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Wer wir sind und warum das nicht klappte ...

Jan Schulte-Kellinghaus
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    #41 Die Goldene Bulle

    14.1.2026 | 56 Min.
    Mit Eva Schlotheuber: Karl IV. war hoch arlamiert:
    "Besonders Du, Mißgunst, hast das christliche Kaisertum (…) mit dem altbösen Gift, das Du wie eine Schlange in verbrecherischer Untat auf die Zweige des Reiches und seine nächsten Glieder gespritzt hast, um nach Einsturz der Säulen das ganze Gebäude als Ruine zusammenstürzen zu lassen - so hast Du also mannigfach Spaltung unter die sieben Kurfürsten des Heiligen Reiches gebracht (…) durch die das Heilige Reich erleuchtet werden soll.“ So beginnt der Text der Goldenen Bulle.

    Karl IV. fürchtete den Kollaps des römisch-deutschen Reiches. Zerrieben zwischen den Interessen der Päpste und der Kurfürsten. Deshalb verhandelte und verfasste er die "Goldene Bulle". Das erste Grundgesetz des römisch-deutschen Reiches. Karl IV. schaffte es, die Mitspracheansprüche der Päpste bei Königswahlen zurückzudrängen und die Kurfürsten zur Einigkeit zu verpflichten. Ein Meisterstück der Diplomatie.

    Ich spreche mit Eva Schlotheuber, Professorin für mittelalterliche Geschichte an der Uni Düsseldorf, über Karls hartnäckige Verhandlungen zur Entstehung der Goldenen Bulle und ihre jahrhundertelange Bedeutung für das Reich.

    Ihre Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier:

    www.99xgeschichte.de

    Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an.

    "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital.

    #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
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    #40 Karl IV. und sein goldenes Prag

    07.1.2026 | 1 Std. 3 Min.
    Mit Eva Schlotheuber:
    Die Stadt seines Herzens war Prag. Fast alles, was wir an Sehenswürdigkeiten dort heute noch bewundern, geht auf Karl IV. zurück. Er ließ die Neustadt anlegen, die dreimal größer als die ursprüngliche Stadt war. Mit drei Märkten und 40 Kirchen. Er ließ die Karlsbrücke über die Moldau bauen. Er baute die damals abgebrannte Burg wieder auf und gründete 1348 in Prag die erste Universität im Reich nördlich der Alpen mit deutschsprachigen Gelehrten. Auch kirchenpolitisch war er aktiv. Er sorgte dafür, dass Prag ein eigenes Erzbistum wurde und engagierte den Dombaumeister Peter Parler aus Schwäbisch Gmünd, der den Veitsdom schuf.

    Zur Aufbewahrung der Reichsinsignien ließ er eine eigene Burg bauen. 35 km von Prag entfernt. Eine weit sichtbare Höhenburg auf einem Felsen. Hoch oben im Hauptturm ließ er eine mit Gold ausgeschmückte Kapelle errichten. Dort wurden die Krone, die Heilige Lanze, das Reichskreuz, das Zepter und der Reichsapfel verwahrt. Das war keine Burg für Gäste, dort durfte niemand übernachten. Nur das Wachpersonal und die Portraits von Karl an den Wänden beschützten die heiligen Symbole seiner Herrschaft.

    Karl kompensierte seine geringe reale kaiserliche Macht durch Symbolik. Er führte wenig Kriege, war aber ein erfahrener Verhandler und Dipolmat. Mit der Goldenen Bulle stabilisierte er das Reich indem er die erste geschriebene Verfassung schuf.

    Mit Eva Schlotheuber, Professorin für mittelalterliche Geschichte an der Uni Düsseldorf, spreche ich über seine Autobiografie, sein Verhältnis zu seinem Vater und seine Angst vor dem Auseinanderbrechen des Reiches.

    Ihre Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier:

    www.99xgeschichte.de

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    #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
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    #39 Die Pest

    01.1.2026 | 1 Std. 2 Min.
    Mit Stefan Leenen:
    1331 brach die Pest im heutigen China aus und wanderte von dort aus westwärts. Sie brauchte 15 Jahre bis sie die Küste der Krim erreichte. In Caffa betrieben Händler aus Genua einen Stützpunkt. Sie handelten mit Getreide und transportierten es über das Schwarze Meer nach Westeuropa.

    1346 hatten12 genuesische Galeeren nicht nur Getreide, sondern auch die Pest an Bord und nahmen Kurs auf Süditalien. Sie verursachten die bisher größte medizinische Katastrophe in der europäischen Geschichte. Zwischen 20 und 50 Millionen Menschen fielen der Pest zum Opfer. Etwa ein Drittel der Bevölkerung.

    Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 2 Kilometern pro Tag verbreitete sich die Pest in alle Richtungen: nach Spanien, Frankreich Deutschland.

    Die Lungenpest führte innerhalb weniger Stunden nach der Ansteckung zum Tod. Die Beulenpest brauchte etwas länger. Die Patienten litten noch zwei bis drei Tage bevor sie starben.

    Die Krankheit traf arme und reiche, junge und alte, Frauen und Männer gleichermaßen und breitete sich unaufhaltsam aus. Sie schob die Horrormeldungen vor sich her. Die lösten schon Massenhysterien aus, lange bevor die Pest tatsächlich zuschlug.

    In vielen deutschen Städten brachen Judenpogrome aus. Die Verfolgung der jüdischen Einwohner durch aufgebrachte Massen trat das erste Mal in der Provence auf. Die Hysterie begann lange bevor die Seuche selbst das Land erreichte. Schon die Nachricht vom Schwarzen Tod und die Phantasie, dass Juden die Brunnen vergiftet hätten, reichte für tödliche Hetzjagden. In Basel und Straßburg töteten blutrünstige Bürger 1349 große Teile der jüdischen Bevölkerung. Stadträte, die mäßigend einwirken wollten, wurden von den aufgepeitschten Mordlustigen vertrieben. In Worms, Frankfurt und Mainz verübten die jüdischen Gemeinden nach anfänglicher Gegenwehr Massenselbstmorde.

    Es waren die bis dahin schlimmsten Pogrome gegen Juden in Deutschland. In unserer Geschichte nur noch übertroffen vom Holocaust. Mit dem Auftreten der Pest wurden fast alle jüdischen Gemeinden in Deutschland vernichtet oder vertrieben. Damit war das jüdische Leben für fast 400 Jahre in Deutschland zerstört.

    Über Flagellanten, die Ratlosigkeit der Gelehrten, das große Sterben und die anschließende Wirtschaftskrise spreche ich mit Dr. Stefan Leenen, dem Kurator der letzten großen Pestausstellung in Deutschland.

    Seine Reisetipps und Bilder findet Ihr hier:

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    #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
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    Leidenschaft für Geschichte: Übers Podcasten - Sonderfolge

    26.12.2025 | 47 Min.
    Mit Simon Kellner:
    Simon von "Zeit für History" spricht mit mir über unsere gemeinsame Leidenschaft für Geschichte, was uns dazu bringt, aus ihr jeweils einen Podcast zu machen und was auf diesem Weg schieflaufen kann...

    Eine Sonderfolge als Blick hinter die Kulissen.

    Simons Podcast "Zeit für History" findet Ihr hier:

    https://open.spotify.com/show/773867UfbsmIqhjeUMYVy9?si=f96f462992604400

    Oder überall, wo es Podcasts gibt....

    #Geschichte #Podcasts #Nerds
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    #38 Juden und Christen im Mittelalter

    24.12.2025 | 1 Std. 15 Min.
    Mit Eva Haverkamp-Rott:
    Vor der langen Geschichte der Unterdrückung, Vertreibung und Verfolgung der Juden in Europa gab es eine Zeit, in der Juden und Christen das Leben in unserem Land gemeinsam geprägt haben. Und über diese Zeit und ihr jähes Ende möchte ich heute sprechen.

    Im frühen Mittelalter, ab dem 10. Jahrhundert begann die aktive Ansiedlung jüdischer Familien in den Städten entlang des Rheins. Die ottonischen und salischen Kaiser des römisch-deutschen Reiches hatten erkannt, dass die Ansiedlung von jüdischen Kaufleuten aus Italien oder Spanien wie ein Wirtschaftsmotor die Lebensverhältnisse der Menschen verbesserte.

    Zu der Gründung einer Stadt gehörte die Ansiedlung von jüdischen Kaufleuten. Deshalb wurden die Wohnviertel der Juden oft in der Stadtmitte neben der Kirche gebaut. Viele jüdische Synagogen wurden von christlichen Dombaumeistern errichtet.

    Mainz, Worms und Speyer waren die ersten Zentren des jüdischen Lebens nördlich der Alpen. Sie waren die größten und bedeutendsten jüdischen Gemeinden im frühen Mittelalter. Doch was gehörte zu einer jüdischen Gemeinde? Zuerst: die Selbstverwaltung. Die jüdischen Gemeinden hatten einen Rat und eine eigene Gerichtsbarkeit für die Streitigkeiten untereinander. Die Gemeinden waren meistens in der Innenstadt angesiedelt und hatten neben den Wohnvierteln Gemeinschaftseinrichtungen: Eine Synagoge, ein Ritualbad, der Mikwa die aus fließendem Wasser gespeist wird, und in die man mit dem ganzen Körper eintauchen kann, ein Tanzhaus, ein Backhaus, ein Hospital, ein Friedhof, und manche jüdische Gemeinden betrieben eine Hochschule mit angeschlossenem Studierendenwohnheim.

    Über das jüdisch-christliche Zusammenleben im Mittelalter und die beginnende Verfolgung und Vertreibung spreche ich mit Eva Haverkamp-Rott, Professorin für jüdische Geschichte Kultur im Mittelalter an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

    Ihre Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier:

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Die deutsche Geschichte vom Neandertaler bis Angela Merkel. Die Podcastserie reist in 99 Folgen durch die deutsche Geschichte. Du lernst spannende Orte und Expertinnen kennen und bekommst den Überblick über das, was war.
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