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Wer wir sind und warum das nicht klappte ...

Jan Schulte-Kellinghaus
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    #57 Karl V. - Das Ende eines Weltenherrschers

    13.05.2026 | 51 Min.
    Mit Heinz Schilling: Diese Episode beginnt am Grab Martin Luthers in der Schlosskirche von Wittenberg. Kaiser Karl V. hatte im Schmalkaldischen Krieg die protestantischen Fürsten krachend geschlagen. Nun stand Karl V. am Grab von Martin Luther, der ein Jahr zuvor gestorben war. Auf dem Höhepunkt seiner Macht blickte er auf das Grab seines Kontrahenten. Im Moment des Triumphes schlugen seine Ratgeber vor, Luthers Überreste auszugraben und auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Aber der Kaiser soll abgelehnt haben.

    Karl V. und Luther waren sich zuletzt vor 26 Jahren begegnet auf dem legendären Reichstag in Worms. Damals hatte der junge Kaiser die Reichsacht über den Theologieprofessor verhängt und seine Schriften und seine Lehre verboten. Nur konsequent durchgesetzt hat er dieses Verbot nie.

    Karls Reich erstreckte sich über acht Zeitzonen. Er war nicht nur römisch-deutscher König und Kaiser, er herrschte auch über Spanien und die Übersee-Kolonien, er war König von Neapel und Sizilien. Als Habsburger herrschte er zusätzlich über Österreich, Burgund, Lothringen und Brabant. Er führte über 70 europäische Adelstitel.

    Als gekrönter römischer Kaiser sah er es als seine Aufgabe an, gemeinsam mit dem Papst ein europäisches Universalreich anzuführen, um umfassenden christlichen Frieden zu schaffen. Doch der König von Frankreich, die Osmanen in Südeuropa und die Protestanten in Deutschland hinderten ihn daran.

    Über einen Kaiser, der sich zu viel vorgenommen hatte, die "deutsche Freiheit" und einen untätigen Papst spreche ich mit Heinz Schilling. Der emiritierte Professor lehrte die Europäische Geschichte der frühen Neuzeit an der Humboldt-Universität in Berlin und ist als Autor vieler Sachbücher und Publizist tätig.

    Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier:

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    #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
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    #56 Bigamie und Apokalypse - Das Täuferreich Münster

    06.05.2026 | 52 Min.
    Mit Hiram Kümper: Am 22. Januar 1536 wurden den drei Anführern „alles Fleisch mit glühenden Zangen von den Knochen abgerissen“ danach „Gurgel und Herz mit glühenden Eisen durchstoßen“. So steht es in ihrem Todesurteil. Die schaurige Hinrichtung auf dem Prinzipalmarkt von Münster dauerte mehrere Stunden. Ihre Überreste ließ der Bischof hoch aufhängen. Weit sichtbar. Zur Abschreckung.

    Jedem Touristen in Münster werden die Käfige gezeigt. Oben am Südturm der Lambertikirche baumeln drei mannshohe Metallkästen. In Ihnen wurden die Leichen der drei Anführer des Täuferreiches ausgestellt: Bernd Krechting, Bernd Knipperdolling und der "König von Münster": Jan van Leiden.

    Obwohl das Täuferreich in Münster nicht lange währte, zeigt es - wie unter einem Brennglas - das chaotische Ringen um den rechten Glauben. Die Ideen Martin Luthers waren noch nicht 10 Jahre alt. Sie hatten die Gläubigen aufgerüttelt, die alten Autoritäten infrage gestellt, aber noch keine feste neue Ordnung geschaffen. Die Menschen waren plötzlich offen für ganz neue Glaubenslehren und Lebensarten. Jan van Leiden, der selbsternannte "König von Münster", hinterließ zum Beispiel 15 Ehefrauen nachdem er seine Frau Elisabeth hatte hinrichten lassen.

    Mit Hiram Kümper, Professor für die Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit an der Uni Mannheim, spreche ich über die Motive der Täufer, ihr Charisma und ob es tatsächlich in Münster 1534 einen "Frauenüberschuss" gab.

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    #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
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    #55 Wie hält man Martin Luther aus? Ringen um die Reformation

    29.04.2026 | 1 Std. 13 Min.
    Mit Volker Leppin: Im zweiten Teil seines Lebens war Luther eingesperrt, 25 Jahre lang. Der Kaiser hatte die Reichsacht über ihn erlassen. Luther war eine rechtlose Person und jedermann war aufgefordert, ihn auszuliefern. Allerdings stand er unter dem Schutz seines Landesherren, dem Kurfürsten von Sachsen. Das heißt, bis zu seinem Tod drohte Martin Luther fast überall im Reich Lebensgefahr, nur nicht in Wittenberg und den dazugehörigen Territorien.

    Luthers Beschützer, Friedrich der Weise, rettete Martin nach dem Reichstag von Worms 1521. Er ließ Martin zum Schein entführen und versteckte ihn auf der Wartburg bei Eisenach. Unter dem Decknamen „Junker Jörg“ verbrachte Luther 10 Monate auf der Wartburg. Eine äußerst produktive Zeit. Er übersetzte die Bibel aus dem Griechischen ins Deutsche.

    In der „Luther-Bibel“ finden sich Wortkombinationen, die wir heute noch gebrauchen: die „Herzenslust“, die „Höllenangst“, der „Geizhals“, der „Denkzettel“ oder der „Feuereifer“. Alles Erfindungen von Martin Luther. Durch seine packende Sprache hat er nicht nur Lust auf die Bibellektüre gemacht. Sein Bibeltext war auch ein wesentlicher Baustein für die Entwicklung des Hochdeutschen.

    Nach einiger Zeit entließ Luther sich selbst aus der Schutzhaft und zog nach Wittenberg, um den Verlauf der Reformation zu steuern. Doch wie geht das, von der Seitenlinie aus?

    Darüber spreche ich mit Volker Leppin. Der Theologe lehrt Kirchengeschichte an der Yale University.

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    #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
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    #54 Bauernkrieg und Ritteraufstände - Die Verlierer der Neuzeit

    22.04.2026 | 1 Std. 18 Min.
    Mit Hiram Kümper:

    Zum ersten großen Bauernaufstand kam es 1476 im Taubertal. Der Prediger Hans Böhm scharrte 40.000 Menschen um sich. 17 Jahre später gründete sich im Elsass die „Bundschuhbewegung“. Die Verschwörer wählten ihren einfachen Schnürschuh zum Symbol des Aufstandes. 1514 begehrte in Württemberg der „arme Konrad“ auf. Die Wut über den Landesherren, Herzog Ulrich, war grenzenlos. Der Herzog hatte seine Hochzeit mit einem luxuriösen Fest gefeiert: 7000 Gäste schlemmten, tanzten und vergnügten sich 14 Tage lang in Stuttgart. Und weil sein Lebensstil so teuer war, trieb er neues Geld ein. Er ließ die offiziellen Marktgewichte reduzieren und trieb die Preise und seine Einnahmen in die Höhe. Bis dahin ungekannte Proteste der einfachen Stadtbevölkerung waren die Folge.

    Alle diese Aufstände wurden vom Adel brutal niedergeschlagen, die Rädelsführer gevierteilt und an den Landstraßen aufgehängt.

    Im Sommer 1524 kommt es zu ersten großen Bauernerhebungen im Süden Württembergs, in der Nähe von Nürnberg und in Mühlhausen in Thüringen. Im Jahr darauf formen sich bewaffnete Bauernhaufen von jeweils mehreren tausend Kämpfern. Im April 1525 dann der Höhepunkt. Ausgerechnet am Ostermontag, dem Hochfest der Auferstehung Christi, ließ der Bauernführer Jäcklein Rohrbach den Grafen Ludwig von Helfenstein und seine Mitstreiter so lange Spießrutenlaufen, bis sie erstochen und erschlagen niedersanken. Die Brutalität der „Weinsberger Bluttat“ schockierte viele Menschen bis ins Mark. Martin Luther wurde danach zum Bauernfeind. In der Flugschrift „Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern“ rief er die Landesherren auf: „man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss“.

    Die Phalanx des Adels stand. In der größten Schlacht des Bauernkrieges im thüringischen Frankenhausen metzelte ein Fürstenheer aus Hessen, Sachsen und Braunschweig 6000 Bauern nieder.

    Im Südwesten bekämpfte Georg Truchsess von Waldburg-Zeil mit 9000 Fußsoldaten und 1500 gepanzerten Reitern die Bauern.

    Schätzungsweise kamen insgesamt 75.000 Bauern ums Leben.

    Nicht nur die Bauern kämpften in dieser Zeit gegen die Obrigkeit, auch die Ritter versuchten ihren Platz in der Gesellschaft mit Gewalt zu verteidigen. Götz von Berlichingen verbündete sich mit den Bauern und wurde im Odenwald ihr Hauptmann. Franz von Sickingen führte einen der größten Ritteraufstände an und überfiel mit 23.000 Kriegern die Reichsstadt Metz. Er überzog Worms und Frankfurt am Main mit Fehden und erpresste den Landgrafen von Hessen um 35.000 Goldgulden. Auch er starb, als der Hochadel zum gemeinsamen Gegenschlag ansetzte.

    Was trieb die Bauern und Ritter an? Warum wurden sie zu den Verlieren der Neuzeit? Und wieso hatte Martin Luther kein Mitleid?

    Diese Fragen bespreche ich mit Hiram Kümper, Professor für die Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit an der Uni Mannheim.

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    Martin Luther - Wie wird man Reformator?

    15.04.2026 | 1 Std. 9 Min.
    Mit Volker Leppin:

    Martin Luther war ein Studienabbrecher. Als der Jurastudent seinen Eltern beichtete, dass er nicht Jurist sondern Mönch werden wolle, wechselte sein Vater vom respektvollen "Sie" wieder zum herablassenden "Du" der Kindertage. Als Novize im Augsutinerkloster in Erfurt war Martin theologisch noch weitgehend unauffällig. Über seinen Beichtvater kam er mit der mittelalterlichen Mystik in Kontakt, die eine Gotteserfahrung nicht von äußeren Taten abhängig machte, sondern innere Versenkung predigte. Nach seinem Studum stieg Martin Luther schnell im Orden auf und ging als Professor der Theologie an die neugegründete Uni Wittenberg. 1517 machte er dort plötzlich mobil. Er nahm Anstoß an einer Ablasstour. Der Dominikaner Johannes Tetzel tourte durch benachbarte Territorien und sammelte Geld für den Bau des Petersdoms in Rom. Tetzel versprach, dass jede Geldspende die Tage im Fegefeuer verkürze. Sein Slogan :“ Wenn die Münz in dem Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“.

    Hinter dieser Drückerkolonne verbarg sich ein finanzieller Deal von drei mächtigen Beteiligten. Der Erzbischof von Mainz und Magdeburg schuldete dem Papst 20.000 Goldgulden. Jakob Fugger, der Bänker aus Augsburg, hatte dem Erzbischof das Geld vorgestreckt. Die Ablasstour sollte die Summe wieder einspielen. Papst und Erzbischof hatten vereinbart, die Einnahmen brüderlich teilen.

    Luther kannte die Hintergründe nicht und schrieb empört an den Erzbischof, ob er überhaupt wisse, welches Unwesen da getrieben würde. Der Professor hatte in ein Wespennest gestochen. Sein Protest ging viral. Die Drucker schmissen ihre Pressen an und bald war Luther mit seinen 95 Thesen gegen den Ablass eine deutschlandweite Berühmtheit.

    Wie sich aus der spontanen Empörung eine bahnbrechende neue Religion entwickelte, darüber spreche ich mit Volker Leppin, Professor für Kirchengeschichte an der Yale University.

    Die Reisetipps und mehr Bilder und Infos findet Ihr hier:

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    Zur Anmeldung für den Abend mit Prof. Knut Görich und mir in Würzburg am 22.4.2026 um 18.00 geht es hier lang:

    https://eveeno.com/542701555

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