Platten-Panorama - der Vinyl und Musikpodcast
Dennis Gerke, Martin Förster

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109 Episoden
- In dieser Folge zu Gast: Fee Penafiel. Mit „Die Wolken über uns“ veröffentlicht die Frankfurter Singer-Songwriterin am 18. September 2026 ihr drittes Album – sechs Jahre nach „Nachtluft“ (2020). Wir haben uns die Platte intensiv angehört, und was bleibt, ist dieses Gefühl von Unmittelbarkeit: ein Sound zwischen Indie-Pop, folkigen Singer-Songwriter-Momenten und einer bewusst vintage getönten, organischen Produktion, der sich anfühlt, als säße man direkt neben Fee. „First take, ja – Inszenierung, nein“ ist hier kein Slogan, sondern Programm – man hört es etwa in „Dunkel“, wo die Strophen so nah und unproduziert sind, dass wirklich jede Emotion im Gesang mitschwingt. Wir sprechen über die Entstehung, die Themen und eine Reihe von Songs, die unter die Haut gehen.
Fee Penafiel, bürgerlich Felicitas Mietz, war früher Frontfrau der Deutschpop-Band Neoh, ging 2014 solo und hat seitdem „Ein Zimmer Küche Bad“ (2018), „Nachtluft“ (2020) und das Live-Album mit der hr-Bigband (2021) veröffentlicht. 2024 kam die EP „Zwei Jahre“ heraus, entstanden mit dem Filmmusik-Komponisten Ralf Hildenbeutel. Was uns an „Die Wolken über uns“ besonders nimmt: die Bandbreite – von der irre guten Hook in „Lost im Paradies“ über die leichte Positivität und die Field Recordings in „Gut“ bis zur feinen Cabasa in „Genug“. Eine Stunde über ehrlichen Indie-Pop, über das Schreiben mit der alten Flohmarkt-Gitarre und über Geschichten, die manchmal nur halb zu Ende erzählt werden müssen, um wahr zu sein.
Website: https://www.feepenafiel.de
Kapitel
00:00:00 Intro
00:17:24 Welten - Embrace
00:24:06 Romie - Partysongs for the Downcast
00:29:55 Mina Richman - Different flavours of being happy
00:49:10 Julien Baker & Torres - Send a Prayer my Way
00:55:55 Niels Frevert - Putzlicht
01:00:03 Rob Grant - Lost at Sea
01:18:20 Peter Fox - Stadtaffe - Über Eröffnungen wird mehr geredet als über Enden. Dabei hat der letzte Song eine Aufgabe, die kein anderer übernehmen kann: Er entscheidet rückwirkend, was das Album war, und danach kommt nichts mehr, das einen schwachen Eindruck noch geradebiegen könnte. Auf Vinyl ist dieser Moment sogar körperlich, die Rille läuft leer und man muss aufstehen. In der Playlist gibt es ihn nicht.
Martin und ich haben deshalb je fünf Alben mitgebracht, deren Schlusstitel für uns funktionieren, und diskutieren, woran das eigentlich liegt. Manche dieser Songs brechen mit allem davor, andere sammeln die Platte ein. Was sie verbindet, ist etwas anderes: Keiner von ihnen bestätigt das Album, auf dem er steht. Einig sind wir uns dabei nicht durchgehend...
Kapitel
00:00:00 Intro
00:03:30 Navel - Loverboy
00:13:08 Guards - In Guards we trust
00:20:50 Spaceballs - The Soundtrack
00:30:34 Shye Ben Tzur, Jonny Greenwood & The Rajasthan Express - Ranjha
00:39:17 Thema: Die besten letzten Songs auf Alben Philine Sonny über ihr Debutalbum Virgin Lake: allein gemacht, laut geworden
14.08.2026 | 1 Std. 58 Min.Philine Sonny ist 24, kommt aus Unna und hat sich Songwriting und Produktion allein im Zimmer beigebracht. Virgin Lake ist ihr Debüt, vierzehn Songs, komplett in Eigenregie produziert, und es trägt seinen Anspruch offen vor sich her. Die Platte ist als Reise in vier Phasen angelegt, von Wut über Selbstmitleid hin zu einer Art Frieden, lose an Benedict Wells' Roman Hard Land entlang. Uns interessiert vor allem eine Frage: Trägt die Musik diesen Bogen wirklich, oder wurde das Konzept nachträglich draufgelegt? Wir reden mit Philine über die laute und die leise Seite der Platte, über die Entscheidung, alles selbst zu machen, und über Gatekeeper, einen Song, der die Männerdomäne Musikindustrie ziemlich direkt anspricht.
Shop: https://shop.philinesonny.com/merch
Kapitel
00:00:00 Gespräch mit Philine, Teil 1
00:28:26 Mica Millar - A little bit of me
00:43:27 Dijon - Absolutely
00:48:28 Muse - The Wow! Signal
01:00:04 Gespräch mit Philine, Teil 2
01:18:11 Woodkid - The golden age
01:29:00 Neil Young - Decade
01:37:39 Aldous Harding - Train on the island
01:44:58 Leif Vollebekk - Twin solitudeBrockhoff über Easy Peeler: Indie-Rock aus Hamburg und Sensibilität als Stärke
31.07.2026 | 1 Std. 44 Min.Vor fünf Jahren zog Lina Brockhoff mit 20 aus einem niedersächsischen Dorf nach Hamburg, mitten in den ersten Lockdown. Aus dem WG-Zimmer, in dem sie damals ihre ersten Songs schrieb, ist inzwischen eine der spannendsten Karrieren der deutschen Indie-Rock-Szene geworden: zwei EPs, Supportshows für Paolo Nutini vor fünfstelligem Publikum, Festivals von Reeperbahn bis Haldern Pop und jetzt endlich das Debütalbum "Easy Peeler". In dieser Folge sprechen wir mit ihr über genau diesen Weg, über das Ankommen in der Großstadt, über den Namen Brockhoff und darüber, wie aus einem Solo-Projekt eine feste Band wurde.
"Easy Peeler" ist eine Sammlung abgeschlossener Geschichten aus fünf Jahren, live mit der Band im Studio eingespielt und von Christian Hartung produziert. Der Titel stammt aus dem Bild einer leicht schälbaren Clementine und steht für das, was Lina lange für eine Schwäche hielt und heute als ihre größte Stärke begreift: Sensibilität. Wir reden über den Druck im Musikbusiness, über die Zweifel an der eigenen Bindung zur Musik, über Social-Media-Sucht im Song "Hot Wheels" und über den roten Faden, der die Songs trotz ihrer unterschiedlichen Entstehungszeiten zusammenhält.
Und weil bei uns die Platte im Mittelpunkt steht, geht es natürlich auch um das Album als Gesamtwerk: um die Frage, was sich verändert, wenn Songs nicht einzeln getröpfelt, sondern als zusammenhängendes Stück Kunst gedacht werden, und darum, was es für Lina bedeutet, das eigene Debüt zum ersten Mal auf Vinyl in der Hand zu halten. Reinhören lohnt sich.
Website: brockhoffmusic.com
Instagram: instagram.com/brockiiiiiii/
"Easy Peeler" auf Vinyl kaufen, bitte!
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Kapitel
00:00:00 Gespräch mit Lina, Teil 1
00:28:28 Kacey Musgraves - Middle of nowhere
00:36:50 Winter - Adult Romantix
00:41:08 The Lathums - How beautiful Life can be
00:49:00 Gespräch mit Lina, Teil 2
01:00:28 Graham Coxon - Castle Park
01:07:20 Snail Mail - Ricochet
01:15:16 The Tarney Spencer Band - Run For Your Life
01:24:18 Gespräch mit Lina, Teil 3
01:36:04 Better Oblivion Community Center - Better Oblivion Community Center- Erschienen am 10. Juli 2026 bei Jack White/Cargo. Unser Review.
"Frozen Charlotte ist ein Füllhorn an Riffs, wie sie sonst kaum noch jemand schreibt: dreckig, dick, sofort im Ohr, und getragen von einer Band, die hörbar Spaß an jedem Takt hat. Selbst mich als bekennenden Blues-Skeptiker hat diese Energie gepackt, und einzelne Songs werden bei mir noch lange in der Rotation bleiben. Als komplettes Album ermüdet mich die schiere Dichte irgendwann, deshalb landet die Platte bei starken 3,5 Platten-Panorama-Punkten." (Dennis)
"Frozen Charlotte von Jack White konnte mich leider nicht vollständig überzeugen. Ich vergebe 2,5 von 5 Punkten. Grundsätzlich ist mir das Album im Bluesbereich zu punklastig. Die vielen anstrengenden Gitarrenpassagen und der häufig stark BH übersteuerte Mikrofon-Sound sind mir persönlich einfach zu viel. Dadurch wirkt das Album auf mich stellenweise eher anstrengend als mitreißend. Wer allerdings die bisherigen Alben von Jack White mag und seinen rauen, experimentellen und teilweise sehr intensiven Sound schätzt, wird mit „Frozen Charlotte“ vermutlich nicht enttäuscht sein. Für mich persönlich bleibt das Album jedoch hinter meinen Erwartungen zurück." (Martin)
Wertung: 6/10
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Über Platten-Panorama - der Vinyl und Musikpodcast
Platten Panorama ist ein Podcast über Alben auf Vinyl, Künstler und Musik. In persönlichen Gesprächen sprechen wir mit Musikerinnen und Musikern über ihre Platten, ihre Einflüsse und ihre Arbeit zwischen Studio, Bühne und Touralltag. In jeder Folge stellen wir drei Alben vor ein zuletzt gehörtes ein zuletzt gekauftes und ein persönliches Lieblingsalbum. Dabei geht es um ikonische Klassiker neue Veröffentlichungen seltene Pressungen und vergessene Perlen. Wir sprechen über Musikgeschichte aktuellen Sound und die Bedeutung von Vinyl als Medium. Ein Podcast für alle die Musik bewusst hören sammeln und einordnen wollen.
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