98 Episoden
- Der Western gilt als das ur-amerikanischste aller Filmgenres. Doch der älteste noch existierende "Western"-Film stammt nicht aus den USA, sondern dem britischen Blackburn! Western-Stoffe haben von Beginn an, als der Film das laufen lernte, auch in französischen, englischen, deutschen, australischen und sogar russischen Filmstudios Einzug gehalten.
In dieser Folge von Western Unchained sprechen wir über die die frühesten internationalen Produktionen, die eigentlich klassische "Western"-Stoffe verfilmten: Von australischen Bushranger-Dramen, den "Neckar"- und "Isar"-Western der Nachkriegszeit, die als minderwertig kritisierten englischen Versuche der Nachkriegszeit... und wie "Der Schatz im Silbersee" den europäischen Western erblühen ließ - und möglichweiser den Western-Film als solches rettete.
00:00 - Intro und Einleitung
01:50 - Der erste Western...stammt aus Blackburn?
08:31 - The Story of the Kelly Gang (1906): Western in Spielfilm-Länge aus Australien
12:34 - 1913/1919: Die ersten deutschen Western
15:01 - Hermann Basler und die "Neckar-Western": Bull Arizona (1919/1920)
17:35 - Einschub: Das Problem mit den noch erhaltenen Filmen der Stimmfilmzeit
20:04 - "Texas Jack" - Isar-Western der Bavaria Film Studios
22:53 - Die ersten Versuche, Karl May Western zu verfilmen
25:48 - "Sühne" (1926): Der erste Western aus der Sowjetunion
28:45 - Luis Trenker's "Der Kaiser von Kalifornien" (1935): Der deutsche Tonfilm entdeckt den Western
35:38 - Wasser für Canitoga (1934): Hans Albers als Western-Held
37:26 - Spanisch-mexikanische Western der 40er und 50er: Mehr Zorro-Abenteuer als Cowboys & Indianer
39:03 - Die 1950er: Britische Western-Produktionen, und der erste in Almeria gedrehte Western
42:26 - "Der Schatz im Silbersee" (1962): Die "Krautwestern" erobern die Leinwand
48:58 - Europa rettet das Western-Genre
52:23 - Für eine Handvoll Spaghetti: Verabschiedung und Ausblick aufs nächste Mal
/Hinweis zum Coverbild: Hierbei handelt es sich um eine Szene von "Bull Arizona: Der Wüstenadler" (1920), mit Hilfe von KI nachbearbeitet und hochskaliert. Ned Buntine (II) - „Scouts der Prairie": Die Erfindung des modernen Westerns
22.06.2026 | 1 Std. 2 Min.Auch wenn sein Ruf in New York ruiniert war, blieb Ned Buntline umtriebig. Er verlagerte seine Aktivitäten nur weiter in den Westen - als Autor, trinkfester Abstinenz-Prediger, und Aufwiegler weiterer Aufstände. Am Ende wurde er vor allem eines: der Mann, der Buffalo Bill Cody entdeckte – und damit den Western-Mythos neu erfand.
Nach New York führt Ned Buntlines Weg nach St. Louis – und direkt in den nächsten Aufruhr. Als Sprachrohr der Know-Nothing-Bewegung hetzt er gegen Einwanderer und Katholiken, zieht mit einem Mob durch die Stadt und hinterlässt erneut Chaos, Feuer und offene Haftbefehle. Doch wie so oft in seinem Leben bleibt Buntline nicht lange stehen, sondern zieht weiter: schreibend, trinkend, heiratend und immer auf der Suche nach der nächsten Bühne.
Der Bürgerkrieg bietet ihm schließlich das Abenteuer, nach dem er immer gesucht hat – zumindest in der Theorie. Als Soldat, Scout, Geschichtenerzähler und Selbstdarsteller sammelt Buntline Erfahrungen, die später in seine Westernromane einfließen. Nach dem Krieg entdeckt er zudem ein neues Publikum: Soldaten, Siedler und Leser, die dünne, billige Hefte verschlingen und nach Geschichten über den Westen verlangen.
Ausgerechnet als Redner der Abstinenzbewegung reist der notorische Trinker schließlich erstmals wirklich in den Westen. In Kalifornien hält er Vorträge, macht aus Moralpredigten kleine Bühnenshows und verliert doch bald die Lust an seiner Mission. Auf dem Weg zurück begegnet er schließlich jenem Mann, den er zur Legende machen wird: Buffalo Bill Cody – und aus Dime Novels, Theaterdonner und echter Frontier-Prominenz entsteht die Blaupause für den modernen Western.
00:00 - Intro und Einleitung
01:25 - Ned Buntline in St. Louis: Ein neuer Anfang und ein neuer Aufstand
09:10 - (Erneute) Flucht, (erneute) Haft – und erneute Skandale
11:29 - Das Ende der „Know Nothing" Ambitionen
12:33 - Transzendentalismus: Ein Leben in der „Wildnis", und erste Western-Geschichten
16:48 - Ned Buntline im Bürgerkrieg
21:27 - Der „Groschenroman" entdeckt den Westen neu
23:41 - Der Trinker als Abstinenz-Prediger: Ned Buntline geht nach Kalifornien
28:54 - Treffen mit einer lebenden Legende
31:06 - Buffalo Bill Cody: Entdeckung eines „Western-Helden"
38:05 - „Scouts der Prairie": Schicksalsstunde des Western-Genres
46:27 - Getrennte Wege, und Buntline's Nachruf
50:37 - Die Blaupause des modernen Westerns
58:16 - Verabschiedung und Ausblick aufs nächste Mal- Er war kein Revolverheld, kein Sheriff und kein Outlaw. Doch Ned Buntline prägte den Mythos des Wilden Westens wie kaum ein anderer – mit Groschenromanen, Skandalen und einem Talent zur Selbstinszenierung.
Edward Zane Carroll Judson, besser bekannt als Ned Buntline, war kein klassischer Held des Wilden Westens. Dennoch trug kaum jemand stärker dazu bei, aus Frontier-Geschichten jene Legenden zu formen, die bis heute unser Bild des Westens prägen. Als Autor von Dime Novels machte er Abenteuer, Gewalt, Patriotismus und Übertreibung zu Massenware.
Schon sein eigenes Leben wirkte wie einer seiner Groschenromane: Navy-Dienst, Kopfgeldjagd, tödliche Schießerei in Nashville, beinahe Lynchjustiz und immer wieder neue Skandale. In New York wurde Buntline schließlich nicht nur zum erfolgreichen Autor, sondern auch zum publizistischen Unruhestifter, der Reiche, Immigranten und Rivalen gleichermaßen ins Visier nahm.
Besonders folgenreich wurde seine Rolle rund um den Astor-Place-Aufstand von 1849, einen der blutigsten Ausschreitungen in der Geschichte New Yorks. Doch selbst Gefängnis, Scheidung und öffentliche Feindschaften konnten Buntline nicht dauerhaft stoppen... und sein Augenmerk auf den Westen richten.
- 00:00 - Intro und Einleitung
- 02:29 - Edward Zane Carrol Judson: Herkunft und Jugendjahre
- 05:18 - Abenteurer, Kopfgeldjäger, und Glückspilz
- 11:34 - Über Pittsburgh nach Boston, und erste Tätigkeit als Schriftsteller
- 16:08 - Umzug nach New York, und „Ned Buntline’s Own“
- 24:03 - Ausgepeitscht auf offener Straße: Konflikte und Rivalitäten
- 30:24 - Der Astor Place Riot
- 47:46 - Hohe Bußgelder und Inhaftierung
- 55:21 - Verabschiedung und Ausblick aufs nächste Mal - Mit etwa 60 Cowboys aus Kalifornien machte sich der Arzt und Anwalt William Walker im Mai 1855 auf den Weg, um Nicaragua zu erobern. Seine Taten sollten Mittelamerika, aber auch Gemüter in den amerikanischen Südstaaten, nachhaltig prägen - und ihn zu einem der berüchtigtsten amerikanischen Kriegstreiber seiner Tage machen.Beflügelt vom Prinzip der Manifest Destiny entschloss sich im 19. Jahrhundert so mancher Bürger der Vereinigten Staaten dazu, die "amerikanische Demokratie" und die "Freiheit der Vereinigten Staaten" auch in andere Staaten Nord- und Mittelamerikas zu tragen; notfalls mit Gewalt. Ein solcher Mann war William Walker, der wohl bekannteste "Filibustier" seiner Zeit. Nicht nur einmal, sondern mehrmals stellte der studierte Arzt und Anwalt kleine private Invasionstruppen zusammen, um in andere Staaten einzufallen und dort "souveräne Staaten" auszurufen. Den Höhepunkt des Ruhms erreichte Walker 1855, als er mit nur knapp 60 bewaffneten Männern in Nicaragua einfiel - und erfolgreich einen Staatsstreich herbeiführte. Doch seine Staaten sollten schwerwiegende Konsequenzen nicht nur für Lateinamerika, sondern auch für die USA der anbrechenden Bürgerkriegszeit haben - und ihm die Feindschaft eines der wohl reichsten Männer der damaligen Zeit einbringen. 0:02:45 - Was ist ein Filibustier/Filibuster?0:08:40 - William Walker: Herkunft und erste Unternehmungen0:15:55 - Ausrufung der Republik Sonora (3.11.1853)0:26:24 - Die strategische Bedeutung Nicaraguas Mitte des 19. Jahrhunderts0:29:39 - Der reichste Mann Amerikas: Einfluss von Cornelius Vanderbilt0:32:08 - Mai 1854: Bürgerkrieg und Invasion Nicaraguas0:37:18 - 13.10.1855: Totgesagte leben länger - Umsturz in Nicaragua0:41:14 - Ein Marionetten-Präsident und neue Probleme0:43:47 - Den reichsten Mann der Welt zum Feind0:46:16 - 27.2.1856: Krieg mit Costa Rica0:49:03 - Eine unwahrscheinliche Allianz gegen den Filibuster0:51:04 - 1.5.1857: Rückzug und Flucht zurück in die USA0:52:34 - Neue Filibuster-Expeditionen und Tod durch Erschießungskommando (12.9.1860)0:54:37 - Nachwirken von Walker's Handlungen in den USA und in Mittelamerika0:55:40 - Was hat die Geschichte beeinflusst?1:00:50 - Verabschiedung und Ausblick aufs nächste Mal#western #wilderwesten #Kalifornien #mexiko #Sonorra #nicaragua #costarica #honduras #panamakanal #williamwalker #vanderbilt #goldrausch
- Flora Quick Mundis ist modernen Western-Fans wohl kaum ein Begriff; doch zu Lebzeiten sorgte sie als Banditin für zahlreiche Schlagzeilen im Oklahoma Territory. Aus gutem Hause und jung verheiratet, wurde sie mit 17 Jahren unter dem Namen "Tom King" als Pferdediebin in Männerkleidung erst berühmt, dann berüchtigt.
In der heutigen Folge unseres Podcasts versuchen wir, das Leben einer Frau nachzuverfolgen, über die heute kaum etwas bekannt ist. Was umso verwunderlicher ist, wurden ihr doch zu Lebzeiten Verbindungen zu Banditen wie der James-Gang, den Daltons oder "the Wild Bunch" nachgesagt. Ein ums andere Mal gelang es ihr, Gesetzeshütern ein Schnippchen zu schlagen und aus der Haft zu entkommen. Mit jeder Flucht wurden die Berichte über sie noch abenteuerlicher, bis sie gar als Anführerin einer Bande von 13 Gesetzlosen galt. Ihr Ende fand Flora Quick Mundis alias Tom King nicht in Oklahoma, sondern in Arizona, wo sie abermals eine neue Identität tragen sollte: "Chinese Dot" (bisweilen auch "China Dot").
Wir haben versucht, ihr Leben nachzuzeichnen; und behandeln in dieser Folge auch, auf welche Schwierigkeiten man stoßen lann, wenn man versucht, ein Menschenleben auf Basis von nicht immer zuverlässigen Frontier-Zeitungen nachzuvollziehen...00:00 - Intro und Einleitung01:06 - Weibliche Outlaws im Wilden Westen08:44 - Eine junge Ehe in Missouri, und ein wildes Leben in Oklahoma18:08 - Die "Geburt" von "Tom King"25:22 - Verbindungen zu den Daltons und anderen Banditen31:51 - Eine weitere spektakuläre Flucht37:28 - "Tom King" taucht unter...und wieder auf47:06 - Flora Quick Mundis und ihr Leben nach dem Tod54:35 - Verabschiedung und Ausblick aufs nächste Mal
Nachtrag: eine Sammlung originaler Zeitungsartikel zu Tom King alias Flora Mundis haben wir auf unserem Blog zusammengestellt: Teil 1, und Teil 2.
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Über Western Unchained
Gesetzeshüter und Banditen, grenzenlose Freiheit, tödliche Wildnis: Alle zwei Wochen begeben sich die Western-Fans Sebastian Gerstl und Jörg Brühmann zurück in den Wilden Westen und erzählen Geschichten, Legenden und Mythen über mehr oder weniger berühmte Cowboys, berüchtigte Gestalten, unglaubliche Schießereien und das außergewöhnliche Leben am Rande der Zivilisation, die diese kurze und doch überaus ereignisreiche Ära geprägt haben.
https://linktr.ee/westernunchained
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Western Unchained
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