218 Episoden
- Das meiste, was ihr glaubt zu schmecken, schmeckt ihr gar nicht – ihr riecht es. Klingt verrückt, ist aber so. Lou nimmt euch heute mit auf eine kleine Reise durch Nase, Zunge und Gehirn: Warum ist der Geruch beim Weingenuss so viel wichtiger als der Geschmack? Was sind die fünf Begriffe, die jeder kennen sollte, um einen Wein wirklich zu beschreiben? Und was hat die Zungenkarte aus dem Schulunterricht mit einem der größten Mythen der Weinwelt zu tun? Tipp: Wenn ihr ein Glas zu Hause habt – schnappt es euch. Heute könnt ihr direkt mitmachen.
Wein der Woche
Via al Castello Valpolicella Ripasso DOC – Venetien, Italien | Rheinberg Kellerei
Ein Ripasso aus dem Herzen Venetiens – und ein idealer Wein, um alle fünf Sensorik-Begriffe der heutigen Folge in einem Glas zu erleben. Die typische Ripasso-Methode – der Wein wird über die Trestern des Amarone nachvergoren – gibt ihm Tiefe, Struktur und diese besondere Komplexität: fruchtig, reiches Bukett, ein leichter Lakritz-Touch, weiche Tannine und ein langer Abgang. Trocken, 13,5 % vol., ideal zu überbackener Pasta, Eintöpfen und reifem Käse.
Weinlexikon: R wie Retronasales Riechen
„Retro"" heißt rückwärts, „nasal"" betrifft die Nase. Wenn ihr Wein im Mund habt und ausatmet, steigen die Aromastoffe über den Rachen hoch in die Nasenhöhle – quasi durch die Hintertür. Genau dort, an den Riechzellen, entsteht das, was wir als „Geschmack"" bezeichnen. Eigentlich müsste man also sagen: Wir erschmecken den Wein gar nicht – wir erriechen ihn. Das Gegenstück ist das orthonasale Riechen, das normale Schnuppern von vorne. Beide zusammen ergeben das volle Bild eines Weins – und genau deshalb lohnt es sich, beim Trinken kurz innezuhalten und nachzuspüren." - Wie finde ich im Supermarkt was Vernünftiges? Was mache ich mit dem Probeschluck im Restaurant? Wie lange hält eine offene Flasche? Und stimmt das mit den Sulfiten und den Kopfschmerzen wirklich? Heute räumen Lou und Jonas auf. Sieben Fragen aus der Community, sieben ehrliche Antworten ohne Fachchinesisch.
Wein der Woche
Crémant Princess de Loire, Loire, Frankreich.
Ein weißer Crémant aus der Loire, frisch serviert und der perfekte Begleiter für eine Folge voller Alltagsfragen. Alles, was prickelt und nicht aus der Champagne kommt, heißt in Frankreich Crémant.
Die Frage der Woche, über Instagram:
„Wie haben sich die typischen Weinstile über die Jahre eigentlich entwickelt?”
„Grob gesagt lief zwischen 1990 und 2010 fast alles in eine Richtung: später lesen, mehr Reife, mehr Alkohol, mehr Holz. Stark geprägt von Robert Parker, der opulente und säurearme Weine hoch bewertete. Seit etwa 2011 dreht sich das. Heute arbeiten viele Weingüter bewusst an Frische, Präzision und Terroir: früher lesen, weniger neues Holz, weg vom Einheitsstil. In Deutschland lief parallel ein eigener Film: vom süßlichen Massenwein der 80er hin zu trocken als Standard, und jetzt einer neuen Wertschätzung für Restsüße, wenn die Säure sie trägt. Und der jüngste Schub: leichter, kühler, weniger Alkohol. Was früher als unreif galt, gilt heute als elegant. Stil ist nie nur Geschmack, sondern immer auch Klima, Markt und das Selbstbewusstsein einer Region.” - Bergpanorama, Käse, Schokolade – und Wein? Ja! Die Schweiz ist vielleicht das am meisten unterschätzte Weinland Europas. Gerade mal 14.500 Hektar Rebfläche, verteilt auf alle 26 Kantone, über 240 verschiedene Rebsorten – und weniger als zwei Prozent davon verlassen das Land. Lou und Jonas nehmen euch heute mit auf eine Rundreise durch sechs Weinregionen: vom Wallis mit seinen steilen Terrassenlagen bis ins sonnige Tessin, vom UNESCO-Weltkulturerbe Lavaux bis zu den elegantesten Pinot Noirs der Deutschschweiz. Und am Ende gibt's die Antwort auf die Frage, warum ihr im deutschen Supermarkt fast nie einen Schweizer Wein findet – und ob das wirklich an der Qualität liegt.
Wein der Woche
Jardin du Soleil Blanc
Ein aromatischer Weißwein, der genau das erfüllt, was sein Name verspricht: Sonnengarten im Glas. Fruchtig, einladend, mild – perfekt als Aperitif vor dem Abendessen oder als Begleiter zu leichten Desserts und fruchtigem Käse. Wer gerne einen eleganten, aromatischen Weißwein zum Entspannen trinkt, liegt hier genau richtig.
Weinlexikon: C wie Chasselas
Chasselas – gesprochen „Schass-lá"". In Deutschland kennt man die Sorte als Gutedel, im Wallis heißt sie Fendant. Eine Traube, drei Namen – und die weiße Seele der Schweiz. Chasselas ist von sich aus eher zurückhaltend, fast neutral, und genau das ist seine Stärke: Er ist wie eine leere Leinwand und zeigt, wo er herkommt – den Boden, die Lage, das Klima. Typisch sind eine mild eingebundene Säure und Aromen von Birne, Zitronenzeste, weißen Blüten, einem Hauch Butter und Feuerstein. Und was viele nicht ahnen: Guter Chasselas kann richtig alt werden. Nach 10 bis 20 Jahren auf der Flasche entfaltet er Aromen von getrockneter Aprikose, gerösteten Mandeln, Honig und Salzzitrone – und bleibt trotzdem frisch. - Kennt ihr das? Ihr habt einen richtig guten Wein im Glas – und plötzlich schmeckt er nach gar nichts mehr oder sogar metallisch. Schuld ist oft das Essen auf dem Teller. Lou und Jonas nehmen sich heute fünf berüchtigte Kandidaten vor: Artischocke, rohe Tomate, Spinat, Sauerkraut und alles Scharfe. Für jeden gibt es die Erklärung, warum er den Wein killt – und den konkreten Trick, ab wann es trotzdem klappt. Denn fast jeder Wein-Feind wird zum Freund, wenn man ihn richtig zubereitet, clever kombiniert oder den passenden Wein wählt. Und am Ende löst Lou den Klassiker schlechthin: Was passt eigentlich zu Spargel?
Wein der Woche
Finca de la Vega Cava Seco – D.O. Cava, Spanien | Rheinberg Kellerei
Hergestellt nach der traditionellen Methode in Flaschengärung aus den klassischen Cava-Rebsorten Macabeo, Xarel·lo und Parellada aus dem Herzen Nordspaniens. Frisch, fruchtig, spritzig – mit einer eleganten, harmonischen Süße, 11 % vol. und einer lebendigen Säure. Gut gekühlt serviert ist er der perfekte Begleiter zu Fisch, Meeresfrüchten und leichten Vorspeisen – und damit der ideale Kontrapunkt zu einer Folge voller kniffliger Kombinationen. Erhältlich bei EDEKA und edeka24.de
Die Frage der Woche – von Miriam aus Stuttgart:
„Ich liebe Spargel, aber sobald ich ihn esse, schmeckt jeder Wein komisch – oft richtig metallisch. Was passt denn wirklich?"
„Der Trick heißt: grün zu grün. Nimm einen Wein, der selbst eine leicht grüne, krautige Note mitbringt – dann kollidiert nichts. Mein Klassiker: ein Grüner Veltliner. Genauso gut: ein Sauvignon Blanc, ein Silvaner oder ein Weißburgunder. Und dein Joker ist die Beilage: Spargel mit Butter, Hollandaise oder Schinken ist durch das Fett viel weinfreundlicher als Spargel pur. Weißer Spargel ist außerdem milder als grüner – der lässt dir mehr Spielraum." - Happy Birthday, Cheers! Zweihundert Folgen, zweihundert Mal ein Glas Wein – und dazu kommt heute sogar eine Torte mit Kerzen ins Studio. Zum Jubiläum gleich zu Beginn eine kleine Quizfrage: Was haben Brad Pitt, Snoop Dogg, Kylie Minogue und Günther Jauch gemeinsam? Sie alle haben ihren Namen auf einer Weinflasche. Und damit sind wir mittendrin im Thema: Promis und Wein. Lou und Jonas gehen heute der spannendsten Frage nach, die hinter jedem dieser Weine steht – steckt echtes Herzblut drin, oder zahlt ihr am Ende nur für einen berühmten Namen? Ihr erfahrt, aus welchen vier Gründen Stars überhaupt in den Wein drängen, warum ein bekanntes Gesicht auf dem Etikett die Hemmschwelle senkt und so gerade jüngere Menschen zum Wein bringt – und wie aus einer Branche mit inzwischen über 150 Promi-Marken ein Milliardengeschäft wurde. Losgetreten hat den Boom George Clooney, der für den Verkauf seiner Tequila-Marke eine Milliarde Dollar bekam. Lou sortiert das Promi-Regal in drei Typen – vom echten Winzer über den Investor bis zum reinen Marketingwein – und am Ende gibt es eine praktische Einkaufshilfe für den nächsten Supermarktbesuch. Spoiler: Bei manchen Promi-Weinen zahlt ihr das Promigesicht mit.
Wein der Woche
III Freunde Grauburgunder 2025 – Rheinhessen, Deutschland | III Freunde GmbH, Bernkastel-Kues
Passend zur Folge steht heute ein echter Promi-Wein im Glas – und zwar der bestverkaufte der Marke. 2017 haben Joko Winterscheidt, Matthias Schweighöfer und die rheinhessische Winzerin Juliane Eller III Freunde gegründet; streng genommen müsste es heute „Zwei Freunde" heißen, denn Juliane Eller ist inzwischen ausgestiegen. Im Glas bleibt trotzdem Deutschlands Liebling: ein Easy-Drinking-Grauburgunder, fruchtig und angenehm frisch, mit feiner Birne und Apfel – ein Wein, den man einfach gut ausschenken kann. Lou sagt es ganz offen: Für die Flasche zahlt ihr vier, fünf Euro mehr als bei einem vergleichbaren Grauburgunder direkt vom Familienweingut in Rheinhessen oder in der Pfalz. Dafür ist er solide, macht nichts verkehrt und ist genau das, was draufsteht: unkomplizierter Genuss. Erhältlich bei EDEKA und edeka24.de.
Die Frage der Woche – von Stefan aus Hamburg:
„Ich stehe im Supermarkt vor einem Promi-Wein und frage mich: Lohnt sich der überhaupt – oder zahle ich nur für den Namen?"
„Ein Prominame ist kein Qualitätssiegel, aber auch kein Warn- oder Stoppschild. Nehmt die Flasche mal aus dem Regal und schaut aufs Vorder- und aufs Rückenetikett. Je mehr Information ihr dort findet, desto besser: Ist es ein echtes Weingut? Ein ernsthafter Partner? Oder reines Marketing? Und lässt sich herausfinden, wer hinter dem Wein steht und woher die Trauben kommen? Beim III Freunde Grauburgunder steht auf dem Rückenetikett nur „Abfüller: III Freunde GmbH, abgefüllt in Bernkastel-Kues" und „Deutscher Qualitätswein, Rheinhessen" – ihr wisst also, dass der Wein aus Rheinhessen kommt, aber nicht, woher genau. Findet ihr auch per Handy kaum Informationen, lasst die Flasche lieber stehen. Findet ihr aber heraus, dass sich die Marke mit einem konkreten Weingut zusammengetan hat, ist das ein gutes Zeichen. Und bei Weinen wie denen von Othegraven wisst ihr ohnehin, woher sie kommen – da steht kein Günther Jauch auf dem Etikett, dafür ein Weingut mit Namen und Geschichte. Mein Tipp: immer mal die Suchmaschine anwerfen. Und Etiketten lesen – ein Etikett verrät euch sehr viel darüber, wie ein Wein gemacht wurde und woher er kommt, egal ob viel oder wenig draufsteht. Nicht nur die schicken bunten Bilder vorne."
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Über Cheers! Der Weinpodcast mit Lou
„Über Wein kann man eigentlich nie genug wissen“, sagt Lou Schmidt. Als Wein-Expertin kennt sie sich bestens aus mit Rebsorten und Regionen, mit Säure und Süße – mit Korken und mit Schraubverschluss. In „Cheers! Der Weinpodcast mit Lou” schenkt sie uns großzügig Weinwissen ein – handgelesen, leicht verständlich und mit trockenem Humor. Was passt zu welchem Essen? Welche Rolle spielen Terroir und Tannine? Und warum gibt es überhaupt so große Qualitätsunterschiede? Co-Host Jonas Frank sorgt mit den richtigen Fragen dafür, dass dein Wissensdurst in Sachen Wein gestillt wird. Außerdem stellt Lou jede Woche einen Wein vor.
Weitere Infos zu unserem Podcast findest du unter edeka.de/cheers. Besuche uns auch gerne auf Instagram: https://www.instagram.com/cheers_weinpodcast/
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