Der Zweite Gedanke

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Der Zweite Gedanke
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147 Episoden

  • Der Zweite Gedanke

    Fremde Heimat. Deutsch-jüdisches Exil gestern und heute

    11.06.2026 | 1 Std. 20 Min.
    Die Debatte mit Michael Brenner, Ursula Krechel und Sebastian Schirrmeister

    Moderation: Natascha Freundel

    Im deutsch-jüdischen Kontext haben die Begriffe „Heimat“ und „Exil“ ein besonderes Gewicht, ging es doch im Nationalsozialismus darum, der Ermordung zu entkommen. Wer nach 1945 nach Deutschland zurückkehrte – als „Minderheit einer Minderheit“ (Ursula Krechel) – erlebte oft ein zweites Exil, eine doppelte Heimatlosigkeit.
    Wie offen ist Deutschland heute für Menschen, die ihre Heimat aus verschiedensten Gründen verlassen? Über Exil-Erfahrungen gestern und heute, die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs „Remigration“, die neue europäische Abschottungspolitik und die Vielfalt migrationsgeprägter Literatur sprachen am 10. Juni 2026 in der W. M. Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin die Schriftstellerin Ursula Krechel, der Historiker Michael Brenner und der Literaturwissenschaftler Sebastian Schirrmeister.

    Eine Kooperation mit dem Leo Baeck Institut: https://fuf-leobaeck.de/

    Michael Brenner ist Professor für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der American University in Washington, D.C. Seit 2013 ist er Internationaler Präsident des Leo Baeck Instituts für deutsch-jüdische Geschichte und Kultur. Sein jüngstes Buch heißt "Der lange Schatten der Revolution: Juden und Antisemiten in Hitlers München" (Suhrkamp, 2025).

    Ursula Krechel schreibt Gedichte, Romane, Essays, Theaterstücke. Ihr Roman „Landgericht“ (Jung und Jung, 2012) wurde mit dem Deutschen Buchpreis prämiert, 2025 erhielt Krechel den Georg-Büchner-Preis. Zuletzt erschienen der Roman „Sehr geehrte Frau Ministerin“ und der Essay „Vom Herzasthma des Exils“ (beide Klett-Cotta, 2025).

    Sebastian Schirrmeister ist Literaturwissenschaftler und forscht an der Universität Hamburg, Er ist Autor zweier Monografien zum deutsch-jüdischen ‚Exil‘ in Palästina/Israel („Das Gastspiel“, 2012 und „Begegnungen auf fremder Erde“ 2019) sowie vieler Aufsätze über deutsch-hebräische Literaturbeziehungen. Er ist auch aktiv im Jüdischen Salon in Hamburg.

    Kapitel:

    00:00:00 Intro
    00:02:09 Der erste Gedanke: Heute über Exil sprechen
    00:05:07 Deutsch-jüdisches Exil nach 1945
    00:13:14 Begriff Remigration
    00:15:49 Zweite Heimatlosigkeit?
    00:23:33 Neues jüdisches Leben in Deutschland?
    00:29:43 Jüdisches Leben nach dem 7. Oktober
    00:34:33 EU-Asylpolitik heute (GEAS)
    00:40:59 Migrationserfahrungen in der Literatur
    00:43:51 Weltbürgerrecht?
    00:50:26 Deutschland heute verlassen?
    00:53:13 Publikumsgespräch (u.a. mit Raphael Gross, Bodo Ramelow)
    01:14:40 Humanismus - Wie schaffen wir das?

    Mehr Infos und eine Fotogalerie s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
    Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de.
  • Der Zweite Gedanke

    NSDAP-Akten online: Wandel der Erinnerungskultur?

    04.06.2026 | 47 Min.
    Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Andrea Genest und Maite Billerbeck
    "Die Jugendlichen einbeziehen mit Emotionen." (Maite Billerbeck)
    Das US-Nationalarchiv hat Millionen von Mitgliederkarteien der NSDAP ins Internet gestellt, für alle frei zugänglich. Mehrere deutsche Wochen- und Online-Magazine haben aus diesem Datenwust ein digitales Tool gebaut. Seitdem recherchieren Millionen Deutsche, ob die eigenen Familienangehören in Hitlers Partei waren. Verändert das Recherchetool unsere Erinnerungskultur?
    "Immer mehr Menschen fragen, wie konnte es dazu kommen, wie konnten Menschen im Nationalsozialismus mitmachen, Das lernen wir über die Biografien und die Sozialgeschichte der Täterschaft, so Gedenkstättenleiterin Andrea Genest.
    "Wenn wir Erinnerungskultur lebendig machen wollen, müssen wir die Jugendlichen einbeziehen mit Emotionen, mit ihrem Gefühl", betont Maite Billerbeck, Psychologin und Gründerin des Vereins zur Förderung der Erinnerungskultur.
    Dr. Andrea Genst ist Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.Zuvor hat sie u.a. in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin gearbeitet.
    Maite Billerbeckist Psychologin und Gründerin des Vereins zur Förderung der Erinnerungskultur e.V., nach Recherchen in der eigenen Familiengeschichte. Der Dokumentarfilm "Das vergessene Massaker - Tikun Olam 2025: ein deutsch-italienischer Schüleraustausch“ (Regie: Richard Moritz Schmidt) wurde im April 2026 uraufgeführt.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke
    00:02:26 Die persönlichen Familiengeschichten
    00:07:48 Die Morde am Lago Maggiore
    00:09:41 Die neuen Recherchetools
    00:14:28 Tikkun Olam
    00:17:23 Mauer des Schweigens und transgenerationelles Trauma
    00:22:50 Wandel der Erinnerungskultur?
    00:24:40 Jugendprojekt zwischen Berlin und Mailand
    00:30:56 Herausforderungen der Gedenkstätten
    00:35:52 Begegnung der Nachkommen von Opfern und Tätern
    00:39:15 Baseballschlägerjahre haben Kinder bekommen
    00:45:27 Der Zweite Gedanke
    Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
    Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
    Hörtipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie Podcast
    https://www.ardsounds.de/sendung/wie-wir-ticken-euer-psychologie-podcast/urn:ard:show:be34348e7e107ac6/
    Darin besonders: Traumata der NS Zeit - Wie sie Kinder und Enkel belasten
    https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:bd2bb39edaa22434/
  • Der Zweite Gedanke

    NSDAP-Akten online: Wandel der Erinnerungskultur?

    04.06.2026 | 47 Min.
    Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Andrea Genest und Maite Billerbeck

    "Die Jugendlichen einbeziehen mit Emotionen." (Maite Billerbeck)
    Das US-Nationalarchiv hat Millionen von Mitgliederkarteien der NSDAP ins Internet gestellt, für alle frei zugänglich. Mehrere deutsche Wochen- und Online-Magazine haben aus diesem Datenwust ein digitales Tool gebaut. Seitdem recherchieren Millionen Deutsche, ob die eigenen Familienangehören in Hitlers Partei waren. Verändert das Recherchetool unsere Erinnerungskultur?
    "Immer mehr Menschen fragen, wie konnte es dazu kommen, wie konnten Menschen im Nationalsozialismus mitmachen, Das lernen wir über die Biografien und die Sozialgeschichte der Täterschaft, so Gedenkstättenleiterin Andrea Genest.
    "Wenn wir Erinnerungskultur lebendig machen wollen, müssen wir die Jugendlichen einbeziehen mit Emotionen, mit ihrem Gefühl", betont Maite Billerbeck, Psychologin und Gründerin des Vereins zur Förderung der Erinnerungskultur.
    Dr. Andrea Genst ist Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.Zuvor hat sie u.a. in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin gearbeitet.
    Maite Billerbeckist Psychologin und Gründerin des Vereins zur Förderung der Erinnerungskultur e.V., nach Recherchen in der eigenen Familiengeschichte. Der Dokumentarfilm "Das vergessene Massaker - Tikun Olam 2025: ein deutsch-italienischer Schüleraustausch“ (Regie: Richard Moritz Schmidt) wurde im April 2026 uraufgeführt.

    Kapitel:
    00:00:00 Intro
    00:02:26 Die persönlichen Familiengeschichten
    00:07:48 Die Morde am Lago Maggiore
    00:09:41 Die neuen Recherchetools
    00:14:28 Tikkun Olam
    00:17:23 Mauer des Schweigens und transgenerationelles Trauma
    00:22:50 Wandel der Erinnerungskultur?
    00:24:40 Jugendprojekt zwischen Berlin und Mailand
    00:30:56 Herausforderungen der Gedenkstätten
    00:35:52 Begegnung der Nachkommen von Opfern und Tätern
    00:39:15 Baseballschlägerjahre haben Kinder bekommen
    00:45:27 Outro
    Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
    Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
    Hörtipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie Podcast
    https://www.ardsounds.de/sendung/wie-wir-ticken-euer-psychologie-podcast/urn:ard:show:be34348e7e107ac6/
    Darin besonders: Der verbotene Vater – Schicksal eines französischen Besatzungskindshttps://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:00f5fab9b083a654/
    Und: Traumata der NS Zeit - Wie sie Kinder und Enkel belasten
    https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:bd2bb39edaa22434/
  • Der Zweite Gedanke

    Müssen wir wieder lernen, die Bombe zu lieben?

    21.05.2026 | 1 Std. 3 Min.
    Die Debatte mit Natascha Freundel, Marko Martin und Kateryna Mishchenko
    "Die Dystopie klarer denken, um sie nicht Gestalt werden zu lassen." (Marko Martin)
    "Atomkraft? Nein danke" war schon zum Motto der gesamtdeutschen Energiepolitik geworden, da zeigte Russlands umfassender Überfall auf die Ukraine, wie abhängig Deutschland von russischen Energielieferungen war. Mehr noch: Russland droht Europa mit Atomwaffen und hält damit die europäische Verteidigung in Schach. Plötzlich taucht in der deutschen Energie- und Verteidigungspolitik eine neue Atom-Debatte auf.
    Der Schriftsteller Marko Martin und die ukrainische Essayistin und Verlegerin Kateryna Mishchenko über den Supergau in Tschernobyl vor 40 Jahren, über den deutschen Atomausstieg und die russische Besetzung der AKW Tschernobyl und Saporischschja in der Ukraine. Aufgezeichnet im Deutschen Theater Berlin am 18. Mai 2025 – in Kooperation mit DT Kontext zu "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt.
    Marko Martin ist Schriftsteller und Sachbuchautor. Zuletzt erschien von ihm "Freiheitsaufgaben" (Klett-Cotta/Tropen 2025), worin er beschreibt, wie er zur vieldiskutierten Rede beim Bundespräsidenten im Schloss Bellevue im Februar 2024 kam.
    Kateryna Mishchenko ist eine ukrainische Essayistin, Übersetzerin und Verlegerin. 2023 erschien ihr zusammen mit Katharina Raabe herausgegebenes Buch „Aus dem Nebel des Krieges. Die Gegenwart der Ukraine“. 2025 folgte darauf "Geteilter Horizont, Die Zukunft der Ukraine".
    Kapitel:
    00:00:00 Into/ Der erste Gedanke
    00:01:50 Müssen wir die Atombombe wieder fürchten?
    00:13:35 Supergau Tschernobyl 1986 – Erfahrungen DDR und Ukraine
    00:27:03 Besetzung AKW Saporischschja und Tschernobyl (2022)
    00:33:29 Atomausstieg Deutschland und neue Atomkraft-Debatte (SMR)
    00:42:29 Russlands Atombomben-Drohung
    00:48:39 Neue europäische Abschreckung mit Frankreich und Großbritannien?
    00:54:06 Zuschauerfrage: Von Kubrick zum MAD-Magazin
    00:56:50 Alltagsheldinnen, Verantwortung, Widerstand, Würde
    01:00:20 Outro/ Der zweite Gedanke
    Podcast-Tipp: NEIN DANKE? - Warum Atomkraft uns spaltet (6 Folgen) https://www.ardsounds.de/sendung/nein-danke-warum-atomkraft-uns-spaltet/urn:ard:show:455af99291b87cc8/
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  • Der Zweite Gedanke

    Ungarn und Polen: Ist der Rechtspopulismus besiegt?

    14.05.2026 | 55 Min.
    Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Martin Adam und Terézia Mora
    „Wir müssen bei Null anfangen.“ (Terézia Mora)
    Ungarn hat einen neuen Ministerpräsidenten: Péter Magyar hat den Rechtspopulisten Viktor Orbán besiegt und verspricht, das korrupte System seines Vorgängers zu beseitigen und Ungarn zu liberalisieren. Ähnlich wie schon drei Jahre zuvor Donald Tusk in Polen. Dessen Bürgerkoalition gewann 2023 gegen die PiS-Partei. Ist der Rechtspopulismus in Polen und Ungarn damit besiegt? Oder sind die Schäden am Rechtsstaat irreparabel? Weder Magyar noch Tusk sind links, doch bei allen Ähnlichkeiten gibt es deutliche Unterschiede zwischen Ungarn und Polen auf dem Weg zurück zu liberalen demokratischen Strukturen.
    Die deutsch-ungarische Schriftstellerin Terézia Mora nennt Magyar einen Populisten, der aber sehr inklusive Inhalte vertrete. Der ehemalige Warschau-Korrespondent Martin Adam beobachtet eine Schädigung des politischen Systems durch Illiberale, die nur mit eigenen, liberalen Ideen zu besiegen seien. Der ungarische Historiker Krisztián Ungváry zieht Parallelen zum Mauerfall 1989.
    Martin Adam ist freier Journalist und war bis September 2025 ARD-Korrespondent in Warschau und Host des Podcasts „In Polen“. Im Quadriga-Verlag ist sein Buch erschienen: „Experyment - Was wir aus Polens Kampf gegen den Rechtspopulismus lernen können“.
    Terézia Mora ist Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis, dem Deutschen Buchpreis sowie dem Georg-Büchner-Preis für ihr Gesamtwerk.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke
    00:02:31 Aktuelle Aufbruchstimmung in Ungarn
    00:06:49 Die Wende in Polen 2023
    00:10:37 Lebensrealität unter FIDESZ und PiS
    00:15:55 It´s the economy stupid- Es geht um Geld
    00:22:38 Schreckgespenst EU-Austritt
    00:29:40 Unterschiede Ungarn und Polen
    00:31:16 Kann der Wandel schnell kommen?
    00:36:40 Stolpersteine Gerichte und Präsident
    00:40:23 Herausforderer sind keine Linken
    00:48:45 Was kann Deutschland lernen?
    00:54:57 Der Zweite Gedanke
    Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
    Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
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Über Der Zweite Gedanke
Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, Visionen - die Themen liegen in der Luft, nicht erst, aber besonders deutlich seit der Corona-Pandemie. Jede Folge widmet sich einer Frage unserer Zeit. radio3-Redakteurin Natascha Freundel spricht jeweils mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch, aber nie abgehoben. Persönlich, aber nicht privat. Kritisch und konstruktiv. Hier soll es nicht knallen, sondern knistern. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.
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Generated: 6/15/2026 - 5:47:01 AM