346 Episoden
- In dieser Folge erzählt euch Steffi von der Stef White Band was für sie Glen Hansard bedeutet. Sie sagt: „Glen Hansard hat viel tolle Songs geschrieben, eines meiner absoluten Lieblingslieder ist HER MERCY. Es ist für mich eines der emotional stärksten Lieder überhaupt. Ich kann es nicht einfach so nebenbei hören. Ich muss zuhören. Es überrollt mich jedes Mal. Der Song beginnt leise, fast tastend – eine Gitarre, also würde jemand im Dunkeln nach Trost suchen. Dann steigert es sich, Strophe für Strophe, die Bläser setzen ein, ein Chor kommt dazu, Bass und Schlagzeug explodieren förmlich, Glen schreit sich die die Seele aus dem Leib. Plötzlich wird die Musik zu einer Welle, die einen trägt. Es ist eine Offenbarung.“
Wenn wir spüren, dass ein Musikstück echt ist, dass der Mensch und seine Songs zusammenpassen, Leben und Inhalt sich decken, dann geben diese Elemente dem Stück Kraft. Unser Song vermittelt Gnade und Freundlichkeit und zeigt uns auf diese Weise den Wert von Beziehungen. Von Glen Hansard ging dies Gnade und Freundlichkeit aus, weil er seine Kunst nicht nur zur Selbstdarstellung nutzte, sondern um Menschen sichtbar zu machen, wie wichtig es ist, Trost zu geben und Gemeinschaft zu stiften und das wurde auch bei seiner Trauerfeier deutlich
Glen Hansard war eine großartige Seele. Er sah das Gute in den Menschen, setzte sich für die Schwächsten ein, lebte Dankbarkeit.
Der Schlagzeuger von Clueso, Tim Neuhaus, der mir Glen Hansard auf Tour war, sagte nach Glens Tod: „Die Strahlkraft, die er hatte, kam nicht von ungefähr. Ganz Irland hat um ihn getrauert. Glen ist im Moment so riesengroß, obwohl er gar nicht mehr da ist und vielleicht sind Menschen nicht wirklich weg – vielleicht werden die besten Teile von ihnen ein Teil von uns.“
Glen Hansard ist gegangen – aber seine Musik und seine Magie bleibt.
Für Steffi persönlich war Glen ein großes Vorbild. Musik war sein Leben, seine Leidenschaft, es brauchte nicht viel, um das zu spüren.
Auf dem Artwork zu dieser Folge seht ihr das Bild in Steffis Zimmer.
Foto© Steffi Kornherr, Glen Hansard
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Die Zeile „Don’t look back in anger“ – blicke nicht im Zorn zurück – ist fast schon zu einem geflügelten Wort geworden. Aber was bedeutet das eigentlich, wenn das Leben, die Familie oder die beste Freundschaft in Scherben liegt? Wie findet man Orientierung, wenn der Zorn alles vernebelt? Wir reisen heute durch den Song, durch die reale Geschichte der Gallagher-Brüder und durch den aktuellen Dokumentarfilm über ihr Comeback. Vor langer Zeit (Folge 17) habe ich eine Noel und Liam Folge zu Aquiesque/Anerkennung gemacht – da habe ich sie mit Kain und Abel verglichen, bei denen die Geschichte nicht so gut ausgegangen ist. Warum ging es bei den Gallagher Brüdern besser aus – darum wird es heute gehen.
Im Jahr 2024 ließen Noel und Liam die Waffen sinken. Stattdessen haben sie im Hier und Jetzt neu angesetzt. Sie haben angefangen, sich über alltägliche Dinge auszutauschen, sich lustige Videos zu schicken. Ihre Kinder haben sich angefreundet.
Das gibt uns eine enorme Orientierung für unsere eigenen Konflikte. Wir glauben oft, eine Versöhnung sei erst dann perfekt, wenn der andere zu Kreuze kriecht und alles haarklein zugibt. Aber der Film zeigt uns: Wahre Versöhnung braucht manchmal gar keine „große Aussprache“. Manchmal reicht es, die Vergangenheit einfach Vergangenheit sein zu lassen, sie nicht mehr umzugraben und stattdessen Schritt für Schritt neue, unbelastete Rituale im Alltag aufzubauen. Das nimmt den Druck raus. Es ist das Eingeständnis: Wir müssen nicht alles klären, um wieder miteinander gehen zu können.
Foto © Joshua Halling
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Wir leben in einer Zeit, in der viele ständig zeigen sollen, wie gut sie ihr Leben im Griff haben. Schöne Bilder, gute Nachrichten, perfekte Urlaube, perfekte Familien, perfekte Meinungen. Und wenn man nicht aufpasst, entsteht schnell der Eindruck: Alle anderen kommen wunderbar klar – nur ich irgendwie nicht.
Da sind Orte wichtig, an denen man diese Fassade einmal ablegen kann.
Orte, an denen man sagen darf:
„Heute ist nicht mein Tag.“
Oder:
„Ich weiß gerade nicht weiter.“
Oder einfach:
„Schön, dass du da bist.“
Früher waren solche Orte oft die Kneipen im Dorf oder im Stadtteil. Man kannte sich. Man kam einfach herein. Vielleicht wusste man nicht immer genau, worüber man reden wollte. Aber man war da. Und meistens fand sich jemand, der mit am Tisch saß.
Doch viele Kneipen machen zu. Die letzte Kneipe verschwindet, der Stammtisch löst sich auf – und plötzlich gibt es keinen selbstverständlichen Ort mehr, an dem Menschen sich begegnen.
Und auch die Kirchen erleben: Die Bänke werden leerer. Gottesdienste werden weniger besucht. Manchmal fragt man sich:
Wo treffen sich die Menschen eigentlich noch?
Nicht nur digital. Nicht nur schnell zwischendurch. Sondern wirklich. Von Angesicht zu Angesicht. Mit Zeit. Mit Geschichten. Mit einem Platz, an dem man bleiben kann.
Die Geschichte von Jesus zeigt uns, Gott begegnet Menschen nicht nur in großen Worten und feierlichen Formen. Manchmal begegnet Gott dort, wo Menschen miteinander unterwegs sind, ehrlich miteinander reden und am Ende an einem Tisch sitzen.
Vielleicht auch dort, wo jemand sagt:
„Komm, setz dich erst einmal.“
Zusammenkommen ist kein Luxus. Denn Menschen brauchen Begegnung.
Wir brauchen andere, die uns zuhören. Wir brauchen Gespräche, die nicht nur aus kurzen Nachrichten bestehen. Wir brauchen jemanden, der mit am Tisch sitzt, wenn das Leben gerade schwierig ist.
Und wir brauchen Orte, an denen nicht sofort gefragt wird:
„Was hast du erreicht?“
„Was kannst du leisten?“
„Auf welcher Seite stehst du?“
Sondern eher:
„Wie geht’s dir wirklich?“
„Was beschäftigt dich?“
„Komm, setz dich erst mal.“
Das klingt vielleicht schlicht. Aber es ist alles andere als unwichtig.
Eine Gesellschaft lebt davon, dass Menschen miteinander im Gespräch bleiben. Dass man sich nicht sofort abschreibt, nur weil jemand anders denkt. Dass man einander aushält, auch wenn es manchmal anstrengend wird.
Foto: © Ariola/eurodisc
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you can dream, so dream out loud
Glaube ist keine perfekt inszenierte Aufführung, sondern eine gelebte, brüchige Wirklichkeit. Darum braucht es ehrliche Gemeinschaften, in denen Verletzlichkeit nicht weggelächelt, sondern benannt und gemeinsam getragen wird — Wir brauchen Orte, an denen die Maske abgenommen werden darf und Menschen nicht für ihr Scheitern bestraft werden, sondern eingeladen werden, weiter zu üben. Das ist oft ein Drahtseilakt – daher sind wir alle in irgendeiner Weise Glaubens-Drahsteil-Akrobaten
Foto © Helena Christensen
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In dieser Folge kannst du überlegen Team Church – Team Punk/Skate – was spricht mich da an? Die Energie und die Stimmung macht mich jedenfalls neugierig – hier erstmal den Kirchenkritikern zuzuhören – und Autoritäten zu kritisieren ist erstmal nicht verkehrt – außerdem kann Provokation ja auch herausfordern einmal seinen Standpunkt zu überdenken.
War Jesus Punk?
Wie viel passt man sich an, um dazuzugehören? Welche Werte sollten aber nicht aufgebbar sein? NOFX beschweren sich über Punk-Bands die in den Mainstream geraten und dabei Werte verraten. Das ist überraschend nah am Urchristentum. Den machtlosen Menschen, Perspektive geben, marginalisierten Menschen einen Platz am Tisch anbieten, Einsatz für die Schwachen – eine kritische Grundhaltung gegenüber einer Gesellschaft, die Schwache ausgrenzt – all das sagen NOFX ist Punk und genau das hat auch Jesus gemacht – wahrscheinlich hat Jesus damals auch viele Menschen genervt – hör dir einfach mal Gedanke 3 dieser Folge an und überleg für dich – kann man das sagen: Jesus war ein Punk! ?
Bild @susanmossphotography und @kirchencore
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