Die Debatte mit Michael Brenner, Ursula Krechel und Sebastian Schirrmeister
Moderation: Natascha Freundel
Im deutsch-jüdischen Kontext haben die Begriffe „Heimat“ und „Exil“ ein besonderes Gewicht, ging es doch im Nationalsozialismus darum, der Ermordung zu entkommen. Wer nach 1945 nach Deutschland zurückkehrte – als „Minderheit einer Minderheit“ (Ursula Krechel) – erlebte oft ein zweites Exil, eine doppelte Heimatlosigkeit.
Wie offen ist Deutschland heute für Menschen, die ihre Heimat aus verschiedensten Gründen verlassen? Über Exil-Erfahrungen gestern und heute, die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs „Remigration“, die neue europäische Abschottungspolitik und die Vielfalt migrationsgeprägter Literatur sprachen am 10. Juni 2026 in der W. M. Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin die Schriftstellerin Ursula Krechel, der Historiker Michael Brenner und der Literaturwissenschaftler Sebastian Schirrmeister.
Eine Kooperation mit dem Leo Baeck Institut: https://fuf-leobaeck.de/
Michael Brenner ist Professor für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der American University in Washington, D.C. Seit 2013 ist er Internationaler Präsident des Leo Baeck Instituts für deutsch-jüdische Geschichte und Kultur. Sein jüngstes Buch heißt "Der lange Schatten der Revolution: Juden und Antisemiten in Hitlers München" (Suhrkamp, 2025).
Ursula Krechel schreibt Gedichte, Romane, Essays, Theaterstücke. Ihr Roman „Landgericht“ (Jung und Jung, 2012) wurde mit dem Deutschen Buchpreis prämiert, 2025 erhielt Krechel den Georg-Büchner-Preis. Zuletzt erschienen der Roman „Sehr geehrte Frau Ministerin“ und der Essay „Vom Herzasthma des Exils“ (beide Klett-Cotta, 2025).
Sebastian Schirrmeister ist Literaturwissenschaftler und forscht an der Universität Hamburg, Er ist Autor zweier Monografien zum deutsch-jüdischen ‚Exil‘ in Palästina/Israel („Das Gastspiel“, 2012 und „Begegnungen auf fremder Erde“ 2019) sowie vieler Aufsätze über deutsch-hebräische Literaturbeziehungen. Er ist auch aktiv im Jüdischen Salon in Hamburg.
Kapitel:
00:00:00 Intro
00:02:09 Der erste Gedanke: Heute über Exil sprechen
00:05:07 Deutsch-jüdisches Exil nach 1945
00:13:14 Begriff Remigration
00:15:49 Zweite Heimatlosigkeit?
00:23:33 Neues jüdisches Leben in Deutschland?
00:29:43 Jüdisches Leben nach dem 7. Oktober
00:34:33 EU-Asylpolitik heute (GEAS)
00:40:59 Migrationserfahrungen in der Literatur
00:43:51 Weltbürgerrecht?
00:50:26 Deutschland heute verlassen?
00:53:13 Publikumsgespräch (u.a. mit Raphael Gross, Bodo Ramelow)
01:14:40 Humanismus - Wie schaffen wir das?
Mehr Infos und eine Fotogalerie s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
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