Der Zweite Gedanke

radio3 (Rundfunk Berlin-Brandenburg)
Der Zweite Gedanke
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144 Episoden

  • Der Zweite Gedanke

    Müssen wir wieder lernen, die Bombe zu lieben?

    21.05.2026 | 1 Std. 3 Min.
    Die Debatte mit Natascha Freundel, Marko Martin und Kateryna Mishchenko
    "Die Dystopie klarer denken, um sie nicht Gestalt werden zu lassen." (Marko Martin)
    "Atomkraft? Nein danke" war schon zum Motto der gesamtdeutschen Energiepolitik geworden, da zeigte Russlands umfassender Überfall auf die Ukraine, wie abhängig Deutschland von russischen Energielieferungen war. Mehr noch: Russland droht Europa mit Atomwaffen und hält damit die europäische Verteidigung in Schach. Plötzlich taucht in der deutschen Energie- und Verteidigungspolitik eine neue Atom-Debatte auf.
    Der Schriftsteller Marko Martin und die ukrainische Essayistin und Verlegerin Kateryna Mishchenko über den Supergau in Tschernobyl vor 40 Jahren, über den deutschen Atomausstieg und die russische Besetzung der AKW Tschernobyl und Saporischschja in der Ukraine. Aufgezeichnet im Deutschen Theater Berlin am 18. Mai 2025 – in Kooperation mit DT Kontext zu "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt.
    Marko Martin ist Schriftsteller und Sachbuchautor. Zuletzt erschien von ihm "Freiheitsaufgaben" (Klett-Cotta/Tropen 2025), worin er beschreibt, wie er zur vieldiskutierten Rede beim Bundespräsidenten im Schloss Bellevue im Februar 2024 kam.
    Kateryna Mishchenko ist eine ukrainische Essayistin, Übersetzerin und Verlegerin. 2023 erschien ihr zusammen mit Katharina Raabe herausgegebenes Buch „Aus dem Nebel des Krieges. Die Gegenwart der Ukraine“. 2025 folgte darauf "Geteilter Horizont, Die Zukunft der Ukraine".
    Kapitel:
    00:00:00 Into/ Der erste Gedanke
    00:01:50 Müssen wir die Atombombe wieder fürchten?
    00:13:35 Supergau Tschernobyl 1986 – Erfahrungen DDR und Ukraine
    00:27:03 Besetzung AKW Saporischschja und Tschernobyl (2022)
    00:33:29 Atomausstieg Deutschland und neue Atomkraft-Debatte (SMR)
    00:42:29 Russlands Atombomben-Drohung
    00:48:39 Neue europäische Abschreckung mit Frankreich und Großbritannien?
    00:54:06 Zuschauerfrage: Von Kubrick zum MAD-Magazin
    00:56:50 Alltagsheldinnen, Verantwortung, Widerstand, Würde
    01:00:20 Outro/ Der zweite Gedanke
    Podcast-Tipp: NEIN DANKE? - Warum Atomkraft uns spaltet (6 Folgen) https://www.ardsounds.de/sendung/nein-danke-warum-atomkraft-uns-spaltet/urn:ard:show:455af99291b87cc8/
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  • Der Zweite Gedanke

    Ungarn und Polen: Ist der Rechtspopulismus besiegt?

    14.05.2026 | 55 Min.
    Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Martin Adam und Terézia Mora
    „Wir müssen bei Null anfangen.“ (Terézia Mora)
    Ungarn hat einen neuen Ministerpräsidenten: Péter Magyar hat den Rechtspopulisten Viktor Orbán besiegt und verspricht, das korrupte System seines Vorgängers zu beseitigen und Ungarn zu liberalisieren. Ähnlich wie schon drei Jahre zuvor Donald Tusk in Polen. Dessen Bürgerkoalition gewann 2023 gegen die PiS-Partei. Ist der Rechtspopulismus in Polen und Ungarn damit besiegt? Oder sind die Schäden am Rechtsstaat irreparabel? Weder Magyar noch Tusk sind links, doch bei allen Ähnlichkeiten gibt es deutliche Unterschiede zwischen Ungarn und Polen auf dem Weg zurück zu liberalen demokratischen Strukturen.
    Die deutsch-ungarische Schriftstellerin Terézia Mora nennt Magyar einen Populisten, der aber sehr inklusive Inhalte vertrete. Der ehemalige Warschau-Korrespondent Martin Adam beobachtet eine Schädigung des politischen Systems durch Illiberale, die nur mit eigenen, liberalen Ideen zu besiegen seien. Der ungarische Historiker Krisztián Ungváry zieht Parallelen zum Mauerfall 1989.
    Martin Adam ist freier Journalist und war bis September 2025 ARD-Korrespondent in Warschau und Host des Podcasts „In Polen“. Im Quadriga-Verlag ist sein Buch erschienen: „Experyment - Was wir aus Polens Kampf gegen den Rechtspopulismus lernen können“.
    Terézia Mora ist Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis, dem Deutschen Buchpreis sowie dem Georg-Büchner-Preis für ihr Gesamtwerk.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke
    00:02:31 Aktuelle Aufbruchstimmung in Ungarn
    00:06:49 Die Wende in Polen 2023
    00:10:37 Lebensrealität unter FIDESZ und PiS
    00:15:55 It´s the economy stupid- Es geht um Geld
    00:22:38 Schreckgespenst EU-Austritt
    00:29:40 Unterschiede Ungarn und Polen
    00:31:16 Kann der Wandel schnell kommen?
    00:36:40 Stolpersteine Gerichte und Präsident
    00:40:23 Herausforderer sind keine Linken
    00:48:45 Was kann Deutschland lernen?
    00:54:57 Der Zweite Gedanke
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  • Der Zweite Gedanke

    Wie frei ist unsere Kunstfreiheit?

    07.05.2026 | 58 Min.
    Die Debatte mit Natascha Freundel, Christoph Möllers und Thea Dorn
    "Dass der Verfassungsschutz Buchhandlungen beurteilt, ist wahrscheinlich rechtswidrig." (Christoph Möllers)
    Vom Antisemitismus-Skandal bei der documenta fifteen über Förderklauseln und die Fördergeldaffäre in Berlin zu „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“ beim Buchhandlungspreis – im deutschen Kulturbetrieb wachsen Misstrauen, Verunsicherung, Vorwürfe. Kunst und Kultur sind aktivistisch-politischer geworden, die Kulturpolitik in Bund und Ländern restriktiver, wem sie Kulturförderung zukommen lässt. Der Verfassungsschutz kontrolliert, der Kulturstaatsminister kolportiert Extremismusverdacht, ohne dass Details an die Öffentlichkeit gelangen. Wir frei ist unsere grundgesetzlich garantierte Kunstfreiheit?
    Thea Dorn und Christoph Möllers debattieren an vielen konkreten Beispielen über Kunst, die polarisiert und Kulturpolitik, die offenbar die Kunst- und Meinungsfreiheit scheut.
    Christoph Möllers ist Verfassungsrechtler an der HU Berlin und ab Herbst 2026 Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Seine jüngsten Bücher zum Thema sind „Unverbindlicher Eigensinn“ und mit Nils Weinberg: „Öffentliche Kunstfreiheit“ (Suhrkamp, 2026) – hervorgegangen aus zwei Rechtsgutachten für das BKM nach der documenta 15.
    Thea Dorn ist Schriftstellerin, Sachbuchautorin und Sprecherin des PEN Berlin (mit Deniz Yücel). Von 2017 bis 2019 war sie festes Mitglied beim »Literarischen Quartett« im ZDF, seit 2020 ist sie die Gastgeberin der Sendung.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro
    00:05:20 Kunstfreiheit im Grundgesetz und wehrhafte Demokratie
    00:13:16 Kulturförderung in Deutschland
    00:23:42 documenta fifteen 2022 und Fassbinder "Der Müll, die Stadt und der Tod" 1985
    00:29:24 Überforderung und Angst in Kulturinstitutionen?
    00:34:10 Förderrichtlinien in Bund und Ländern und Fördergeldaffäre Berlin
    00:41:33 Haber-Verfahren: Verfassungsschutz-Kontrolle der Kulturförderung?
    00:48:22 Kunstfreiheit wie Wissenschaftsfreiheit verteidigen
    00:52:35 Resilienz und freiwillige Selbstbeschränkung?
    00:57:29 Outro / Der zweite Gedanke
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  • Der Zweite Gedanke

    Wie frei ist unsere Meinungsfreiheit?

    23.04.2026 | 59 Min.
    Die Debatte mit Natascha Freundel, Ingrid Brodnig und Ronen Steinke
    "Es ist wertvoll, wenn die Menschen schimpfen." (Ronen Steinke)
    "Die Meinungsfreiheit hat eindeutig ihre Grenzen", betont die Digitalisierungs-Expertin Ingrid Brodnig in ihrem neuen Buch "Feindbild Frau": Es gäbe keinen "Freibrief, andere abzuwerten; zu bedrohen; zu hetzen; Menschen mittels falscher Vorwürfe verächtlich zu machen". Eindeutig? Der Jurist und SZ-Journalist Ronen Steinke warnt vor juristischen Einschränkungen der Meinungsfreiheit: "Noch nie hat es hierzulande so viele Ermittlungen wegen bloßer Worte gegeben." Wie unterscheiden wir "bloße Worte" von "digitaler Gewalt"? Müssen besonders Frauen vor Hassrede geschützt werden? Wie sorgen wir alle für die Meinungsfreiheit und für Schutz vor digitaler Gewalt? Eine Kontroverse mit vielen, auch unschönen Beispielen aus den nicht immer "Sozialen Medien".
    Ingrid Brodnig ist Digital-Expertin, Autorin und Journalistin. Ihr aktuelles Buch: "Feindbild Frau. Wie Politikerinnen im Netz bedroht, beleidigt und verdrängt werden - und was wir alle dagegen tun können" ist im Brandstätter Verlag erschienen.
    Ronen Steinke ist Jurist, Leitender Redakteur im Politikressort der Süddeutschen Zeitung und Lehrbeauftragter an der Goethe-Uni Frankfurt/M.. Sein neues Buch: "Meinungsfreiheit. Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken – und wie wir es verteidigen" (Berlin Verlag) ist für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 nominiert.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro
    00:02:18 Werden Frauen stärker bedroht, seit es Social Media gibt, Ingrid Brodnig?
    00:03:43 Wird die Meinungsfreiheit mit den Mitteln des Rechts verändert, Ronen Steinke?
    00:04:37 Wie unterscheiden wir "bloße Worte" von "digitaler Gewalt"?
    00:18:35 Hass ist keine Meinung?
    00:27:06 Beschimpfungen gegen Renate Künast vor Gericht
    00:36:10 Grenzen der Meinungsfreiheit und Chilling-Effekt
    00:42:25 Mehr Schutz für Frauen gegen digitale Gewalt?
    00:53:40 Wie verteidigen wir unsere Meinungsfreiheit, Ronen Steinke?
    00:55:40 Was können wir alle gegen digitale Gewalt tun, Ingrid Brodnig?
    00:58:17 Outro/ Der zweite Gedanke
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    Vom Schwert leben? Israel, Iran und die Golfstaaten

    16.04.2026 | 51 Min.
    Die Debatte mit Natascha Freundel, Steffi Hentschke und Rainer Hermann
    "Es gibt keinen Frieden zwischen religiös aufgeladenen Staaten." (Rainer Hermann)
    Ist der Nahe Osten zu einem ewigen Kreislauf der Gewalt verdammt? Spätestens seit dem 7. Oktober 2023 scheinen alle Hoffnungen auf Frieden in der Region zerstört worden zu sein. Durch den Terror der Hamas gegen Israelis, durch die Gewalt jüdischer Siedler gegen Palästinenser im besetzten Westjordanland, durch die Kriege zwischen Iran, Hisbollah, Hamas und Huthi auf der einen Seite und Israel mit den USA auf der anderen Seite. „Manchmal würde ich gern schreien“, bekennt die in Tel Aviv lebende Nahostkorrespondentin Steffi Hentschke in ihrem neuen Buch. Der Islamwissenschaftler Rainer Hermann betrachtet die aktuellen Entwicklungen im Kontext konkurrierender Mächte: „Die Machtbalance im Nahen Osten verschiebt sich. Dabei nimmt die geopolitische Bedeutung Israels ab und die der Golfmonarchien zu.“ Hat ein friedliches Miteinander, hat eine neue Vernetzung der so verschiedenen Staaten irgendeine Chance?
    Steffi Hentschke berichtet als Nahostkorrespondentin aus Tel Aviv. Ihr Buch „Manchmal würde ich gern schreien. Mein Ringen um eine Haltung im Nahostkonflikt“ ist 2026 im Aufbau-Verlag erschienen.
    Rainer Hermann ist Sachbuchautor, Islamwissenschaftler und war Korrespondent und Redakteur der FAZ im Nahen Osten und der Türkei. Sein jüngstes Buch „Die Zerstörung des Nahen Ostens - Trump, Netanjahu, die Hamas und die neue Ordnung des Schreckens“ ist 2026 bei Klett-Cotta erschienen.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro
    00:05:20 Erster Gedanke: Haben USA und Israel die Verteidigungskraft Irans unterschätzt?
    00:08:55 Israel nach dem 7. Oktober 2023: Hegemon der Region?
    00:26:03 Islamische Republik Iran: Generationswechsel, Achse des Widerstands, Opposition
    00:35:52 Golfstaaten: Saudi-Arabiens Vision 2030
    00:43:41 Ist der Nahe Osten zu einem ewigen Krieg verdammt?
    00:46:15 Leidenschaft für den Nahen Osten
    00:49:31 Outro/ Zweiter Gedanke
    00:50:38 Podcast-Tipp: "7 Tage wach" https://1.ard.de/7TageWach?cp=dzg
    Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
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Über Der Zweite Gedanke
Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, Visionen - die Themen liegen in der Luft, nicht erst, aber besonders deutlich seit der Corona-Pandemie. Jede Folge widmet sich einer Frage unserer Zeit. radio3-Redakteurin Natascha Freundel spricht jeweils mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch, aber nie abgehoben. Persönlich, aber nicht privat. Kritisch und konstruktiv. Hier soll es nicht knallen, sondern knistern. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.
Podcast-Website

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Generated: 5/25/2026 - 4:09:14 AM