Wir steigen ein in die neue Staffel von Die Bachelors – offenbar reicht das Elend eines einzelnen Mannes im emotionalen Entwicklungspraktikum nun standardmäßig nicht mehr aus. Diesmal werden uns also wieder zwei Exemplare herangekarrt: Sebastian der Vierte (so genannt, weil er bereits der vierte Bachelor dieses Namens ist, was langsam dynastische Züge annimmt) und Tim, der in seinem Vorstellungsfilmchen selbst lachen muss, als er sagt, dass er der Bachelor ist. Wenigstens einer merkt es.
Auf der Plusseite muss man allerdings sagen: Nach den kurzen Mini-Horrordates der vergangenen Bachelor-Experimente gibt es endlich wieder die klassische Limousinen-Polonaise, bei der die Frauen dem Bachelor zugeführt werden wie kleine festlich frisierte Schicksalslieferungen. Außerdem schreibt das erste Aufeinandertreffen der beiden Bachelors schon jetzt Franchise-Geschichte: Sebastian und Tim erkennen einander relativ schnell als Co-Bachelor, sprechen aber trotzdem hartnäckig weiter Englisch miteinander, als wären sie zwei deutsche Auslandssemester, die sich in Lissabon an den Spinden eines Coworking-Spaces begegnen.
Während die Kandidatinnen teilweise schon beim ersten Blickkontakt sehr, wir zitieren, overwhelmed sind, bleiben wir selbst bei der unbeholfenen, fliegenden Rosenvergabe erstaunlich gelassen. Was womöglich daran liegt, dass wir innerlich längst tot sind. Denn auch diese Staffel serviert wieder zwei Männer, die ihre Emotionalität offenbar behandeln wie ein vernachlässigtes Hobby: Tim etwa stellt fest, dass es in seinem Leben noch keine Situation gab, in der er sich so lange am Stück mit seiner emotionalen Seite beschäftigen musste wie jetzt beim Bachelor. Und da sind wir natürlich dankbar, bei dieser Expedition in die menschliche Gefühlswelt live dabei sein zu dürfen. Helm auf, Rose festhalten, es geht wieder los!
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