105 Episoden
- Die seit 2024 regierende und stets fragile Brombeer-Minderheitskoalition aus CDU, SPD und dem BSW in Thüringen ist zerbrochen. Die 15-Ex-Abgeordneten der Wagenknecht-Partei zersplitterten in eine neue Fraktion und Partei unter dem Namen "Thüringen.Gerecht", eine parlamentarische Gruppe, ebenfalls mit neuer Partei namens "Deine Stimme zählt" und zwei parteitreuen verbliebenen BSW-Abgeordneten.
Die neue “Papaya”-Koalition mit noch 39 Sitzen im Parlament ist endgültig auf DIE LINKE angewiesen.
Was das bedeutet, erläutert der Journalist Dr. Sebastian Haak. Er leitet seit 2022 die Landespressekonferenz Thüringen und ist Teil des neuen Medienportals Fokus Thüringen.
Wie die Thüringer LINKE künftig agiert, erklärt deren Landesvorsitzende Katja Maurer in dieser Sendung. - Über Jahrzehnte verstand sich die Bundesrepublik als Gesellschaft der Mitte. Begriffe wie Klasse oder Kapitalismus galten als überholt oder ideologisch belastet. Soziale Ungleichheit wurde zwar nicht geleugnet, aber weitgehend entpolitisiert; nach Klassenverhältnissen, Eigentum und strukturellen Ursachen wurde nur selten gefragt.
Die Göttinger Soziologin Nicole Mayer-Ahuja hat bereits 2025 das spannende und wichtige Buch "Klassengesellschaft akut. Warum Lohnarbeit spaltet - und wie es anders gehen kann" veröffentlicht.
Darin zeigt sie, wie sich Arbeit im Kapitalismus der Gegenwart verändert, wie Spaltungslinien zwischen Lohnabhängigen vertieft werden – und wo Potentiale liegen, um Unterschiedlichkeit und Konkurrenz zu überwinden und für gemeinsame Interessen einzutreten.
In dieser Sendung von KUNST DER FREIHEIT spricht sie über ihr Buch, Klassenformierungen, Solidarität und was Gewerkschaften sowie progressive Parteien tun müssen, um "Beschleuniger für Solidarisierung" zu sein. Das ist umso wichtiger, denn allen Mythen zum Trotz ist die AfD keine Arbeiter:innenpartei, selbst wenn Arbeiter:innen die Rechtsextremen wählen. Verbindende Klassenpolitik ist links, ist Nicole Mayer-Ahuja überzeugt. - Die Wirtschaftskrise, in der sich unser Land be-findet, ist nicht nur die schwerste unserer Nachkriegsgeschichte. Sie ist inzwischen auch eine Krise der Politik.
Der Makroökonom Tom Krebs warnt in seinem neuen Buch »Kapital und Krise« vor den fatalen Folgen einer blinden Marktgläubigkeit.
In dieser Sendung spricht er über sein Buch und erläutert, was es mit der "geplanten Marktwirtschaft" auf sich hat, weshalb es keinen Rüstungsboom geben wird und "Militärkeynesianismus" als Wiederauflage der Reagonomics keine Lösung für die Zukunft ist.
Stattdessen plädiert der Professor an der Uni Mannheim für einen smarten Staat, der durch strategische Industriepolitik und die “geplante Marktwirtschaft” auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückfindet. - Demokratie lebt von Menschen, die sich in Gemeinderäten, Ortsvereinen, Betriebsräten, Gewerkschaften, Verbänden und Initiativen engagieren – meist ehrenamtlich neben Beruf und Familie.
Doch wenn dieses Engagement mit Dauerstress, ständiger Erreichbarkeit und Anfeindungen verbunden ist, gerät demokratische Teilhabe unter Druck. Denn wenn politische Verantwortung nur noch für zeitlich, gesundheitlich und sozial Privilegierte möglich ist, schrumpft der Kreis der Entscheider:innen – und mit ihm die Vielfalt der Lebensrealitäten, die Politik abbildet.
Zu Gast in dieser Folge sind Cécile Weidhofer und Tannaz Falaknaz. Gemeinsam haben sie das Buch Wer macht's noch? Warum wir über Mental Health in der Politik reden müssen geschrieben.
Beide schildern in ihrem Buch und in dieser Sendung persönliche Erfahrungen zahlreicher Politikerinnen und Politiker, einen Politikbetrieb, der Menschen begeistern kann – sie aber ebenso erschöpfen, ausschließen oder zum Aufhören bewegen kann. Und was getan werden kann, damit Menschen für Engagement brennen können, ohne auszubrennen. - In politischen Debatten ist viel von Zukunft die Rede. Aber auffällig ist: Die erfolgreichste Zukunftserzählung der Gegenwart handelt nicht vom Aufbruch ins Morgen. Zukunft wird stattdessen von rechts als Verlängerung der Gegenwart und Renaissance der Vergangenheit thematisiert. Sei es das Narrativ „Take back Control“, „Make America Great again“ - ihnen gemein ist die Vorstellung, man könne nur zurück zu alter Stärke. Das trifft offenbar den Nerv einer erschöpften und skeptischen Gesellschaft.
Für Philipp Staab, Autor des Buches “Systemkrise. Legitimationsprobleme im grünen Kapitalismus” und Professor an der Humboldt-Universität Berlin ist das kein Grund für Resignation, denn die Zukunft beginnt im Heute - in dem was wir tun.
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Über Kunst der Freiheit
Kunst der Freiheit ist der Podcast von Benjamin-Immanuel Hoff – gemeinsam mit Katrin Petermann. Die Psychotherapeutin und der ehemalige Minister sprechen im Dialog und mit wechselnden Gästen über Kunst, Kultur und Gesellschaftspolitik. Aus progressiver Perspektive und dem Interesse am zwanglosen Zwang des besseren Arguments. Hier wird gesprochen, weil vorher schon gedacht wurde.
Die Freiheit der Kunst steht unter Druck – ebenso wie die Freiheit selbst. Auch sie ist eine Kunst und eine fragile Balance.
Wie die Räume der Freiheit größer werden, diskutieren wir anhand spannender Themen und guten Ideen mit klugen Gästen.
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