
Vom Kahlschlag zur Wiederaufforstung
08.1.2026 | 24 Min.
Open Space: Ein Waldspaziergang mit der Umwelthistorikerin Simone GingrichWälder bedecken fast die Hälfte Österreichs und sind entscheidend für Klimaschutz und Biodiversität. Historische Debatten über nachhaltige Forstwirtschaft zeigen, dass die Balance zwischen Nutzung und Erhaltung schon lange ein Thema ist. Bis ins 19. Jahrhundert wurden die Wälder stark genutzt - teilweise sogar übernutzt. Mit der industriellen Revolution kam die Wende: Kohle ersetzte Brennholz, die Wälder erholten sich. Die Umwelthistorikerin Simone Gingrich von der Universität für Bodenkultur Wien erforscht die Geschichte der österreichischen Wälder und ihre Rolle im Klimaschutz. Sie erzählt, wie sich der Umgang mit dem Wald verändert hat und warum die Jahrhunderte ein historisches Spiegelbild der Nachhaltigkeit sind. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 08. 01. 2026.Moderation: Juliane Nagiller

Slavoj Zizeks christlicher Atheismus
07.1.2026 | 24 Min.
Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek - für die einen ein "Rockstar der Kulturtheorie", für die anderen ein kommunistischer Macho - ist mittlerweile 76 Jahre alt. Dennoch schreibt er ohne Unterlass Bücher, in denen er bekannte Thesen seines umfangreichen Werks mit neuen Beispielen kombiniert. In seinem jüngsten Buch plädiert er für einen "christlichen Atheismus". Er krempelt theologische Argumente um und versucht zu zeigen, dass Gott selbst nicht an Gott glaubt. Nur wer durch das Christentum hindurchgeht, könne ein wahrer Materialist sein, so Zizek. Er greift in der Argumentation auf seine Säulenheiligen Marx, Hegel und Lacan zurück, wagt aber auch Ausflüge in die Welt der exakten Wissenschaften. So sieht er etwa in den Paradoxien der Quantenphysik Hinweise auf eine lückenhafte Welt, die gegen die Existenz Gottes sprechen. (Wh. 16. 07. 2025) Gestaltung: Lukas Wieselberg. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 07. 01. 2026.

Vibes: Wann wir uns mit anderen wohlfühlen
05.1.2026 | 25 Min.
Vibes - das Wort ist eine Kurzform des englischen `Vibration'. Es steht für Vibrieren, Schwingen, aber auch für Zittern und Erschüttern. Viele kennen Vibes auch als gleiche Wellenlänge oder eine Chemie, die zwischen zwei Menschen stimmt. Das fühlt sich gut an. Man kommt schnell ins Gespräch, weiß wie der andere tickt und muss nicht viel erklären. Tatsächlich haben Untersuchungen ergeben, dass sich die Hirnströme angleichen, wenn sich Menschen auf Anhieb sympathisch finden. Dasselbe gilt für Gestik, Mimik und die Stimme. Bevor es so weit kommt, muss man den Vibes allerdings eine Chance geben. Wer nichts über sich preisgibt oder anderen etwas vorspielt, hat eher schlechte Karten, dass die Chemie stimmt. (Übernahme: SWR 2025) Gestaltung: Beate Krol. - Diese Sendung wurde am 05. 01. 2025 in Ö1 ausgestrahlt.

"Jud Süß": Geschichte und Nachgeschichte eines NS-Propagandafilms
30.12.2025 | 24 Min.
Er war einer der erfolgreichsten Filme im nationalsozialistischen Deutschland. Mehr als 20 Millionen Menschen sahen den antisemitischen Propagandastreifen "Jud Süß", der vor 85 Jahren in die Kinos kam. Das hetzerische Machwerk von Regisseur Veit Harlan wurde auch in den besetzten Ostgebieten im Umfeld der Deportationen und Mordaktionen zur Stimmungsmache eingesetzt. Mit dem Ende des NS-Terrorregimes verschwand "Jud Süß" nicht. Nach der Gründung des Staates Israel diente der Spielfilm als antisemitisches Propagandamittel im Nahen Osten. In Kinos in Ägypten, Syrien, im Libanon und dem Irak war er noch in den 1970er-Jahren zu sehen. Illegale Vorführungen in Ungarn kamen 2008 an die Öffentlichkeit. Mittlerweile ist er in den sozialen Medien abrufbar. Die Rechte an dem sogenannten Vorbehaltsfilm liegen seit 1966 bei der Murnau Stiftung in Wiesbaden. Gestaltung: Rosemarie Burgstaller. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 30. 12. 2025.

Suchtprobleme bei Menschen mit Autismus
29.12.2025 | 25 Min.
Wer die Welt durch andere Augen sieht, nur ein wenig vom normativen Verhalten abweicht, hat es schwer. Kein Wunder, dass auch Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung ein Risiko für Suchterkrankungen entwickeln können. Die wenigen Studien in dem noch jungen Forschungsfeld kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Darauf verweist eine Anfang 2025 veröffentlichte Metastudie und sie zeigt zudem: autistische Frauen sind suchtanfälliger und greifen häufiger zu psychoaktiven Substanzen. Es braäuchte eine größere öffentliche Aufmerksamkeit und mehr Forschungsgeld, um die Studienlage und die Situation für die Betroffenen zu verbessern. Gestaltung: Daphne Hruby. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 29. 12. 2025.



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