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Wer wir sind und warum das nicht klappte ...

Jan Schulte-Kellinghaus
Wer wir sind und warum das nicht klappte ...
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    # 65 Der Große Kurfürst - Preußens Anfänge

    08.07.2026 | 1 Std. 8 Min.
    Mit Jürgen Luh:

    Der große Kurfürst regierte Brandenburg nach dem 30jährigen Krieg. Berlin war ausgeplündert und in weiten Teilen niedergebrannt. Es herrschten Hunger und Epidemien. Das Stadtschloss auf der Spreeinsel war unbewohnbar. Friedrich Wilhelm musste das zerstörte Land aufbauen und seine verstreuten Territorien zusammenhalten. Ohne Bodenschätze und ohne Infrastruktur. Das ist ihm nicht nur gelungen, sondern er hat den Grundstein für den Aufstieg Preußens gelegt. Für diese Lebensleistung erhielt er den Beinamen: „der Große“ Kurfürst.

    Jürgen Luh ist Direktor des Researchcenter Sanssouci und schreibt in seinem Buch über den Kurfürsten: Das war alles nur Glück. Der große Kurfürst hatte keinen Plan, wechselte ständig die Seiten und rettete sein Erbe praktisch durch Zufall.

    War es Glück oder doch Ideenreichtum und Durchhaltewille, die Friedrich Wilhelm zum Initiator des Preußischen Aufstiegs machten? Darüber spreche ich mit Jürgen Luh in dieser Folge.

    Sein Buch heißt: "Der Große Kurfürst - Friedrich Wilhelm von Brandenburg - Sein Leben neu betrachtet" und ist 2020 im Siedler Verlag erschienen.

    Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier:

    www.99xgeschichte.de

    Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an.

    Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten.

    "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital.

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    #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
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    #64 Der Sonnenkönig zerstört die Pfalz

    01.07.2026 | 1 Std. 1 Min.
    Mit Sven Externbrink: Wer einmal in Heidelberg gewesen ist, wird sich die Frage gestellt haben, wer denn dieses schöne Schloss zerstört hat. Und prompt sind wir bei Ludwig XIV. Was mich besonders fasziniert: Obwohl er nicht nur Heidelberg, sondern die ganze Pfalz verwüsten ließ, blieb er das Non-plus-Ultra für den deutschen Adel. In der Mode, im Baustil und in der Sprache. Jeder, der etwas auf sich hielt, sprach französisch. Viele deutsche Schlossbauten ahmten Versailles nach und so mancher deutscher Fürst träumte wahrscheinlich auch vom Grand Lever. Der Meisterinszenierung des Sonnenkönigs: Sein Aufwachen im Schlafgemach machte er zum Hofzeremoniell, an dem nur die ranghöchsten Untertanen teilhaben durften.

    Aber der Sonnenkönig imponierte nicht nur, er betrieb auch eine kriegerisch aggressive Außenpolitik. Wie seine Vorfahren fühlte sich der französische König durch die Habsburger Familie im Kaiserreich, Spanien und den südlichen Niederlanden, dem heutigen Belgien, bedrängt. Ludwig wollte die Nord- und Ostgrenze Frankreichs so weit ausdehnen, dass Paris für immer sicher sei.

    1681 annektierte Ludwig XIV. Straßburg und 1688 ließ er die Rheinpfalz verwüsten. Mannheim, Speyer, Worms und schließlich das Heidelberger Schloss. Für seine Schwägerin Lieselotte von der Pfalz reklamierte er Erbschaftsansprüche, die sie selber strikt ablehnte.

    Gegen seine Offensive bildete sich eine große europäische Allianz. Um den anrückenden Truppen der kaiserlichen Koalition keine Deckung, Unterkünfte oder Rastmöglichkeiten zu lassen, brannten die französischen Soldaten weiträumig die ganze Region nieder. Die Ruinen des Heidelberger und des Hambacher Schlosses erinnern noch daran. Auch der Bischofshof in Worms, wo Martin Luther auf dem Reichstag seine berühmte Verteidigungsrede gehalten hat, wurde dem Erdboden gleich gemacht.

    Mit Sven Externbrink bespreche ich die Motive des Sonnenkönigs und warum so viele deutsche Fürsten seinem Vorbild nacheiferten.

    Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier:

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    #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
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    #63 Der Westfälische Frieden

    24.06.2026 | 55 Min.
    Mit Herfried Münkler:

    Bis es zum Westfälischen Frieden 1648 kam, erlitten die Menschen die verheerendste Phase des Dreißigjährigen Krieges.

    Der Krieg tobte bereits seit 16 Jahren. Viele Regionen in Deutschland waren so zerstört, dass keine größeren Truppen zusammengezogen werden konnten. Die niedergebrannte Landwirtschaft konnte keine großen Einheiten ernähren. Viele Landstriche waren verwüstet, und die Menschen hungerten. Die Kleinkrigesführung dominierte den zweiten Teil den Dreißigjährigen Kriegs. Marodierende Söldner durchstreiften das Land. Frauen wurde vergewaltigt, Bauernhöfe geplündert und Felder angezündet. Der Krieg hatte sich verselbstständigt.

    Zu einer vorsichtigen Annäherung der Kriegsparteien kam es erst nach über zwanzig Jahren. Im Hamburger Präliminarfrieden von 1641 einigten sich die Kriegsparteien auf einen auf einen Friedensprozess. Friedenskongresse in Osnabrück und Münster sollten sowohl den Krieg in Deutschland als auch den Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden beenden. Also eine europäische Friedensinitiative. Allerdings gab es zwei Haken: Die Friedensverhandlungen dauerten neun Jahre und in dieser Zeit wurde weitergekämpft. Für einen Waffenstillstand reichte das Vertrauen nicht. Man wollte zwar Frieden, kämpfte aber jahrelang weiter.

    Wie es schließlich gelang, eine Formel für den Frieden zu finden, und wer am Ende die Gewinner und die Verlierer waren, darüber spreche ich in dieser Episode mit dem Politologen Herfried Münkler.

    Herfried Münkler ist Autor des Buches: "Der Dreißigjährige Krieg: Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648

    Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier:

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    #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
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    # 62 Wallenstein und der Dreißigjährige Krieg

    17.06.2026 | 1 Std. 2 Min.
    Mit Herfried Münkler: Die zweite Pase des Dreißigjährigen Krieges dominierten zwei Feldherren: Der schwedische König Gustav Adolf und Wallenstein: Ein Söldnerführer, der direkt für den Kaiser kämpfte und einen genialen Plan hatte. Wonach Startups von heute so sehr streben, hat er schon 1625 perfektioniert: das Hochskalieren. Er blähte sein Heer auf eine damals ungekannte Größe auf. 50.000 Mann. Abschreckung war seine beste Waffe. Gegen so eine Armee wollte gar keiner mehr antreten. Zu der Gründungund dem Einsatz des Riesenheeres gehörte eine unglaubliche Logistik. Wallenstein war mehr Manager als Feldherr. Er wich Entscheidungsschlachten aus. Stattdessen schnitt er die gegenerischen Heere von ihren überlebenswichtigen Nachschubwegen ab. Nachdem er den schwedischen König geschlagen hatte, wurde er zu mächtig. Der Kaiser, sein Auftraggeber, ließ ihn umbringen.

    Mit Herfried Münkler spreche ich in dieser Folge über Wallenstein, Tilly und Gustav Adolf und die Frage, warum der Krieg nicht früher zu beenden war.

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    #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
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    #61 Der Prager Fenstersturz

    10.06.2026 | 52 Min.
    Mit Herfried Münkler: Der versuchte Mordanschlag war der Auftakt des Dreißigjährigen Krieges. Zwei Statthalter des böhmischen Königs und ein Sekretär wurden von einer aufgebrachten Menschenmenge aus dem Fenster der Prager Burg in den Burggraben geworfen. Der Misthaufen im Burggraben rettete ihnen das Leben.

    Wie es zum Fenstersturz kam und warum der missglückte Mordversuch an den Statthaltern des böhmischen Königs das Potential hatte, das gesamte Heilige Römische Reich und halb Europa in einen verheerenden 30 Jahre dauernden Krieg zu stürzen, darüber reden wir heute.

    Herfried Münkler, der prominenteste Politologe unseres Landes, hat ein packendes Buch über den Dreißigjährigen Krieg geschrieben. Seine Grundbotschaft: Er war viel mehr als ein Religionskrieg. Es ging um die Verfassung des Reiches, die Rangfolge der Fürsten, Macht über Territorien und die europäische Hegemonialpolitik. In dieser Folge spreche ich mit ihm über den Anfang des Konfliktes. Den Verlauf des Krieges und die Friedensschluss nach 30 Jahren, besprechen wir in den beiden nächsten Folgen.

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Generated: 7/9/2026 - 5:37:56 AM