Mit dem Papst am Swimming-Pool liegen - dieses Vergnügen hatten wohl noch nicht allzu viele Menschen. Joachim Kardinal Meisner hat genau das erlebt. Warum die Audienz im Liegestuhl bei Johannes Paul II. trotzdem kein uneingeschränktes Vergnügen war, erzählt der Kardinal im Gespräch mit Matthias Brender. Erleben Sie spannende Einblicke in Kardinal Meisners einzigartigen Lauf des Lebens. Der Kardinal verstarb am 5.7.2017.
Am 18. März 2021 veröffentlichte die Kanzlei Gercke und
Wollschläger ein im Auftrag des Erzbistums verfasstes unabhängiges Gutachten,
welches den Umgang der Verantwortlichen im Bistum Köln mit Täter und Opfer in
sexuellen Missbrauchsfällen in der Kirche untersuchte. Dabei wurden schlecht
geführte Akten und viele Pflichtverletzungen der früheren Leiter des Bistums
festgestellt.
Nach Gerke entfielen ein Drittel aller Pflichtverletzungen
auf den früheren Kardinal Meisner. In 14 Aktenvorgängen haben Gerke und sein Team
24 Pflichtverletzungen gefunden. Sechs Mal wurde nicht genügend aufgeklärt,
neun Mal wurden Taten nicht gemeldet, zwei Mal wurde nicht entsprechend
sanktioniert und einmal wurde die Verhinderungspflicht weiterer Taten verletzt.
Fünf Mal gab es zu wenig Opferfürsorge.
Gerne hätten wir Kardinal Meisner dazu direkt befragt, wenn
dies zu seiner Lebenszeit schon bekannt gewesen wäre.
Wir haben uns entschieden, diese Informationen hier
schriftlich hinzuzufügen und lassen das ausführliche Interviewvideo mit
Kardinal Meisner über sein Leben weiterhin online stehen. Uns ist kein
Videomaterial bekannt, in dem Kardinal Meisner so ausführlich, offen und direkt
über sein Leben, seine Motivationen, seinen Glauben und die Ereignisse seiner
Zeit spricht – zu denen jetzt weitere, bisher unbekannte und weniger schöne
Kapitel öffentlich werden.