70 Episoden
Hoffnung in schwierigen Beziehungen 2: Drei Gewohnheiten für eine Kultur der Versöhnung - mit Dr. Marcus Weiand
16.07.2026Hoffnung in schwierigen Beziehungen 2: Drei Gewohnheiten für eine Kultur der Versöhnung - mit Dr. Marcus Weiand
Der Difference-Kurs
In dieser Folge von „Glaubenswert” sind Martin Benz und Lukas Amstutz im Gespräch mit Marcus Weiand, Konfliktmediator, Dozent und Studienleiter am Bildungszentrum Bienenberg. Sie sprechen über hilfreiche Haltungen, wie sie im Difference-Kurs thematisiert werden. Difference ist ein kompakter, aus fünf Teilen bestehender Kurs, der von der Church of England entwickelt und vom Bienenberg in den deutschsprachigen Raum gebracht wurde.
Der Kurs widmet sich einer der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie können wir konstruktiv mit Unterschieden, vielfältigen Meinungen und kulturellen Diversitäten umgehen, bevor diese in festgefahrene Konflikte eskalieren?
Die Kernthemen der Folge:
Konfliktmanagement vs. Konfliktransformation: Warum es oft nicht nur um das schnelle Lösen oder Verwalten von Problemen geht, sondern darum, die darunterliegenden Beziehungs- und Strukturmuster durch langsame Veränderungsprozesse und Reifung nachhaltig zu verwandeln.
Das Konzept von „Difference“ (Unterschiede): Warum der Fokus des Kurses bewusst auf dem Umgang mit alltäglichen Unterschieden liegt und wie er helfen kann, Gräben in Gemeinden, Familien oder Teams zu überbrücken.
Die 3 zentralen Gewohnheiten für schwierige Beziehungen:
1. Sei neugierig / interessiert (Be curious): Wie echtes Zuhören und das Anerdecken des Gegenübers als Mensch den Fokus vom „Rechthaben-Wollen“ zum Verstehen verschiebt.
2. Sei präsent (Be present): Warum es wichtig ist, mit ganzer Aufmerksamkeit, eigener Verletzlichkeit aber auch mit den eigenen klaren Standpunkten als echtes Gegenüber wahrnehmbar zu sein.
3. Stell dir Neues vor (Reimagine): Die kreative Suche nach Wegen und Möglichkeiten, die über das klassische Entweder-oder hinausgehen – verwurzelt im Hier und Jetzt, aber offen für Gottes transformatives Handeln.
Aufbau des Kurses: Einblicke in das kostenlose Online-Material (Leitfaden und Teilnehmerhefte), das für Kleingruppen, Hauskreise oder Teams konzipiert ist und in fünf Einheiten à 1,5 Stunden durchgeführt werden kann.
Webseite Difference Kurs: https://de.bienenberg.ch/difference
Artikel zum Kurs: https://static1.squarespace.com/static/579b39792994ca23a79a9a08/t/686e53d7c5cf51622e4e14b6/1752060888796/Artikel+Difference+im+Bienenberg+Magazin+17+2025+Juni.pdf
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https://de.bienenberg.ch/medien/glaubenswert-podcastHoffnung in schwierigen Beziehungen F1: Versöhnung im Angesicht des Völkermords – Mit Dr. Christine Schliesser
02.07.2026Hoffnung in schwierigen Beziehungen F1: Versöhnung im Angesicht des Völkermords
Mit Dr. Christine Schliesser
In dieser Folge von Glaubenswert sprechen Lukas Amstutz und Martin Benz mit Dr. Christine Schliesser über die tiefgehenden Themen Beziehungen, Versöhnung, Vergebung und die Bewältigung von Traumatisierungen. Sie ist Titularprofessorin für Systematische Theologie an der Universität Zürich und arbeitet für die Reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn im Bereich Grundlagenarbeit Theologie. Zudem unterrichtet sie im CAS Konflikttransformation am Bildungszentrum Bienenberg.
Christine Schliesser teilt in dieser Episode ihre bewegenden Erfahrungen und akademischen Erkenntnisse aus ihrer Forschungsarbeit in Ruanda – einem Land, das vor rund 30 Jahren einen schrecklichen Völkermord erlebte, heute jedoch als beeindruckendes Beispiel für gelingende Versöhnungsprozesse steht.
Die Themen der Folge im Überblick:
1. Versöhnung vs. Vergebung: Wo liegt der Unterschied? Während Versöhnung immer ein Beziehungsbegriff ist, der beide Seiten braucht, kann Vergebung auch einseitig und als innerer, persönlicher Prozess stattfinden.
2. Die Rolle der Religion im Konflikt: Wie Religion sowohl als Brandbeschleuniger für Hass dienen kann, als auch unschätzbare Ressourcen für Frieden und Heilung bereithält.
3. Theologische und politische Verfehlungen: Ein kritischer Blick auf eine zu enge Staatsnähe der Kirchen und eine einseitige Theologie, die Gehorsam über Nächstenliebe und Verantwortung stellte.
4. Wege zur Heilung: Das historische Detmolder Bekenntnis von 1996 und wie handfeste, praktische Initiativen (wie das Projekt „Kühe für den Frieden“) dabei helfen, Traumata zu überwinden und Beziehungen Schritt für Schritt zu heilen.
Ein inspirierendes Gespräch über die Frage, wie wir auch in den schwierigsten gesellschaftlichen und persönlichen Polarisierungen sprach- und handlungsfähig bleiben.
Mehr über die Angebote des Bildungszentrums Bienenberg, Seminare und den CAS Konfliktransformation findest du unter: https://de.bienenberg.ch/cas-konfliktberatung
Bekenntnis von Detmold: https://www.pv-lippe-detmold.de/media/kirchorte/St-Stephanus-Detmold-Hiddessen/Bekenntnis_von_Detmold_deutsch.pdf
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https://de.bienenberg.ch/medien/glaubenswert-podcast- Kirche und Macht F8: Macht, die ermächtigt
Woran wir ungesunde Machtstrukturen erkennen
In der achten Folge unserer Reihe „Kirche und Macht“ ziehen Lukas Amstutz und Martin Benz Bilanz. Sie bündeln die Erkenntnisse der vergangenen Episoden und gehen der Frage nach, wie ein gesunder Umgang mit Macht im kirchlichen Kontext gelingen kann – und wo die systemischen Fallen lauern.
Ein zentraler Schwerpunkt dieser Folge ist das Phänomen der „Toxic Church“. Anhand von drei Thesen des Theologen Manuel Schmid beleuchten die beiden, woran man toxische Dynamiken und Gemeinden erkennt.
- Misstrauen gegenüber den eigenen Gefühlen: Wenn die gesunde Intuition („Bauchschmerzen“ bei Entscheidungen) zugunsten einer vermeintlich höheren Wahrheit weggewischt wird.
- Verdächtigung des Verstandes: Wenn kritisches Denken und wissenschaftliche Erkenntnisse als „ungeistlich“ oder mangelnde Reife abgetan werden.
- Bedingungsloser Gehorsam: Wenn von geistlichen Autoritäten ein kompromissloser Verzicht auf Widerspruch eingefordert wird.
Haltungen und Strukturen für einen gesunden Umgang mit Macht
Martin Benz teilt persönliche Einblicke aus seiner langjährigen Erfahrung als Gemeindeleiter und reflektiert eigene Fehler. Um Machtmissbrauch vorzubeugen, braucht es laut den beiden Podcastern eine Verknüpfung von Macht mit klaren, guten Haltungen und gesunden Systemen:
- Geduld vs. Geschwindigkeit: Machtmissbrauch entsteht oft dort, wo unter Zeitdruck schnelle Ergebnisse erzielt werden sollen. Komplexe, partizipative Prozesse brauchen Zeit.
Bescheidenheit statt Ehrgeiz: Wenn der zahlenmäßige Erfolg über die Barmherzigkeit gestellt wird, wächst die Rücksichtslosigkeit in der Leitung.
- Selbstfürsorge der Leitenden: Überlastung, Stress und Einsamkeit machen anfällig für autoritäres Durchdrücken von Entscheidungen. Nur wer gut für sich sorgt (Körper und Geist), bleibt reflektiert und dialogfähig.
- Strukturelle Gewaltenteilung: Das System muss so gebaut sein, dass es Feedback und Kritik zulässt, ohne dass Kritiker um ihren Ruf oder ihre Position fürchten müssen. Macht gehört geteilt – zum Beispiel in echten Teams statt bei Einzelpersonen.
- Am Ende geht es um die Frage welche Auswirkungen die ausgeübte Macht immer auch auf die am wenigsten Privilegierten in unserer Gemeinschaft hat? Befähigt und ermächtigt unsere Macht die anderen, oder macht sie sie kleiner?
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https://de.bienenberg.ch/medien/glaubenswert-podcast - Kirche und Macht F7: Machtfallen in Kirche und Leitung
In der siebten Folge der Staffel „Kirche und Macht“ nehmen Lukas Amstutz und Martin Benz vom Bildungszentrum Bienenberg die sogenannten „Machtfallen“ unter die Lupe. Warum neigen gerade christliche Gemeinden dazu, Machtstrukturen zu tabuisieren, und wie entstehen dadurch gefährliche Dynamiken im Verborgenen?
Anhand einer bekannten Bibelpassage und psychologischer Modelle werden vier konkrete Machtfallen entlarvt, in die Leitende und Denominationen besonders leicht hineintappen.
Die 4 Machtfallen im Überblick
1. Das Machtgerangel im Verborgenen (Die Pseudo-Hierarchiefreiheit)
- Die Falle: Besonders in Gemeinden, die von sich behaupten, „völlig hierarchiefrei“ und „alle gleich“ zu sein, entsteht oft ein Leitungsvakuum.
- Die Dynamik: Da Macht nicht offiziell und transparent verteilt ist, verlagert sich das Machtgerangel hinter den Rücken der Verantwortlichen. Es kommt zu Allianzen, Manipulationen und informellen Hierarchien.
- Der Ausweg: Offene und transparente Diskussionen darüber, wie Macht in einer Gruppe tatsächlich verteilt ist und wie Rollen definiert sind.
2. Der Erfolgsdruck und die Performance-Mentalität
- Die Falle: Kirchen stehen oft unter dem Druck, „Gottes Vorzeigeprojekt“ auf Erden zu sein. Unvollkommenheit, Scheitern und Schwäche haben in dieser Mentalität keinen Platz.
- Die Dynamik: Um den vermeintlich nötigen Erfolg zu garantieren, wird charismatischen Führungspersönlichkeiten uneingeschränktes Vertrauen und unkontrollierte Machtbefugnis übertragen. Methoden aus der Wirtschaftswelt werden blind kopiert, während das biblische Modell des „Kindes in der Mitte“ (das Zulassen von Schwäche) verloren geht.
3. Komplexe Entscheidungssituationen & die Sehnsucht nach einfachen Lösungen
- Die Falle: Das Leben und die Gemeindeleitung sind oft komplex oder gar chaotisch. Es gibt keine einfachen Ursache-Wirkungs-Prinzipien mehr, sondern viel Unsicherheit.
- Die Dynamik: Aus mangelnder Ambiguitätstoleranz (der Fähigkeit, Unsicherheiten auszuhalten) sehnen sich Menschen nach Schwarz-Weiß-Antworten. Wer als Leiter einfache, vermeintlich unfehlbare Lösungen präsentiert, bekommt enormen Zulauf und Macht.
- Der Ausweg: Es braucht Leitungskompetenz, die Menschen durch die Unsicherheit führt (prophetische/poetische Leitung), statt Scheinklarheiten zu verkaufen.
4. Unreflektierte Persönlichkeit
Orientiert an der Transaktionsanalyse wird gezeigt, wie unbewusste Ich-Zustände die Machtausübung toxisch machen: Persönlichkeitstypologien
- Der Unterdrücker-Typ (Kritisches Eltern-Ich): Regiert über die Schiene der Moral. Er nutzt Angst, Warnungen und Drohungen, um die Gemeinde im Zaum zu halten.
- Der Retter-Typ (Fürsorgliches Eltern-Ich): Agiert scheinbar selbstlos und überfürsorglich, nimmt den Menschen aber jegliche Eigenverantwortung ab. Das entmündigt die Gemeinde und bindet sie in ungesunder Weise an die Leitung.
Fazit & Ausblick
Macht an sich ist nicht das Problem – sie ist immer vorhanden. Toxisch wird sie erst im Verborgenen und wenn es an Selbstreflexion fehlt. Der Heilige Geist stellt uns auch heute die Frage, die Jesus den Jüngern stellte: „Was habt ihr auf dem Weg miteinander besprochen?“ In der nächsten und finalen Folge in zwei Wochen geht es darum, welche gesunden Strukturen und Haltungen helfen, diesen Machtfallen dauerhaft zu entgehen.
Über Glaubenswert: Der Podcast des Bildungszentrums Bienenberg mit Lukas Amstutz und Martin Benz. Weitere Infos, Seminare und Angebote finden Sie unter www.bienenberg.ch
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https://de.bienenberg.ch/medien/glaubenswert-podcast - Kirche und Macht 6: Christen und ihre Nähe zu autoritärer Herrschaft
In dieser Podcast-Folge analysieren Lukas Amstutz und Martin Benz, warum gläubige Menschen oft eine inhaltliche und strukturelle Nähe zu autoritären Führungspersönlichkeiten oder Diktatoren aufweisen. Sie führen dies auf tief verwurzelte Gottesbilder absoluter Macht, die Sehnsucht nach klaren moralischen Ordnungen und die Reaktion auf gesellschaftliche Ängste zurück. Als christliches Korrektiv betonen sie das Vorbild Jesu, der Machtansprüche zugunsten von Demut, Hingabe und der Würde des Einzelnen ablehnte.
Kernpunkte der Diskussion
- Die Krise der Demokratie: Aktuelle Studien (wie die Leipziger Autoritarismus-Studie) zeigen ein sinkendes Vertrauen in demokratische Prozesse. Während die Theorie der Demokratie noch geschätzt wird, wächst der Wunsch nach Vereinfachung und harten Entscheidungen.
- Das erlernte Gottesbild: Ein tief verwurzeltes Verständnis von Gott als absolutem, universalem Herrscher im Alten Testament schafft eine intuitive Vertrautheit mit hierarchischen Strukturen. Wer an eine göttliche Allmacht gewöhnt ist, fremdelt weniger mit irdischen Herrschaftsansprüchen.
- Sehnsucht nach „Law and Order“: Christliche Milieus neigen dazu, politische Akteure nach ihrer Fähigkeit zu bewerten, moralische Ordnung und klare Regeln (ähnlich der Tora) durchzusetzen. In einer komplexen Welt bietet die „Schwarz-Weiß-Logik“ autoritärer Führer eine vermeintliche Sicherheit.
- Angst als Katalysator: Gesellschaftliche Veränderungen werden oft als Bedrohung der eigenen Identität wahrgenommen. Autoritäre Politiker instrumentalisieren diese Ängste und versprechen den Schutz altbewährter Strukturen.
Christliche Korrektive
Die Autoren schlagen Wege vor, wie der Glaube stattdessen die Demokratie stärken kann:
- Jesus als Gegenmodell: Jesus wird als jemand beschrieben, der Macht ablegt, statt sie zu instrumentalisieren, und den Randständigen eine Stimme gibt.
- Die Tugend der Demut: Eine christliche Haltung, die anerkennt, dass die eigene Meinung nicht absolut ist (Kenosis), passt ideal zum demokratischen Diskurs.
- Vom Herrschaftsanspruch zum Dienst: Ein Wechsel vom autoritären Gottesbild hin zu einem Gott, der in der Schwachheit wirkt.
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Glaubenswert. Gespräche über einen ehrlichen und hoffnungsvollen Glauben mit Lukas Amstutz und Martin Benz vom Bildungszentrum Bienenberg.www.bienenberg.ch
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