KULTFILME

The St. George Herald
KULTFILME
Neueste Episode

111 Episoden

  • KULTFILME

    Romanze in Moll / Zeiten des Aufruhrs

    19.2.2026 | 55 Min.
    Nach dem Happy-End

    A) Romanze in Moll
    Deutsches Liebesdrama von 1943

    Frankreich zur Zeit der Belle Époque. Nach dem Selbstmordversuch seiner Frau erfährt ein Kleinbürger, dass es sich bei der Perlenkette, die er oft an ihr gesehen hat keineswegs um eine Imitation handelt. Das erlaubt nur einen Schluss: seine schöne Frau hatte einen reichen Verehrer. In Rückblenden wird die Liebesgeschichte aufgerollt: Madeleine (Marianne Hoppe) lernt zufällig den pompösen Komponisten Michael (Ferdinand Marian) kennen und inspiriert ihn zu einer künstlerischen Entscheidung. Schließlich gibt sie seinem Werben nach. Eine Rückkehr in ihr altes Leben wird durch einen Erpresser verhindert ...

    Für den französischen Filmhistoriker Sadoul war diese Verfilmung einer Vorlage von Guy de Maupassant der einzige deutsche Film von künstlerischem Wert, der während des Dritten Reichs gedreht wurde. Viele seiner Landsleute bestätigten, dass Helmut Käutner darin am reinsten den Geist des Autors beschworen habe. In der Bundesrepublik, wo sich Käutners Karriere bis ins Fernsehen fortsetzte, wurde ein anderer Käutner-Film aus der Ära allerdings noch populärer: das flotte musikalische Drama „Große Freiheit Nr. 7“ mit Hans Albers.

    B) Zeiten des Aufruhrs / Revolutionary Road
    Amerikanisches Ehedrama von 2008

    Die USA Mitte der 50er Jahre. Ihrem Mann Frank zuliebe hat sich die verhinderte Schauspielerin April mit ihrer Familie in einem hübschen Vorort von Connecticut niedergelassen. Da Frank seinerseits an seinem drögen Bürojob leidet, schlägt sie ihm aus einer Laune heraus vor, auszusteigen und nach Paris zu übersiedeln. Frank lässt sich darauf ein, vor allem, um nicht wie sein Vater zu enden, der einst in der selben Firma versauerte. Die Vorbereitungen laufen an. Doch dann bietet man Frank überraschend eine Beförderung an – und April wird schwanger. Über die Konsequenzen daraus sind die Eheleute unterschiedlicher Meinung …

    In den Nuller- und Zehnerjahren wurde durch die Serie „Mad Men“ der Autor John Cheever kurzzeitig wiederentdeckt und mit ihm die kleinen Tragödien der Vorstadt nach dem Kriege, Geschichten von Ehemännern, die mit dem Vorortzug in die Stadt fahren und dort angeblich länger im Büro bleiben, um in Wahrheit ihre Frauen zu betrügen. Auf der Kinoleinwand war Sam Mendes‘ „Revolutionary Road“ nach Richard Yates das denkwürdigste Ergebnis dieses Trends. Das garantierte seinen Erfolg ebensowenig wie die Wiedervereinigung von Kate Winslet und Leonardo DiCaprio, dem tragischen Liebespaar aus „Titanic“.

    Nächste Woche: Rocky und Der Zirkus
  • KULTFILME

    G.O.A.T. - Bock auf große Sprünge / Aktuelle Filmkritik

    19.2.2026 | 9 Min.
    Wenn Sie Lust auf Animationsfilme haben und sich von unnützen deutschen Nachtiteln nicht schrecken lassen, dann hätt' ich jetzt was für Sie.

    G.O.A.T. - Bock auf große Sprünge
    Trickfilm von Tyree Dillihay

    Will bekommt die einmalige Chance, einem Roarball-Profiteam beizutreten – sein Einstieg in diesen kontaktintensiven Hochleistungssport, bei dem die schnellsten und furchterregendsten Tiere dominieren. Roarball funktioniert nach den Regeln des Basketballs, bei dem es neben Talent zunächst einmal auf schnöde Körperlänge ankommt. Wills neue Teammitglieder sind von der Idee, einen schmächtigen Ziegenbock in ihre Mannschaft aufzunehmen, also nicht gerade begeistert. Unser Held gibt sich nicht mit einer Aufsteigergeschichte à la „Rocky“ zufrieden. Er entschließt sich, den Sport zu revolutionieren, damit dort künftig auch die Kleinen ganz groß rauskommen können.

    Ronny Fanta hat sich den Film vorab angesehen.
  • KULTFILME

    Das Leben des Brian / The Omega Man

    12.2.2026 | 46 Min.
    Heilsbringer mit Lackschäden

    A) Das Leben des Brian / Monty Python‘s Life Of Brian
    Britische Bibelfilmparodie von 1979

    Als die Heiligen drei Könige dem Stern von Bethlehem folgen, irren sie sich zunächst in der Adresse und legen ihre Gaben um ein Haar an der Krippe des Erdenbengels Brian nieder. Dieses Missgeschick ist prophetisch. Im Laufe seines Lebens wird Brian immer wieder für den Messias gehalten - so sehr er sich auch dagegen wehrt - denn alle sehnen sich wie verrückt nach einem Erlöser. Als Brian am Kreuz hängt, widerfährt ihm durch einen singenden Leidensgenossen tatsächlich die Erleuchtung: „Always Look On The Bright Side Of Life“.

    Nach dem Erfolg des ersten Kinofilms der englischen Komikertruppe Monty Python – „Die Ritter der Kokosnuss“ – führte ein Witz auf einer Pressekonferenz zu dieser Bibelkomödie, die von Kritikern, Fans und Beteiligten heute als deren beste Filmarbeit betrachtet wird. Naturgemäß waren die Widerstände gegen dieses Werk, das sich unbesehen sehr leicht als blasphemisch missverstehen lässt, ebenso groß. Das Wunder geschah: die enorme Werbung, die die katholische Kirche ihm mit ihrer Kampagne eintrug, hat es letztlich gar nicht gebraucht.

    B) Der Omega-Mann / The Omega Man
    Amerikanischer Science-Fiction-Film von 1971

    Im Jahre 1977 hat ein bakteriologischer Krieg die Welt entvölkert. In Los Angeles kämpft der Wissenschaftler Neville, der in letzter Sekunde ein selbstentwickeltes Heilmittel an sich ausprobierte, gegen die wenigen Überlebenden, eine fanatische Sekte lichtscheuer Seuchenkrüppel. Diese Albinos wollen die letzten Spuren der Zivilisation beseitigen - und ihren letzten Repräsentanten Neville, ihren „Leibhaftigen“. Richard Mathesons dystopische Erzählung „I Am Legend“ wurde später mit Will Smith noch ein drittes Mal verfilmt.

    Im Leben wandelte sich der Schauspieler Charlton Heston vom Unterstützer des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King zum waffenstarrenden Redneck, auf der Leinwand von der Verkörperung biblischer und historischer Heldenfiguren zu einem der ersten großen Hollywoodstars, die sich für Science-Fiction-Filme hergaben, beflügelt vom Erfolg seiner Hauptrolle in „Planet der Affen“. „Der Omega-Mann“ überbrückt diese Rollenfächer, umweht von den letzten Schwaden der Flower-Power-Ära.

    Nächste Woche: Romanze in moll und Zeiten des Aufruhrs
  • KULTFILME

    Wuthering Heights - Aktuelle Filmkritik

    11.2.2026 | 8 Min.
    Wutherhing Heights
    Episches Liebesrama von Emerald Fennell

    Das windgepeitschte Ödland von Yorkshire im 19. Jahrhundert. Der Gutsherr von Wuthering Heights hat seiner Tochter Cathy einen streunenden Knaben von einer Geschäftsreise mitgebracht, der in die Familie aufgenommen und Heathcliff genannt wird. Die Kinder sind einander auf Anhieb emotional verbunden, doch als sie ins heiratsfähige Alter kommen, entscheidet sich Cathy für den braven Edgar Linton, dessen Landsitz Thrushcross Grange in einem lieblichen, windgeschützten Tal liegt. Ihr Spielgefährte wird diesen Verrat niemals verwinden. Er läuft fort, um nach fünf Jahren als gemachter Mann zurückzukehren. Er wird bei Lintons vorstellig, wo Cathy in einer erstickend langweiligen Beziehung ihr luxuriöses Dasein fristet. Als sie sich noch immer nicht von ihrem Mann trennen möchte und überdies endlich der lang ersehnte Stammhalter ins Haus steht, verfestigen sich Heathcliffs Rachegelüste …

    Drehbuchautorin und Regisseurin Emerald Fennell setzt den Roman von Emily Bronte in historischen Kostümen, aber mit modernen Details und Effekten in Szene.
  • KULTFILME

    Hayao Miyazaki und das Ghibli-Studio

    06.2.2026 | 1 Std. 30 Min.
    In der ersten Folge der dritten Staffel unseres Podcasts sprechen wir künftig in loser Folge über Künstlerpersönlichkeiten, Kunstfiguren oder Kulturphänomene, die die Bezeichnung KULTFIGUREN verdient haben. Die 2. Staffel mit den KULTFILM AZUBIS geht indessen weiter.

    Hayao Miyazaki und das Ghibli-Studio
    Gast: Franzi Blass

    Hayao Miyazaki wird von gern wahlweise als Kurosawa des Trickfilms oder als japanischer Disney betrachtet. Für „Toy Story“-Erfinder John Lasseter ist er der größte lebende Zeichentrickkünstler überhaupt, für die „Zeit“ „nicht nur der Kaiser, sondern auch der Narr, der voller Schalk auf den Kaiser blickt“.
    Miyazaki und sein Ghibli-Filmstudio verzaubern die Erwachsenen mit abgründigen, jugendlichen Helden – meistens Mädchen – und die Kinder damit, dass er sie als Publikum ernst nimmt. Beiden mutet er Botschaften wie diese zu: „Die Menschen sind hässlich, aber das Leben ist schön.“
    Seine märchenhaften Filme bewahren und interpretieren die alte Kultur Japans, das sich einst im Rekordtempo industrialisierte und ebendiese Kultur abschaffte und zerstörte.
    Miyazaki hält Computerspiele für ein frustförderndes Medium und erlaubt deshalb keine Games mit seinen Figuren. Er sagt: „Kinder sollten so viel freie Zeit wie möglich damit zubringen, ihre reale Umwelt zu erkunden. Sie sollten also auch nicht zu viel ins Kino gehen. Wenn sie sich einen oder zwei meiner Filme anschauen, reicht das schon.“

    Diese beiden Filme werden näher in Augenschein genommen:

    NAUSICAÄ AUS DEM TAL DER WINDE / Kaze no Tani no Naushika
    Dystopischer Anime von 1984

    Nach einem verheerenden Krieg breitet sich das „Meer der Fäulnis“ über die Welt aus, ein giftiger Pilzwald. Nur im Tal der Winde können Menschen noch ohne Schutzmaske existieren. Prinzessin Nausicaä sieht ihre Heimat bedroht durch die Machtkämpfe kriegerischer Stämme, der Torumekia und der Pejite, die mit ihren fliegenden Kampfschiffen den Krieg auch in das grünte Tal tragen. Sie hat das Geheimnis des Pilzwaldes ergründet und begibt sich auf eine wichtige Mission, um ihr Volk zu retten ...

    Dieser Film brachte den Erfolg, der die Gründung des Studios Ghibli ermöglichte.

    DAS WANDELNDE SCHLOSS / Hauru no Ugoku Shiro
    Anime von 2004

    Sophie - ein Mauerblümchen, das mit Freizeit nichts anzufangen weiß - arbeitet als Hutmacherin im Geschäft ihres verstorbenen Vaters. Ihre flüchtige Begegnung mit dem Zauberer Hauro verändert ihr Leben auf vielfache Weise: sie verliebt sich in ihn und erregt damit die Eifersucht einer Hexe, die sie daraufhin mit einem Fluch belegt: Sophie steckt jetzt im Körper einer 90jährigen. Aus Scham über ihren Zustand flieht sie aus dem Ort und schlüpft im wandelnden Schloss des jungen Zauberers unter. Von ihm unerkannt verdingt sie sich dort als Putzfrau.
    Als der Krieg ausbricht, gerät ihr Leben abermals aus den Fugen …

    Nächste Woche: Das Leben des Brian und Der Omega Mann

Weitere TV und Film Podcasts

Über KULTFILME

Monty Arnold & Torben Sterner unternehmen einen hilfreichen Streifzug durch die Filmgeschichte, zunächst am Beispiel der Kultfilme – von „Metropolis“ (1927) bis „Pulp Fiction“ (1994). In der laufenden zweiten Staffel halten sie pro Folge einen Kultfilm-Azubi und einem Geheimtipp parat.
Podcast-Website

Höre KULTFILME, Betreutes Bingen - Der Serienpodcast und viele andere Podcasts aus aller Welt mit der radio.de-App

Hol dir die kostenlose radio.de App

  • Sender und Podcasts favorisieren
  • Streamen via Wifi oder Bluetooth
  • Unterstützt Carplay & Android Auto
  • viele weitere App Funktionen
Rechtliches
Social
v8.6.0 | © 2007-2026 radio.de GmbH
Generated: 2/20/2026 - 9:25:17 PM