Der Zweite Gedanke

radio3 (Rundfunk Berlin-Brandenburg)
Der Zweite Gedanke
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139 Episoden

  • Der Zweite Gedanke

    Was ist wahr und wann ist das gefährlich?

    09.04.2026 | 1 Std. 24 Min.
    Boualem Sansal im Gespräch mit Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa.
    Moderation: Natascha Freundel
    Mitschnitt vom 19.03.2026 aus dem Paulinum Leipzig
    Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Inhaftierung erklärte der Friedenspreisträger Boualem Sansal, wie er die Haft in Algerien erlebte und warum er nach seiner Begnadigung einen gerechten Prozess fordert. Im anschließenden Gespräch mit Sansal, Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa ging es um die Bedeutung und den Missbrauch des Wahrheitsbegriffs heute und vor allem um die Frage: Was können Intellektuelle im Ausland für die Meinungsfreiheit in Diktaturen tun?
    Eine Veranstaltung im Rahmen des Friedenspreises in Kooperation mit der Stiftung Freedom of Expression, radio3 vom rbb, PEN Berlin e.V., Merlin Verlag und der Leipziger Initiative des Literaturhauses, die sich 2025 gemeinsam für die Freilassung von Boualem Sansal eingesetzt haben. Simultan-Dolmetscher waren Daniel Bintener und Elisabeth Körner-Székelyhidi. Sprecher der Übersetzung von Boualem Sansal für radio3: Matthias Scherwenikas.
    Boualem Sansal ist algerisch-französischer Schriftsteller, promovierter Ökonom und Ingenieur. Als Kritiker der algerischen Politik und des Islam wurde er im November 2024 in Algerien verhaftet und ein Jahr später nach europaweiten Protesten und diplomatischen Interventionen Deutschlands begnadigt. 2011 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine Werke erscheinen auf Deutsch im Merlin Verlag.
    Katajun Amirpur ist Professorin für Islamwissenschaft und Iranexpertin an der Universität zu Köln. Zuletzt erschien von ihr mit Dina El Omari und Ingrid Overbeck (Hrsg.): "Frau, Leben, Freiheit. Emanzipatorische Potenziale" (2025).
    Thea Dorn ist Schriftstellerin, Sprecherin des PEN Berlin und Moderatorin des Literarischen Quartetts im ZDF. Zuletzt erschienen von ihr u.a. "Deutsch, nicht dumpf" (2018) und "Trost. Briefe an Max" (2021)
    Irina Scherbakowa ist Historikerin, Germanistin und Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial", die 2022 in Russland verboten wurde. In Berlin ist sie Vorständin von "Zukunft Memorial". Sie ist Mitherausgeberin des Bandes "Memorial. Erinnern ist Widerstand" (C.H. Beck 2025). 2022 erhielt "Memorial" den Friedensnobelpreis.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro
    00:03:37 Sansal über Deutschland und den Friedenspreis
    00:06:22 Sansal: Ich war eine Geisel Algeriens
    00:11:00 Sansal über Exil und Begnadigung: "inakzeptabel"
    00:15:33 Sansal über Haftsituation
    00:23:13 Sansal über Verlagswechsel
    00:32:05 Scherbakowa über Memorial und Wahrheit
    00:34:40 Dorn über Instrumentalisierung von Wahrheit heute
    00:38:40 Amirpur über Informationsgewalt des iranischen Regimes
    00:42:41 Sansal über Isolation von Diktaturen und Schwächung der Demokratie
    00:50:08 Dorn über den "zwanglosen Zwang des besseren Arguments" (Habermas)
    00:55:07 Amirpur und Scherbakowa über Rolle Intellektueller im Ausland
    01:06:25 Amirpur über gespaltene Exiliraner
    01:10:33 Was gibt Ihnen Hoffnung?
    01:17:55 Sansal über Demokratie und islamische Länder
    01:22:55 Kooperationspartner
    Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
    Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected].
  • Der Zweite Gedanke

    Was ist wahr und wann ist das gefährlich? (Deutsch-französische Version)

    08.04.2026 | 1 Std. 24 Min.
    Boualem Sansal im Gespräch mit Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa.
    Moderation: Natascha Freundel
    Mitschnitt vom 19.03.2026 aus dem Paulinum Leipzig
    Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Inhaftierung erklärte der Friedenspreisträger Boualem Sansal, wie er die Haft in Algerien erlebte und warum er nach seiner Begnadigung einen gerechten Prozess fordert. Im anschließenden Gespräch mit Sansal, Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa ging es um die Bedeutung und den Missbrauch des Wahrheitsbegriffs heute und vor allem um die Frage: Was können Intellektuelle im Ausland für die Meinungsfreiheit in Diktaturen tun?
    Eine Veranstaltung im Rahmen des Friedenspreises in Kooperation mit der Stiftung Freedom of Expression, radio3 vom rbb, PEN Berlin e.V., Merlin Verlag und der Leipziger Initiative des Literaturhauses, die sich 2025 gemeinsam für die Freilassung von Boualem Sansal eingesetzt haben. Simultan-Dolmetscher waren Daniel Bintener und Elisabeth Körner-Székelyhidi.
    Im Podcast finden Sie auch die deutsche Version, mit Matthias Scherwenikas als Sprecher der Übersetzung von Boualem Sansal für radio3.
    Boualem Sansal ist algerisch-französischer Schriftsteller, promovierter Ökonom und Ingenieur. Als Kritiker der algerischen Politik und des Islam wurde er im November 2024 in Algerien verhaftet und ein Jahr später nach europaweiten Protesten und diplomatischen Interventionen Deutschlands begnadigt. 2011 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine Werke erscheinen auf Deutsch im Merlin Verlag.
    Katajun Amirpur ist Professorin für Islamwissenschaft und Iranexpertin an der Universität zu Köln. Zuletzt erschien von ihr mit Dina El Omari und Ingrid Overbeck (Hrsg.): "Frau, Leben, Freiheit. Emanzipatorische Potenziale" (2025).
    Thea Dorn ist Schriftstellerin, Sprecherin des PEN Berlin und Moderatorin des Literarischen Quartetts im ZDF. Zuletzt erschienen von ihr u.a. "Deutsch, nicht dumpf" (2018) und "Trost. Briefe an Max" (2021)
    Irina Scherbakowa ist Historikerin, Germanistin und Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial", die 2022 in Russland verboten wurde. In Berlin ist sie Vorständin von "Zukunft Memorial". Sie ist Mitherausgeberin des Bandes "Memorial. Erinnern ist Widerstand" (C.H. Beck 2025). 2022 erhielt "Memorial" den Friedensnobelpreis.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro
    00:03:37 Sansal über Deutschland und den Friedenspreis
    00:06:22 Sansal: Ich war eine Geisel Algeriens
    00:11:00 Sansal über Exil und Begnadigung: "inakzeptabel"
    00:15:33 Sansal über Haftsituation
    00:23:13 Sansal über Verlagswechsel
    00:32:05 Scherbakowa über Memorial und Wahrheit
    00:34:40 Dorn über Instrumentalisierung von Wahrheit heute
    00:38:40 Amirpur über Informationsgewalt des iranischen Regimes
    00:42:41 Sansal über Isolation von Diktaturen und Schwächung der Demokratie
    00:50:08 Dorn über den "zwanglosen Zwang des besseren Arguments" (Habermas)
    00:55:07 Amirpur und Scherbakowa über Rolle Intellektueller im Ausland
    01:06:25 Amirpur über gespaltene Exiliraner
    01:10:33 Was gibt Ihnen Hoffnung?
    01:17:55 Sansal über Demokratie und islamische Länder
    01:22:55 Kooperationspartner
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  • Der Zweite Gedanke

    Kunstfreiheit schützen und fördern

    02.04.2026 | 52 Min.
    Der zweite Gedanke mit Lukasz Tomaszewski, Monika Grütters und Katarzyna Wielga-Skolimowska
    "Mutige Künstler sind der Stachel im Fleisch einer Gesellschaft." (Monika Grütters)
    Angesichts der Kontroversen rund um die Berlinale oder den Buchhandlungspreis ist der deutsche Kulturbetrieb verunsichert. Fragen zur Kunstfreiheit, zu politischer Einflussnahme, zu Kriterien für finanzielle Förderung stehen im Raum. Zwei der renommiertesten Expertinnen der Kulturpolitik sprechen über die Bedeutung der Kunstfreiheit und Kulturförderung in Deutschland. Monika Grütters, Beauftragte für Kultur und Medien a.D., sagt: "Wenn man das avantgardistische Schaffen fördern und stimulieren will, bedeutet das, man muss Künstler ermutigen zum Experiment. Und jedes Experiment schließt das Risiko des Scheiterns ein".
    Katarzyna Wielga-Skolimowska, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, meint: "Ich würde mir ein bisschen weniger Empörung wünschen. Das betrifft auch die Medien. Unsere Erfahrung mit der Welt generell ist gerade von Empörung getrieben."
    Monika Grütters war von 2013 bis 2021 Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Kulturpolitikerin der CDU saß von 2005 bis 2025 als Abgeordnete für die CDU im Deutschen Bundestag.
    Katarzyna Wielga-Skolimowska stammt aus Warschau und ist seit 2023 Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes. Sie arbeitete am Adam-Mickiewicz-Institut, war Direktorin des Polnischen Instituts Berlin und am Goethe-Institut in München und Riad, Saudi-Arabien, tätig.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke
    00:02:37 Für welche Kunst und Kultur ist Bund zuständig?
    00:06:03 Möglichkeiten der staatlichen Förderung
    00:09:30 Kunst und Wissenschaft sind frei
    00:14:32 Förderstrukturen
    00:20:42 Rolle und Auswahl der Fachjurys
    00:26:02 Beispiel Polen: Einfluss der Rechtspopulisten
    00:32:35 Horizontaler und vertikaler Druck
    00:38:01 Einschränkung der Kunstfreiheit in den USA
    00:45:51 Gibt es eine institutionelle Immunisierung?
    00:51:40 Der zweite Gedanke
    Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
    Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected]
  • Der Zweite Gedanke

    To be or not to be free - Fremde Freunde in Deutschland

    26.03.2026 | 45 Min.
    Der zweite Gedanke mit Natascha Freundel, Dany Cohn-Bendit und Hasnain Kazim
    Aufgezeichnet am 20.03.2026 beim Forum Offene Gesellschaft auf der Leipziger Buchmesse
    Treffen sich ein Jude und ein Muslim in Leipzig. So könnte ein Witz beginnen, aber der Humor von Dany Cohn-Bendit und Hasnain Kazim kommt gerade bei religiösen Fanatikern gar nicht gut an.
    Der eine ist vaterlandslos geboren, hat in Paris 1986 für die Studenten, in Deutschland für Multikulti und Die Grünen, im EU-Parlament für Europa gestritten und sagt: "Libertär bedeutet eine andere Gesellschaft, aber frei, nicht totalitär."
    Der andere stammt aus dem Alten Land bei Hamburg, aber auch aus Indien und Pakistan. Von dort kamen seine Eltern nach Deutschland, konvertierten vom Islam zum Christentum und ahnten nicht, dass ihr Sohn mal als Islamist, mal als Verräter beschimpft werden würde. Was bedeutet "Judentum" für Cohn-Bendit, was bedeutet "Islam" für Kazim? In jedem Fall: gegen religiöse Fanatiker für die Freiheit zu streiten.
    Dany Cohn-Bendit, geb. 1945, ist heute als Dokumentarfilmer, Redner und Kommentator des Zeitgeschehens in französischen und deutschen Medien aktiv. Sein aktuelles Buch mit Marion van Renterghem heißt "Erinnerungen eines Vaterlandslosen" (Jacoby & Stuart).
    Hasnain Kazim, geb. 1974, war Auslandskorrespondent des Spiegel in Pakistan und der Türkei. Er ist Autor mehrerer Bücher über arabische und islamische Länder, aktuell: "Der Islam und ich" (Penguin).
    Kapitel:
    00:00:00 Intro
    00:03:20 Judentum für Dany Cohn-Bendit
    00:06:42 Libertär-liberal
    00:08:00 Vaterlandslosigkeit und Europa
    00:13:36 Celan und Paris 1968
    00:19:36 EU-Parlament
    00:22:05 7. Oktober
    00:24:43 Hasnain Kazim über seinen Islam
    00:27:38 Religionsfreiheit
    00:28:41 Islam aufklären
    00:35:15 Bunter Vogel mit gebrochenem Flügel
    00:40:38 Freiheit erstreiten
    00:44:49 Der zweite Gedanke
    Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
    Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected]
  • Der Zweite Gedanke

    To be or not to be free - Fremde Freunde in Deutschland

    26.03.2026 | 45 Min.
    Der zweite Gedanke mit Natascha Freundel, Dany Cohn-Bendit und Hasnain Kazim

    Aufgezeichnet am 20.03.2026 beim Forum Offene Gesellschaft auf der Leipziger Buchmesse

    Treffen sich ein Jude und ein Muslim in Leipzig. So könnte ein Witz beginnen, aber der Humor von Dany Cohn-Bendit und Hasnain Kazim kommt gerade bei religiösen Fanatikern gar nicht gut an. Der eine ist vaterlandslos geboren, hat in Paris 1986 für die Studenten, in Deutschland für Multikulti und Die Grünen, im EU-Parlament für Europa gestritten und sagt: "Libertär bedeutet eine andere Gesellschaft, aber frei, nicht totalitär."
    Der andere stammt aus dem Alten Land bei Hamburg, aber auch aus Indien und Pakistan. Von dort kamen seine Eltern nach Deutschland, konvertierten vom Islam zum Christentum und ahnten nicht, dass ihr Sohn mal als Islamist, mal als Verräter beschimpft werden würde.
    Was bedeutet "Judentum" für Cohn-Bendit, was bedeutet "Islam" für Kazim? In jedem Fall: gegen religiöse Fanatiker und blinde Toleranz für die Freiheit zu streiten.

    Dany Cohn-Bendit, geb. 1945, ist heute als Dokumentarfilmer, Redner und Kommentator des Zeitgeschehens in französischen und deutschen Medien aktiv. Sein aktuelles Buch mit Marion van Renterghem heißt "Erinnerungen eines Vaterlandslosen" (Jacoby & Stuart).

    Hasnain Kazim, geb. 1974, war Auslandskorrespondent des Spiegel in Pakistan und der Türkei. Er ist Autor mehrerer Bücher über arabische und islamische Länder, aktuell: "Der Islam und ich" (Penguin).

    Kapitel:
    00:00:00 Intro
    00:03:20 Judentum für Dany Cohn-Bendit
    00:06:42 Libertär-liberal
    00:08:00 Vaterlandslosigkeit und Europa
    00:13:36 Celan und Paris 1968
    00:19:36 EU-Parlament
    00:22:05 7. Oktober
    00:24:43 Hasnain Kazim über seinen Islam
    00:27:38 Religionsfreiheit
    00:28:41 Islam aufklären
    00:35:15 Bunter Vogel mit gebrochenem Flügel
    00:40:38 Freiheit erstreiten
    00:44:49 Der zweite Gedanke

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Über Der Zweite Gedanke

Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, Visionen - die Themen liegen in der Luft, nicht erst, aber besonders deutlich seit der Corona-Pandemie. Jede Folge widmet sich einer Frage unserer Zeit. radio3-Redakteurin Natascha Freundel spricht jeweils mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch, aber nie abgehoben. Persönlich, aber nicht privat. Kritisch und konstruktiv. Hier soll es nicht knallen, sondern knistern. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.
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Generated: 4/9/2026 - 10:35:53 PM