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7 Tage 1 Song

Christoph Borries
7 Tage 1 Song
Neueste Episode

339 Episoden

  • 7 Tage 1 Song

    #340 Julia Meladin – Wasser zu Wein

    07.09.2026 | 8 Min.
    Das Lied hat mich angestiftet, mit diesem Podcast Julia direkt anzusprechen:
    Hallo Julia,
    du hast keinen Heiligenschein, kannst das Meer nicht teilen und kein Wasser zu Wein machen – aber mit deinem Song beschreibst du genau das, was diese Wunder in den biblischen Erzählungen wollen: Freiheit eröffnen, Alltägliches verwandeln und Menschen in echte Beziehung rufen. Deshalb ist diese Folge eine Botschaft an dich, aber auch an alle, die Deinen Song hören.
    Denn Worum es wirklich geht bei Wundern ist nicht, Naturgesetze zu brechen, sondern darum, Räume zu öffnen. Ein Weg öffnet sich, wenn jemand „Komm mit“ sagt oder wenn du dir selbst erlaubst, einfach anzufangen, zu fragen, aufzufordern. In deinem Song heißt es vielleicht: „Kein Heiligenschein — aber du sagst bleib einfach hier. Genau das ist es beieinanderbleiben – bleiben und nicht gehen – das kann so wunderschön sein.
    Julia, ich mag dein Lied, denn du nimmst die Bilder ernst, aber erklärst sie nicht tot. Du machst neugierig auf die Momente die „Wasser Wein lassen“ das kannst du nicht, aber scheinbar was anderes, was genauso gut ist. 
    Es geht hier nicht, Wunder zu erzwingen, sondern den Mut zu haben, an einen neuen Weg zu glauben — und ihn dann zu gehen.
    Julia, dein Song ist eine Erlaubnis, aufzubrechen, auch wenn kein Weg zu sehen ist. Eine Erlaubnis, aus dem, was da ist, ein Fest zu machen. Eine Erlaubnis, du selbst zu sein – ohne Heiligenschein, ohne Superkräfte –Wenn du so singst, sagst du uns allen: „Wunder sind nicht weit weg. Sie passieren, wo wir uns finden.
    Also schau heute Abend, ob jemand die Hand ausstreckt. Schau, ob das Glas Wasser, das du trinkst, nicht plötzlich nach mehr schmeckt, weil es geteilt wird. Du brauchst keinen Heiligenschein dafür. Du brauchst nur Mut, Offenheit und jemanden, der bei dir bleibt. Und manchmal reicht das — um ein Leben ein Stück heller zu machen.
    Foto ©Marcus Mainz
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  • 7 Tage 1 Song

    #339 Kummer – Schiff

    31.08.2026 | 14 Min.
    Im Podcast erzählt euch Sophie etwas über den Osten und der Song liefert ihr dafür drei Impulse. Es lohnt sich den Song genau zu hören, der er beschreibt, wie sich das anfühlt, wenn Menschen über einen reden und nicht mit einem. Leider stimmt das, denn der Osten wird oft „erklärt“, aber zu selten wird Erfahrung ernsthaft angehört. Das erzeugt das Gefühl, beobachtet, statt beteiligt zu sein. Es entsteht ein Gefühl dumm und weniger wert zu sein. Wo Anerkennung von Erfahrung fehlt, und praktische Entlastung ausbleibt, kippt Vertrauen. Wen soll ich dann wählen, wenn ich das Gefühl habe, echte „Rettungsringe“ fehlen.
     
    Der Song von Kummer kann helfen, um genauer hinzusehen, dort heißt es:
    Rostbraune Flecken an den Wänden unter Deck
    Und wenn man das Jahrzehntelang so lässt
    Dann geht das später nicht mehr von alleine weg
    Irgendwann wird ein Loch zu einem Leck
    Das „Leck“ ist keine plötzliche Katastrophe, sondern ein Prozess, der irgendwann auch die „erste Klasse“ erreicht. Viele Konflikte der Gegenwart sind Folgeerscheinungen von kleinen und großen Löchern früherer Entscheidungen – Abwanderung, Lohnlücken, dünne Infrastruktur, fehlende Repräsentanz – alles kleine Risse, die sich über Jahre summieren. 
     
    Hier die Tipps aus dem Podcast mit denen Du dich genauer informieren kannst:
    Jana Hensel (Autorin und Journalistin) Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet  https://www.ndr.de/kultur/epg/Das-Gespraech,sendung-4404698.html
    Marcant (Influencer und Investigativjournalist), Ich wurde vom AfD Demokratie-Fest geworfen … https://www.youtube.com/watch?v=4ZO3ayPGBKg
    Abgeschrieben? – Der Osten in den Medien - MDR Mediathek:
    https://www.mdr.de/video/mdr-videos/reportagen-dokus/video-abgeschrieben-der-osten-in-den-medien-mdr-100.html
    Max Schneller (politische Aktivist aus Sachsen-Anhalt): Maximal.Demokratisch –
    https://www.deutscher-engagementpreis.de/engagiertenfinder/engagiertendetails/6604-maximaldemokratisch
    Buchtipp: Jana Hensel – Wie alles anders bleibt
    Foto ©Philipp Gladsome
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  • 7 Tage 1 Song

    #338 Bruce Cockburn – Lovers In A Dangerous Time

    24.08.2026 | 9 Min.
    Wenn ich Lovers in a dangerous time höre denke ich nicht zuerst an große politische Bedrohungen, sondern an etwas Intimeres: an die Fragilität von Nähe, an Liebe, die nicht trotz der Gefahr – sondern in ihr möglich ist. Für mich ist das der Kernsatz im Lied:
    Nothing worth having comes without some kind of fight. Nichts was es wert ist, kommt ohne Auseinandersetzung.
    Auch in „Wahrlügen“, dem Buch meiner Tante, erscheint die Liebe nicht als heile Gegenwelt, sondern im Schatten von Krieg, Schweigen, Missverständnis und Projektion. Wir sind Liebende in gefährlichen Zeiten – aber die größte Gefahr ist vielleicht nicht der Krieg, sondern dass wir einander nicht wirklich sehen - und annehmen. Und vielleicht steht dagegen ein Gedanke von Spinoza, der dem  Buch vorangestellt ist: 
    Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg
    Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung
    Eine Neigung zu Güte, Vertrauen, Gerechtigkeit 
    Liebe ist nicht sicher, aber sie trägt.
    Nothing worth having comes without some kind of fight / Got to kick at the darkness till it bleeds daylight.
    Ein Brief meines Opas aus dem Krieg an seine Frau beinhaltet einen richtigen „kick“ gegen „darkness“:
    Mit heißen Küssen beschließe ich den Brief und bin Dein Helmut.
    Das ist keine Naivität, keine Sentimentalität. Es ist der Versuch, im Dunkel eine andere Wirklichkeit zu behaupten: Pläne machen, wo alles dagegenspricht. Mit Worten ein Licht zu entzünden, wo der Winter näher rückt. 
    Heute sind unsere „Fronten“ andere: Krankheit, Erschöpfung, Entfremdung – und eine Welt, die keine Ruhe lässt. Der Kampf richtet sich nicht nur nach außen. Er beginnt dort, wo wir dem Dunkel in uns nicht das letzte Wort lassen. 
    Die konkrete Einladung heißt: nicht aufschieben: klärende Gespräche, Zuspruch, kleine Feste, und ja, auch Küsse. Nähe ist verletzlich, sie kann wehtun. Aber vielleicht ist sie die einzige Weise, der Dunkelheit etwas entgegenzusetzen. Heute, nicht irgendwann.
    Die englischen Texte werden von George gelesen.
    https://mechthild-online.de/uber-mich/
    Foto © Borries
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  • 7 Tage 1 Song

    #337 Fortuna Ehrenfeld – Ich seh dich überall

    17.08.2026 | 7 Min.
    Mein Freund Andreas kennt Martin Bechler von Fortuna Ehrenfeld, über diesen Kanal habe ich Audios von Martin über diesen Song bekommen, daraus ist diese Folge entstanden.
    In jedem Traum, in jedem Blick
    Kommt die Erinnerung zurück
    Du kannst es wenden, kannst es drehen
    Ich kann dich überall hier sehen
    Dieser Song erzählt eine sehr persönliche Geschichte. Gerade weil er so konkret ist, lädt er uns ein, unsere eigenen Bilder darin zu finden: Orte, Situationen, Sätze, die uns an Menschen erinnern, die fehlen. Lieder geben Gefühlen eine Form, die wir vielleicht nicht in Worte fassen können – und machen Trauer sagbar und hörbar.
    In dieser Folge erzählt euch Martin wie das bei ihm war –jemanden überall zu sehen.
    Psychologisch geschieht hier keine Geistererscheinung, sondern das Zusammenspiel von Wahrnehmung, Emotion und Gedächtnis. Bildern und Geräuschen - das, was früher mit einer Person verbunden war, wird durch einen Auslöser reaktiviert. Für Trauernde kann das tröstlich und schmerzhaft zugleich sein: tröstlich, weil die Verbindung lebendig bleibt; schmerzhaft, weil die Lücke spürbar wird. Die Fähigkeit, Menschen in der Erinnerung „wiederzusehen“, zeigt, dass Beziehungen nicht allein an das Leben gebunden sind — sie bleiben als Erfahrung in unserem Inneren wirksam. 
    Martin nennt das - Turnübungen für die Heilige Gemeinde – sich erinnern und zusammen trauern.
    Songs helfen Gefühle zu teilen und ich denke, jede und jeder hat so „ich seh dich überall Menschen“ und dann ist es schön mit anderen bei Fortuna Ehrenfeld zu sitzen und gemeinsam eine Träne laufen zu lassen – es ist schön nicht alleine zu sein
    Foto ©Michael Haegele
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  • 7 Tage 1 Song

    #336 Die Toten Hosen - Was früher einmal war

    10.08.2026 | 13 Min.
    Diese Folge ist mit Sebastian, er mag die Toten Hosen viel mehr als ich und zu ihrer letzten Runde sollen sie dann auch mal schön gewürdigt werden.
    Erzählen, was früher einmal war, ist das, was Menschen machen, wenn sie auf ein Leben oder einzelne Episoden zurückblicken. Auf Triumphe der Lieblingsmannschaft, beim Klassentreffen auf die eigene Schulzeit, auf legendäre Partynächte, auf die eigene Jugend. Wenn sich Menschen nach langer Zeit wieder begegnen oder wenn sie sich verabschieden. 
    Bei Beerdigungen gehört der Rückblick auf das Leben fest dazu. Gerade nach einem langen und ereignisreichen Leben spendet er Trost, hilft an den Menschen zu erinnern und mit Kapiteln abzuschließen. So haben viele Lieder nicht nur für die Toten Hosen einen persönlichen Bezug, sondern auch für viele ihrer Fans, die mit den Liedern Erinnerungen und Trost verbinden. 
    Sebastian schenkt euch mit seiner Perspektive ein Inspiration, wie ihr eure Geschichte mit den Hosen einordnen könnt.
    Und vielleicht merkt ihr dann: Sich erinnern, nicht vergessen, aber anders auf Dinge blicken – das kann dir ein Rückblick schenken.  Dabei kannst du dir eingestehen, dass es vollkommen ok ist, wenn du Begebenheiten nach Jahren anders bewertet. Dass Veränderungen gut sind - gerade wenn es schmerzvolle Erinnerungen sind. “Was früher einmal war” ist kein getragenes Lied, keines, das hilft, Verlust und Schmerz zu verarbeiten. Dafür gibt es andere Lieder. “Was früher einmal war” ist später. Das ist, wenn man mit Abstand auf Dinge blickt, und betrachtet, wo man her- und wo man hingekommen ist und man manche Dinge, die im Moment groß erschienen, im Nachhinein nicht überbewertet. Dass es hilfreich sein kann, loszulassen.
    Foto © sl_mg
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