In Folge vier befassen sich die Hosts Thyra Veyder-Malberg (Autorin, Journalistin) und Ida Karste (Historikerin) mit Antisemitismus in der Frauenbewegung im 19. Jahrhundert, der Verbindung von Frauengeschichte und jüdischer Geschichte und der gegenwärtigen Situation jüdischer Feministinnen. In dieser Folge sind die Expertinnen Prof. Dr. Leonie Wagner (Professorin für Pädagogik und Soziale Arbeit), Dr. Yvonne Weissberg (Germanistin und Historikerin), Esther Jonas-Märtin M.A. (Rabbinerin und Historikerin), Laura Cazés (Leiterin Kommunikation der ZWST und Autorin zu jüdischen Lebenswelten in Deutschland) und Rosa Jellinek (politische Bildnerin und Aktivistin).
Im Zentrum der Folge steht die kritische Betrachtung der ersten Frauenbewegung. Denn trotz des großen Anteils an Jüdinnen in der ersten Frauenbewegung, gab immer auch Antisemitismus aus der Mehrheitsbevölkerung aber auch aus den eigenen Reihengegen die jüdischen Frauenrechtlerinnen.
Wie genau tritt dieser Antisemitismus in Erscheinung? Wie entwickelt sich die Situation für jüdische Feministinnen ab 1933? Wo gibt es bis heute Leerstellen in der Forschung? Und welche Phänomene beobachten wir noch heute in mehrheitlich nicht-jüdischen, feministischen Bewegungen?
Schließe mit uns diese Lücken der jüdischen Frauengeschichte und hör rein.
Quellen:
Bertha Pappenheim, Bettina Brenner, Paula Ollendorf, HannahKarminski, Margarete Berent (JFB-Vorstand) an Agnes von Zahn-Harnack (BFD-Vorsitzende): Brief vom 10.05.1933 über den Austritt des JFB aus dem BFD. Zitiert nach: Reinicke, 2006, S. 114.
Brief des Jüdischen Frauenbundes (gez. Henriette May) an Helene Lange vom 12. Oktober 1915 (HLA-BDF, Abt. 3 Film 12-40,2). Zitiert nach: Wawrzyn, 1999, S. 60.
Bereswill, Mechthild; Wagner, Leonie (Hrsg.): Bürgerliche Frauenbewegung und Antisemitismus. Tübingen, Edition Diskord, 1998.
Bruns, Claudia; Wolff, Kerstin (Hrsg.): Gegen-Bewegung der Moderne. Verbindungen von Antifeminismus, Antisemitismus und Emanzipation um 1900. Band 43, Kassel, Archiv der Deutschen Frauenbewegung, 2003.
Dölle, Gisela (Hrsg.): Jüdin - Deutsche - deutscheJüdin? Auswirkungen des Antisemitismus in Deutschland. Kassel, Archiv der deutschen Frauenbewegung, 1993.
Fassmann, Irmgard Maya: Jüdinnen in der deutschenFrauenbewegung 1865 - 1919. Hildesheim, Olms, 1996.
Gerhard, Ute; Schlüpmann, Heide (Hrsg.): Die Radikalen in der alten Frauenbewegung. Heftnr. 1, Stuttgart, Lucius & Lucius, 1984. Das ganze Heft kostenlos abrufbar: https://www.degruyterbrill.com/journal/key/fs/3/1/html
Ṿolḳov, Shulamit: Antisemitismus als kultureller Code.Zehn Essays. München, Verlag C.H. Beck, 2000.
Wawrzyn, Heidemarie: Vaterland statt Menschenrecht. Formen der Judenfeindschaft in den Frauenbewegungen des Deutschen Kaiserreiches. Marburg, Diagonal-Verlag, 1999.
Wenzel, Cornelia; Meierhof, Gudrun (Hrsg.): Jüdisch-sein, Frau-sein, Bund-sein. DerJüdische Frauenbund 1904 - 2004. Band 45-46, Kassel, Archiv der Deutschen Frauenbewegung, 2004, S. 8-13.
Literaturtipp der Folge:
Cazés, Laura: Sicher sind wir nicht geblieben. Jüdischsein in Deutschland. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag, 2022.
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Ein großes Dankeschön an…
Interviewpartnerinnen: Prof. Dr.Leonie Wagner, Rabbinerin Esther Jonas-Märtin M.A., Dr. Yvonne Weissberg, LauraCazés und Rosa Jellinek
Grafikdesign: JanettAndrejewski
Jingle: Connie Walker aka CFM
Sprecherin Zitate: LeonieBerndt
Social Media: Katharina Bockund Lennard Schaumburg
Schnitt und Produktion:Hörfunk- und Projektwerkstatt Leipzig
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Info:
Dieser Podcast wird finanziert vom Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung. Produziert wurde er 2025 in einem fem/pulse Projekt der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. Für mehr Informationen besucht unsere Website: louiseottopeters-gesellschaft.de/projekte/unueberhoerbar-podcast.
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