Manchmal erschaffst du dir eine Welt, die absolut sicher und berechenbar scheint. Jeder Handgriff sitzt, alles hat seinen festen Platz, und du glaubst tief in dir, du hättest das Leben und all seine Unwägbarkeiten fest im Griff. Bis sich der Himmel verdunkelt. Der Wind dreht, die Luft wird unnatürlich schwer, und plötzlich bricht eine unbändige Kraft über dich herein, die sich um keine deiner mühsam gezogenen Grenzen schert. Du stehst starr am Fenster, fühlst dich mit einem Schlag vollkommen machtlos und musst mit ansehen, wie dein sicherer Hafen in wenigen, ohrenbetäubenden Augenblicken im puren Chaos versinkt. Alles, was dir Halt gab, gerät unkontrollierbar ins Wanken. Doch die eigentliche Geschichte beginnt erst, wenn die letzte heftige Böe abklingt. Denn die wichtigste Frage ist nicht, was der Sturm dir in seiner rohen Wut nimmt, sondern was du in den nassen, zerbrochenen Trümmern entdeckst, wenn die Welt da draußen endlich wieder still wird.