Der Zweite Gedanke

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Der Zweite Gedanke
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150 Episoden

  • Der Zweite Gedanke

    Ingeborg Bachmann: "Die Männer sind unheilbar krank."

    25.06.2026 | 56 Min.
    Die Debatte mit Natascha Freundel, Teresa Präauer und Regina Schilling
    "Therapie schadet nie." (Teresa Präauer)
    Ingeborg Bachmann lacht, als sie zum Fernsehreporter sagt: „Die Männer sind unheilbar krank. Wissen Sie das nicht? Alle!“ Die Interviewszene von 1971 ist zentral in Regina Schillings Dokumentarfilm „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“. Zum 100. Geburtstag der solitären Schriftstellerin Bachmann springt hier ihre Aktualität ins Auge: Ihr Erforschen (und Erleiden) dessen, was heute strukturelle männliche Gewalt gegen Frauen genannt wird. Ihre Behauptung eines „Ichs“, das nach einer anderen Freiheit sucht, nach einem anderen „Du“, jenseits männlicher und weiblicher Zuschreibungen.
    Seit Bachmanns tragischem Tod im September 1973 hat sich viel verändert. Künstlerinnen sind keine Ausnahmen mehr. Geschlechter sind fluide und kommunizieren „auf Augenhöhe“. Wirklich? Die Filmemacherin Regina Schilling und die Schriftstellerin Teresa Präauer denken über das enigmatische Erbe der Ingeborg Bachmann und Frauen im Kunstbetrieb heute nach.
    Teresa Präauer ist Schriftstellerin und lebt in Wien. Ihr Roman »Für den Herrscher aus Übersee« erhielt 2012 den aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt. Seither entstanden zahlreiche Bücher, u. a. ausgezeichnet mit dem Erich-Fried-Preis 2017, dem Ben-Witter-Preis 2022 sowie dem Bremer Literaturpreis 2024 für »Kochen im falschen Jahrhundert«. Demnächst erscheinen: »Nie mehr weinen – Tränenkunde für Fortgeschrittene« (Essay, Residenz Herbst 2026) sowie »Guten Abend, Herr Morgan«, 3.12.2026 Theater in der Josefstadt, Kammerspiele.
    Regina Schilling ist Dokumentarfilmerin und war 2001 bis 2024 mitverantwortlich für das Programm der lit.COLOGNE. Zu ihren vielfach ausgezeichneten Filmen zählen „Bierbichler“ (2007), „Geschlossene Gesellschaft – Der Missbrauch an der Odenwaldschule“ (2011, Co-Regie Luzia Schmid,) und „Titos Brille“ (2014). „Kulenkampffs Schuhe" (2018) wurde u.a. mit dem Grimme-Preis, dem 3sat-Dokumentarfilmpreis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. 2022 folgte ihr Künstlerportrait „Igor Levit. No Fear“ und 2023 der ZDF-Dokumentartilm „Diese Sendung ist kein Spiel - die unheimliche Welt des Eduard Zimmermann, Moderator und Erfinder von Aktenzeichen XY“.
    "Ingeborg Bachmann - Jemand, der einmal ich war" mit Sandra Hüller, Paul Celan, Hans-Werner Henze und Max Frisch startet am 25.6.2026 in den deutschen Kinos.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro und Lieblingssätze
    00:03:25 "Die Krankheit der Männer."
    00:05:57 Erste Begegnungen mit Bachmann
    00:09:23 Bachmann wiederlesen
    00:14:23 Erste Gewalterfahrung (Sandra Hüller liest aus "Malina")
    00:25:33 "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar."
    00:28:03 Kunstschaffende Frauen gestern und heute
    00:33:53 Mit Männern leben
    00:38:26 "Ich habe kein Geschlecht mehr." (Gebärmutter-OP)
    00:41:04 Todesarten-Projekt
    00:47:31 Aus der männlichen Position erzählen
    00:50:57 Lese-Empfehlungen
    00:53:27 Zweiter Gedanke: Die Männer sind unheilbar krank?
    00:54:58 Outro und Podcast-Tipp: DER VERBOTENE VATER - Schicksal eines französischen Besatzungskinds
    https://1.ard.de/alles-geschichte-der-verbotene-vater
    Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
    Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
  • Der Zweite Gedanke

    Exzellenter Sanierungsfall – TU und der Wissenschaftsstandort Berlin

    18.06.2026 | 1 Std. 5 Min.
    Die Debatte mit Natascha Freundel, Ina Czyborra, Fatma Deniz und Bénédicte Savoy

    "Den Campus als Reallabor sehen" (Fatma Deniz)

    Als „Abgrund“, als Beweis für den „failed state“ Berlin wurde die plötzliche Schließung des Hauptgebäudes der Technischen Universität im Mai 2026 bezeichnet. 96 Prozent der TU-Gebäude sind sanierungsbedürftig – eine Frage der Existenz, warnte die Uni-Leitung schon vor Jahren. Für die neue TU-Präsidentin Fatma Deniz ist es „ein seltsamer Widerspruch unserer Zeit: eine Infrastruktur der Vergangenheit, dort, wo für die Zukunft geforscht wird“.
    Steht die Exzellenz-Uni und mit ihr der Wissenschaftsstandort Berlin am Abgrund?

    Der jetzige Ausnahmezustand der TU erfordert ein Umdenken, wie Spitzenforschung in Berlin künftig gestaltet werden kann und sollte – darin sind sich Uni-Präsidentin Deniz, die Berliner Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra und die international renommierte Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy einig. Czyborra verteidigt die neue Hochschulbaugesellschaft, Deniz möchte die TU zum „Labor für die eigene Sanierung“ machen und Savoy betont, die Räume der Uni müssten auch als Räume der Demokratie verteidigt werden – wie Festungen in Kriegszeiten.

    Dr. Ina Czyborra ist SPD-Politikerin und seit 2023 Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege des Landes Berlin.

    Prof. Dr. Fatma Deniz ist seit April 2026 Präsidentin der TU Berlin. Von 2024 bis 2026 war sie Vizepräsidentin für Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie seit 2023 Professorin für Informatik an der TU Berlin.

    Prof. Dr. Bénédicte Savoy ist Leiterin der Kunstgeschichte der Moderne an der TU Berlin und renommierte Forscherin zu NS-Kunstraub und postkolonialer Provenienzforschung.

    Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
    Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de

    Podcast-Tipp: Berlin Code - mit Linda Zervakis http://kurz.ard.de/berlincode
  • Der Zweite Gedanke

    Exzellenter Sanierungsfall – TU und der Wissenschaftsstandort Berlin

    18.06.2026 | 1 Std. 5 Min.
    Die Debatte mit Natascha Freundel, Ina Czyborra, Fatma Deniz und Bénédicte Savoy

    "Den Campus als Reallabor sehen" (Fatma Deniz)

    Als „Abgrund“, als Beweis für den „failed state“ Berlin wurde die plötzliche Schließung des Hauptgebäudes der Technischen Universität im Mai 2026 bezeichnet. 96 Prozent der TU-Gebäude sind sanierungsbedürftig – eine Frage der Existenz, warnte die Uni-Leitung schon vor Jahren. Für die neue TU-Präsidentin Fatma Deniz ist es „ein seltsamer Widerspruch unserer Zeit: eine Infrastruktur der Vergangenheit, dort, wo für die Zukunft geforscht wird“.
    Steht die Exzellenz-Uni und mit ihr der Wissenschaftsstandort Berlin am Abgrund?

    Der jetzige Ausnahmezustand der TU erfordert ein Umdenken, wie Spitzenforschung in Berlin künftig gestaltet werden kann und sollte – darin sind sich Uni-Präsidentin Deniz, die Berliner Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra und die international renommierte Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy einig. Czyborra verteidigt die neue Hochschulbaugesellschaft, Deniz möchte die TU zum „Labor für die eigene Sanierung“ machen und Savoy betont, die Räume der Uni müssten auch als Räume der Demokratie verteidigt werden – wie Festungen in Kriegszeiten.

    Dr. Ina Czyborra ist SPD-Politikerin und seit 2023 Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege des Landes Berlin.

    Prof. Dr. Fatma Deniz ist seit April 2026 Präsidentin der TU Berlin. Von 2024 bis 2026 war sie Vizepräsidentin für Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie seit 2023 Professorin für Informatik an der TU Berlin.

    Prof. Dr. Bénédicte Savoy ist Leiterin der Kunstgeschichte der Moderne an der TU Berlin und renommierte Forscherin zu NS-Kunstraub und postkolonialer Provenienzforschung.

    Kapitel:

    00:00:00 Intro/ Erster Gedanke: Wie konnte es soweit kommen?
    00:09:43 Exzellenz der TU
    00:13:55 Ikone der Architekturgeschichte, Denkmalschutz und Stromversorgung
    00:20:19 Gebäudeschließungen, Neubau und Sanierungsstau
    00:30:19 Wer ist verantwortlich?
    00:40:08 Geplante Hochschulbaugesellschaft und Autonomie der Unis
    00:54:21 Kurzfristige Lösungen für Hochschulbetrieb TU
    00:57:26 Zukunft der TU und des Wissenschaftsstandorts Berlin
    01:04:04 Der zweite Gedanke
    01:05:14 Podcast-Tipp: Berlin Code - mit Linda Zervakis http://kurz.ard.de/berlincode

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    Fremde Heimat. Deutsch-jüdisches Exil gestern und heute

    11.06.2026 | 1 Std. 20 Min.
    Die Debatte mit Michael Brenner, Ursula Krechel und Sebastian Schirrmeister

    Moderation: Natascha Freundel

    Im deutsch-jüdischen Kontext haben die Begriffe „Heimat“ und „Exil“ ein besonderes Gewicht, ging es doch im Nationalsozialismus darum, der Ermordung zu entkommen. Wer nach 1945 nach Deutschland zurückkehrte – als „Minderheit einer Minderheit“ (Ursula Krechel) – erlebte oft ein zweites Exil, eine doppelte Heimatlosigkeit.
    Wie offen ist Deutschland heute für Menschen, die ihre Heimat aus verschiedensten Gründen verlassen? Über Exil-Erfahrungen gestern und heute, die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs „Remigration“, die neue europäische Abschottungspolitik und die Vielfalt migrationsgeprägter Literatur sprachen am 10. Juni 2026 in der W. M. Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin die Schriftstellerin Ursula Krechel, der Historiker Michael Brenner und der Literaturwissenschaftler Sebastian Schirrmeister.

    Eine Kooperation mit dem Leo Baeck Institut: https://fuf-leobaeck.de/

    Michael Brenner ist Professor für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der American University in Washington, D.C. Seit 2013 ist er Internationaler Präsident des Leo Baeck Instituts für deutsch-jüdische Geschichte und Kultur. Sein jüngstes Buch heißt "Der lange Schatten der Revolution: Juden und Antisemiten in Hitlers München" (Suhrkamp, 2025).

    Ursula Krechel schreibt Gedichte, Romane, Essays, Theaterstücke. Ihr Roman „Landgericht“ (Jung und Jung, 2012) wurde mit dem Deutschen Buchpreis prämiert, 2025 erhielt Krechel den Georg-Büchner-Preis. Zuletzt erschienen der Roman „Sehr geehrte Frau Ministerin“ und der Essay „Vom Herzasthma des Exils“ (beide Klett-Cotta, 2025).

    Sebastian Schirrmeister ist Literaturwissenschaftler und forscht an der Universität Hamburg, Er ist Autor zweier Monografien zum deutsch-jüdischen ‚Exil‘ in Palästina/Israel („Das Gastspiel“, 2012 und „Begegnungen auf fremder Erde“ 2019) sowie vieler Aufsätze über deutsch-hebräische Literaturbeziehungen. Er ist auch aktiv im Jüdischen Salon in Hamburg.

    Kapitel:

    00:00:00 Intro
    00:02:09 Der erste Gedanke: Heute über Exil sprechen
    00:05:07 Deutsch-jüdisches Exil nach 1945
    00:13:14 Begriff Remigration
    00:15:49 Zweite Heimatlosigkeit?
    00:23:33 Neues jüdisches Leben in Deutschland?
    00:29:43 Jüdisches Leben nach dem 7. Oktober
    00:34:33 EU-Asylpolitik heute (GEAS)
    00:40:59 Migrationserfahrungen in der Literatur
    00:43:51 Weltbürgerrecht?
    00:50:26 Deutschland heute verlassen?
    00:53:13 Publikumsgespräch (u.a. mit Raphael Gross, Bodo Ramelow)
    01:14:40 Humanismus - Wie schaffen wir das?

    Mehr Infos und eine Fotogalerie s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
    Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de.
  • Der Zweite Gedanke

    NSDAP-Akten online: Wandel der Erinnerungskultur?

    04.06.2026 | 47 Min.
    Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Andrea Genest und Maite Billerbeck

    "Die Jugendlichen einbeziehen mit Emotionen." (Maite Billerbeck)
    Das US-Nationalarchiv hat Millionen von Mitgliederkarteien der NSDAP ins Internet gestellt, für alle frei zugänglich. Mehrere deutsche Wochen- und Online-Magazine haben aus diesem Datenwust ein digitales Tool gebaut. Seitdem recherchieren Millionen Deutsche, ob die eigenen Familienangehören in Hitlers Partei waren. Verändert das Recherchetool unsere Erinnerungskultur?
    "Immer mehr Menschen fragen, wie konnte es dazu kommen, wie konnten Menschen im Nationalsozialismus mitmachen, Das lernen wir über die Biografien und die Sozialgeschichte der Täterschaft, so Gedenkstättenleiterin Andrea Genest.
    "Wenn wir Erinnerungskultur lebendig machen wollen, müssen wir die Jugendlichen einbeziehen mit Emotionen, mit ihrem Gefühl", betont Maite Billerbeck, Psychologin und Gründerin des Vereins zur Förderung der Erinnerungskultur.
    Dr. Andrea Genst ist Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.Zuvor hat sie u.a. in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin gearbeitet.
    Maite Billerbeckist Psychologin und Gründerin des Vereins zur Förderung der Erinnerungskultur e.V., nach Recherchen in der eigenen Familiengeschichte. Der Dokumentarfilm "Das vergessene Massaker - Tikun Olam 2025: ein deutsch-italienischer Schüleraustausch“ (Regie: Richard Moritz Schmidt) wurde im April 2026 uraufgeführt.

    Kapitel:
    00:00:00 Intro
    00:02:26 Die persönlichen Familiengeschichten
    00:07:48 Die Morde am Lago Maggiore
    00:09:41 Die neuen Recherchetools
    00:14:28 Tikkun Olam
    00:17:23 Mauer des Schweigens und transgenerationelles Trauma
    00:22:50 Wandel der Erinnerungskultur?
    00:24:40 Jugendprojekt zwischen Berlin und Mailand
    00:30:56 Herausforderungen der Gedenkstätten
    00:35:52 Begegnung der Nachkommen von Opfern und Tätern
    00:39:15 Baseballschlägerjahre haben Kinder bekommen
    00:45:27 Outro
    Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
    Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
    Hörtipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie Podcast
    https://www.ardsounds.de/sendung/wie-wir-ticken-euer-psychologie-podcast/urn:ard:show:be34348e7e107ac6/
    Darin besonders: Der verbotene Vater – Schicksal eines französischen Besatzungskindshttps://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:00f5fab9b083a654/
    Und: Traumata der NS Zeit - Wie sie Kinder und Enkel belasten
    https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:bd2bb39edaa22434/
Weitere Gesellschaft und Kultur Podcasts
Über Der Zweite Gedanke
Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, Visionen - die Themen liegen in der Luft, nicht erst, aber besonders deutlich seit der Corona-Pandemie. Jede Folge widmet sich einer Frage unserer Zeit. radio3-Redakteurin Natascha Freundel spricht jeweils mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch, aber nie abgehoben. Persönlich, aber nicht privat. Kritisch und konstruktiv. Hier soll es nicht knallen, sondern knistern. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.
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Generated: 6/29/2026 - 8:23:16 AM