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368 Episoden

  • HEALTH NERDS

    Nootropika: Können wir unser Gehirn wirklich boosten?

    10.09.2026 | 34 Min.
    „Nootropika machen unser Gehirn nicht automatisch besser. Entscheidend ist, welcher biologische Engpass die Leistung gerade begrenzt.“ Genau deshalb lässt sich die Wirkung sogenannter Brain Booster nicht auf ein simples Mehr an Konzentration oder Denkleistung reduzieren. Koffein kann Müdigkeitssignale dämpfen, Kreatin die schnelle Energiebereitstellung unterstützen, Pflanzenstoffe auf Stresssysteme wirken und Phospholipide oder Omega-3-Fettsäuren liefern Bausteine für Nervenzellen. Doch diese Mechanismen greifen an völlig unterschiedlichen Stellen an.

    In dieser Folge der artgerecht HEALTH NERDS erklären Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum, welche Nootropika bei gesunden Menschen wissenschaftlich interessant sind und warum der Ausgangszustand so entscheidend ist. Ein ausgeschlafenes, gut versorgtes Gehirn arbeitet häufig bereits nahe an seinem individuellen Optimum. Größere Effekte zeigen sich eher dann, wenn Schlafmangel, Stress, eingeschränkte Energieversorgung oder Nährstoffdefizite die Leistungsfähigkeit begrenzen.

    Felix und Matthias sprechen über Koffein, L-Theanin, Kreatin, Rhodiola, Phosphatidylserin und weitere Substanzen, aber auch über die Grenze zum Neuroenhancement. Verschreibungspflichtige Medikamente wie Methylphenidat werden teilweise zweckentfremdet eingesetzt, um Wachheit und Aufmerksamkeit zu steigern. Das kann jedoch biologische Defizite überdecken, statt sie zu beheben, und mit Schlafstörungen, innerer Unruhe, Herz-Kreislauf-Effekten oder Abhängigkeitspotenzial einhergehen.

    Am Ende bleibt die wirksamste Strategie erstaunlich unspektakulär: ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, gute Stoffwechselgesundheit und eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie und Mikronährstoffen. Bewegung fördert Durchblutung und Neuroplastizität, Schlaf stabilisiert Gedächtnis und Regeneration, und ein flexibler Stoffwechsel versorgt das Gehirn auch unter Belastung zuverlässig mit Energie. Nootropika können unterstützen. Sie ersetzen aber nicht die biologischen Grundlagen, auf denen kognitive Leistungsfähigkeit überhaupt entsteht.

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    Aluminium: Was Deo, Alufolie und Getränkedosen mit unserem Körper machen (Deep Dive)

    07.09.2026 | 26 Min.
    „Bei Aluminium entscheidet nicht allein, ob wir damit in Kontakt kommen. Entscheidend sind chemische Form, Dosis, Aufnahmeweg und die Frage, ob das Aluminium überhaupt aus dem Material herausgelöst werden kann.“ Aluminium ist eines der häufigsten Elemente der Erdkruste und begegnet uns entsprechend überall: in Lebensmitteln, Trinkwasser, Verpackungen, Alufolie, Getränkedosen und Antitranspirantien. Entscheidend für unsere Gesundheit ist aber nicht der bloße Kontakt, sondern wie viel Aluminium tatsächlich in den Körper gelangt.

    In dieser Deep Dive Folge der artgerecht HEALTH NERDS erklären Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum, wo die relevanten Expositionsquellen liegen und welche Sorgen heute deutlich differenzierter bewertet werden. Besonders wichtig ist der Kontakt von Lebensmitteln mit unbeschichtetem Aluminium: Säure, Salz und Hitze können dazu führen, dass sich Aluminium aus Folien, Schalen oder Kochgeschirr löst und auf Lebensmittel übergeht. Deshalb gehören Tomaten, Zitronensaft, Sauerkraut oder stark marinierte Speisen nicht direkt in unbeschichtete Alufolie.

    Anders sieht es bei Getränkedosen aus. Dort verhindert eine Innenbeschichtung normalerweise den direkten Kontakt zwischen Getränk und Aluminium. Auch bei aluminiumhaltigen Antitranspirantien (z.B. Deo-Roller) hat sich die wissenschaftliche Bewertung verändert: Die Aufnahme über die Haut ist nach aktuellem Wissensstand sehr gering, ein kausaler Zusammenhang mit Brustkrebs ist nicht belegt. Relevanter bleibt die langfristige Gesamtaufnahme, vor allem über Lebensmittel und direkten Kontakt mit ungeeigneten Aluminiumoberflächen.

    Felix und Matthias ordnen außerdem ein, warum eine hohe Aluminiumexposition problematisch sein kann, welche Rolle Nieren, Knochen und Nervensystem spielen und warum Aluminium nicht als alleiniger Auslöser neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer betrachtet werden kann. Die entscheidende Konsequenz für den Alltag ist deshalb nüchtern: vermeidbare zusätzliche Quellen reduzieren, ohne aus jedem Kontakt mit Aluminium ein Gesundheitsrisiko zu machen.

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    Candida im Darm: Welche Rolle spielt Zucker bei Überbesiedlung?

    03.09.2026 | 28 Min.
    „Die Anwesenheit von Candida allein ist noch kein Problem. Entscheidend ist das Ökosystem, in dem der Pilz lebt.“ Candida albicans gehört bei vielen Menschen zur normalen mikrobiellen Besiedlung des Körpers. Der Hefepilz findet sich im Darm, im Mundraum und an anderen Schleimhäuten, ohne zwangsläufig Beschwerden auszulösen. Erst wenn sich dieses Gleichgewicht verschiebt, Candida sich stark vermehren kann und das Immunsystem mit einer Entzündungsreaktion antwortet, wird aus Kolonisation eine klinisch relevante Infektion.

    In dieser Folge der artgerecht HEALTH NERDS erklären Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum, warum eine der populärsten Empfehlungen gegen Candida zu kurz greift: der konsequente Verzicht auf Zucker und Kohlenhydrate. Zwar kann Candida Glukose als Energiequelle nutzen. Der Pilz ist metabolisch jedoch deutlich anpassungsfähiger, als die Vorstellung vom einfachen „Aushungern“ vermuten lässt. Weniger freien Zucker zu essen kann sinnvoll sein, beseitigt eine Candida-Problematik aber nicht automatisch.

    Entscheidender ist, warum Candida überhaupt Raum zur Ausbreitung bekommt. Antibiotika, Immunsuppression, Stoffwechselerkrankungen und Veränderungen des Darmmikrobioms können das ökologische Gleichgewicht verschieben. Gleichzeitig spielen fermentierbare Ballaststoffe und kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat eine wichtige Rolle für das Darmmilieu. Auch Lactoferrin ist wissenschaftlich interessant, unter anderem wegen seiner Eisenbindung und experimentell beobachteter antifungaler Effekte.

    Felix und Matthias ordnen außerdem ein, warum ein positiver Candida-Nachweis im Stuhl noch keine Diagnose ist und unspezifische Beschwerden wie Blähungen, Müdigkeit oder Heißhunger nicht automatisch auf den Hefepilz zurückgeführt werden sollten. Candida lässt sich nicht auf die Gleichung „Zucker rein, Pilz wächst; Zucker raus, Pilz verschwindet“ reduzieren. Entscheidend ist das Gleichgewicht des gesamten Darmökosystems.

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    Glukose: Wann Zucker für unseren Stoffwechsel zum Problem wird (Deep Dive)

    31.08.2026 | 28 Min.
    „Glukose ist nicht unser Feind. Problematisch wird sie erst dann, wenn unser Körper dauerhaft keine Pause mehr von Glukose und Insulin bekommt.“ Genau darin liegt der entscheidende Unterschied. Glukose ist einer unserer wichtigsten Energieträger. Unsere Zellen nutzen sie zur Bildung von ATP, unser Gehirn ist auf eine kontinuierliche Energieversorgung angewiesen und auch unsere Muskulatur greift bei höherer Belastung intensiv auf Glukose zurück. Gleichzeitig müssen wir Glukose nicht permanent über die Nahrung zuführen. Unser Körper kann sie speichern, aus Reserven freisetzen und bei Bedarf sogar selbst neu bilden.

    In dieser Deep Dive Folge der artgerecht HEALTH NERDS erklären Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum, warum aus einem physiologisch wichtigen Energiesubstrat trotzdem ein metabolisches Problem werden kann. Entscheidend ist nicht der normale Anstieg des Blutzuckers nach einer Mahlzeit. Problematisch wird eine dauerhafte Überversorgung mit Energie, hohe Mahlzeitenfrequenz und immer neue Glukosezufuhr über zuckerreiche und stark verarbeitete Lebensmittel oder Getränke. Der Stoffwechsel bleibt dadurch immer häufiger im Glukosemodus, Insulin wird ständig gefordert und die Fähigkeit, flexibel zwischen Zucker- und Fettstoffwechsel zu wechseln, nimmt ab.

    Felix und Matthias verfolgen den Weg der Glukose vom Darm über die Leber bis in Muskel- und Fettzellen und erklären, wie Insulin diesen Prozess steuert. Bleibt dauerhaft mehr Energie verfügbar, als der Körper verbraucht, werden Speicher gefüllt und neue Fette gebildet. Langfristig können Insulinresistenz, Fettleber, Übergewicht und schließlich Typ-2-Diabetes entstehen. Dabei kann der Blutzucker zunächst sogar noch unauffällig aussehen, weil der Körper immer größere Mengen Insulin benötigt, um ihn im normalen Bereich zu halten.

    Aktuell bekommt diese Biologie zusätzliche politische Relevanz. In Deutschland wird über eine Zuckersteuer auf zuckerhaltige Getränke diskutiert. Matthias ordnet ein, warum gerade flüssiger Zucker problematisch ist und weshalb solche Maßnahmen aus Public-Health-Sicht sinnvoll sein können. Gleichzeitig bleibt die individuelle Ebene entscheidend: mehr Bewegung und Muskelmasse, weniger stark verarbeitete Lebensmittel, längere Essenspausen, ausreichend Schlaf und eine insgesamt geringere Energiedichte helfen dem Körper, seine Glukoseregulation zu erhalten.

    Die zentrale Erkenntnis: Nicht Glukose macht unseren Stoffwechsel krank. Entscheidend ist, wie viel davon ständig verfügbar ist und ob unser Körper noch flexibel zwischen verschiedenen Energiequellen wechseln kann. Genau hier schließt diese Folge an den Glukose-Keton-Index aus der vergangenen HEALTH NERDS Episode an.

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    Glukose-Keton-Index (GKI): Diesen Biomarker für Deinen Stoffwechsel solltest Du kennen

    27.08.2026 | 28 Min.
    „Wir können mit dem Glukose-Keton-Index mit zwei relativ einfachen Messwerten etwas sichtbar machen, das für unsere Stoffwechselgesundheit zentral ist: unsere metabolische Flexibilität.“ Eine neue wissenschaftliche Veröffentlichung sorgt derzeit für Aufmerksamkeit. Das Paper wurde vor Kurzem in Frontiers in Science veröffentlicht und stammt von einem internationalen Autorenteam um Derek C. Lee und Thomas N. Seyfried vom Boston College. Die Forscher schlagen vor, zwei bekannte Messwerte systematisch zu verknüpfen: die Glukose im Blut und die Konzentration von Ketonkörpern. Aus diesem Verhältnis entsteht der Glukose-Keton-Index, kurz GKI. Er soll zeigen, wie stark unser Stoffwechsel gerade auf Glukose angewiesen ist und wie gut er auf Fett als Energiequelle umschalten kann.

    In dieser Folge der artgerecht HEALTH NERDS erklären Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum, warum dieses Paper so interessant ist. Der GKI stammt ursprünglich aus der metabolischen Krebsforschung. Nun wird diskutiert, ob er künftig breiter eingesetzt werden kann, etwa zur Beurteilung der Stoffwechselgesundheit und zur langfristigen Beobachtung metabolischer Veränderungen. Damit rückt nicht nur der einzelne Blutzuckerwert in den Fokus, sondern die Frage, wie flexibel unser Energiestoffwechsel auf Ernährung, Fasten oder Bewegung reagiert.

    Felix und Matthias zeigen, welche Rolle Insulin dabei spielt und warum eine einzelne GKI-Messung nur begrenzt aussagekräftig ist. Spannend wird der Wert vor allem im Verlauf über Tage, Wochen oder Monate. Neue Messsysteme machen es heute möglich, Glukose und Ketonkörper regelmäßig selbst zu bestimmen und den eigenen GKI engmaschig zu verfolgen. Das Paper schlägt unterschiedliche GKI-Bereiche und farblich markierte Gesundheitszonen vor. Noch sind das keine etablierten medizinischen Grenzwerte, sondern ein Modell, das weiter geprüft werden muss.

    Der Glukose-Keton-Index könnte künftig helfen, metabolische Flexibilität einfacher sichtbar und vergleichbar zu machen. Ob er sich als fester Gesundheitsmarker etabliert, wird die weitere Forschung zeigen.

    Hier direkt zum Paper:
    https://www.frontiersin.org/journals/science/articles/10.3389/fsci.2026.1763395/full

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Warum werden wir krank? Was hält uns gesund? Und was sagt die Wissenschaft wirklich? Die HEALTH NERDS erklären die faszinierenden Zusammenhänge unseres Körpers verständlich, wissenschaftlich fundiert und ohne Gesundheitsmythen. Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum sprechen über Ernährung, Stoffwechsel, Darmgesundheit, Hormone, Mikrobiom, Immunsystem, Longevity und die neuesten Erkenntnisse der Medizin. Komplexe Wissenschaft. Verständlich erklärt. Mit konkretem Wissen für Deinen Alltag. HEALTH NERDS. Mensch, einfach erklärt. –– Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
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