123 – Nemsis Töchter: Wenn sie wüsste!
In der ersten Folge 2026 sprechen wir über zwei Bücher, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten – und doch perfekt miteinander korrespondieren. Es geht um weibliche Wut, systemische Unterdrückung, toxische Beziehungen, alte Rollenbilder und überraschende Thriller-Twists. Der perfekte Einstieg ins neue Jahr – zwischen Theorie und Praxis, zwischen Empowerment und Nervenkitzel.
1. Tara Louise Wittwer – Nemesis Töchter
Der Titel ist Programm: „Nemesis Töchter – 3000 Jahre zwischen Female Rage und Zusammenhalt“ ist ein mitreißendes Sachbuch mit radikalem Blick auf die Geschichte weiblicher Unterdrückung. Tara Louise Wittwer analysiert, warum Frauen bis heute so selten solidarisch miteinander umgehen, zeigt die historischen Wurzeln von patriarchaler Macht und benennt die Systemfehler. Die Autorin zieht eine Linie von der griechischen Mythologie bis zur Popkultur, vom Patriarchat über Pick-Me-Girls bis hin zu toxischer Weiblichkeit – mit jeder Menge konkreter Begriffe, feministischem Klartext und inspirierenden Literaturempfehlungen. Absoluter Lesetipp für alle, die besser verstehen wollen, wie Unterdrückung funktioniert – und wie man sie aufbrechen kann.
2. Freida McFadden – Wenn sie wüsste
Ein Thriller, der unter die Haut geht: Millie wird aus dem Gefängnis entlassen und bekommt überraschend den Job als Hausmädchen bei einer scheinbar perfekten Familie. Doch schon bald macht Hausherrin Nina ihr das Leben zur Hölle. Oder ist es andersrum? Freida McFadden erzählt diesen Psychothriller mit starken Wendungen, wechselnden Perspektiven und einem Twist auf der letzten Seite, der alles verändert. Was als klassischer Thriller beginnt, wird zur hochspannenden Geschichte über Macht, Manipulation und weibliche Rache. Wer Tara-Louise Wittwers Analyse gelesen hat, wird sich bei diesem Roman bestens mit dem „System“ auskennen. Und bekommt dazu einen verdammt cleveren Pageturner.
Für wen ist diese Folge?
Für alle, die gerne feministische Debatten führen – oder endlich mal verstehen wollen, worum es dabei eigentlich geht. Für Thriller-Fans, die eine starke Heldin nicht nur ertragen, sondern feiern. Für Leser*innen, die sich fragen, warum Sprache, Macht und Sichtbarkeit so eng zusammenhängen. Und für alle, die Bücher lieben, die etwas in Bewegung setzen.