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    Folge 1393: PROJECT HAIL MARY - "Grace Rocky save stars"

    29.03.2026 | 14 Min.
    Auf der einen Seite ist PROJECT HAIL MARY Hard Science Fiction – zeigt also (bis auf den Antrieb) einen wissenschaftlich und technisch realistischen Blick auf Raumfahrt. Auf der anderen Seite ist die Verflmung von Andy Weirs Roman ein Science-Fiction-Märchen: Zwei Fremde versuchen miteinander zu kommunizieren, um gemeinsam mit ihrem Verstand und ihrer Wissenschaft ihre Welten zu retten. Mit Humor und Wärme erzählt ist das durchaus ein Gegenentwurf zu den irrationalen, wissenschaftsfeindlichen und fremdenfeindlichen Narrativen, die die Machtpolitik unserer Gegenwart bestimmt.

    Im Zentrum stehen eine Frau, die die Verantwortung für die verzweifelste Rettungsaktion der Menschheit trägt (Sandra Hüller) und ein Biologielehrer (Ryan Gosling), der absolut kein Held sein will. Und natürlich Rocky, der Außeriridische. Wobei Rocky eher für eine fremde menschliche Kultur steht, die sich an den amerikanischen Astronauten anpasst. Im Podcast wird von fast Allen sehr viel gelobt, aber es wird auch klar: Wer sich nicht für Rocky erwärmen kann, findet nicht in den Film hinein. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna, Kathrin, Marc, Hendrik, Harald, Tom und Thomas.
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    Folge 1392: THE BOSTON STRANGLER - Interpretation eines Frauenmörders

    24.03.2026 | 2 Std. 3 Min.
    Richard Fleischer ist ein Regisseur, der nie wirklich berühmt wurde – im Gegensatz zu einigen seiner Filme wie zum Beispiel 20.000 MEILEN UNTER DEM MEER oder SOYLENT GREEN. Thomas und Gast Patrick Torma von journalistenfilme.de haben sich THE BOSTON STRANGLER ausgesucht. Die Verfilmung einer wahren Kriminalgeschichte. 13 Frauen wurden im Raum Boston in den 1960er Jahren vom „Boston Strangler“ ermordet. Bereits 1966 erschien ein Buch von Gerold Frank und schon 1968 der darauf basierende Film von Fleischer. Ein kurzer zeitlicher Abstand – mit Folgen. Der Mörder schien gefunden, aber vieles war noch nicht geklärt.

    Und so ist THE BOSTON STRANGLER mehr eine Interpretation als eine möglichst akkurate Wiedergabe eines echten Falls (wie zum Beispiel Finchers ZODIAC). Albert DeSalvo (Tony Curtis) wird gezeigt als ein Mörder mit Persönlichkeitsstörung, der erst in den Vernehmungen der Polizei ahnt, dass in ihm der Mörder steckt.

    Erst einmal nimmt sich der Film die Zeit, die mühsame und wenig erfolgreiche Ermittlungsarbeit zu zeigen – gerade hier wird sichtbar, dass der Film aus einer Zwischenzeit stammt: Die 1950er mit ihrem klaren Weltbild sind vorbei, es ist zu spüren, dass die Welt sich ändern wird, aber die „Revolutionen“ kommen erst noch. Die Polizisten (stark: Henry Fonda und George Kennedy) sind die Soldatengeneration des Zweiten Weltkriegs. Jetzt ist der Feind viel schwerer zu erkennen und zu finden.

    Im Podcast diskutieren wir die Stärken und Schwächen des Films, besprechen die Aufteilung des Films in zwei doch sehr unterschiedliche Hälften und Patrick erklärt en detail die beeindruckenden Split Screens.

    Über den Regisseur: Richard Fleischer gehört zu den Regisseuren, deren Filme berühmter sind als sie selbst. Vier Jahrzehnte hat er in Hollywood gearbeitet und dabei sehr verschiedene Genres bedient. Zu seinen Werken gehören unter anderem DIE WIKINGER mit Kirk Douglas, CONAN DER ZERSTÖRER und RED SONJA, der aufwändige Abenteuerfilm 20.000 MEILEN UNTER DEM MEER, DOCTOR DOLITTLE, der Kriegsfilm TORA! TORA! TORA! und der dystopische und erschreckend aktuelle Science-Fiction-Film SOYLENT GREEN. Unter dem Titel „Soylent Screen“ widmen wir uns in unregelmäßigem Abständen diesem SF-Meilenstein. Richard Fleischer starb im Alter von 89 Jahren vor 20 Jahren – am 25. März 2006 – in Los Angeles.
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    Folge 1391: GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE - Wir Social-Media-Zombies

    22.03.2026 | 11 Min.
    Immer wieder taucht ein Zeitreisender in einem Diner in Los Angeles auf und versucht aus einigen der Gäste DAS Team zu formen, das die Welt rettet. Denn in der düsteren Zukunft hat eine KI die Kontrolle: Während die wirkliche Welt in Trümmern liegt, betäubt eine allmächtige KI die Überlebenden mit der Illusion einer perfekten Welt. Eine Gruppe aus ganz normalen Menschen soll die KI in der Gegenwart aufhalten, bevor sie die Macht ergreift. Da ist ein Lehrerehepaar, das erlebt wie die KI auf Social Media die Schüler hypnotisiert und wie Zombies steuert. Da ist eine junge Frau, die sich als Kindergeburtstagsprinzessin durchschlägt und allergisch auf digitale Geräte reagiert. Und da ist eine Mutter, deren Sohn nach einem Schulmassaker geklont wird. Trost findet sie nur beim KI-Avatar ihres Sohnes, der ihr bei der Rettung der Welt helfen will.

    Die Geschichte verknüpft eine ganze Reihe dringender Probleme unserer digitalen Gegenwart mit einer absurd-komischen Action-Handlung. Wie in einem Computerspiel werden Level für Level die unterschiedlichsten Gegner besiegt und Herausforderungen gemeistert. Dass die Gratwanderung zwischen amüsant und grotesk, klug und albern gelingt, liegt auch am starken Cast, allen voran Sam Rockwell. Aber das Schwierigste am Fliegen ist die Landung: Während der Aufbau dieser dystopischen Science-Fiction-Komödie wunderbar gelungen ist, fällt der Film im Finale auseinander, hält sich nicht mehr an seine eigenen Regeln. Schade, GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE hätte ein überzeugenderes Ende verdient. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna, Heidi, Hendrik, Harald, Tom und Thomas.
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    Folge 1390: MARTY SUPREME - Wie eine abstürzende Achterbahn

    15.03.2026 | 14 Min.
    Anmaßend, egozentrisch, leidenschaftlich, unvorstellbar ehrgeizig, stur, rücksichtslos, liebenswert, verlogen, narzisstisch, unglaublich begabt – das ist der Protagonist Marty Mauser. Keine sympathische Figur, mit der man sich identifizieren kann. Aber ein Charakter, der einen nicht mehr loslässt. Timothee Chalamet spielt ihn mit der Wucht und Geschwindigkeit eines Wirbelsturms, wie ein Gott des Chaos, der überall Verletzung und Verwüstung hinterlässt. Chalamets Intensität spiegelt sich in der Geschwindigkeit des Films, der – noch schneller als die Tischtennisbälle hin und her jagen – zweieinhalb Stunden lang wie eine abstürzende Achterbahn unentwegt brüllend auf die Zuschauer niederfährt. Ein rauschhafter Film – dröhnendes, überforderndes, großartiges Kino. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Anke, Lothar, Marc, Hendrik, Katharina, Tom und Thomas.
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    Folge 1389: NO OTHER CHOICE - "Ich kann es nicht ändern"

    08.03.2026 | 10 Min.
    „Ich habe alles“, sagt Man-su zu Beginn. Er hat ein tolles Haus, zwei Autos, zwei Hunde und nicht zu vergessen: eine Frau und zwei Kinder. Er ist angekommen in seinem Leben. Aber alles hängt von seinem gut bezahlten Job ab. Und als er den verliert, steht sein ganzes Leben auf dem Spiel. Für seinen Status und für seine Familie ist er bereit alles zu tun, wirklich alles.

    Park Chan-wook wirft einen schwarzhumorigen Blick auf die südkoreanische Arbeitswelt, in der Menschen, die ihren Job verlieren, nicht in einer anderen Branche arbeiten wollen und in der Unternehmer mit Robotern und KI Menschen völlig überflüssig machen. In dieser Welt opfert Man-su auch Menschenleben, er glaubt keine andere Wahl zu haben, „Eojjeol suga eopda“, auf deutsch „Ich kann es nicht ändern“.

    Park Chan-wook inszeniert diese düstere Krimikomödie mit viel Einfallsreichtum und erinnert dabei auch an Hitchcock. Die Intensität von PARASITE erreicht er dabei nicht. Trotz sehr guter Darsteller und vieler sehr starker Szenen fehlt etwas die emotionale Kraft des Vorgänger DIE FRAU IM NEBEL. Dennoch sehr sehenswert. Diese Podcastepisode mit milden SPOILERN. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Heidi, Johanna und Thomas.

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Über SchönerDenken FilmPodcast

Der erste Eindruck - direkt nach dem Kino - in etwa 12 Minuten und spoilerfrei, versprochen. Das ist unser Kerngeschäft. Ansonsten echte Liebe für japanische Filme, eine Schwäche für Science-Fiction und ungebrochene Entdeckungslust für bekannte und unbekannte Klassiker.
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