DER TUT WAS Podcast - was Hunde sichtbar machen
Jule Rettberg

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- Fünf Dinge, die ich heute nie wieder tun würde.
Heute wird es persönlich.
Ich erzähle euch von fünf Dingen, die ich mit meiner ersten Hündin Momo gemacht habe und bei denen ich heute ganz klar sagen würde: Das würde ich nie wieder tun.
Ich habe ihr Futter an Gehorsam geknüpft. Ich habe sie aus Wut und Empörung körperlich „unterworfen“. Ich habe sie mit einem Spiel immer weiter hochgedreht, obwohl ihre Kommunikation längst gezeigt hat, dass etwas nicht stimmt. Ich habe Futterentzug als Strafe eingesetzt. Und ich habe sie auf Anweisung eines vermeintlichen Experten angebunden, allein gelassen und bin schließlich sogar mit dem Auto weggefahren.
Manches davon habe ich aus Überzeugung getan. Manches, weil ich es so gelernt habe. Und manches, obwohl sich mein eigenes Gefühl schon damals dagegen gewehrt hat.
Hinter diesen völlig unterschiedlichen Methoden steckte für mich rückblickend immer dieselbe Vorstellung: Mein Hund weiß, was ich will. Wenn er es trotzdem nicht tut, dann widersetzt er sich – und ich muss konsequenter oder härter werden.
Heute stelle ich andere Fragen:
Kann mein Hund das gerade überhaupt? Was hat er verstanden? Wie hoch ist seine Erregung? Welche Bedürfnisse spielen eine Rolle? Was habe ich trainiert – und was vielleicht nicht gut genug gemanagt?
Und vor allem:
Was braucht mein Hund, um sich anders verhalten zu können?
Eine sehr persönliche Folge über Fehler, Verantwortung, Hundeerziehung und darüber, wie sehr sich der Blick auf einen Hund verändern kann.
Timestamps
00:00 Heute wird’s persönlich
01:02 Futter nur gegen Leistung – Nahrung als Druckmittel
05:09 „Unterwerfung“ – als Empörung zu körperlicher Gewalt wurde
09:37 Der Leuchtturm – wie ich Momo immer weiter hochgedreht habe
14:50 Futterentzug als Strafe
19:27 Festbinden, weggehen, wegfahren – die Geschichte, die mir heute am schwersten fällt
24:18 Was hinter all diesen Methoden steckte – und was ich heute anders mache - Warum ist die Arbeit mit dem Futterbeutel etwas anderes, als einen Hund mit Leckerchen zu belohnen? Ich spreche über Jagdverhalten und Ersatzjagd, intrinsische und extrinsische Motivation und darüber, warum Verhalten oft nur die sichtbare Spitze des Eisbergs ist.
Außerdem geht es um die Frage, warum im Futterbeutel überhaupt Futter steckt – und welche Bedeutung das Essen am Ende einer Jagdsequenz hat.
Kapitel
00:00 Futterbeutel oder Leckerchen?
01:13 Jagdverhalten ist bereits im Hund angelegt
03:19 Spiel, Jagd und Beutegreifen
04:19 Warum Futterbeutel statt Leckerchen?
05:23 Intrinsische und extrinsische Motivation
06:35 Mein 5-Meter-Turm
08:46 Das Eisbergmodell: Verhalten ist nur die Spitze
09:48 Bedürfnisse und Emotionen hinter Verhalten
11:49 Warum wir mit Ersatzjagd arbeiten
12:53 Jagen, Beute machen, essen, Ruhe - Dein Hund findet den Futterbeutel langweilig, läuft zwar hinterher, bringt ihn aber nicht zurück – oder möchte ihn auf keinen Fall wieder hergeben?
Dann geht es wahrscheinlich noch gar nicht ums Apportieren.
In dieser Folge erfährst du, wie der Futterbeutel für deinen Hund zunächst überhaupt Bedeutung bekommt und warum du nicht mit „Bring“ und „Aus“ starten solltest. Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie aus einem Stoffbeutel eine sinnvolle, definierte Beute werden kann: vom Füttern aus dem Beutel über die ersten gemeinsamen Spiele bis hin zu Regeln, Kooperation und Jagdkontrolle.
Außerdem sprechen wir darüber, warum Beute sich vom Hund wegbewegen muss, weshalb mehrere Futterbeutel Konflikte verhindern können und wann du bei Ressourcenverteidigung unbedingt aufhören solltest, allein weiterzuprobieren.
Denn gute Futterbeutelarbeit beginnt nicht damit, dass dein Hund dir etwas perfekt in die Hand legt. Sie beginnt mit Bedeutung, gemeinsamer Freude, Kommunikation und der Erfahrung: Mit meinem Menschen kann ich sinnvoll Beute machen.
Timestamps/Kapitelmarken:
00:00 – Warum dein Hund nicht einfach „keine Lust aufs Apportieren“ hat
00:36 – Der Hund als Beutegreifer und die Idee einer sinnvollen Ersatzbeute
01:57 – Warum das Futter dem Beutel einen echten Wert gibt
03:02 – Objektfixierung ist nicht dasselbe wie Beziehung
03:52 – Warum der Futterbeutel ein Hundeleben lang wichtig bleiben darf
04:22 – Frühe Prägung und Parallelen zur jagdlichen Ausbildung
06:00 – Schritt 1: Den Napf durch den Futterbeutel ersetzen
08:30 – Schritt 2: Draußen füttern, ohne etwas zu verlangen
09:36 – Schritt 3: Erste Spiele – und warum Beute vom Hund wegläuft
10:23 – Es geht noch nicht ums Zurückbringen
11:39 – Gemeinsames Spiel, Beziehung und erste Regeln
15:09 – Warum du mehrere Futterbeutel brauchst
17:19 – Ressourcenverteidigung: Wann es gefährlich werden kann
18:09 – Kein Tauschen, kein Zwang: Abgeben beginnt im Kopf
19:53 – Leine und Management, wenn dein Hund mit dem Beutel abhaut
23:07 – Die Futterbeutelarbeit von der Wohnung nach draußen übertragen
24:27 – Wie aus der definierten Beute Jagdkontrolle entstehen kann
26:52 – Das klare Ende: Beute machen, fressen und ruhen
29:01 – Motivation statt Futterbeutel-Junkie
30:00 – Alle Schritte noch einmal im Überblick - Wann solltest du deinem Hund helfen – und wann ist es besser, ihn etwas selbst lösen zu lassen?
Darauf gibt es keine pauschale Antwort.
Denn manchmal braucht dein Hund die Möglichkeit, auszuprobieren, Fehler zu machen und selbst eine Lösung zu finden. Genau daraus können Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen und echte Lernprozesse entstehen.
Und manchmal versucht dein Hund längst, dir zu sagen: „Ich kann das gerade nicht. Hilf mir.“ Nur bekommen wir Menschen diese Kommunikation nicht immer mit.
In dieser Folge geht es darum, warum wir in Lernsituationen häufig zu früh eingreifen – und in schwierigen Alltagssituationen oft viel zu spät.
Ich erzähle dir unter anderem von einer Hundebegegnung, bei der vermeintlich schlechte Leinenführigkeit eigentlich Kommunikation war, von Futterbeuteln, die auch mal zu schwer versteckt sein dürfen, und von Ashoka, der mich wegen drei heruntergefallener Maiswaffeln um Hilfe gebeten hat.
Die wichtigste Frage ist nicht: „Soll ich meinem Hund helfen oder nicht?“
Sondern: Was ist das hier gerade für eine Situation – eine Lernchance oder ein Moment, in dem mein Hund meine Unterstützung braucht?
Kapitelmarken
00:00 Wann helfen – wann selbst lösen lassen?
00:30 Lernumfeld oder Alltagssituation?
01:18 Warum Fehler Helfer sind
03:40 Beispiel: Sitz, Bleib und Futterbeutel
05:09 Wann Hilfe beim Lernen sinnvoll wird
06:25 Warum wir im Alltag oft zu spät helfen
08:13 Was macht das mit der Beziehung?
09:45 Ashoka und die Maiswaffeln
12:38 Was du aus der Folge mitnehmen solltest
14:34 Wenn Hunde gelernt haben, nach Hilfe zu fragen - Wie krass genial ein Futterbeutel eigentlich ist, wurde mir bei einer ziemlich simplen Waldrunde mit Shoki nochmal bewusst.
Denn während wir eigentlich einfach gemeinsam Spaß hatten, brauchten wir plötzlich all das, was Hunde oft jahrelang einzeln „trainieren“:
Sitzen und warten.
Distanz aushalten.
Impulskontrolle.
Rückruf.
Frustrationstoleranz.
Orientierung.
Freigabe.
Selbstständiges Arbeiten.
Ressourcen abgeben.
Und immer wieder miteinander kommunizieren.
Nur war nichts davon Selbstzweck.
All diese Fähigkeiten waren Teil einer echten gemeinsamen Aufgabe: unserer Ersatzjagd.
In dieser Folge geht es deshalb nicht nur um Futterbeutel. Es geht um die Frage, was nach dem Erlernen der Grundlagen eigentlich kommen sollte.
Warum lassen wir erwachsene Hunde immer wieder das ABC schreiben, obwohl sie längst komplexere Aufgaben lösen könnten?
Ich spreche darüber,
warum Futterbeutelarbeit für mich kein klassisches Belohnungssystem ist,
wie aus einzelnen Übungen sinnvolle Absprachen werden,
warum Management und Verantwortung Voraussetzung für Freiheit sind,
was Selbstwirksamkeit gerade auch für ältere Hunde bedeuten kann,
warum Ersatzjagd natürliche Bedürfnisse aufgreift,
weshalb ein Hund den Futterbeutel nicht apportieren muss, damit die Arbeit wertvoll ist,
was das freiwillige Abgeben einer Ressource mit Kooperation und Rollenklarheit zu tun haben kann,
warum Fehler für Entwicklung notwendig sind,
und warum ich mir wünsche, dass Mensch und Hund draußen nicht einfach nur dieselbe Strecke laufen, sondern wirklich gemeinsam unterwegs sind.
Und ganz nebenbei erzähle ich auch, warum meine eigenen Aufgaben eher simpel sind und ich ziemlich froh bin, dass Elli und Annett mit dem Dummy Adventure an deutlich kreativeren Herausforderungen arbeiten.
Vielleicht fragst du dich nach dieser Folge beim nächsten Spaziergang nicht mehr nur:
„Was muss mein Hund heute üben?“
Sondern:
„Was könnten wir heute gemeinsam erleben?“
Kapitel / Timestamps
00:00 Warum der Futterbeutel so krass genial ist
00:28 Was ist eigentlich ein Futterbeutel?
01:16 Mit Shoki im Wald: Unsere Ersatzjagd beginnt
02:55 Wie viel „Training“ plötzlich nebenbei passiert
03:29 Futterbeutel verstecken – und erstmal weitergehen
05:13 Erst Verantwortung übernehmen, dann loslassen
06:21 Management: Was kann mein Hund wirklich leisten?
07:31 Blickkontakt, Freigabe und Verantwortung übergeben
08:19 Suchen, finden und freiwillig abgeben
09:35 Selbstwirksamkeit – gerade auch für einen alten Hund
10:51 Die Beute wird gefressen
11:25 Wie komplex eine simple Futterbeutelrunde eigentlich ist
13:55 Warum wir mit erwachsenen Hunden nicht ständig das ABC üben sollten
17:25 Bei Shoki geht es nicht mehr um Erziehung, sondern Beziehung
19:59 Warum Ersatzjagd so viel mehr ist als Beschäftigung
22:52 Der Hund muss den Futterbeutel nicht apportieren
24:18 Was passiert, wenn der Hund seine Beute freiwillig abgibt?
27:59 Warum die Fütterung die Ersatzjagd abschließt
29:31 Gehen wir wirklich gemeinsam mit unserem Hund spazieren?
30:55 Outro
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Über DER TUT WAS Podcast - was Hunde sichtbar machen
DER TUT WAS Podcast – was Hunde sichtbar machen ist für Menschen, die ihren Hund lieben, aber ihn nicht immer verstehen. Jule Rettberg spricht über Hunde als Sozialpartner, über Bedürfnisse, Grenzen, Überforderung, Beziehung, Alltag und das, was Verhalten sichtbar macht. Kein Sitz-Platz-Fuß-Podcast, keine schnellen 5 Tipps, kein „Der Hund muss funktionieren“. Sondern ehrliche Gedanken, Geschichten aus der Hundeschule und neue Blickwinkel auf Mensch und Hund.
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