des Bayerischen Rundfunks. Sie interviewte Jim Morrison, Stephen Stills, freundete sich mit Christine McVie an, war clevere Beobachterin des Zeitgeschehens wie z.B. der Krautrockszene um Amon Düül II. Ihre Stärke waren der Kontext, die Kunst der klugen Einordnung, die eigene Mitgestaltung der Szene, unterhaltsames Storytelling und ein ehrlicher, aber respektvoller Tonfall. Sie behauptete sich im Haifischbecken der Musiknerds, ist heute aber – leider – in Vergessenheit geraten. Wir blicken in unserer ersten Episode im Jahr 2026 auf Ingeborgs Schaffen, den Musikjournalismus damals und heute, sprechen über Lester Bangs und Cameron Crowe. Und natürlich gibt's auch wieder persönliche, manchmal ambivalente Gedankenströme und einen saftigen KI-Rant, eh klar. Welcome back bei schneeweiss & rosenrot!