45 Episoden
- #6 Filmgespräche Nachwuchs - Reza Rasouli über Menschen verstehen, Geschichten erzählen und sich immer wieder neu herausfordern
Nach den mehrfach ausgezeichneten Kurzfilmen Night of Passage, Found&Lost und Stück für Stück zählt Reza Rasouli zu den spannendsten Nachwuchsregisseuren des österreichischen Films. Seine Arbeiten liefen auf zahlreichen internationalen Festivals und wurden unter anderem mit dem First Steps Award, dem Diagonale-Preis für den besten Kurzspielfilm, dem Österreichischen Filmpreis sowie dem Student Visionary Award beim Tribeca Film Festival ausgezeichnet. Gleichzeitig arbeitet er an seinem ersten Langspielfilm Wurzel & Wind, dessen Drehbuch bereits mit dem Carl-Mayer-Drehbuchförderpreis ausgezeichnet wurde und der von Mo Harawe produziert wird.
In unserem Filmgespräch spricht Reza Rasouli offen über seinen außergewöhnlichen Weg vom Iran nach Österreich, über das Ankommen in einer neuen Heimat und darüber, wie diese Erfahrungen seinen Blick auf Menschen und Geschichten geprägt haben. Nach ersten filmischen Arbeiten in Teheran führte ihn sein Weg an die Filmakademie Wien, wo er unter Regieprofessor Michael Haneke studierte, eine prägende, aber nie bestimmende Erfahrung. Viel wichtiger sei es, erzählt Rasouli, den eigenen Blick auf die Welt zu entwickeln. - #3 Podiumsdiskussion Female Tracks 2026 - Bruchpunkte der Geschichte: Bild, Stimme und das Unsagbare
Mit dem diesjährigen Schwerpunkt „Bröckelnde Fassaden, tiefe Risse“ widmeten sich die von Bianca Jasmina Rauch kuratierten Female Tracks 2026 den sichtbaren und verborgenen Brüchen unserer Gegenwart. Das vielseitige Festivalprogramm vereinte Filme, Gespräche und Diskussionsformate, die sich mit Fragilität, Widerstand und den Spuren gesellschaftlicher wie persönlicher Umbrüche auseinandersetzten. Als Teil des Programms konzipierte und moderierte Barbara Wolfram die Podiumsdiskussion „Bruchpunkte der Geschichte: Bild, Stimme und das Unsagbare“.
Gemeinsam mit der Filmwissenschaftlerin Asja Makarević und der Filmemacherin Cordula Rieger entstand ein vielschichtiges Gespräch über das Spannungsfeld zwischen persönlicher Erinnerung und kollektiver Geschichte. Im Mittelpunkt standen filmische Formen des Erzählens, die sich bewusst gegen lineare Narrative stellen und stattdessen mit Fragmenten, Leerstellen und Brüchen arbeiten. - Schon seit Erscheinen des Sammelbandes "Rassismus im Film" (kostenlos zum Download verfügbar - alle Links auf unserer Website), den sie 2024 gemeinsam mit Ömer Alkin herausgegeben hat, hatten wir vor mit Dr. Alena Stromaier zu sprechen. Nun ist es soweit: von der Philipps-Universität Marburg zugeschaltet, gibt Alena im Dialog mit Bianca Einblicke in Inhalte, Ansätze und Entstehung dieser Publikation. Die Autor*innen weisen ein breites Spektrum an interdisziplinären Ansätzen und Expert*innenfeldern auf. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, rassistischen Wissensanordnungen, die Filme und Serien (re)produzieren zu analysieren, zu dekonstruieren und postkoloniale Theorien stärker in der deutschsprachigen Forschung zu verankern. Alena erklärt wie z.B. die Serie "Queen Charlotte – A Bridgerton Story" (Idee: Shonda Rhymes, USA seit 2023) sich eignet, die mediale Herstellung von Race und kolonialen Kontinuitäten zu verstehen. "Bridgerton" lädt dazu ein, über die Verstrickung von Race, Genre, Massenphänomenen und politischer Realität nachzudenken: „A problem is only a problem if the palace says it is a problem“, zitiert Alena aus der Serie. Über Critical Whiteness und der unsichtbaren Normierung von Weißsein kommen auch die Texte “When we Are Capable of Stopping, We Begin to See. Being White, Seeing Whiteness“ von Ruth Frankenberg und „White“ von Richard Dyer zur Sprache. Zuletzt erzählt uns Alena noch über ihre Forschung zu iranischen Diasporafilmen und die Auffassung eines Medienraums als sozialen, affektiven und kulturellen Raums, in dem sich Bedeutung konstituiert.
- #4 Filmgespräche Nachwuchs - Helen Esther Aschauer über Tanz, Intuition und vielfältiges Filmemachen
Mit unserer neuen Reihe "Filmgespräche Nachwuchs" richten wir den Blick auf die spannende nächste Generation österreichischer Filmschaffender und möchte junge Filmschaffende auf ihrem Weg vom Kurzfilm zum ersten Langfilm begleiten. Barbara spricht mit Nachwuchsregisseur*innen über ihren Werdegang, ihre bisherigen Kurzfilme und ihre ersten Langfilmprojekte, die sich noch in Entwicklung befinden. Den Auftakt macht die kubanisch-österreichische Regisseurin, Autorin und Choreografin Helen Esther Aschauer.
Helen Esther Aschauer ist in Linz aufgewachsen und bewegt sich mit Leichtigkeit zwischen Film, Tanz, Werbung, Musikvideo und Kunstfilm. Ihre tänzerische Ausbildung und ihr außergewöhnliches Gespür für Bewegung, Rhythmus und Bildsprache prägen ihre Arbeiten ebenso wie ihr Interesse an gesellschaftlichen Themen und vielfältigen Perspektiven. Diese Verbindung aus intuitivem Erzählen und visueller Präzision macht ihre Handschrift unverwechselbar. - #2 Wessen Körper, wessen Traum?
Wir starten den deutschen Part der neuen Staffel mit einer Paarung, die auf den ersten Blick unwahrscheinlich wirkt und auf den zweiten Blick interessante Verbindungen hervorbringt: Euphoria Staffel 3 (US/HBO, 2026) und Vorstadtweiber Staffel 1 (AT/ORF, 2015). Hier die HBO-Megaproduktion mit Glitter, Neonlicht und einer Million-Dollar pro Folge für Zendaya. Dort die ORF-Dramedyserie über gelangweilte Ehefrauen in der Wiener Nobelvorstadt. Was haben sie miteinander zu tun?
Mehr als der erste Blick verspricht. Denn beide Serien drehen sich um die Fragen: Was passiert mit Frauen in Systemen, die ihren Körper, ihre Jugend, ihre Sichtbarkeit als handelbare Güter behandeln? Und was passiert mit ihnen, wenn dieses Kapital aufgebraucht ist? Welche Loyalitäten gibt es und welche bleiben unter Druck bestehen?
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Über Ned Wuascht
NED WUASCHT – WIR GEH’N FISCH’N
der Podcast fürs feministische Filmlesen.
ist ein kritisch, feministischer Filmpodcast der Wiener Filmwissenschaftlerinnen Bianca Jasmina Rauch und Barbara Wolfram.
Alle paar Wochen analysieren wir Filme zwischen Arthouse und Popkultur.
https://nedwuascht.com/
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