In dieser Folge von „Boden und Leben“ dreht sich alles um das Thema Unternehmertum in der Landwirtschaft, und ich habe das Vergnügen, mit Markus Jehle, einem erfahrenen Landwirt und Berater für Digitalisierung in der Landwirtschaft, zu sprechen. Markus, der aus Ravensburg am Bodensee kommt, erzählt von seinem Werdegang und den Herausforderungen, die er im Verlauf seiner Karriere erlebt hat. Er blickt zurück auf seine Anfänge in der konventionellen Landwirtschaft, die 2010 mit dem Einstieg in das Biogasgeschäft endeten, und teilt die Gründe, die ihn letztendlich dazu bewegten, die Milchviehhaltung aufzugeben und neue Wege zu gehen. Wie viele Landwirte musste Markus feststellen, wie wichtig es ist, sich den Herausforderungen der Bürokratie und der technologischen Entwicklung anzupassen. Besonders interessant ist sein Ansatz zur Digitalisierung und wie er andere Landwirte berät, um ihre betrieblichen Abläufe effizienter zu gestalten. Markus hebt hervor, dass viele Landwirte nicht ausreichend auf die unternehmerischen und verwaltungstechnischen Aspekte ihrer Betriebe vorbereitet sind und dass dies ein großes Hindernis für die Weiterentwicklung darstellt. Seine Erfahrungen und die Geschichten von anderen Landwirten verdeutlichen, wie klein und miteinander vernetzt diese Branche ist, und wie wichtig es ist, Austausch und Weiterbildung zu fördern. Wir gehen tief in die Probleme der Bürokratie und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein, die für viele Landwirte frustrierend sind. Markus schildert, wie bürokratische Anforderungen wie ein Geruchsgutachten zu seiner Entscheidung führten, die Milchviehhaltung aufzugeben, und wie diese Erfahrungen seine Sicht auf die Landwirtschaft und das Unternehmertum geprägt haben. Es wird deutlich, dass der Balanceakt zwischen Tradition und Innovation ständige Begleiter im landwirtschaftlichen Alltag sind. Ein zentraler Aspekt des Gesprächs ist die Digitalisierung, die nicht nur als technologische Notwendigkeit, sondern auch als Chance für Landwirte gesehen werden sollte. Markus schildert, wie er zusammen mit seinem Cousin die digitale Transformation in seinem Betrieb angestoßen hat und die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen erläutert. Er ermutigt andere Betriebe, alte Gewohnheiten abzulegen und neue, systematische Arbeitsweisen anzunehmen, um den Herausforderungen der modernen Landwirtschaft erfolgreich zu begegnen. Zudem spricht Markus über seinen Übergang von der praktischen Landwirtschaft hin zur Beratung, um anderen Landwirten zu helfen, ihre Betriebe durch digitale Lösungen zu optimieren. Sein Ziel ist es, eine App zu entwickeln, die speziell für die Bedürfnisse landwirtschaftlicher Betriebe konzipiert ist, um ihnen die Verwaltung und das Management zu erleichtern. Darüber hinaus thematisiert er die Bedeutung der harmonischen Zusammenarbeit innerhalb von Familienbetrieben und wie generationenübergreifende Konflikte manchmal die gesamte Betriebsgestaltung beeinflussen können. Abschließend ermutigt Markus alle Zuhörer, ihre Stärken und die Chancen der Landwirtschaft zu erkennen und mutig in die Zukunft zu blicken, während er gleichzeitig betont, wie wichtig eine offene und loyale Unternehmenskultur ist – sie sind die Basis für den langfristigen Erfolg. In einer Zeit des Wandels fordert er dazu auf, sowohl Traditionen zu wahren als auch innovative Ansätze aktiv zu verfolgen, um das volle Potenzial der Landwirtschaft auszuschöpfen.