Wir wollen aus gegebenem Anlass einfach mal nichts sagen und dazu auffordern, der Mutter, der Großmutter, der Tochter, der Freundin, der Gattin…den Frauen zuzuhören.
Einwand:
„Nicht alle Männer sind so. Ich würde sowas nie machen.“
Antwort:
Stimmt. Aber darum geht es nicht. Wir reden nicht über den Charakter eines einzelnen Mannes. Wir reden über ein System, in dem sich Frauen anpassen müssen, aufpassen müssen, weil unsere Gesellschaft männlich geprägt ist. Damit ist auch Gewalt männlich geprägt.
Einwand:
„Wenn es wirklich so schlimm war, warum hat sie erst später darüber gesprochen?“
Antwort:
Weil Gewalt unterschiedlich verarbeitet wird. Menschen reagieren auf Übergriffe nicht gleich. Viele sprechen aus Scham, Angst oder wegen finanzieller Abhängigkeit nicht darüber. Verfahren sind belastend, teuer, langwierig und riskant. Viele Betroffene schweigen aus Sorge, nicht ernst genommen zu werden.
Einwand:
„Wenn ein Migrant etwas tut, sind doch auch nicht gleich alle Migranten daran schuld. Warum sind dann Männer das Problem'?"
Antwort:
Weil der gemeinsame Nenner nicht Herkunft ist, sondern Machtverhaltnisse.
Ja, problematisches Verhalten gibt es in unterschiedlichen Milieus, Religionen und Communities. Aber wenn Frauen Gewalt erleben, zieht sich ein Muster durch alle Hintergründe: männliche Ansprüche auf Kontrolle, Sexualisierung, Besitzdenken und Abwertung.
Gewalt beginnt nicht erst mit einem Übergriff.
Sie beginnt viel früher: bei sexistischen Witzen, bei abwertender Sprache bei Anspruchsdenken gegenüber Frauen bei Rollenbildern, die Frauen klein halten
Das Problem ist nicht nur eine Gewalttat.
Das Problem ist auch das, was ihr den Boden bereitet.
Wenn du dich in einem dieser Sätze wiedererkannt hast:
Dann nimm das nicht als Angriff, sondern als Anlass, umzudenken.
Sei Teil der Lösung:
Höre zu und nimm Äußerungen ernst.
(der Text entstammt, leicht gekürzt, einem Beitrag der Caritas Österreich)