104 Episoden
- Er sollte der berühmteste Revolverheld seiner Tage sein: Der Name Wild Bill Hickock war in den 1870er Jahren in den gesamten Vereinigten Staaten bekannt. In dieser Folge behandeln wir, wie sich der Ruf von Wild Bill Hickock in den gesamten USA verbreitete, von seiner schicksalhaften Zeit als Marshal von Abilene, Kansas, seinem Versuch, das Gunfighter-Leben hinter sich zu lassen... und warum heute eine Pokerhand nach ihm benannt ist.
Als Wild Bill Hickok 1876 nach Deadwood kommt, ist er längst mehr als nur ein Mann: Sein Name ist im ganzen Land bekannt, Zeitungen und Groschenromane haben ihn zur lebenden Legende gemacht. In der jungen Goldgräberstadt in den Black Hills trifft dieser Ruhm jedoch auf ein Umfeld, in dem kaum jemand Fragen nach Gesetz, Ordnung oder Vergangenheit stellt.
Was führte Wild Bill Hickock in eine Stadt voller Glücksritter, Spieler, und anderer zwielichtiger Gestalten, die mitten im Indianergebiet nach Gold schürfen? Wir versuchen den Weg nachzuzeichnen: Wie Wild Bill Hickock zum wohl bekanntesten lebenden Revolverhelden in den Vereinigten Staaten wurde; seiner Neigung zu Alkohol und Glücksspiel; seine Zeit als Gesetzeshüter und ihr dramatisches Ende; bis hin zu einem Pokerspiel, dass seinen Namen auf tragische Weise endgültig unsterblich machen sollte.
Welche seiner Taten lässt sich tatsächlich belegen? Was entstand erst im Nachhinein? Und wie wurde aus einigen Tagen in einer chaotischen Goldgräberstadt eine Geschichte, die bis heute zum festen Inventar des Western-Mythos gehört?
0:00:00 - Intro und Einleitung
0:03:05 - Wie Wild Bill Hickock, berühmtester Revolverheld der Vereinigten Staaten
0:06:20 - Duell mit Davis Tutt: Eine lebende Legende entsteht
0:09:38 - Februar 1867: Reportage zu Wild Bill in Harper's Magazine
0:15:51 - Als ziviler Scout bei der Armee
0:17:16 - September 1869: Sheriff von Ellis County, Kansas
0:23:25 - 1871: City Marshal von Abilene, Kansas
0:29:44 - Schuldgefühle, gesundheitliche Probleme, und Paranoia
0:31:07 - Wild Bill Hickock, Buffalo Bill, und "Scouts of the Plains": Versuch eines Schaustellerlebens
0:37:25 - Heirat und Versuch der Sesshaftigkeit in Wyoming
0:38:31 - Sommer 1876: Colorado Charlie Utter, und Aufbruch nach Deadwood
0:46:05 - 2. August 1876: Ein Pokerspiel im No. 10 Saloon
0:56:01 - Aces & Eights: The Dead Man's Hand
0:59:55 - Wild Bill's letzte Ruhestätte
1:02:38 - Verabschiedung und Ausblick aufs nächste Mal - Deadwood ist weit mehr als eine klassische Western-Serie: Das 1876 illegal im Sioux-Territorium gegründete Goldgräber-Städtchen als einer der wildesten und rauesten Orte, die der Wilde Westen zu bieten hatte. Ein Ort, der zahllose Legenden hervorbrachte - und beendete.
Wild Bill Hickok, Calamity Jane, Seth Bullock, Al Swearengen: Wohl kaum eine andere Stadt des Wilden Westens ist mit so vielen berühmten und berüchtigten Namen verbunden wie Deadwood in South Dakota. Mitten in den Black Hills entstand hier ab 1875 eine illegale Goldgräbersiedlung auf Land, das den Lakota und anderen indigenen Nationen vertraglich zugesichert worden war. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich aus einigen Zelten eine berüchtigte Boomtown voller Glücksritter, Spieler, Prostituierter, Geschäftsleute – und Gestalten, deren Namen später zu Western-Legenden werden sollten.
In der heutigen Folge werfen wir einen Blick auf die Stadt, so viele Legenden hervorgebracht wie auch beendet hat. Dabei geht es zunächst um das Bild des Wilden Westens zwischen Gene Autrys Cowboy-Code, John Wayne, Italo-Western und der HBO-Serie „Deadwood“. Anschließend folgen wir der Geschichte South Dakotas und der Black Hills vom Dakota Territory und dem Vertrag von Fort Laramie über Custers Goldfund bis zum Black-Hills-Goldrausch. Wir erzählen, wie Deadwood seinen Namen erhielt, wie Wild Bill Hickok und Calamity Jane in die Stadt kamen und warum Chinatown, Bordelle, Theater, Goldtransporte und die berüchtigte Deadwood Stage genauso zur Geschichte des Ortes gehören wie Gesetzlosigkeit und Frontier Justice. Und natürlich geht es auch darum, wie aus einer illegalen Goldgräbersiedlung schließlich einer der bekanntesten Schauplätze des Western-Mythos wurde.
00:00 - Intro und Einleitung
05:05 - HBOs „Deadwood“ und der dreckige Wilde Westen
08:07 - Gene Autry, Cowboy-Code und der Western-Mythos
11:58 - Vom klassischen Western zum Italo-Western
16:07 - „Deadwood“ zwischen Fernsehserie und Realität
19:14 - Wo liegt Deadwood? South Dakota und der Mittlere Westen
24:09 - Vom Louisiana Purchase zum Dakota Territory
29:18 - Fort Laramie, die Lakota und die Black Hills
31:51 - Custers Goldfund und der Beginn des Black-Hills-Goldrauschs
38:25 - John B. Pearson und die Entstehung von Deadwood
43:10 - Boomtown mitten im Great Sioux War
44:44 - Wild Bill Hickok, Calamity Jane und weitere legendäre Neuankömmlinge
46:56 - Chinatown und das Leben in der Goldgräberstadt
50:26 - Gesetzlosigkeit, Frontier Justice und die Deadwood Stage
54:47 - Buffalo Bill und Deadwood als Wildwest-Mythos
56:42 - Vom berüchtigten Goldgräbernest zur historischen Stadt
60:57 - Verabschiedung und Ausblick aufs nächste Mal - Die Miller Brothers 101 Ranch in Oklahoma war weit mehr als nur ein riesiger Viehbetrieb: Ab 1905 machten die Miller-Brüder daraus eine der größten Wildwest-Shows ihrer Zeit, mit Cowboys, Ponca-Darstellern, Rodeo-Nummern und Stars wie Bill Pickett. Bald wurde die Ranch auch zum Schauplatz und Produzenten früher Westernfilme, lange bevor Hollywood das Genre endgültig an sich zog. Doch mit dem Fund von Öl begann eine zweite, weit düsterere Geschichte: Spekulation, Umweltzerstörung und massive Folgen für die Ponca prägen die Region bis heute.
In dieser Minisode geht es um Aufstieg und Fall der 101 Ranch, ihren Einfluss auf das Bild des Wilden Westens, und darum, wie Showbusiness, Filmgeschichte und Ölindustrie an einem Ort zusammenkamen – im Guten, wie im Schlechten. - Die Eurowestern der 70er Jahre hatten es vorgemacht, aber im 21. Jahrhundert wird der Western endgültig zum globalen Phänomen. Ob in Australien, Indien, Südkorea oder Österreich: Weltweit entstehen Filme, die eindeutig die Merkmale eines Western tragen - auch wenn sie dabei nicht zwingend im Wilden Westen spielen müssen. Der Western ist von einer lokalen historischen Epoche zu einer globalen Legende geworden. In der heutigen Folge greifen wir exemplarisch einige Internationale Exemplare heraus, die zeigen, wie sehr der Western sich mittlerweile als ein globales Genre etabliert hat.
- 00:00 - Intro und Einleitung
- 02:25 - Der indische Dacoit- oder auch "Curry"-Western
- 05:55 - Sholay (1975): Rachewestern mit prägendem Einfluss fürs indische Action-Kino
- 09:17 - Texas (1993) und Der Schuh des Manitu (2003): Deutsche Western und postmoderne Selbstironie
- 15:14 - Japan, Akira Kurosawa, und der gegenseitige Einfluss von Western und Samurai-Filmen
- 19:12 - Sukiyaki Western Django (2007): Samurai-Western, inspiriert von Italo-Western inspiriert von Samurai-Filmen
- 25:46 - The Good, the Bad, the Weird (Südkorea, 2008): Wilder Westen in der Mandschurei
- 31:26 - Western-Motive im Hong Kong Action Kino
- 37:16 - The Proposition (2005): Moral und Amoral in der australischen Outback
- 40:25 - The Salvation (2014, Dänemark/Südafrika): Dekonstruktion des Auswanderer-Traums
- 44:53 - Das Finstere Tal (2014, Österreich): Rachewestern trifft Heimatfilm
- 48:13 - Slow West (2015, England/Neuseeland): Ironische Entzauberung des Wilden Westens
- 51:19 - Der moderne Wilde Westen: Globales Genre statt "Cowboy und Indianer" Romantik
- 55:12 - Verabschiedung und Ausblick auf Staffel 5
Covergrafik aus "Das finstere Tal", 2014, produziert von Allegro Film, X Filme Creative Pool und SamFilm. - Man nannte sie auch "rote" Western oder "Ostern": Als ab den 1960er Jahren der Eurowestern boomte, fingen auch die Ostblock-Staaten an, sich für das Genre zu interessieren. Doch wie ließ sich die Ideologie des Kommunismus mit DEM Leit-Genre des imperialistischen Klassenfeindes USA vereinbaren?
Mitte der 1960er Jahre erlebte der Eurowestern einen regelrechten Boom. Ermöglicht wurde dies teilweise auch dadurch, dass in relativ offenen Staaten des Ostblocks, wie Jugoslawien oder der Tschechoslovakei, Drehorte und Komparsen günstig waren. Zugleich blickte man in der DDR neidisch und sorgenvoll auf den Erfolg, den die westdeutsche Rialto-Film mit den Winnetou-Verfilmungen "ihres" sächsischen Autors Karl May feierte. Um die wachsende Neugier und Nachfrage der eigenen Bürger nach diesen Produkten des imperialistischen Westens zu bedienen und entschärfen, musste eine eigene Lösung her. Das Ergebnis waren sogenannte "Rote Western": Filme des kommunistischen Ostblocks, die entweder Western-Stoffe mit Amerika-Kritik verbanden - oder Abenteuerfilme drehten, die mit der Historie des eigenen Landes verknüpft waren, dabei aber gängige Western-Klischees bedienten.
In der aktuellen Folge sprechen wir, anhand einiger typischer Vertreter, über die vielfältigen Ausprägungen der Ostblock-Western, die in den 1960er bis 1980er Jahren jenseits des Eisernen Vorhangs entstanden: Vom DEFA-Indianerfilm, "Limonaden"- und "Puszta"-Western, ideologisch verklärten Sowjet-"Ostern"-Abenteuern, bis hin zu Florin Piersic, dem "Clint Eastwood Rumäniens".
00:00 - Intro und Einleitung: Wie der Western in den Osten kam
02:37 - Limonaden-Joe (1964): Tschechische Lustspiel-Operette als Kapitalismus-Kritik
08:08 - Das "authentische Schicksals" des "Roten Bruders": Die DEFA-Indianerfilme der DDR (1966-1978)
24:41 - "Die glorreichen Sieben" erobern die Sowjetunion
27:12 - Western-Abenteuer im Ostblock-Gewand: Beloe Solnce Pustyni (Weiße Sonne der Wüste, 1969)
30:38 - Der "Ost-Western" als Kritik am US-System: Vsadnik bez Golovny (Der kopflose Reiter, 1973)
41:23 - Der ungarische "Puszta-Western": Talak Alatt Fütyül a Szél (Der Wind pfeifft unter den Füßen, 1975)
44:18 - "Margelatu", der "rumänische Django": Drumul Oaselur (Der weite Ritt der Gelben Rose, 1980)
51:08 - Das Ende des Ostblocks, und die Globalisierung des Western-Genres
55:00 - Verabschiedung und Ausblick aufs nächste Mal
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Über Western Unchained
Gesetzeshüter und Banditen, grenzenlose Freiheit, tödliche Wildnis: Alle zwei Wochen begeben sich die Western-Fans Sebastian Gerstl und Jörg Brühmann zurück in den Wilden Westen und erzählen Geschichten, Legenden und Mythen über mehr oder weniger berühmte Cowboys, berüchtigte Gestalten, unglaubliche Schießereien und das außergewöhnliche Leben am Rande der Zivilisation, die diese kurze und doch überaus ereignisreiche Ära geprägt haben.
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