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The St. George Herald
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    Hayao Miyazaki und das Ghibli-Studio

    06.2.2026 | 1 Std. 30 Min.
    In der ersten Folge der dritten Staffel unseres Podcasts sprechen wir künftig in loser Folge über Künstlerpersönlichkeiten, Kunstfiguren oder Kulturphänomene, die die Bezeichnung KULTFIGUREN verdient haben. Die 2. Staffel mit den KULTFILM AZUBIS geht indessen weiter.

    Hayao Miyazaki und das Ghibli-Studio
    Gast: Franzi Blass

    Hayao Miyazaki wird von gern wahlweise als Kurosawa des Trickfilms oder als japanischer Disney betrachtet. Für „Toy Story“-Erfinder John Lasseter ist er der größte lebende Zeichentrickkünstler überhaupt, für die „Zeit“ „nicht nur der Kaiser, sondern auch der Narr, der voller Schalk auf den Kaiser blickt“.
    Miyazaki und sein Ghibli-Filmstudio verzaubern die Erwachsenen mit abgründigen, jugendlichen Helden – meistens Mädchen – und die Kinder damit, dass er sie als Publikum ernst nimmt. Beiden mutet er Botschaften wie diese zu: „Die Menschen sind hässlich, aber das Leben ist schön.“
    Seine märchenhaften Filme bewahren und interpretieren die alte Kultur Japans, das sich einst im Rekordtempo industrialisierte und ebendiese Kultur abschaffte und zerstörte.
    Miyazaki hält Computerspiele für ein frustförderndes Medium und erlaubt deshalb keine Games mit seinen Figuren. Er sagt: „Kinder sollten so viel freie Zeit wie möglich damit zubringen, ihre reale Umwelt zu erkunden. Sie sollten also auch nicht zu viel ins Kino gehen. Wenn sie sich einen oder zwei meiner Filme anschauen, reicht das schon.“

    Diese beiden Filme werden näher in Augenschein genommen:

    NAUSICAÄ AUS DEM TAL DER WINDE / Kaze no Tani no Naushika
    Dystopischer Anime von 1984

    Nach einem verheerenden Krieg breitet sich das „Meer der Fäulnis“ über die Welt aus, ein giftiger Pilzwald. Nur im Tal der Winde können Menschen noch ohne Schutzmaske existieren. Prinzessin Nausicaä sieht ihre Heimat bedroht durch die Machtkämpfe kriegerischer Stämme, der Torumekia und der Pejite, die mit ihren fliegenden Kampfschiffen den Krieg auch in das grünte Tal tragen. Sie hat das Geheimnis des Pilzwaldes ergründet und begibt sich auf eine wichtige Mission, um ihr Volk zu retten ...

    Dieser Film brachte den Erfolg, der die Gründung des Studios Ghibli ermöglichte.

    DAS WANDELNDE SCHLOSS / Hauru no Ugoku Shiro
    Anime von 2004

    Sophie - ein Mauerblümchen, das mit Freizeit nichts anzufangen weiß - arbeitet als Hutmacherin im Geschäft ihres verstorbenen Vaters. Ihre flüchtige Begegnung mit dem Zauberer Hauro verändert ihr Leben auf vielfache Weise: sie verliebt sich in ihn und erregt damit die Eifersucht einer Hexe, die sie daraufhin mit einem Fluch belegt: Sophie steckt jetzt im Körper einer 90jährigen. Aus Scham über ihren Zustand flieht sie aus dem Ort und schlüpft im wandelnden Schloss des jungen Zauberers unter. Von ihm unerkannt verdingt sie sich dort als Putzfrau.
    Als der Krieg ausbricht, gerät ihr Leben abermals aus den Fugen …

    Nächste Woche: Das Leben des Brian und Der Omega Mann
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    Freaks / Funny Bones

    29.1.2026 | 44 Min.
    Die Leute vom Rummel

    A) Freaks
    Amerikanisches Schauerdrama von 1932

    Die Trapez-Artistin Cleopatra ist der Star eines Wanderzirkus. Fast noch größeres Publikumsinteresse erregen jedoch die „Freaks“ in der „Side-Show“: siamesische Zwillinge, kleinwüchsige oder von Geburt an entstellte Menschen. Einer aus ihrer Mitte, Hans, verliebt sich in die bildschöne Kollegin - und wird zu seiner Überraschung erhört. Doch Cleopatra heiratet ihn nur, um ihn umzubringen und seine Erbschaft einzusacken. Als man ihr auf die Schliche kommt, ist die Rache der Außenseiter grauenvoll.

    Tod Browning, wichtiger Regisseur des Stummfilm-Horrors, brach mit den Gesetzen dieses Genres, in das der Film noch immer gern und falsch einsortiert wird. Vor der Kamera agieren reale Vertreter der damals noch existierenden anrüchigen Kuriositätenshows, während sich die thematisch verwandte 4. Staffel der Serie „American Horror Story“ mit Maskierungen behelfen musste.
    MGM haderte mit der Vermarktung des humanen, aber bizarren Dramas. 30 Minuten wurden herausgeschnitten und weggeschmissen. Erst spät kam die Anerkennung für Brownings Film-Torso, noch später die deutsche Synchronfassung. Ausgerechnet der Krawallsender RTL gab sie 1992 in Auftrag - und begnügte sich mit einem lausigen Ergebnis.

    B) Funny Bones – Tödliche Scherze
    Britisch-amerikanische Komödie von 1995

    Der junge Stand-Up-Comedian Tommy Fawkes scheitert in Las Vegas – auch weil ihm sein berühmter, wohlmeinender Vater George (Jerry Lewis in einer ernsten Rolle) die Schau stiehlt. George reist unter falschem Namen nach Blackpool, wo er die ersten sechs Jahre seines Lebens verbracht hat, und gibt sich als Konzertveranstalter aus. Er will die Varieté-Acts in dem heruntergekommenen Seebad studieren. Das Beste sieht er rein zufällig bei einem Theaterbesuch: den brillanten aber augenscheinlich minderbemittelten Komiker Jack Parker. Bald erfährt Tommy, dass ihn mit diesem ein übles Familiengeheimnis verbindet …

    Regisseur Peter Chelsom hatte mit seinem ersten Film „Hear My Song“ großen Erfolg. „Funny Bones“ war diesem zu nah und ging auch deswegen unter, obwohl er seinem prätentiösen, unbehauenen Vorgänger in jeder Hinsicht überlegen und so etwas wie dessen wirklich geglückter zweiter Anlauf ist. Beide Filme sind heute vergessen, doch immerhin der Titel des zweiten hat sich fachlich eingebürgert. Der Begriff „Funny Bones“ bezeichnet das genuin komische Talent, das nicht auf gutes Material angewiesen ist.

    Nächte Woche: die Kultfigur Hayao Miyazaki und seine Filme "Nausicaä aus dem Tal der Winde" und "Das wandelnde Schloss"
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    Primate - Aktuelle Filmkritik

    29.1.2026 | 5 Min.
    Ein neuer Tier- und Teenie-Horrorfilm steht bereit. Das Plakat lässt offen, wie groß der animalische Schurke tatsächlich ist. Er ist kleiner als man denkt.

    „Primate“
    von Johannes Roberts

    Nach dem ersten Studienjahr am College besucht Lucy mit den Freunden Hannah, Kate und Nick ihren Vater in Hawaii, einen taubstummen Forscher mit luxuriösem Familienanwesen im Grünen. Zum Haushalt gehört auch der Schimpanse Ben. Als Vater Adam zur Buchmesse fährt, freuen sich die Kids auf sturmfreie Bude. Stattdessen bricht bei Ben
    die Tollwut aus, und er entwickelt sich zu einer mörderischen Bestie. Lucy und Co retten sich in den Pool, da Ben nicht schwimmen kann. Doch das verschafft ihnen nur eine kurze Galgenfrist, denn ihr Feind hat ja ein Primatenhirn …
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    Zurück in die Zukunft / Star Trek VI: Das unentdeckte Land

    22.1.2026 | 1 Std. 4 Min.
    Zu unserer Umfrage

    https://forms.gle/Kve2azMeeemd9Bca7

    Heute ist gestern

    Heimlich, still und leise haben wir die Schallmauer zu unserer 100. Folge durchbrochen. Allen, die uns zuhören: vielen Dank! Wer Lust hat, eine kleine Umfrage zu unserem Podcast mitzumachen, findet diese in der Beschreibung.
    Heute geht es zweimal um Science-Fiction, und das ist ja bekanntlich ein Genre, das vor allem von der Gegenwart, von der Realität handelt.

    A) Zurück in die Zukunft / Back To The Future
    Amerikanische Sci-Fi-Komödie von 1985

    Der kauzige Erfinder Doc Brown hat einen DeLorean-Wagen zur Zeitmaschine umgebaut. Als er diese seinem Freund, dem Vorstadt-Teenager Marty McFly, auf dem nächtlichen Rathausmarkt vorführt, wird er von den Terroristen erschossen, denen er den nötigen Treibstoff – das Plutonium – geklaut hat. Marty flieht mit dem Wagen und landet in der einprogrammierten Zeit: im 30 Jahre zurückliegenden 1955. Um seine Rückreise zu organisieren, sucht Marty den jungen Doc Brown im Ort auf. Der erklärt ihm, nur ein Blitzschlag böte genug Energie für dieses Unternehmen. Doch Marty hat noch ganz andere Sorgen: seine Mutter – ein süßer Teenager - verliebt sich in ihn und droht seinen späteren Vater zu verschmähen. Das würde Martys Existenz nachträglich auslöschen ...

    Mühelos trägt uns diese federleichte Klamotte über alle Paradoxien des Zeitreise-Sujets hinweg, was nicht zuletzt an den sympathischen Hauptfiguren liegt, die fortan an ihren Darstellern klebten: der ewige Teenager Michael J. Fox und der liebenswerteste Irre, der sich denken lässt: Christopher Lloyd. Eigentlich eine Teenie-Komödie, absorbierte „Back To The Future“ alle Zielgruppen in Reichweite und überzeugte auch folgende Generationen. Die Gewitternacht an der Rathaus-Uhr wurde zu einer der ikonischen Filmszenen schlechthin. Auch die beiden Fortsetzungen sind sehenswert.

    B) Star Trek VI: Das unentdeckte Land / Star Trek VI: The Undiscovered Country
    Amerikanischer Science-Fiction Film von 1992

    Die Explosion des Mondes Praxis vernichtet die Energieversorgung der Klingonen. Anstatt seine alten Erzfeinde ihrem kläglichen Ende zu überlassen, muss ausgerechnet der pensionsreife Captain Kirk mit seiner Enterprise der klingonischen Delegation unter Kanzler Gorkon und General Chang das diplomatische Geleit geben. Als Gorkon nach einem gemeinsamen Bankett an Bord der Enterprise von Attentätern getötet wird, werden Kirk und Bordarzt Dr. McCoy in einem Schauprozess zu lebenslanger Lagerhaft auf einem vereisten Straf-Asteroiden verurteilt. Mr. Spock muss nun seine Freunde befreien und die wirklichen Mörder finden. Die Zeit ist knapp, denn die die Verschwörer planen bereits das nächste Attentat …

    Die geraden Nummern der Enterprise-Filme mit Captain Kirk & Co sind dufte, die ungeraden sind Gurken, lautet eine alte Weisheit der frühen Nerd-Kultur. In dieser kurzen Glanzliste wird „Star Trek VI“ zuletzt genannt, obwohl die humorvolle, aber niemals alberne Zeichnung der beliebten Charaktere, die Selbstironie der Inszenierung und die Balance, die diese mit den dramatischen Elementen hält, niemals sonst so gut gelungen sind. Die erste Generation des Star-Trek-Universums nimmt mit diesem Film ihren Abschied – spätere Gastauftritte nicht ausgeschlossen.

    Nächste Woche: Freaks und Funny Bones
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    Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke - Aktuelle Filmkritik

    22.1.2026 | 6 Min.
    Zu unserer Umfrage: https://forms.gle/Kve2azMeeemd9Bca7

    Die Bücher aus Joachim Meyerhoffs autobiografischer "Alle Toten fliegen hoch"-Reihe sind so erfolgreich, dass sie längst auch auf der Bühne stattfinden: mehrteilig gelesen vom Autor oder als Theater-Adaptionen. Der Film, um den es heute geht, ist nicht der erste, der darauf beruht.
    Meyerhoff – ursprünglich Schauspieler, inzwischen auch multimedialer Popstar – hat zuletzt mit „Man kann auch in die Höhe fallen“ seine kauzige, lebenskluge Mutter hochleben lassen. Im Kino kehren wir nun zu seinen Jahren als junger Künstler zurück.

    Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
    Komödie von Simon Verhoeven

    Der junge Joachim wird überraschend an einer renommierten Schauspielschule in München aufgenommen und zieht in die Villa seiner trinkfesten Großeltern Inge und Hermann mit ein. Seine Großmutter war selbst Schauspielerin und ist eine noch immer schillernde Diva, sein Großvater ist emeritierter Philosophieprofessor, folglich eine strenge und ehrwürdige Erscheinung. Ihre Tage sind durch abenteuerliche Rituale strukturiert. Zwischen diesen und der Schauspielausbildung sucht Joachim seinen Platz im Leben.

    Der Titel ist Goethes „Leiden des jungen Werther“ entlehnt und hat die charakteristische Länge einer Joachim-Meyerhoff-Überschrift. So erzählte „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ von des Autors Kindheit auf dem Gelände einer Psychiatrie und der Freundschaft mit einigen der Insassen oder „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ von seinen Jahren als Schauspieler in der Provinz.

Weitere TV und Film Podcasts

Über KULTFILME

Monty Arnold & Torben Sterner unternehmen einen hilfreichen Streifzug durch die Filmgeschichte, zunächst am Beispiel der Kultfilme – von „Metropolis“ (1927) bis „Pulp Fiction“ (1994). In der laufenden zweiten Staffel halten sie pro Folge einen Kultfilm-Azubi und einem Geheimtipp parat.
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