Mit Sven Externbrink: Wer einmal in Heidelberg gewesen ist, wird sich die Frage gestellt haben, wer denn dieses schöne Schloss zerstört hat. Und prompt sind wir bei Ludwig XIV. Was mich besonders fasziniert: Obwohl er nicht nur Heidelberg, sondern die ganze Pfalz verwüsten ließ, blieb er das Non-plus-Ultra für den deutschen Adel. In der Mode, im Baustil und in der Sprache. Jeder, der etwas auf sich hielt, sprach französisch. Viele deutsche Schlossbauten ahmten Versailles nach und so mancher deutscher Fürst träumte wahrscheinlich auch vom Grand Lever. Der Meisterinszenierung des Sonnenkönigs: Sein Aufwachen im Schlafgemach machte er zum Hofzeremoniell, an dem nur die ranghöchsten Untertanen teilhaben durften.
Aber der Sonnenkönig imponierte nicht nur, er betrieb auch eine kriegerisch aggressive Außenpolitik. Wie seine Vorfahren fühlte sich der französische König durch die Habsburger Familie im Kaiserreich, Spanien und den südlichen Niederlanden, dem heutigen Belgien, bedrängt. Ludwig wollte die Nord- und Ostgrenze Frankreichs so weit ausdehnen, dass Paris für immer sicher sei.
1681 annektierte Ludwig XIV. Straßburg und 1688 ließ er die Rheinpfalz verwüsten. Mannheim, Speyer, Worms und schließlich das Heidelberger Schloss. Für seine Schwägerin Lieselotte von der Pfalz reklamierte er Erbschaftsansprüche, die sie selber strikt ablehnte.
Gegen seine Offensive bildete sich eine große europäische Allianz. Um den anrückenden Truppen der kaiserlichen Koalition keine Deckung, Unterkünfte oder Rastmöglichkeiten zu lassen, brannten die französischen Soldaten weiträumig die ganze Region nieder. Die Ruinen des Heidelberger und des Hambacher Schlosses erinnern noch daran. Auch der Bischofshof in Worms, wo Martin Luther auf dem Reichstag seine berühmte Verteidigungsrede gehalten hat, wurde dem Erdboden gleich gemacht.
Mit Sven Externbrink bespreche ich die Motive des Sonnenkönigs und warum so viele deutsche Fürsten seinem Vorbild nacheiferten.
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