367 Episoden
DeepDive 10 (Teaser): David Lynchs ERASERHEAD, MULHOLLAND DRIVE und LOST HIGHWAY
31.07.2026 | 15 Min.David Lynch ist einer der bedeutendsten Regisseure der Filmgeschichte. Er schuf neue Bildwelten aus roten Vorhängen, nachtschwarzen Wohnzimmerecken, eigenartigen Lichtquellen, unheimlichen Fluren, Stimmen, die sich vom Körper lösen, und durch Soundkulissen, die ständiges Unbehagen auslösen. Die Räume, durch die wir schreiten, sind Reisen ins labyrinthisch aufgebaute Bewusstsein. Wer es sich zur Aufgabe macht, die David-Lynch-Filme zu ordnen, Stringenz und Linearität herstellen will, wird bald auf nicht lösbare Paradoxien treffen. David Lynch entzieht sich damit einer auf den Plot ausgerichteten Interpretation, was jedoch die Filme nicht beliebig werden lässt. Auffallend ist die Wiederkehr von Formen und Mustern und von Themen wie Ekel, Verwandlung und reale Imagination beziehungsweise imaginierte Realität. Schon in seinem Langfilmdebüt „Eraserhead“ finden wir dies, mit einem Umweg über „The Elephant Man“ führt Lynch uns auf den „Lost Highway“ und den „Mulholland Drive“. Im aktuellen DeepDive geht es um diese zutiefst irritierenden Meistwerke von David Lynch!
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Die Filmanalyse +ABO kann man auch für ein Jahr verschenken: https://steady.page/de/die-filmanalyse-abo/gift_plansEp. 322: DER SCHACHT: Wo der Film richtig und wo er falsch liegt - Kritik & Analyse
29.07.2026 | 18 Min.Als die Kinos geschlossen waren, diskutierte man über diesen Netflix-Film: „Der Schacht“ reihte sich ein in eine Vielzahl von Filmen, die den Kapitalismus beim Wort nehmen. Wie in „Snowpiercer“ und „Parasite“ soll auch hier ein Machtsystem exemplarisch, reduziert auf das Notwendigste illustriert werden. Eingenommen wir ein wirklich globaler Blick auf die Welt, auch wenn alles nur in einem Turm spielt. Die Höhe von Bong Joon-ho erreicht Regisseur Galder Gaztelu-Urrutia allerdings nicht, wenngleich der Film sehenswert ist und sich von vielen #Streaming-Angeboten positiv abhebt. Doch der englische Titel „The Platform“ legt einen blinden Fleck des Films bloß: In „Der Schacht“ ist das Essen nicht per se knapp, es ist nur falsch verteilt. Doch wie funktioniert Knappheit heute eigentlich in der digitalen Ökonomie der Unknappheit? Und haben wir es hier wirklich mit einer #Dystopie zu tun? Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Podcast!
Literatur:
David Harvey: Siebzehn Widersprüche und das Ende des Kapitalismus. Ullstein.- Jessica Chastain spielt eine reiche US-Amerikanerin, die sich alles leisten kann. Zu arbeiten braucht sie nicht, das Familienerbe wirft genug ab, um sich nur um die Familienstiftung kümmern zu können, die zugleich ordentliche Steuererleichterungen bietet. Auch die Liebe zu einem mexikanischen Balletttänzer, der aufsteigen und in San Francisco Karriere machen will, kann sie sich leisten. Solange die Öffentlichkeit davon keinen Wind bekommt. Isaac Hernández, ein Star des Balletts, übernimmt die Rolle des Aufsteigers und Verführers. Diese ungleiche Beziehung ist nicht als Dark Romance angelegt, sondern „Dreams: Gefährliches Verlangen“ lotet intelligent Klassenfragen aus und zeigt, wie man durch die Staatsbürgerschaft entweder privilegiert oder gestraft ist. 2025 lief der Film bei der Berlinale, jedoch wurde kaum jemand auf dieses analytisch starke, brillant gespielte Werk aufmerksam. Auch jetzt droht der Kinostart sang- und klanglos unterzugehen. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
Literatur:
Branko Milanovic: The World Under Capitalism: Observations on Economics, Politics, History, and Culture. Polity.
Thomas Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert. C.H. Beck.
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Die Filmanalyse +ABO kann man auch für ein Jahr verschenken: https://steady.page/de/die-filmanalyse-abo/gift_plans - Verboten ist Uwe Bolls „Citizen Vigilante“ nicht, auch wenn dies gerade gern kolportiert wird. Der Rache-Thriller mit Armie Hammer in der Hauptrolle hat jedoch keine FSK-Freigabe erhalten, wodurch der Film öffentlich nicht beworben oder angepriesen darf, auch sind die Vertriebswege eingeschränkt. Was aber erzählt dieser Film? Und wie konnte die FSK zu einer solchen Entscheidung kommen? Der Protagonist greift zur Selbstjustiz und der Film verhält sich dazu affirmativ, mehr noch: die Gewalt richtet sich auch gegen den Staat selbst. Der migrationsfeindliche Film kann als der erste AfD-Film beschrieben werden, denn nicht nur Migration, sondern auch das Eigentum spielt eine wichtige Rolle. Gewiss, Uwe Boll gilt als der schlechteste Regisseur der Welt, aber politisch ist damit zunächst einmal nichts gesagt. Vor zehn Jahren habe ich Uwe Boll einmal getroffen, es war ein angenehmes Gespräch, auch wenn ich seinen Werken wenig abgewinnen kann. Das war nicht meine einzige Begegnung mit Bolls Filmen: In einem Dokumentarfilm über Boll, der nie veröffentlicht wurde, habe ich mich zu der mangelnden Systemkritik in den Filmen geäußert und warum der Regisseur oft einen richtigen Schritt, aber immer in die falsche Richtung geht. Eine Stunde spreche ich über Boll und „Citizen Vigilante“ im 9. Q&A der Filmanalyse plus. Außerdem geht es um JACKASS, SUPERGIRL, Opernfilme, Abstraktion und Film und die Darstellung von Gewalt.
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Die Filmanalyse +ABO kann man auch für ein Jahr verschenken: https://steady.page/de/die-filmanalyse-abo/gift_plans - Wenn jetzt überall in der Welt das Streamingportal #Disneyplus verfügbar ist, werden dort alle Klassiker des Studios, die man bereits den Konkurrenzplattformen entzogen hat, zu sehen sein. Ein Film, so zeigt sich jetzt bereits in den USA, wird aber fehlen: "Song Of The South" (#OnkelRemusWunderland). Der Film erschien 1946, Zeichentrickfiguren treffen darin auf Schauspieler, die technischen Innovationen sind enorm - und für das heute immer noch bekannte Lied "Zip-a-Dee-Doo-Dah" gab es einen Oscar, auch der schwarze Hauptdarsteller James Baskett wurde mit einem Academy-Award ausgezeichnet. Heute geht der Disney-Konzern zu diesem Film, der auf einer Plantage im 19. Jahrhundert in Georgia spielt, auf Distanz - beziehungsweise Disney duckt sich einfach feige weg. Der Film, lautet der Vorwurf, stelle die Schwarzen auf hochgradig diskriminierende Weise dar und verkläre deren Situation auf den Plantagen. Stimmt, doch es ist noch viel schlimmer: In dem Film ist sehr transparent, wie die #Ideologie von Disney grundsätzlich funktioniert. Aber wie sollte man mit diesem heiklen Filmerbe umgehen? Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Podcast!Literatur:Roland Barthes: Mythen des Alltags. Suhrkamp.
Die DeepDives zu PSYCHO und DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER gibt es mit einem Abo bei Steady, Patreon, Apple oder über eine YouTube-Kanalmitgliedschaft zu hören (es handelt sich um reine Audio-Formate). Mit einem Abo erhält man zugleich Zugang zu allen vergangenen Q&As und DeepDives.
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Wolfgang M. Schmitt jun. beleuchtet aktuelle Großproduktionen (und manchmal auch Klassiker) aus einer etwas anderen Perspektive.
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