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Wer wir sind und warum das nicht klappte ...

Jan Schulte-Kellinghaus
Wer wir sind und warum das nicht klappte ...
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  • Wer wir sind und warum das nicht klappte ...

    #39 Die Pest

    01.1.2026 | 1 Std. 2 Min.

    Mit Stefan Leenen:1331 brach die Pest im heutigen China aus und wanderte von dort aus westwärts. Sie brauchte 15 Jahre bis sie die Küste der Krim erreichte. In Caffa betrieben Händler aus Genua einen Stützpunkt. Sie handelten mit Getreide und transportierten es über das Schwarze Meer nach Westeuropa. 1346 hatten12 genuesische Galeeren nicht nur Getreide, sondern auch die Pest an Bord und nahmen Kurs auf Süditalien. Sie verursachten die bisher größte medizinische Katastrophe in der europäischen Geschichte. Zwischen 20 und 50 Millionen Menschen fielen der Pest zum Opfer. Etwa ein Drittel der Bevölkerung. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 2 Kilometern pro Tag verbreitete sich die Pest in alle Richtungen: nach Spanien, Frankreich Deutschland. Die Lungenpest führte innerhalb weniger Stunden nach der Ansteckung zum Tod. Die Beulenpest brauchte etwas länger. Die Patienten litten noch zwei bis drei Tage bevor sie starben. Die Krankheit traf arme und reiche, junge und alte, Frauen und Männer gleichermaßen und breitete sich unaufhaltsam aus. Sie schob die Horrormeldungen vor sich her. Die lösten schon Massenhysterien aus, lange bevor die Pest tatsächlich zuschlug. In vielen deutschen Städten brachen Judenpogrome aus. Die Verfolgung der jüdischen Einwohner durch aufgebrachte Massen trat das erste Mal in der Provence auf. Die Hysterie begann lange bevor die Seuche selbst das Land erreichte. Schon die Nachricht vom Schwarzen Tod und die Phantasie, dass Juden die Brunnen vergiftet hätten, reichte für tödliche Hetzjagden. In Basel und Straßburg töteten blutrünstige Bürger 1349 große Teile der jüdischen Bevölkerung. Stadträte, die mäßigend einwirken wollten, wurden von den aufgepeitschten Mordlustigen vertrieben. In Worms, Frankfurt und Mainz verübten die jüdischen Gemeinden nach anfänglicher Gegenwehr Massenselbstmorde. Es waren die bis dahin schlimmsten Pogrome gegen Juden in Deutschland. In unserer Geschichte nur noch übertroffen vom Holocaust. Mit dem Auftreten der Pest wurden fast alle jüdischen Gemeinden in Deutschland vernichtet oder vertrieben. Damit war das jüdische Leben für fast 400 Jahre in Deutschland zerstört. Über Flagellanten, die Ratlosigkeit der Gelehrten, das große Sterben und die anschließende Wirtschaftskrise spreche ich mit Dr. Stefan Leenen, dem Kurator der letzten großen Pestausstellung in Deutschland. Seine Reisetipps und Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

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    Leidenschaft für Geschichte: Übers Podcasten - Sonderfolge

    26.12.2025 | 47 Min.

    Mit Simon Kellner:Simon von "Zeit für History" spricht mit mir über unsere gemeinsame Leidenschaft für Geschichte, was uns dazu bringt, aus ihr jeweils einen Podcast zu machen und was auf diesem Weg schieflaufen kann... Eine Sonderfolge als Blick hinter die Kulissen. Simons Podcast "Zeit für History" findet Ihr hier: https://open.spotify.com/show/773867UfbsmIqhjeUMYVy9?si=f96f462992604400 Oder überall, wo es Podcasts gibt.... #Geschichte #Podcasts #Nerds

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    #38 Juden und Christen im Mittelalter

    24.12.2025 | 1 Std. 15 Min.

    Mit Eva Haverkamp-Rott:Vor der langen Geschichte der Unterdrückung, Vertreibung und Verfolgung der Juden in Europa gab es eine Zeit, in der Juden und Christen das Leben in unserem Land gemeinsam geprägt haben. Und über diese Zeit und ihr jähes Ende möchte ich heute sprechen. Im frühen Mittelalter, ab dem 10. Jahrhundert begann die aktive Ansiedlung jüdischer Familien in den Städten entlang des Rheins. Die ottonischen und salischen Kaiser des römisch-deutschen Reiches hatten erkannt, dass die Ansiedlung von jüdischen Kaufleuten aus Italien oder Spanien wie ein Wirtschaftsmotor die Lebensverhältnisse der Menschen verbesserte. Zu der Gründung einer Stadt gehörte die Ansiedlung von jüdischen Kaufleuten. Deshalb wurden die Wohnviertel der Juden oft in der Stadtmitte neben der Kirche gebaut. Viele jüdische Synagogen wurden von christlichen Dombaumeistern errichtet. Mainz, Worms und Speyer waren die ersten Zentren des jüdischen Lebens nördlich der Alpen. Sie waren die größten und bedeutendsten jüdischen Gemeinden im frühen Mittelalter. Doch was gehörte zu einer jüdischen Gemeinde? Zuerst: die Selbstverwaltung. Die jüdischen Gemeinden hatten einen Rat und eine eigene Gerichtsbarkeit für die Streitigkeiten untereinander. Die Gemeinden waren meistens in der Innenstadt angesiedelt und hatten neben den Wohnvierteln Gemeinschaftseinrichtungen: Eine Synagoge, ein Ritualbad, der Mikwa die aus fließendem Wasser gespeist wird, und in die man mit dem ganzen Körper eintauchen kann, ein Tanzhaus, ein Backhaus, ein Hospital, ein Friedhof, und manche jüdische Gemeinden betrieben eine Hochschule mit angeschlossenem Studierendenwohnheim. Über das jüdisch-christliche Zusammenleben im Mittelalter und die beginnende Verfolgung und Vertreibung spreche ich mit Eva Haverkamp-Rott, Professorin für jüdische Geschichte Kultur im Mittelalter an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Ihre Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

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    #37 Die Wittelsbacher

    17.12.2025

    Mit Richard Loibl:Neben den Welfen und den Habsburgern waren die Wittelsbacher die dritte bedeutende Adelsfamilie, die unser Mittelalter nachhaltig geprägt hat. Und trotzdem hat es mit dem Griff zur Kaiserkrone nie dauerhaft geklappt. Über Kaiser Ludwig „den Bayern“ haben wir in der letzten Folge gesprochen. 53 Jahre nach ihm wurde Ruprecht von der Pfalz -auch ein Wittelsbacher - zum Kaiser gekrönt. Er regierte 10 Jahre, konnte aber nicht viel ausrichten. Danach brauchte es über 330 Jahre bis wieder ein Wittelsbacher Kaiser wurde. Karl VII. regierte aber nur für drei Jahre meistens von Frankfurt aus, weil die Österreicher München besetzt hatten. Auch seine Kaiserherrschaft war eher glücklos. Warum machte Barbarossa einen Wittelsbacher 1180 zum Herzog von Bayern? Und wie hat die Familie in den anschließenden 845 Jahren die deutsche Geschichte beeinflußt? Darüber spreche ich mit Dr. Richard Loibl, dem Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte in Regensburg. Seine Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

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    #36 Ludwig der Bayer - der dem Papst trotzt

    11.12.2025

    Mit Martin Kaufhold:Ludwig hatte es besonders schwer. Er hatte nicht nur einen Gegenkönig, den er bekämpfte und einsperren ließ, sondern wurde vom Papst exkommuniziert. Der Bann traf nicht nur ihn persönlich sondern das ganze Reich nördlich der Alpen. Solange Ludwig regierte, verbot der Papst per Interdikt jegliche kirchliche Handlungen im Reich. Gottesdienste, Beerdigungen, Taufen oder Beichten… alles verboten. Über 20 Jahre lang. Aber nicht mit Ludwig dem Bayern: Mit Waffengewalt zwang er die Dominikaner ihre Kirchen für die Gläubigen offen zu halten. Nachdem Ludwig seinen Gegenkönig besiegt hatte, kam er auf eine sehr besondere Idee. Er beschloss mit seinem Konkurrenten zusammen zu regieren. Die erste Doppelspitze in der deutschen Geschichte. Ein völlig neuer Gedanke: Ludwig wollte geeint mit Friedrich von Habsburg dem Papst entgegentreten. Doch das Politikexperiment scheiterte. Der exkommunizierte König ritt 1328 über die Alpen und ließ sich in der Peterskirche zum Kaiser krönen. Über das kämpferische Leben des ersten Wittelsbachers auf dem Königs- und Kaiserthron spreche ich in dieser Episode mit Martin Kaufhold, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Uni Augsburg. Seine Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

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Die deutsche Geschichte vom Neandertaler bis Angela Merkel. Die Podcastserie reist in 99 Folgen durch die deutsche Geschichte. Du lernst spannende Orte und Expertinnen kennen und bekommst den Überblick über das, was war.
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