19 Episoden
- Politiker plötzlich ohne Bart und Showstars mit neuer Frisur haben sich nicht »ganz neu erfunden«, sondern sind charakterlich vermutlich ganz die Alten. Geschlecht, ethnische und familiäre Herkunft, Werdegang und Beruf, Lebensstil und Denkweise mögen äußere Identitätsmarker sein, beantworten aber nicht die Frage »Wer bin ich wirklich?« Eine ab- und ausgrenzende Identitätspolitik, die Verachtung und Benachteiligung aller, die anders sind als ich, verhindert die eigene Persönlichkeitsreifung. Selbstoptimierung statt Ichfindung, Identität Marke Eigenbau, übersieht die Tatsache, dass jede und jeder von Zeugung an ein unverwechselbares Original ist. Gewollt, geschaffen und geliebt als individuelles Gegenüber zu Gott. Was aber bedeutet dann der Satz des Paulus »Nun lebe nicht ich, sondern Christus lebt in mir«?
- »Humor ist, wenn man…« ? Trotzdem lacht, sagt das Sprichwort. Trotz widriger Umstände und widerwärtiger Zeitgenossen mit selbstironischer Distanz über sich und andere lachen kann. Humor ist der offene Knopf, damit uns nicht der Kragen platzt. Aber: Wo »hört der Spaß auf«? Was unterscheidet Comedyklamauk von religionskritischen Kabarett?. Ausgerechnet die Bibel enthält deftigste Satire und obendrein die Zusage, »wer zuletzt lacht, lacht am besten«. Ganz zuletzt. Sogar dann, ja.
- Eine Mobilfunk-Nummer verrät nicht, ob der Angerufene im Nebenraum oder auf Hawaii sitzt. Eine E-Mail-Adresse sagt nichts über den Firmensitz. Das Call-Center befindet sich sonstwo. Macht solche digitalisierte Ortlosigkeit die »Heimat« wieder wichtig? »Wo meine Wiege stand« und welche regionale Folklore es dort gab? Es sind Orte, Menschen und Erinnerungen, die als Identitätsmarker herhalten. Die Bibel hält mit einer unbequemen Idee dagegen: Beheimatung gibt`s nicht rückwärtsgewandt, sondern zukunftsorientiert. »Mein Vaterland heisst Ewigkeit« dichtete jemand vor 250 Jahren. Aber was bedeutet das?
- Das Gefühl, ohnmächtig zu sein, täuscht. Jede und jeder hat Macht. Mehr, als man denkt. In der Familie, im Beruf, sogar in politischer Einflussnahme auf die Gesellschaft. Durchsetzungsvermögen ist eine Tugend. Manipulation ist Machtmissbrauch und der ist Sünde. Ab wann geht in einer Demokratie nicht mehr »alle Macht vom Volke aus«, weil ein Autokrat sie an sich reisst und die Macht der Moral ignoriert? Was meint die Bibel, wenn sie erzählt »Jesus predigte mit Vollmacht« und er von sich sagt »mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden«?
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